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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 239

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
3 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 239 (sequence 75)
Language
German
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239 Worte der Reinheit und Unschuld hervorhauchte, ist erstarrt; die Wangen, auf denen Engel des Friedens und der Unschuld zu lächeln schienen, sind bleich und entfärbt; das kindlich reine Herz,- das mit aller Gluth reinster Liebe liebte die theuren Eltern, Verwandten und Mitmenschen alle, hat zu schlagen aufgehört: ״Darum weinen wir,׳ unser Auge, ach unser Auge strömt Thränen herab, ״ על האי שופרא דבלי בארעאdaß diese Schönheit verwesen soll in kalter Erde;" daß ״uns ferne ist der Tröster, der unsere Seele erquicket!" Und doch verließ sie so freud- und hoffnungsvoll unsere Stadt! Mit Flügeln der Sehnsucht eilte sie den theuren Großeltern entgegen, die ihre Seele liebte — armes Schmerzenskind, du hofftest auf Heil ״ ואין טובund nichts Gutes ist da" ,״ לעת מרפא והנה בעהדauf die Zeit der Genesung, und nur Schrecken ist gekommen!" Als du so frohen Herzens die Heimathstadt verließest, die jugendliche Brust von tausend frohen Hoffnungen geschwellt, wer hätte es ahnen ckönnen, daß dein Auge die geliebte Heimath nicht wieder schauen würde, und als die liebende Mutter dir die Thränen des Abschiedes nachweinte, als du abreiftest und dein Mund mild lächelte, ahnte sie wahrlich nicht, daß sie dir schon heute Thränen des ewigen Abschiedes nachweinen und ihr liebes Kind als mildverklärter Engel vom Himmel auf sie herablächeln würde! Schmerzerfüllte Großeltern, die Ihr Eure Enkelin mit beispielloser Liebe liebtet, die Ihr die reinste Freude empfandet bei dem Anblicke dieser Engelserscheinung — ach, Eure Freude sollte sich in Trauer, Eure Herzenswonne in Leid und Kummer verwandeln, denn die lebensfrisch und hoffnungsfroh bei Euch eingezogen, ist eine Leiche, dem starren Tode vermählt. Darum klaget Ihr schmerzlich mit dem Propheten: לא אליבט בל ״ עוברי דרךNicht treffe Euch, die Ihr den Lebenspfad durchziehet, was uns getroffen;" schauet und sehet, ob es einen Schmerz gibt, wie unfern Schmerz?! ״Aus der Höhe ward Feuer gesandt in unser Gebein und es wüthet darin." Und was soll ich Euch sagen, Ihr trauernden Eltern, die Ihr ja ein so liebes, theures Kind verloren, ein Kind,

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