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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 4 (1877) · p. Seite 262

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 262 (sequence 10)
Language
German
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262 entrollen, sondern auch Bilder der Gegenwart, in denen unsere Zeit zur Darstellung kommt; es wird uns hier nicht blos Etwas berichtet, was in altersgrauer Vorzeit sich zugetragen, sondern auch Etwas, was wir noch in unseren Tagen sehen und empfinden. Die Namen find andere geworden, aber die Menschen sind dieselben geblieben; die Hülle hat gewechselt, der Kern aber hat sich unverändert erhalten. — Unl uns daran zu überzeugen, wollen wir aus unserem Wochenabschnitte herausgreifen die bereits angedeutete Geschichte des Thurmbaues zu Babel und der darauf eingetretenen Zerstreuung und Sprachverwirrung: ויהי כל הארץ שפה אחת ״ ודברים אחדיםEs war die ganze Erde, so lesen wir hier, eine Sprache und einerlei Rede. Und es geschah, da sie von Osten aufgebrochen waren, daß sie fanden eine Ebene im Lande Schinear und sich dort niederließen. Und es sprach Einer zum Andern: Auf, lasiet uns Ziegel streichen und sie brennen zu Brandsteinen; und es diente ihnen der Ziegel als Baustein und der Lehm als Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan, wir bauen uns eine Stadt und einen Thurm, dessen Spitze am Himmel, und machen uns einen Namen: dann werden wir nicht zerstreut sein auf der Oberfläche der Erde. Der Herr aber ließ sich herab, um zu sehen die Stadt und den Thurm, den die Menschenkinder gebaut. Und es sprach der Herr: Siehe da, ein Volk und eine Sprache ihnen allen und das haben sie angefangenzu thun; — wie aber, sollte ihnen nichts versagt bleiben »von Allen!, das sie Vorhaben zu thun! Wohlan, wir lassen uns herab, und verwirren dort ihre Sprache, daß sie nicht verstehen Einer die Sprache des Anderen. So zerstrente sie denn der Herr von dort aus über die- Oberfläche der ganzen Erde, und sie hörten auf, eine Stadt zu bauen. Darum nannte man ihren Namen Babel, weil dort der Herr verwirrt hatte die Sprache der ganzen Erde und weil sie von dort der Herr zerstreut hatte über die Oberfläche der ganzen Erde." Nicht wahr, m. Fr.! wenn man diese Erzählung liest, so möchte man nicht glauben, es hätte sich späterhin noch

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