Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 3 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zufall uns das liebe Kind entrissen, sondern daß es Gott genommen, der es uns gegeben, in sein ewiges Reich, wo ewige Freuden blühen vor seinem Antlitze. Sie war ja eine Engelsgestalt auf Erden, und weil sie das war und zu gut für diese Erde, hat sie Gott in die Heimath der Engel versetzt. Von den Frommen der Bibel heißt es: Sie wandelten mit Gott und waren nicht mehr, denn Gott hatte sie zu sich genommen", also wandelte auch unsere Frühverblichene, ein Engel mit Gott, und ist urplötzlich nicht mehr, da, sie Gott zu den himmlischen Heerschaaren berufen hat, in das Land der Reinen und Heiligen, das ja unser aller eigentliche Heimath ist. — Und da sie einmal scheiden sollte von hinnen in der Blüthe ihres Lebens, müssen wir sie da nicht glücklich preisen, daß sie ihre schöne Seele wie im Kusse ausgehaucht, um nun ewig vor Gott zu leben das Leben reinster und ewiger Seligkeit? — So werfet denn, theure Angehörige dieser Verblichenen, auf den Ewigen Eure Sorge, Euren Kummer und er wird Alles, Alles wohlmachen. Er wird trocknen Eure Thränen und heilen Eure Wunden, er wird Hoffnung senden in Euer krankes Herz und Euch stärkeil in dem Vertrauen, daß Gott ist die Liebe. Ehe uns noch die Wunde geschlagen worden, hat seine Liebe schon den Balsam für die Wunde geschaffen, und ehe es bei uns finster geworden, hat er schon den beglückenden Sonnenstrahl geschaffen, der unsere Finfterniß erleuchten soll. Also wird er auch -Eure Finsterniß erleuchten, wenn Ihr Euch hoffnungsvoll zu ihm halten, also wird er auch Euren Pfad erhellen, wenn Ihr in gläubiger Zuversicht ihm vertrauen wollt! Und so leb' denn wohl, Du liebe Gute! Nur 16 Lenze waren Dir hienieden beschieden, aber es ist Dir ein ewiger Frühling aufgegangen vor dem Urquell alles Lichtes, vor Gott. — Lebe wohl! wie einst die Jungfrauen Israels alljährlich den frühem Tod der Tochter Jephta's an ihrem Grabeshügel beweinten, also werden wir Deinen frühen Tod beweinen, aber Dein liebes Bild soll nie aus unserem Herzen schwinden. Ja, wir weinen an Deinem Grabe, aber nicht Thränen wilden