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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 62 (sequence 62)
Language
German
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62 befruchtende, Alles segnende, Alles §um Leben weckende Moment in der Natur. Wenn Gott der Menschheit beu größten Segen verkünden will, dann verheißt er: ״Und ich werde den Regen eurem Lande geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, und du wirst einsammeln dein Getreide und deinen Most und dein Oel. (5. B. M. 11, 14.) Und wenn er den schwersten Fluch verhängen will, dann spricht er wieder: ״Und ich breche den Hochmnth Eures Trotzes und mache euren Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz, euer Land wird nicht hergeben seinen Ertrag, und der Baum des Landes nicht hergeben seine Frucht". (3. B. M. 26, 19—20). ״Größer, sagt der Talmud, ist der Tag, der Regen bringt, als der, an dem die Thora gegeben wurde, nüt der Thorah freute sich nur Israel, mit dem Regen freuen sich alle Menschen — freut sich die ganze Natur!" (Lanith 4.) In der That, was nützt dem Landmann alle Arbeit, alles Furchen und Ackern, wenn der Regen wegbleibt! Ja aber! höre ich wieder fragen, könnten wir denn bei dem Aufschwung unserer Wissenschaft, bei der Erfindungsgabe unseres Jahrhunderts nicht ein Mittet finden um den Regen zu ersetzen! Haben wir nicht Flüsse, Meere, Ströme genug, könnten wir nicht etwa durch Wasserleitungen jeden Regen vollständig überflüssig machen! . Nun ja, das Geschlecht der Sintfluth hat in der That also gesprochen, und es ist auch mit einem nur allzureichen Regen für diese Sprache belohnt worden (Synhedrin 108), der vernünftige Mensch weiß aber, daß es thöricht und albern ist also zu reden. Wir können wohl durch künstliche Bewässerung eine Pflanze, eine Blume vor Verdorren und Verwelken bewahren, vielleicht auch etwas Unbedeutendes wachsen und gedeihen machen, aber die ganze Welt speisen, tausende und tausende Millionen von Menschen und Thieren ernähren und erhalten, und zwar Alles in solcher Fülle bieten, daß noch übrig bleibt, und das Gebotene nie ganz verzehrt werden kann, das vermag nur der גשם, der von oben kömmt, nicht aber der Mensch — der schwache und ohnmächtige — mitsammt seiner Kunst und Wissenschaft.... Ganz aber wie

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