Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2291 (25.10.1968)
- Date
- 1968-10-25
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vwrn«8, 25 d« Oftobre de 1969 S E M « N A IS R AELI TA Año XXIX. — N’ 2291 — 5 den i,(„. -, Boliviens t ■**»* Sf Prag., nera|debÜu °? i» diecSRm <■ ""»S.v gemeldet dent der n!rdet' ~ “ *■« «5 "rhl«*u,„. ■BStf"* Zlekungen 2ur Nobelpreisträgern Marshall W. £ de Studenten «¡nd an deD Unruhen ls Segen den Kenworden. - n sowie über Ni- 'dnung ... Malenkow, russi- ’ensjon in Moskau W oei den Frienam wurden deralle erschüttern rikaniseher Lünd *chon hatte er neue Plane für t rnken an einen in ¿u ehren, bee ¡deale weiterlie ihn sein Le- 'tragen haben. sX i Wochen verlos Aires, beiiner Familie eunden, Herr r seit seiner in Argentigrosses Inte- Aufbau jüdigehabt batte, oeitete bereits iOer Jahre im NCI und blieb iin mit dieser ifs engste verseil, ganzes In- Ruhig und unrlrb und treu, ner zur Stelle, galt religiöse i erfüllen oder ie Gemeinde zu icd an anderen Aufgaben nahm nit grossem m- Sein Wirken vergessen werder Ereigne« ie auf Seite 5>_ Marcheschwau Marcheschwan Marcheschwa" MarchCSChwan MarCShIa" , Marche^* Marcheschwa" ‘ssss Mit der fortschreitenden Kenntnis der Geschichte des Landes geht auch das Wissen über die ersten Synag.’- genbauten. Diese Forsctningen begannen vor ej,ya hundert Jahren als der Palestine Exploration Fund einige dieser Bauten studierte und ihren Zweck nicht festzustellen vermochte. Auf grund ihres Baustils wurden sie für heidnische Tempel gehalten. Die folgende Entdeckung hebrä.scher und! aramäischer Inschriften an jenen Stätten l.’ess sie später als jüdische Synagogen erkennen, und in den späteren Jahrzehnten kam immer weiteres Wissen über ihre Architektur. Kunst und religiöse Sitten hinzu. Die Zeit der Entstehung von Synagogen muss nach den letzten archäologischen Forschungen immer weiter riickverlegt werden So wird angenommen, dass zur Zeit des Tempels in Jerusalem noch ein anderes Gotteshaus in Judäa existierte, und zwar jn der antiken jüdischen Stadt Arad im Negew Hier fanden die israelischen Forscher vor ein,gen Jahren ein Heiligtum sowie ein aus Tontafeln bestehendes Archiv, das die Namen von Priestern träge die wahrscheinlich in diesem Tempel amtierten. So wissen wir auch, dass es im babylonischen Exil jüdische Sakralbauten gab, weil die Gemeinden den Mangel eines religiösen Zentrums fühlten, das ihnen die Zugehörigkeit zum Tempel von Jerusalem ersetzen sollte Nachweislich gab es im 3. Janrhundert v. d. g Z eine Synagoge im ägyptischen Alexandrien. In Neues über antike Synagogen diesem Zusammenhang sei auch die 1920 in Jerusalem entdeckte Inschrift erwähnt, die den Bau einer Synagoge durch „Theodotus. Söhn des Vestenus, Priester und Oberhaupt der Synagoge“ zitiert. Die früheste der bisher ausgegrabenen Synagogen ist fraglos die kürzlich in der herodianischen Festung Massada am Toten Meer entdeckte. Nach dem Fall des jüdischen Reiches und später nach der Revolte des Bar Kochba verliess die jüdische Bevölkerung Jerusalem und liess sich in anderen Teilen des Landes nieoer. So wurden Spuren von Synagogen im Negew entdeckt, weiterhin jenseits des Jordan und besonders in Galiläa Da die Zeiten sich oeruhigt hatten und die Beziehungen mit der römischen Verwaltung friedlich waren, blühten die neu gegründeten Gemeinden wieder auf, es konnte an den Bau schöner Synagogen gedacht werden Die erste Blütezeit fiel in das 2. und 3. Janrhundert, in denen sie sich ganz als römische Architektur darstellten. (Eine zweite Blütezeit folgte vom 4. bis 6. Jahrhundert, als