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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 8

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 II. Welches aber ist die Wirkung, die die Gottesstimme auf uns übt? Daß sie unser Inneres tief bewegt und ergreift, das haben wir schon in der bisherigen Erörterung gesehen, aber welcher Art ist diese Ergriffenheit, welche Stimmung wird in uns erzeugt, eine freudige oder eine traurige, eine gehobene oder eine gedrückte? Die Antwort, m. A., ergiebt sich uns aus den weiteren Texesworten: ויאמר את קולך שמעתי בגן ואירא כי עירום ״ אנכי ואחבאEs sprach der Mensch: Deine Stimme hörte ich im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, wenn ich nüch auch versteckt." Eine Zeit lang war er, als ihn die^Gottesstimme an seine Abhängigkeit von einer höheren Macht erinnern wollte, dieser und somit auch der Furcht vor dem Ewigen aus dem Wege gegangen und hatte sich emzureden gesucht, unter den Früchten und Blättern der Bäume geborgen zu sein vor den göttlichen Verhängnissen. Darum ist auch zuerst von einer Furcht des ersten Menschenpaares gar nicht die Rede, sondern es wird uns weiter nichts erzählt, als ״es verbarg sich der Mensch und sein Weib vor Gott dem Ewigen." Als aber ein Zeitpunkt war gekommen, da sie sich der Wirkung jener Stimme nicht mehr zu entziehen vermochten, da mußte der Mensch bekennen: ״Fürwahr, ich fürchte mich, weil ich ׳nackt bin, Furcht erfaßt mich, weil ich mir bemußt werde meiner Entblößtheit und Hilfslosigkeit, mag ich mich auch verbergen, es schützt mich nicht vor Angst und Beklemmung des Herzens. Und hat hier nicht der erste Mensch die Empfindungen zum Ausdrucke gebracht, welche ein Tag, wie der heutige, in jedem Menschen hervorzurufen geeignet ist? Die Gottesstimme in der Natur und in der Geschichte, im Gesammtwie im Einzelleben — wir wollen sie im Lause des Jahres nicht hören, wir fürchten sie zu hören, da sie uns an unsere menschliche Begrenztheit und Beschränktheit erinnert, wir verbergen uns hinter den zeitlichen Gütern, auf daß die Furcht,, die von ihr ausgehen könnte, uns nicht finde, bei uns nicht .einkehre. Heute aber, wo wir jenen

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