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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 2 (1877) · p. Seite 121

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 121 (sequence 33)
Language
German
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121 da es seiner Frühlingsfeier eine tiefere Bedeutung einzuhauchen verstand, indem es das Natur fest umwandelte zum Volksfeste! — An die Wende der Zeiten, m. A., stellt unsere Religion das Fest, welches den Hauptwendepunkt in der Geschichte unseres Volkes feiert. Uns erwachet ״im Frühlingsmonde" nicht nur Feld und Wald, Wiese und Flur; gleichzeitig vielmehr begehen wir festlich die Geburtsstunde unseres Volksbewußtseins. Nicht allein an den Sträuchern und Bäumen, an den Vögeln des Himnrels und den Thieren des Waldes erkennen wir die lebende Kraft, die erweckende Macht des Ewigen. Unserem Gotte haben wir dies Fest geweihet, der den in arger Knechtschaft fast erstorbenen Freiheitsgedanken in unsern Vätern zu neuem Leben hervorrief, der durch sein erhebendes, begeisterndes Wort die Sklaven wandelte zu einem freien Volke! Doch unser Volksthum, es ist ja seit undenklichen Zeiten dahin? Sollen wir noch immer von Neu.m dessen gedenken, was dem längst Vergangenen seine Entstehung hat gegeben? M. A.! Die so zu uns sprechen, sie sind nicht eingedenk des Unterschiedes, der zwischen unserer Nationalität und der der andern Völker herrscht. Nicht Schlachtenruhm, nicht Völker zwingende Macht ist Israels Antheil worden. ״Eine Nation von Priestern", ein Volk zu sein, welches Lehre und Gesetz seines Gottes verkündiget allen Bewohnern der Erde, das ist der uns gewordene Berus! Und noch jetzt, wie in den Tagen der Vorzeit, herrschen auf Erden Wahn und Aberglauben, noch ist es nicht Tag worden in dem Geiste aller Menschen, noch immer liegt uns die Pflicht ob, zu vollziehen den Befehl des Ewigen, ״daß wir seine Herrlichkeit künden allen Völkern." Mit unserm Volksberufe aber, m. A.! lebt auch unser Volksthum fort! — So lasset uns denn diese gottgeweihete Festesstunde widmen der Erörterung und Beantwortung der beiden Fragen: Wie und in welcher Weise hat sich dieses unser Volksthum gebildet? Welchen Mahnruf richtet das die Geburtsstunde unseres Volkes feiernde Peßachfest an uns? An- R a h m e r, Israelitisches Predigt-Magazin III. Jahrg. 2. Heft. 9 V1

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