sich der byzantinische Einfluss geltend machte.) Dies waren die Gebäude von Cäsarea, Meron, Alma, Gusch Halaw und Arbei. Besonders prächtig waren die Tempel von Dura Eropos in Syrien und Kapernaum (Klar Nachum), Korasin und Bar Am. von HANNAH PETOR Sie einer wenn sehen waren alle in Form Basilika errichtet, sie in architektoni- Einzelheiten auch voneinander abwichen. Der Bau lag traditionsgemäss immer so, dass die Fassade gen Jerusalem gerichtet war So waren die südlich von Jerusalem errichteten Gotteshäuser rach Norden orientiert, diejenigen jenseits des Jordan nach Westen und die von Galiläa nach Süden. Diese Sitte entsprach der a.ien Ueberlieferung, dass der Fromme sich zum Gebe, nach Jerusalem zu wenaen habe. Bei den späteren Synagogen der byzantinischen Epoche war nicht die Fassade, sondern die Rückwana gen Jerusalem gerichtet Das Hauptmerkmal der hellenistischen Synagogen war die prunkvolle Vorderfront und die schön verzierten Türpfosten. Im allgemeinen gab es ein grosses mittleres Portal und zwei schmälere seitliche Türen, über denen je ein Fenster lag. Die Fenster waren mit Halbkuppeln, die auf kleinen Säulen ruhten, geschmückt. Mt-stens waren die Bauten zweistöckig und trugen ein Giebeldach. Die inneren Wände waren mit Bänken für die Gemeindenrtglieder gesäumt. Diese Bauform richtete sich damals nach den weltlichen Bauten der griechisch-römi- Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse der Woche von Seite 4) Der Asado findet am Sonntag, den 3. November statt. Die Einnahmen werden den Zwecken des Hilfsvereins nutzbar gemacht. CENTRA - Bericht „ Entsprechend den Resolutionen des letzten CEN- TRA-Kongresses wurde der Zweijahresbericht diesmal vorher schriftlich vorgelegt und ist inzwischen auch allen Mitgliedsorganisationen zugeschickt worden. Der Bericht gibt ein umfassendes Bild über den Aufbau und die Arbeit der CENTRA während der vergangenen zwei Jahre. Einige Probleme wurden besonders angeschnitten, wie zum Beispiel die Frage des Rabbiner- Verbandes in Latein-Amerika, eine Organisation, die von der CENTRA unabhängig ist. Der Bericht hebt hervor, dass nur wenig Posthume Ehrung Genf.— Die Nansen-Medaille, die posthum dem früheren, in Prag ermordeten Vizepräsidenten des nordamerikanischen Joint Charles H. Jordan verliehen worden ist, wurde seiner Witwe im genfer Völkerbundspalast überreicht. Die Verdienste Jordans um die Rettung von Flüchtlingen stellen ein Beispiel für humanitäres Wirken dar, das sich über die Aspekte von Rasse, politischer Einstellung und religiösen Glauben erhob, wie das Nansen-Comitö ankündigte, dessen Vorsitzender der UN- Hochkommissär für die Flüchtlinge, Prinz Sadruddin Aga Khan, ist, Charles Jordan war Ritter der französischen Ehrenlegion und hoher belgischer und norwegischer Orden, sowie Träger des Nansen-Rings, der ihm 1964 zuerkannt worden war. IJCNS! Kontakt mit dem Verband bestanden habe Auch über die Beziehung zum Council oi Jews from Germany sind lange Ausführungen im Bericht enthalten. Diese Beziehungen seien eine zeitlang gespannt gewesen, weil die CENTRA nach der Meinung des Council sich nicht genügend für das Leo Baeck-Institut eingesetzt habe. Diese Ansicht ist allerdings nicht klar und wird noch weiterer Aufklärungen bedürfen. Zur Frage der Betreuung von Kleingemeinden äussert sich der Bericht ebenfalls und unterstreicht. das? gerade auf diesem Gebiet manches noch geleistet werden kpnnte. Gegenstand der Kritik dürfte auch die Reise des Herrn Rolf Vogel nach Südamerika sein, die plötzlich als CENTRA-Reise deklariert wird. Die Reise hat zwar interessante Vorträge