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Jüdische Wochenschau · 1968-11-15 · 2294 (15.11.1968) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2294 (15.11.1968)
Date
1968-11-15
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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oí ® ücj FRANQUEO PAGADO Conces'ón 908 ® w c U >- 4) < O TARIFA REDUCIDA Concesión t629 SEMANA ISRAELITA Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 15 DE NOVIEMBRE DE 19«« N* 2294 EL EJEMPLAR en toda la República 30.- PUEYRREOON 2190 1» i«,. Bueno« Airea T.E. a3-2«ia Ernüchterung in Belgrad Das auf Initiative des jugoslawischen UN-ßotschafters stattgefundene Treffen mit dem Aussen minister Abba Ebarin New York und die Berichte von einer Aussprache zwischen Eban und seinem jugoslawischen Kollegen Nikezie sind weder die ersten noch die einzigen Anzeichen dafür, dass man in Jugoslawien neue Ueberlegungen über die Lage im Mittelmeerraum und im Nahen Osten anstellt. Der Austausch persönlicher Botschaften zwischen Tito und Nasser, gewidmet der sich anbahnenden Aenderung der jugoslawischen Haltung, beweist deutlich, dass man in Belgrad diese Entwicklung nicht länger geheim zu bevon ZEEV BARTH handeln beabsichtigt und in Kairo von ihr mit Sorge Notiz genommen hat. Unmittelbaren Anlass für die ernsthaften jugoslawischen Ueberlegungen bot ' zweifellos das sowjetische j Vorgehen gegen Prag einerj seits und die für Jugosla-! wiens Sicherheit und Unab- I hängigkeit bedrohliche Verstärkung der sowjetischen Mittelmeerflotte. Mag Marschall Tito auch über die wenig imponierende Rolle verärgert gewesen sein, welche Jugoslawien und die blockfreien Staaten im nahöstlichen Konflikt zu spielen gezwungen wurden, erst die Einwanderer aus Frankreich Etwa 4000 Einwanderer aus Frankreich, die ursprünglich aus Nordafrika stammen, werden in der nächsten Zeit nach Israel kommen, wie der Vorsitzende der Vereinigung der Einwanderer aus Nordafrika Ascher Chasin, MdK, bei seiner Rückkehr aus i Frankreich berichtete. I Eine Delegation der Vereinigung hatte sich zur! Förderung der Alija in Frankreich aufgehalten und Chasin hatte sich zum Abschluss der Tätigkeit dieser Delegierten für zwei Wochen nach Frankreich gegeben, um die Bemühungen mit zu unterstützen. Nach Meinung von Chasin hatte die Tätigkeit der Delegation Erfolg, weil die Vertreter der Sochnut vorher im Rahmen der Gemeinschaft der Juden aus Nordafrika gründliche Vorbereitungsarbeit geleistet hatten. Abgesehen von den Einwanderern. die aufgrund dieser Aktion schon ins Land gekommen sind, wurde kürzlich ein volles Flugzeug mit Olim erwartet. Ein weiteres Flugzeug sollte bald darauf eintreffen, und ausserdem wurde eine Gruppe zusammengestellt, die sich im Moschaw Sehikum zwischen Ramie und Naan ansiedeln soll. Chasin betonte, dass die Vertreter der Sochnut jeden Fall bei den Olim einzeln behandelten und sich darum bemühten, alle Wünsche hinsichtlich des Wohnortes, der Eingliederung in die Arbeit und Wohnungsbeschaffung zu erfüllen. Dank der erfolgreichen Vorarbeit der Sochnut konnte die Delegation der Einwanderer aus Nordafrika bei der Organisierung der Olim-Gruppen ergänzende Hilfe leisten. STUDENTEN IM KIBBUZ Unter den 8b Studenten aus Frankreich, die sich im Kibbuz Jagur »ufhalten, befinden sich 25 junge Leute im Alter von 18—21 Jahren aus Elsass-Lothringen. Sie kommen aus Strassburg, Metz und Umgebung. Alle Angehörigen der Gruppe sind religiös eingestellt. Wie die jungen Leute erklärten, sind die Eltern nicht orthodox, aber sie bemühen sich darum, ihre Kinder jüdisch zu erziehen und in eine entsprechende Atmosphäre zu bringen. In Eisass - Lothringen besteht eine jüdisch-nationale Pfadfinderorganisation, die von den Gemeinden unterstützt wird. Viele von den jungen Leuten wollen sich später in Israel niederlassen. Gemäss ihrer Einstellung wären sie lieber in einen orthodoxen