Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 2 (1877) · p. Seite 142

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 142 (sequence 54)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9616701-9617072-9616818--0902-9616872
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

142 über die ganze Erde und noch weiter reicht, und dessen Schätze wohl die ganze Welt nicht aufwiegt. Dieser Fürst lud nüch ein, ihm zu folgen. Kindlich, unbefangenen Sinnes willigte ich ein, versprach, in Allem und Jedem ihm treu zu sein, von seinen Wegen nie zu weichen, keinen Anderen als ihn zu lieben und keinem Anderen mein Herz zuzuwenden. Als ich ihm treuherzig dieses zngesichert hatte, da sandte er mir zwei Engel von des Himmels Höhen; der eine umgürtete mir eine Waffe, der andere setzteeine Krone auf mein Haupt (Midr. Tanch. Tezaweh c. 11) und einen kostbaren Schatz, der nahezu 1000 Zeitalter vor der Schöpfung der Welt in: Hinunel verwahrt wurde, gab er mir zum Geschenke (Jalkut Tehil. c. 29). Diesemimächtigen Fürsten nun, so spricht ein jedes Glied der Familie, diesem habe ich mich damals für alle Zeiten und Ewigkeiten verlobt, diesem habe ich mich verlobt zu ewiger Liebe und Treue; da öffneten sich die Hinunel und der Berg Sinai brannte als Hochzeitsfackel, Donner und Blitz und die Stimme des Jobels verkündeten das Fest laut hinaus in alle Welt und Engelschaaren umstanden mich und die Urkunde, לחת ״ העד תdie Tafeln des Zeugnisses" schrieb ,nein Fürst mit eigener Hand in Stein und ein ״Bewährter seines Hauses," sein treuester Diener, gab mir die beglaubigte Abschrift. Es ist die Rolle, die ich feit Jahrtausenden mit mir trage, sie ist mein Adelsbrief, ist Zeugniß meiner hohen Verbindung, sie ist meine Ehre und meine Würde, mein Schatz, meine Liebe und meine Glückseligkeit. Darin lese ich bei Tag und bei Nacht; im Glücke bewahrt sie mich vor Uebermuth, im Unglück erhebt, tröstet und richtet sie mich auf, und als die Feinde meiner spotteten, als sie mich höhnten und mißhandelten, als sie die Krone mir vom Haupte zerrten und meinen Schleier zerrissen, da blieb ich ruhig, ich hatte ja die göttliche Urkunde!n den Händen! Gewiß, ni. a. Z., habet Ihr längst errathen, daß diese alte Familie mit ihrem geheimnißvollen Thun und Wirken niemand anders ist, als wir selber. Wir Juden sind es, die heute den Gedenktag unserer vieltausendjährigen Verbindung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.