Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616701-9617072-9616729--0786-9616756- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
27 der Herr auch von dir sagen können, wie vom ersten Menschen: הכנסתיו לגן עדן וצויתיו ועבר על ציויי ודנתיו בגרושין ״ וכשלוחי! וקוננתי עליו איכהIch habe ihn hineingeführt in den Garten, und er hat übertreten meinen Beseht, und wenn ich ihn werde Hinausgetrieben haben aus dem Garten, da werde ich über ihn klagen müssen: Wehe über dich!" Ja, איכה Wo bist du, o Mensch — und dieser erschütternde Gottesruf wendet sich an dich am Versöhnungstage. Bedenke es heute wohl, wo du bist und was du bist, lege dir heute wohl Rechenschaft ab, auf welcher Stufe du dich befindest. Wohl dir, wenn du mit Befriedigung auf dich blicken kannst, wenn du dir bewußt bist, deine höheren Pflichten erfüllt zu haben. Aber ״eicho!a, Wehe dir, wehe deiner Seele, wenn du untreu geworden deiner wirklichen Bestimmung, wenn du verkannt hast deinen wahren Beruf, wenn du dich von der Sünde hast immer dichter und fester umstricken und umgarnen lassen. II. Sollte aber der göttliche Ruf, den der Versöhnungstag uns vermittelt, nur in das Ohr, nicht auch in das Herz dringen und eine vollständige Umwandlung in demselben hervorrufen? Ja, m. A., die volle Wirkung des Gottesrufes tritt uns entgegen in den nächstfolgenden Versen: ״Es sprach der Mensch: Deine Stimme habe ich im Garten gehört, und ich fürchtete mich, weil ich nackt war und habe mich versteckt. Und es sprach Gott der Herr: Wer hat dir denn gesagt, daß du nackt bist, hast du etwa von dem Baume gegessen, von bem ich dir zu esien verboten?" — ״Es spricht der Mensch: Wenn ich deine Stimme im Garten höre, so überkommt mich die Furcht." Und kann es anders sein? Müssen nicht alle jene bedeutsamen Mahnungen und Erinnerungen in der Gottes׳ furcht ihre Frucht treiben? Heute sehen wir es wohl alle ein, wie weit wir zu gewöhnlichen Zeiten von derselben entfernt sind. Wir glauben gottesfürchtrg zu sein, wenn wir von Zeit zu Zeit ins Gotteshaus gehen, mag auch nur unser Leib sich ,daselbst aufhalten, unser Geist aber, unsere Gedanken an an-