Kibbuz gegangen, wegen ihrer Verbindung mit Issta (Reiseorganisation der Studentenvereinigung 1 wurden sie jedoch nach Jagur geschickt, wo sie sich nach ihrer eigenen Erklärung recht wohl fühlen. Juden flüchten aus Osteuropa New York. — Sechsundvierzig jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Polen, der CSR und Ungarn, befanden sich an Bord eines belgischen Sabena-Flugzeuges, das von Wien nach Kanada und den USA abgeflogen war. Etwa die Hälft? dieser Flüchtlinge verliessen das Flugzeug in Montreal, und die übrigen kamen im Kennedy-Flughafen an. Es handelt sich um einen Charterflug, der unter den Auspizien katholischer, protestantischer und nichtreligiöser Verbände sowie des Hias organisiert war. Carlos T. Israel, Präsident des United Hias Service erklärte dieser Flug zeuge von der steigenden Welle von Flüchtlingen, welche durch die Ereignisse in Osteuropa ausgelöst wurde, und dass zusätzliche Flüge dieser Art für die nächsten Wochen geplant sind. Gaynor Jacobson. Vizepräsident der Hias-Exekutive, gab an, dass schätzungsweise ca. 4.000 Juden die Tschechoslowakei seit der sowjetischen Invasion verlassen haben und 1.500 von ihnen sich an die Büros der Hias in Wien um Hilfe gewandt habe«. Wie er mitteilte, ist dafür gesorgt, dass über 800 dieser Flüchtlinge in den USA, Kanada, Westeuropa und Australien angesiedelt werden sollen. (ITA) ' Enttäuschung über Nassens Verhalten anlässlich der tschechoslowokischen Tragödie. die ägyptische Rechtfertigung des sowjetischen Vorgehens in Mitteleuropa, dürfte den jugoslawischen Staatspräsidenten zu einem Kurswechsel veranlasst haben. Denn in den Augen Titos war die ägyptische Bejahung der auch für Jugoslawien schicksalhaften sowjetischen Intervention in der CSR nicht nur ein Akt politischer Unvernunft, eine Demonstration der totalen Abhängigkeit Kairos von Moskau, ein Dolehstoss in den Rücken der „dritten Welt, sondern auch ein Verrat an der persönlichen Freundschaft der beiden Präsidenten. Aus Kontakten zwischen israelischen und jugoslawischen Diplomaten in der Welt, wusste man in Jerusalem seit geraumer Zeit, dass der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Jugoslawien nach dem Sechstage- Krieg entgegen den Empfehlungen des Belgrader Aussenministeriums erfolgt war; es war dies Titos Demonstration seiner persönlichen Freundschaft und Verbindungen zu Nasser. Tito ist nun davon überzeugt, dass Nasser anlässlich der für Jugoslawien so entscheidenden tschechischen Krise Gelegenheit hatte, sich für jene Freundschaftsgeste zu revanchieren, dies aber unterlassen hatte, obwohl er trotz seiner Abhängigkeit von der Sowjetunion eine ausgewogenere Politik hätte betreiben können. Moskau hat sich politisch und materiell in Kairo bereits zu sehr engagiert, als dass es Aegypten seine Hilfe entzogen hätte, nur weil Nasser gegen die Verwandlung eines kleinen, befreundeten Staates, in einen Vasallen vorsichtig protestiert hätte. Der Umstand, dass gleichzeitig mit Aegypten auch Indien im Falle der sowjetischen Intervention in Prag versagt hatte, lässt bei Tito Zweifel an seiner Politik aufkommen, aus den blockfreien Staaten, eine „dritte Welt“ zwischen Washington und Moskau zu schaffen. Dies veranlasst ihn auch vorderhand, auf den Plan einer Konferenz der blockfreien Staaten zu ver sichten. Sel on in seinen Gesprächen mit dem äthiopischen Kaiser Haile Selassie und nachher mit dem österreichischen Bundespräsidenten Franz Jonas bediente sich Tito in allen nahöstlichen Belangen eine« anderen Vokabulars, als man es bei ihm seit Juni 1967 gewohnt war. Oesterreichischen Journalisten gegenüber, die Jonas nach Brioni begleitet hatten, sagte Tito, er sei in Bezug auf den Nahen Osten eher pessimistisch, weil Israel sich weigert, die Resolution des Sicherheitsrates durchzuführen und in den arabischen Staaten immer öftei für eine militärische Lösung plädiert wird. Zum ersten