und Berichte, Diskussionen und Gespräche gezeitigt, dürfte aber als ein Unternehmen der CENTRA völlig fehl am Platze gewesen sein. Das grosse Verdienst der CENTRA, das sich auch in dem Bericht widerspiegelt, ist die Tätigkeit für die Jugend. Hier hat die CENTRA eine vorbildliche Arbeit geleistet, die firdie Zukunft von Bedeutung ist und die auch in den kommenden Jahren der CENTRA Inhalt und Aufgabe bietet. Eroeffnung der Buchausstellung In dieser Woche wurde die deutsche Buchausstellung im Teatro San Martin zu Buenos Aires durch den bundesdeutschen Aussenminister Willy Brandt eröffnet, der auf die völkerverbindende Bedeutung des Buches hinwies und uabetonte, dass nur in einer Atmosphäre der Freiheit die Entwicklung der Kulturen möglich ist. Vorher hatte Buenos Aires. Herr Roberto Vernengo, und der frühere Präsident der deutschen Buchvereinigung über die Bedeutung der Ausstellung gesprochen. Die Ausstellung selbst vermittelte einen Einblick in die umfassende verlegerische Tätigkeit auf allen Gebieten des Wissens und der schönen Literatur, die in Deutschland heute geleistet wird. Zahlreiche Werke argentinischer Autoren, vor allem von Jorge Luis Borges, wurden in sehr schönen Ausgaben in deutscher Uebersetzung präsentiert. Ebenso waren zahlreiche Bücher jüdischer Thematik ausgestellt. Firtid in Gumram Jerusalem. — Prof. Jigal Jadm teilte mit, dass bei den Ausgrabungen in Qumram Büchsen aus der Zeit des Zweiten Tempels gefunden wurden. Die in den Büchsen unversehrt erhaltenen Rollen stellen eile früheste bekannte Form der Zehn Gebote dar, wie Prof. Jadin betonte; sie waren unversehrt erhalten und die Schrift war überraschend klar. (JCNS) Mangel an Spezialisten Haifa. — Israel benötigt viel mehr Ingenieure für Ernährungswissenschaft, wie Prof. Chaim Mannheim vom haifaer Technion erklärte, da die betreffende technologische Abteilung dieser Hochschule jährlich nur etwa ein Dutzend dieser Spezialisten entlässt, während die israelische Lebensmittel-Industrie in jedem Jahr ca. 24 neue Ingenieure absorbieren kann. Prof. Mannheim wies darauf hin, dass diese Spezialisten auch in anderen Industrien, die sich z.B. mit der Verwertung von Abfällen und der Entwicklung von Wasservorkommen befassen, sehr gesehen Zeit, und auch die Kirche iibernat'rr etwas später diesen Stil Doch die Synagoge unterschied sich von der letzteren durch das Vorhandensein einer öberetage Diese bestand aus einer Galerie, durch Säulen getragen, und war zur Andacht der Frauen bestimmt. Zu dieser Galerie führte eine ausserhalb des Baus gelegene Treppe: sie hatte manchmal einen Vorhof oder einen von Säulen getragenen Vorbau. Die prächtigsten uns bekannten Synagogen liegen in Galiläa. Von der schönen Synagoge in Kapernaum (Kfar Nachum) wird angenommen, dass sie auf einer früheren errichtet wurde, in der jesus von Nazareth lehrte Der Bau ist aus weissem Sandstein errichtet, der sich von dem schwarzen Basaltstein, aus derr nie Stadt bestand, wirkungsvoll abhob. Die nur wenige Kilometer davon entfernte Synagoge von Korasin ist aus Basaltstein und machte wohl einen viel düstereren Eindruck Beide Bauten ähneln sich in ihre-" Art, wenn auch die Synagoge von Kapernaum grösser ist und künstlerisch viel höherstehende BiHhauerarbeiten aufwreist. In dem Bau von Korasin war ein Steinsitz, der sogenannte „Sitz Moses“, der für die Aeiteren der Gemeinde bestimmt war, besonders interessant. Er trägt die aramäische Inschrift „Judan bar Ismael, Stifter des Sluhles“. Der Sitz befindet sich jetzt im Israel-Museum in Jerusalem. Während die Synagoge von Kapernaum bereits 1905 von einer