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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 4 (1877) · p. Seite 291

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 291 (sequence 39)
Language
German
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— sie hatten keine Zeit, die Kindespflicht zu üben, nicht Muße — des Ewigen Sabbathe und Feiertage zu heiligen — nicht Raum in ihrem Denken und in ihrem Herzen für Mitgefühl und Edelmuth, für Wohlthun und Förderung des Ganzen! Sie nur allein, ihr Wohl, das Mehren ihres Gutes füllte aus alle Zeit, alles Denken, alles Fühlen! Mas Wunder, daß dabei ermattet und aufgezehrt wird mit der Körperkraft auch des Geistes Schärfe, auch der Seele Frohsinn vor der Zeit? Kampf und Furcht!- Ankämpfen nicht allein gegen widriger Geschicke Walten, Furcht nicht allein vor des Schicksals Fügungen, sondern — ach wie oft — auch Kampf gegen die Gesetze des Sittlichen und des Rechtes! Furcht und Schrecken vor der eig'nen Thaten, der eigenen Vergehen unausweichlichen Folgen!" So ward König David alt, nachdem, seiner Lust gehorchend, er getrotzt dem göttlichen Gebote. זלא יכל דויד ללכת לפניו לדרש אלהים כי כבעת מפני חרב מלאך ה׳ ״David vermochte nicht vor ihn hinzutreten, Gott zu befragen, denn er schreckte zurück vor dem Schwerte des Engels des Ewigen." Der Schuld bewußt befällt sie lähmende Angst, niedergedrückt sehen sie ihr Denken, und nicht vermögen sie es, sich zu erheben zu Gott, zu gottgefälligem Streben — da sie fürchten das Schwert des Rechtes in der Hand des strasenden Gottesboten! M. A.! Die andern beiden Ursachen des allzufrühen, unheilbringenden Alters suchen unsere Lehrer in Einwirkungen des Familienlebens: Unglückliches Eheleben — Leid durch der Kinder zilchtloses Leben den Eltern zugefügt! M. Th.! Wo der Unfrieden zehret am Lebensmarke, oder wo um des lieben Friedens willen dahingegeben werden muß jedes Aufstreben und jede felbstthätige Regung, wo das Eheleben zu einer steten Marter sich gestaltet, da tyrannisches Befehlen und sclavisches Gehorchen zur Gewohnheit wird — da stürzet sich das Greisenalter auf den Menschen, ehedem grau er geworden ist. Wenn des Lebens süßeste Hoffnungen als Täuschungen sich erweisen, wenn statt des ersehnten Glückes nur Unheil eingetreten ist, da altert früh und schwindet schnell dahin Geistes-

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