Mal hatte Tito eine „Schuld Verteilung ‘ ‘ rorge nommen, statt Israel die alleinige Schuld für die gegenwärtige Lage zuzuschieben. Andere jugoslawische Politiker und Diplomaten äussem sich noch erheblich deutlicher. Sie kritisieren zwar — zumeist in Unkenntnis der israelischen Politik — die mangelhafte israelische Bereitschaft, die besetzten Gebiete zu räumen, betonen aber zugleich, dass in den arabischen Staaten erneut Kriegspropaganda betrieben wird, während Jugoslawien unter allen Umständen am Prinzip einer politischen Lösung des Nahost-Konflikts festhält und jeden neuen Waffengang ablehnt. Von dem ursprünglichen „Friedensplan“ Titos (Räumung der besetzten Gebiete, Aufhebung des Kriegszustandes, Grossmächte - Garantie für die Grenzen vom 4. Juni und freie Schiffahrt in der Tiran-Meerenge bis zu einer Entscheidung des Internationalen Gerichts) ist in Belgrad kaum noch die Rede, hingegen wird immer öfter auf die negative Rolle der Sowjetunion bei den Entwicklungen im Mai/Juni 1967, die zum Krieg führten, hingewiesen und auf die Mitschuld der Sowjetunion j an dem mangelhaften Fort- | schritt in Richtung zum Frieden seit dem Kriege. Die Jugoslawen identifizieren sich heute noch am ehesten mit den Ansichten | der KP Italiens, die seit der Prager Tragödie ebenfalls eine nicht unwesentliche Veränderung erfahren haben. Das italienische KP- Blatt „Unita“ sprach sich kürzlich für eine Neutralisierung des Nahen Ostens aus. für eine Annullierung des Einflusses der Grossmächte und für einen israelisch-arabischen Friedens, vertrag, basiert auf Rückzug der israelischen Streitkräfte aus den besetzten Gebieten einerseits und diplomatische Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten andererseits. Mag dieser Vorschlag der „Unita“ auch keineswegs den israelischen Vorstellungen entsprechen, kann man sich dennoch nicht auf den erheblichen Unterschied zum früheren Standpunkt der italienischen KP hinweg- | setzen, der mit dem sowjetisch-arabischen identisch war: Rückzug gegen Aufhebung des Kriegszustan. des — ohne Friedensvertrag, ohne diplomatische Anerkennung. In Belgrad erkennt man Zusammenhänge zwischen der bedrohlichen Krise in Mitteleuropa und derjenigen in Nahost und weist darauf hin, dass Jugoslawien und Sie haben sehr viel Zeit Dr. W : — Die Erledigung der immer noch schwebenden Entschädigungssachen geht ausserordentlich langsam vor »ich. Es mag unglaublich klinge», aber d**- Zahl der noch schwebenden Verfahren gern, in die Tausende. Dabei handelt es sich keineswegs nur um solch» Ansprüche, die erst nach dem Schlussgesetz eingereicht, oder wieder aufgelebt sind, sondern vor allen Dingen um Gesundheitsschäden, die fristgericht, also bis zum 1. April 1958, bei den Aemtern eingegangen sind und schon auf eine Laufzeit von mehr als zehn Jahren zurückblicken können. Bei allem Verständnis für bestehende Schwierigkeiten bei Aemtern und Gerichten wird man auch bei den verantwortlichen deutschen Stellen nicht ¡»»ersehen können, dass diese übermässig lange Dauer für die Erledigung von Anträgen vielleicht erklärt, nicht aber gerechtfertigt werden kann. Handelt es sich doch bei ciesen Fällen um kranke Menschen, für die eine schnelle Erledigung mitunter die einzige Hoffnung für die Zukunft bedeutet. Man darf nicht übersehen, dass die unerledigten Fälle in Argentinien besonders zahlreiche sind, was auf die mitunter nicht verständliche Behandlung durch die untersuchenden Vertrauensärzte zurückzuführen ist, von denen einige sich darin gefielen, alles abzulehnen, was ihnen zur Untersuchung übergeben wurde. Dass dieses Verhalten der Vertrauensärzte, nicht aller natürlich, unzutreffend und unrichtig war, beweist die hohe Zahl der durch Urteile positiv entschiedenen Klage- und Berufungssachen. Jedenfalls liegen hei den zuständigen Gerichten so viele Fälle vor, dass sich die Sachen um Monate oder Jahre verzögern, wobei auch