Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616701-9617072-9616988--1044-9617014- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
278 * Von diesem hehren Gesichtspunkte aus wird der הר המריד, zu einem מקום שה א ו רה יוצאת לעולם Ausgangspunkte für das große geistige Licht, das der Welt von ihm aus in Bezug auf Gottesverehrung im Gegensätze zu der in Finsterniß befangenen Heidenwelt mit ihrem fortgesetzten Menschenopfer ausging: — wird Moria der Ort שמשם הוראה יוצאת לעולם (Ber. R. cap. 35) von dem die Lehre der Menschenwürde, der Heiligkeit des Individuums für alle Welt ausging. שמשם הק״בה מורה לאומות העולם ומורידן לוגי הנון Wird zum Orte, von welchem die große Lehre an alle Nationen ging, das göttliche und menschliche Recht Himmelwärts strebend hochzuhalten; wo diejenigen, deren Ohr aber taub blieb gegen den alles durchdringenden Ton der Menschlichkeit, ihre schwere Unterlassungssünde zu büßen haben, da sie durch ihre eigene Schuld sich selbst der Entvölkerung, den! Untergange preisgeben, und der moralischen Verkommenheit anheimfallen. II. Welchen bleibenden Werth, meine Andächtigen, hat der an Abraham ergangene Segen, der da gipfelt in dem והתברכו כזרעך כל גויי הארץ auch für uns in der Gegenwart unter veränderten Verhältnissen? In der Zeit, in welcher Altar und Thieropfer ihre einstige Bedeutung verloren haben? Abraham wurde es aus Morias Höhen klar, daß Gott Menschenopfer selbst in der reinsten Absicht nicht wolle. Für uns liegt darin nach dem Vorbilde Abrahams die Mahnung, Menschenehre, Menschenglück, Menschenwürde, Menschenachtung ebenso wenig als Menschenleben zum Opfer fallen zu lassen, in der Meinung, Gott oder der göttlichen Sache der Religion dadurch zu dienen. Vielmehr sollen wir das Thierische, Niedrige, Leidenschaftsvolle in uns jederzeit gottgefällig opfern. Diese Mahnung zeigt sich dringend geboten für unsere Zeit. Wohl besteigen nicht mehr Farren den Altar des Herrn. Aber gar zu häufig wird zur größeren Ehre Gottes, die der