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Jüdische Wochenschau · 1968-10-18 · 2290 (18.10.1968) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2290 (18.10.1968)
Date
1968-10-18
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o 01! o F. _ ¡ Z? « \ « o FRANQUEO PAGADO Conces>ón 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 18 DE OCTUBRE DE 1968 ISRAELITA EL EJEMPLAR 0(1 en toda la República PUEYRREDON 2190 - 1t «q. Bu«snos A:res T.E. 83-2613 Auf der Suche nach Frieden Das; Israel den festen . Willen hat, zu einem Frie- I den mit seinen Nachbarn zu £efjrt>,ien. kann nur von faj »arischen Gegnern Israel» * jn Abrede gestellt werden. Seit mehr als 20 Jahren bemüht sich Israel und vor ihm die Zionistische Bewegung um einen Frieden und einen Ausgleich mit der arabischen Bevölkerung des Landes Palästina und der Nachbarstaaten Die Geschichte des mittleren Orients ist von diesen Bestrebungen erfüllt, die in allen Stadien des zionistischen Aufbauwerkes und der Orientpolitik aller Grossmächte seit dem Ende des letzten Jahrhunderts immer wieder her vor getreten ist. Das Buch Ben Gurions ,,Wir und Nachbarn“ übermittelt ein reiches Material über diese Anstrengungen, die von allen jüdischen Instanzen und Persönlichkeiten immer wieder und immer .mit neuem Mut gemacht worden sind. Selbst die Bereitwilligkeit einiger arabischer Führer scheiterte an der Hartnäckigkeit und den Ambitionen anderer, die zu einem guten Teil ihre Position und ihre machtjvüitisehen Hoffnungen, mit der billigen Parole einer Gegnerschaft gegen die Zionisten verknüpften. Solange die Engländer den Rhythmus der Ereignisse im Vorderen Orient bestimmten, warf eben nur der britische Löwe seinen Schatten auf ein Gebiet, das in einem immer stärkeren Masse in das Blickfeld der modernen Weltpolitik rückte. Jahrhunderte lang war der Vordere Orient umstritten, für den sich stets die jeweiligen Weltmächte interessierten. Diese Mächte wechselten, New York. — Der neue Präsident des American Jewish Committee, Arthur J. Goldberg, ist über die bedrohlichen Aspekte für die Juden bei dem Wahlkampf um die Präsidentschaft der USA, der von George Wallace geführt wird, stärker besorgt als über den Antisemitismus der Neger. Arthur Goldberg empfing kürzlich jüdische Journalisten in seinem neuen Büro am Madison Square, wo er als Partner einer bedeutenden Anwaltsfirma tätig ist. Zum Problem des steigenden Antisemitismus unter den Negern äusserte er, dass jede Art von Judenhass erfahrungsgemäss Anlass zu Besorgnis ist, doch dass seiner Meinung nach die antisemitische Wendung, die sich aus der Wahlkampagne des Präsidentschafts- Kandidaten Wallace ergeben könne, grössere Gefahren neraufbeschwören könnte. da der frühere Gouverneur von Alabama von allen weissen Rassenfanatikern und Antisemiten unterstützt wird und zu erwarten steht, dass er im November 20 von B. B. | das Objekt ihres Interes- '■ se» blieb immer dasselbe. Preussen, Oesterreicher, Türken waren einst stark interessiert. Wer denkt noch daran? Dann kamen die Engländer und Franzosen, ciie von ihren britischen Alliierten aus dem Feld geschlagen wurden. Dass die Briten das Gebiet verlassen mussten, ist in erster Linie auf den erfolgreichen Widerstand der ,,Zionisten“ und ihren Sieg über Bevin zurückzuführen Die politischen Verhältnisse änderten sich grundlegend. als die Russen eine Chance erblickten, sich durch Einschaltung in diesen Konflikt den Weg ins Mittelmeer und in die arabische Welt zu öffnen. War doch dieses politische Konzept ein alter Traum der Zaren gewesen, die diesen Plan niemals verwirklichen konnten. Den Kommunisten ist gelungen, was schon ihre zaristischen Vorfahren realisieren wollten. Unsere an grossen politischen Köpfen sc arme Zeit bot keine Schwierigkeiten Was ein Qjsraeli oder ein Bismarck zu verhindern vermochten, dass die russische Flotte durch die Dardanellen fuhr, die Eisenhowers und de Gaulles konnten es nicht, in Verkennung der wirklichen Machtverhältnisse spielten sie aus eigenen kleinlichen Rivalitäten den Russen die Trümpfe in die Hand... Die Russen beherrschen die „diplomatische“ Sprache unserer Zeit, die zweischichtig sein mag, in ihrer Primitwität trotz aller in hochklingende Worte gefassten Ideologie sehr eindeutig ist: Prozent aller Stimmen auf sich vereinigen werde. ,,Die Juden müssen sich natürlich ernstlich mit dem Negerproblem befassen“, erklärte Goldberg, ,, einschliesslich mit der Möglichkeit, einen Dialog aufzunehmen.