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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 249

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
3 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 249 (sequence 85)
Language
German
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249 traurige Veranlassung gehabt. Denkt Ihr noch an jene nnheilschwangeren Tage, an jene langen, bangen thränenreichen Nächte, in denen wir das theure Leben unserer inniggeliebten frommen, biederen Mntter gefährdet sahen, in denen wir rath- und hilflos ihr gegenüberstanden, in welchen wir mit klopfenden Herzen oft genug zwischen banger Furcht und täuschender Hoffnung schwebten? Und ob das mit Blitzesschnelle urplötzlich hereinbrechende Ungemach weniger tief das Gemüth beuge? O, erlasset mir die Beantwortung dieser endlos traurigen Frage. Die Wunden, welche uns geschlagen sind, werden sie überhaupt je verheilen? Die Wunden, kaum vernarbt, sie brechen auf, sie bluten nach, sie schreien aus herbe Verluste, bittere Erfahrungen, traurige Erlebnisse, endlosen Jammer und namenlosen Schmerz. An den Stein gemahnen uns diese wehmüthigen Betrachtungen; denn אבן אופל וצלמות (Hiob 28, 3.) ״Der Stein — er ist ein Hinweis auf Finsterniß und Todesschatten." Ja, m. l. G., angesichts dieses Steines haben wir freilich allen Grund zu rufen: ״Der Stein, den wir aufrichten zur Standsäule, er bedeutet uns unser Gottes- Hauser erinnert uns in seiner Schwere und Härte an die Schwere und Härte unseres Mißgeschicks, an den herben, uuerschlichen Verlust, der so zur Unzeit uns betroffen; er erinnert uns daran, daß uns er Gotteshaus, daß unser heiligstes, unser köstlichstes Besitzthum auf Erden unwiederbringlich uns entriffen ist. II. ״Dieser Stein, den wir aufrichten zur Denksäule, soll uns sein ein Gotteshaus." Dieser Stein — wir richten ihn auf zur Denksäule. Ein Erinnerungszeichen ist er uns an unser Gotteshaus, an unfern heiligsten und köstlichsten Besitz auf Erden; er enthält für uns die Mahnung, das Andenken an unser unvergleichliches, frommes, früh verklärtes Elternpaar in Ansehen und in Ehren zu halten. Ich frage nunmehr: Wie halten wir am Angemessensten und Würdigsten das Andenken an unsere theuren Hingeschiedenen in Ehren und in Ansehen? Und ich antworte unbedenklich mit den Worten

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