Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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325 Kindheit — sie steigen vor Ihnen aus, und lassen kaum sich verscheuchen. Nein, erinnern wollen meine Worte Sie an die Jugendzeit unseres Stammes, an die Zeit, in welche hinein wir uns ideale Menschen denken, damit Sie mit mir es erkünden, wie auch.aus unserm, so practisch sich geberdenden Leben die Ideale nicht geschwunden sind — wie sie nicht schwinden dürfen, soll der Werth und die Lust des Lebens erhalten bleiben! Nicht der Mann allein verläßt die Eltern, um seines Lebens Halt in seiner Ehehälfte zu finden. Der Rebecka Beispiel zeiget zum ersten Mal auch das Weib als Hohe- Priester in der Liebe — ihr bringend das Opfer der Entsagung und Trennung; sich loszureißen von: Herzen liebevoller Eltern, aus den Armen treuer Geschwister hat auch sie die Kraft, da ihr Herz ihr gebeut, die Frage: התלכי עם האיש הזה ״Willst Du des Lebens Weg mit diesem Manne vereint wandeln", laut und freudig vor Gott und Menschen zu besahen. Und nie zu hoch und zu schwer erscheint ihr der Preis, mit dem sie sich erkaufet dies starke, liebewarme Herz; da sie gab — hat sie erhalten, da sie Glück spendete — ward! sie beglückt! Dem Mann, in dessen Herzen durch des Schicksals י harten Spruch es so öd' und leer geworden, erwacht in seiner Frau des Lebens Frohsinn wieder — der Gattin Liebe paaret er der Mutter Verehrung: doppelt gefestet stehet so der Ehe Bund — der Herzen Gleichklang wie des Gemüths Umfriedüng, ein stetes Geben und Nehmen — hin und wieder: Das ist sein Halt, das ist sein Werth! Der Ahnen Schicksal, m. Th., spiegelt gar oft den späten Enkeln wieder der eigenen Geschicke Bild! Gleich ist Ihnen in dieser Stunde zugetheilt, wie Jsak und Rebekka einst, Last und Leid — Schmerzgefühl und Freudeempsinden: Opfer, hier hem Doppelglück gebracht, das dort der Vergangenheit Pforten heilend schließet, der Zukunft Thor ihnen beiden öffnet im hellsten Freudenglanze! Eines Gott geweiheten, reichbeglückten Ehebundes Anfang und Grundlage also, verehrtes Paar — zeiget Ihnen sich als Eröffnung und Beginn Ihres eignen Ehelebens! Berechtigt darum und der Erfüllung sicher ist Gebet und Wunsch, daß auch Ihre Ehe von Gatt gesegnet, allezeit beglückend Ihnen sich erweise! Wahres Glück aber entstammet nicht von Außen, sondern allein dem Menschenherzen und dein Menschenwesen! Lassen Sie darum mich hinzeigen auf einen Umstand, der des Patriarchenpaares Lebensglück verbürgt und zu einem dauernden hrt werden lassen.