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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 49

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 49 (sequence 49)
Language
German
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49 vom Anderen ab, das Eine ist die Folge des Anderen. Wenn wir nämlich in religiöser Beziehung glauben, daß nicht die Natur, sondern Gott dem Menschen zu sagen hat, was er soll, dann glauben ^wir auch in sozialer Beziehung, daß nicht die Natur, sondern Gott dem Menschen bestimmt und giebt, was er hat, dem Einen mehr, dem Anderen weniger, je nach seinem Willen und Gutdünken, כי אלקים שופט זה ישפיל ״ וזה יריםdenn Gott ist Richter, er erniedrigt den Einen und erhebt den Anderen." (Psalm 75, 8.) Fassen wir, m. A., die drei Thoraabschnitte, die wir an den drei genannten Festen lesen, einen Augenblick in's Auge, die Akeda — am Rosch haschanah, den Tod der Söhne Arons — am Jom Kippur und den Feststrauß mit seinen ד מינים. am Sukkoth, und wir finden, daß sie alle drei eines und dasselbe lehren הס כל בשר מפני ה" כי נעור ממעון קדשו, daß der Mensch schweigen, daß die Natur sich beugen muß, vor Gottes Heiligkeit und Erhabenheit (Zacharja 2, 17), daß wir in sozialer wie in religiöser Beziehung anerkennen müfien, daß es einen Gott, erhaben über die Natur, giebt, der da entscheidet über Leben und Tod, über Glück und Unglück, über Armuth und Reichthum u. s. w., und jeder Mensch daher in sein Geschick sich fügen, mit seinem Loose zufrieden sein muß. . . . Also zuerst die Akeda: Gott spricht zu Abraham: ״Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst u. s. w. und bringe ihn zum Ganzopfer dar." (1. B. M. 22, 2.) Brauche ich euch, m. A., erst zu sagen, daß die Liebe Abrahams zu seinem Sohne, zu seinem einzigen Sohne ein Naturgesetz, ein heiliges Naturgesetz war! Was würden die heutigen Naturanbeter dazu sagen, wenn Gott ihnen das zumuthen würde, was er Abraham wirklich befohlen קח נא את בנך את יחידך. Werden doch die 'weisesten, selbst von der Wissenschaft nach und nach als weise und berechtigt anerkannten Gesetze von ihnen als unnatürlich und widernatürlich verschrieen und verworfen; der Sabbath, sagen sie, ist unnatürlich, weil in der Natur ein Tag wie der andere ist, das Fasten ist unnatürlich, R a b m e r, Israelitisches Predigt-Magazin III. Jahrg. 1. Heft. 4

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