Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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JO auch noch so natürlich sein, daß uns heute die Furcht gefangen nehme, es muß ein Mittel geben, von ihren Banden uns zu befreien. Und dieses Mittel, Ggtt selbst hat es schon ben Menschen gelehrt, ויאמר מי הגיד לך כי עי־רזם אתה המן ״ העץ אשר צויתיך לבלתי אמול ממנו אכלתEr sprach: Wer hat dir denn gesagt, daß du nackt bist? Hast du etwa von dem Baume gegessen, von dem ich dir zu essen verboten?" Wer spricht und erzählt dir denn immerfort zu deiner hochsten Betrübniß von deiner Hülflosigkeit und Ohnmacht? Wahrlich, es ist eben nichts anderes, als das Gefühl, von den verbotenen Früchten genossen, die heiligen Gottesgesetze mißachtet zu haben! Und damit, m. Fr, ist auch uns angegeben, wie wir die Furcht von uns fern zu halten vermögen. Sie wächst einzig und allein ans dem Boden der Schuld und Sündhaftigkeit hervor, und du entziehst ihr ihre Nahrnngssäste, wenn rein und lanter ist der Grund deines Hörzens. עה שלא היה חוטא אדם הראשן הי׳ שומע קול הדבור עומד על רגליו ולא היה מתירא כיון שהטא בששמע קול הדבור ונתחבא־ ״ באות: שעה נגדע קומתו של אדםBevor der erste Mensch gesündigt, hat er das Wort Gottes in aufrechter und fester Haltung, furchtlos und ohne Zagen angehört, nachdem er gesündigt, da erbebte er vor dem Rufe des Herrn und wich zitternd vor ihm zurück. Zuerst erschien er sich selbst groß und gewaltig, berührte gleichsam mit seinem selbstbewußt erhobenen Haupte den Himmel — zuletzt aber schrumpfte in Folge der Sünde seine Gestalt zusammen, da fühlte er sich winzig und klein, er schreckte im Gefühl seiner Hülflosigkeit vor dem unbedeutendsten Geschöpfe zusammen" Und wer von uns hat nicht schon Aehnliches in seinem Leben empfunden! Wenn, wir uns selbst keine Vorwürfe machen können, wenn wir unserer Pflicht ganz und voll genügt haben, dann Merkommt uns eine glückselige Stimmung, und sie verläßt uns nicht selbst Angesichts großer Gefahren. Das Gefühl der Furcht drückt uns nur dann, wenn das Gefühl der Schuld uns drückt; wenn wir aber uns frei wissen von ihr, so zittern wir nicht einmal vor dem mit Fehlern und Schwächen behafteten menschlichen