deutscher Gesellschaft freigelegt wurde, erstand Korasin erst vor einigen Jahren aus dpn Ruinen Die Tatsache, dass zwei so prächtige und geräumige Synagogen in geringer Entfernung voneinander zu finden sind, deutet auf den Wohlstand der Gemeinden in den ersten Jahrhunderten. zur Zeit des Rabbi Jehuda Hanassi hin. Von Korasin wissen wir, dass es anfangs des 4. Jahrhunderts zerstört wurde, und zwar durch Unruhen, deren Bedeutung noch rieht festgesteiu' werden Konnte. Eine andere prunkvolle Synagoge in hellenistischer Bauart befano sich in der Stadt Bar Am in Nordgaliläa. Heute bewundern wir die noch sichtbare Fassade mit den schön verzierten drei Eingangstüren. Die Mitteitür ist besonders prächtig mit zwei Siegesgöttinnen verziert, die einen Kranz halten. Die Stadt Bar Am hatte sogar eine zweite Synagoge. An dieser Stätte entdeckte man eine steinerne Beschriftung in hebräischer Sprache: „Möge Frieden hier und überall in Israel herrschen' Jose der Levite schuf diesen Pfosten. Mögen seine Taten zum "Se» gen gereichen. Schalom.“ Dieser Stein befindet sich jetzt im Louvre. Die Synagoge von Hamat bei Tiberias entstand ein wenig später, Anfang des 4. Jahrhunderts und stellt bereits einen LTebergangsstil zur byzantinischen Bauart dar Die Synagoge von Dura Europos, die im Jahre 245 entstand ist berühmt durch ihre Fresken, die Bibe’szenen darsteiien. So erhielt die Synagogenkunst reiche Inspiration von den hellenistischen, sinnfrohen Vorbildern. Die Ornamente, in Stein gehauen, zeigen landw.itschaftliche Erzeugnisse w e Weintrauben, Granatäpfel, ebenfalls Oelkriige und Palmblätter, weiterhin rituelle Symbol» wie den Etrog. den Lulaw und die Menora. Daneben erscheinen fünf- und sechseckige Sterne, die uralte Bedeutung hauen. Dann sehen wir Abbilder von Tieren der Region sowie Menschengestalten. Letztere wurden am Bau von Kapernaum in späteren Ze'ten entsprechend der jüdischen Vorschrift ausgc merzt, doch sind sie an der Synagoge von Korasin noch zu erkennen. Daneben sehen wir Darstellungen von Rädern, Rosen und anderen runden Formen, die für das antike Sonnensymbol standen. Die Ausgestaltung der Synagogen mit den vom Hellenismus übenommenen Symbolen fünfte zu vielen Kontroversen zwischen Weisen und Rabbis wie uns der Talmud berichtet. Manche von ihnen wollten das zweite Gebot „Du sollst Dir kein Bildnis machen . “ mit weitem Sinne aufgefasst sehen, menschliche Abbilder konnten ihrer Meinung nach angebracht weiden, wenn sie allein architektonischen Zwecken dienten und nicht angebetet würden. Von Zeit zu Zeit kamen radikale Bewegungen auf. die zur Zerstörung dieser Bilder führten, deren Spuren wir noch heute sehen. Das Studium der Synagogenkunst der ersten Jahrhunderte gibf uns viel Aufschluss über rlen Kunsttrieb im jüdischen Volk. Es stellte damals in dieser Region eine kulturelle Minderheit dar und war den verschiedensten Einflüssen seiner Umwelt zugänglich. Diese Einflüsse gewannen in den kommenden Jahrhunderten an Stärke, als der römische Baustil mehr und mehr duren die orientalische Kuiisttradition ersetzt wurde. die an Beziehung zur Volksreligion e,nbiisste. der Kultursekretär der Stadt fragt sind. (JCNS) Lufthansa Buenos Aires Boeing Jet Lunes LH 503/614 Viernes LH 505/614 Buenos Aires S 11.25 19.20 Francfort II Martes 08.45 Sábado 15.25 Francfort S 09.40 Domingo 09.40 Tel Aviv U 15.25 15.25 El 3 de noviembre Lufthansa abre una nueva ruta.de vuelos; de Francfort a Tel Aviv. Todos los martes y domingos. Para mayores detalles consulte a su Agente de Viajes ÍATA 0 a Lufthansa. Marcelo T. de Alvear 636, Tel. 32-8171, Lufthansa