der Richtermangel eine Rolle spielen soll. Die Situation im einzelnen geht aus einem Zirkular hervor, das der Präsident eines der Entschädigungssenate des Oberlandesgerichts in Koblenz, das für die lateinamerikanischen Fälle zuständig ist, zum Versand bringen liess und das folgendermassen lautet: „Die derzeitige Geschäftslage des Senat* erlaubt es leider nicht, schon jetzt einen Termin zur mündlichen Verhandlung anzusetzen. Die Tetminbestimmung erfolgt in den einzelnen Sachen in der Reihenfolge des Eingangs der Berufungsbegründungen. Ihrei Sache gehen zur Zeit noch etwa 250 Sachen vor. Hinzukommen die aus 3er Beweisaufnahme zurückgelangenden Sachen, die vor den Neueingängen Vorrang haben. Die gleichmässige Behandlung aller Sachen ist eher gewährleistet und eine für alle Beteiligten leidige Unterminierung wird eher vermieden, wenn die Bestimmung des Termins zurückgestellt wird, bis diese mit grösserer Aussicht auf endgültigen Bestand erfolgen kann. Nachteile sind für die Parteien mit der Zurückstellung nicht verbunden, weil bei der Terminsbestimmung die Reihenfolge der Eingänge genau beachtet und von dieser nur in Ausnahmefällen abgewichen wird, in denen ganz besondere Gründe wie hohes Alter oder schwere Erkrankung der den Anspruch geltend machenden Partei, in Entschädigungssachen im Rahmen des § 170 Abs. 2 BEG eine Bevorzugung io angemessenen Grenzen gebieten. Ich darf mit Ihrem und Ihrer Partei Verständnis für diese Handhabung rechnen und bitte Sie, zur Vermeidung einer untunlichen Oberbeanspruchung der Geschäftsstelle und der Kanzlei von einer Anmahnung der Terminsbestimmung in'dieser Sache jedenfalls bis Ende April 1969 abzusehen.“ Wer weiss, wie lange ein Verfahren vor einem Oberlandesgericht bis zu einer Entscheidung dauert, wird zugeben, dass man noch mit mehreren Jahren rechnen muss, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Ob dies der Sinn der Wiedergutmachung sein soll, mag jeder für sich seihst beurteilen. Prozess in Polen London. — Wie hier verlautete. wird der warschauer Schauprozess gegen jiidij sehe Studenten, der schon j im September stattfinden! sollte, nicht vor Anfang Dezember abgehalten werden. Sechs jüdische Studenten und ein einziger nichtjüdischer Student stehen unter der Anklage, die studentischen Unruhen angest’ftet m haben, (/CNS) im Grunde der gesamte Balkan in der Mitte zwischen den beiden Krisenpolen liegt. Die Tatsache, dass die sowjetische Mittelmeer-Flotte in den ägyptischen Häfen nicht nur Israel sondern auch Jugoslawien unter psychologischen Druck setzt und für beide Länder auch eine militärische Bedrohung darstellt, dürfte das Verständnis für Israel in Jugoslawien nicht unerheblich erhöht haben. Schliesslich hatte sich Belgrad auch während der Periode des Tiefpunkts in den israelischjugoslawischen Beziehungen nie zu einer Verneinung des israelischen Rechts auf staatliche Souveränität, nahöstliche Existenz, des Rechts auf ein Leben in Sicherheit hinreissen lassen. Im Gegensatz zu manchen anderen osteuropäischen Ländern , blieben die Handelsbezie- I hungen zwischen Israel und | Jugoslawien aufrecht, und Israelis durften unbehindert visumfrei einreisen. Vermutlich hat man nun auch auf Belgrads höchster Ebene begriffen, dass der jugoslawische Einfluss — soweit er im Schatten der beiden Weltmächte überhaupt in Frage kommt und von irgendwelchem Gewicht ist — durch den Abbruch I der Beziehungen zu einem der Konfliktparfcner Schaden erlitten hatte. Es ist nun zu hoffen, dass Präsident Tito auch die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen wird und trotz seiner persönlichen Beeiehungen zu Nasser, grünes Licht für eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Israel gehen wird. Ir. preso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 8JI Registro de la Propiedad Intellectual Nf 989 568

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