Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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125 Art köstlicher Bäume. Dann bauete er ein Schloß hinein und setzte Wächter darüber. Jeder aber, der des Weges vorbeizog, rühmte diese Besitzung ob ihrer Schönheit und Anmuth. — In Aegypten glich Israel dem mit Trümmern bedeckten Felde. All' seine guten Eigenschaften schlummerten versteckt und verdeckt unter dem schändenden Sklavengewande, dem erniedrigenden Drucke der Knechtschaft. Als aber der Ewige diese Hülle, diese Last von ihm nahm, da fand er ,מעין גנים ״ באר מים הים, ומלים מן לבנוןeinen Quell der Gärten, einen Born lebendigen Wassers, so mächtig sprudelnd, wie vom Libanon." Diese gute Quelle, die Eigenschaften Israels, seine Opferfreudigkeit und feine Opferwilligkeit, sie bereiteten den Boden vor für die Pflanzungen des Herrn; sie ließen die göttlichen Gesetze untilgbar feste, tiefe Wurzeln schlagen im Herzen des gesammten Volkes! Und da der Herr sah, daß das Werk gelungen, daß der Samen gefallen auf fruchtbaren Boden, allwo er tausendfältige Frucht brachte, da erbauete er sich eine Wohnung in diesem seinem Besitzthume, da weilte er in Israels Mitte auf seinem heiligen Berge, da wurde er, o Israel, ״dein Hüter, der Ewige, dein Schutz zu deiner Rechten." — Nachdem so befestigt worden die Volkseinheit Israels, fest gegründet durch das abgeschlossene Heiligthum des jüdischen Familienlebens, der jüdischen Gesinnungstüchtigkeit, da priesen staunend die Vorübergehenden die Schönheit dieses Gottesgartens. Selbst Bileam, das Vorbild aller Feinde unseres Volkes, stimmte widerwillig mit ein in das Lob: ״Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen Israel, wie Bäche dahinfließen, wie Gärten am Strome, wie würzige Bäume, die Gott gepflanzt, wie Cedern am Wasser!" III. ״Von Euch aber gehe Keiner hinaus aus der Thür seines Hauses bis zum Morgen!" Jüdisches Haus, jüdisches Familienleben, jüdische Gesinnung, entgegnet uns wohl, m. A., kopfschüttelnd der Eine oder Andere, sollen wir das wirklich noch heute erstreben? Wird es uns nicht eben von allen un-