“ Dies dürfte schwer sein, doch es wäre zu bewerkstelligen, so fügte er hinzu. ,,Die Juden müssen grosses Mitleid für die Neger empfinden“, versicherte er, .denn sie können sie am besten verstehen und die Wunden nachfühlen, die dieser in Amerika am stärksten diskriminierten Gruppe zugefügt werden.“ Auf die Frage eines Journalisten, ob der USA-Senat sich aus antisemitischen Motiven gegen die Ernennung des Richters Abe Fortas zum Oberrichter der Vereinigten Staaten gesträubt habe, wiederholte Goldberg seine schon früher abgegebene Erklärung, dass er diese Ansicht nicht teile. „Der Senat wird keinen Beschluss auf einer antisemitischen Basis fassen, denn der Senat ist keine antisemitische Körperschaft“, entgegnete er. SAMUEL panetn et cirsenses. So formulierten es die alten Römer, die Meister des Imperialismus; panem, d. h. Brot, und circenses, d. h. Spiele oder Volksbelustigung. Und wenn die beiden Methoden nicht ausreichten, dann marschierten die Legionen und Hessen auf ihren triumphalen Siegesstrassen nur Spuren von Blut und Elend der unterdrückten Bevölkerung zurück. Die Russen geben zwar nicht den Arabern, wohl aber ihrer Führungsclique Brot und Macht sowie ein internationales Schauspiel, Empfänge im Kreml und Festvorstellungc-n in Kairo, aber wenn d’ese Völker nicht so wollen, wie der Kreml befiehlt dann rollen die russischen Panzer,' heute durch die Strassen von Prag, wie sie gestern durch die Strassen von Budapest gewalzt sind und alles vernichteten, was sich ihnen entgegenstellte Durch welche Strassen sie morgen fahren werden, muss man abwarten... Es mag sein, dass die Araber noch immer nicht die richtigen ..Flötentöne“ mitbekommen haben und meinen, sie werden dem tschechischen Schicksal entgehen. Kairo ist nicht Prag, und die arabischen Heere werden den Russen noch weniger Widerstand als die tschechischen leisten. Die kommunistische Propaganda läuft auf hohen Touren und spielt Melodien, die den arabischen Ohren wohlklingen. Hitler schrie: „Die Juden sind schuld“, Stalins Nachfolger variieren diese „Zauberformel“ in ,,Die Zionisten sind schuld“, sonst braucht am Text nichts oder nicht viel geändert zu werden. Frieden wird nicht geschlossen, weil dies die russisch - arabischen Konzepte zerstören würde. Dafür wird zum Terror ermuntert, der zu einem offiziellen Kampfmittel trotz Waffenstillstandes erklärt wird. Man darf heute auf allen möglichen Konferenzen zum Kampf hetzen und den unheiligen „Heiligen“ Krieg verlangen. Diese Kriegshetze ist nicht etwa als eine Angriffshandlung anzusehen. Angreifer ist Israel, dessen Aussenminister Eban seinen Friedensplan zu Angriffszwecken der Generalversammlung der UN unterbreitet hat. Diese neueste internationale Affäre, als die man das arabisch - russische Schauspiel bezeichnen kann, hat bereits Formen angenommen, die jeden anständigen Menschen abstossen müssen. Die Verlogenheit einer Welt geht zu weit. als dass man diese Welt noch retten könnte. Die „Demokratien“ dulden die russischen Provokationen und wundern sich dann, wenn aus Provokationen unerwünschte Tatsachen werden. Das Peinliche an dieser Affäre aber ist die Unsicherheit, ob nicht auch verschiedene „Demokratien“ die von den Russen gelenkte Politik ins Chaos gutheissen. Die Rede des ägyptischen •\ussenministers, Mohamed Riad, basierte auf der unbewiesenen Behauptung, dass Israel eine friedliche Lösung verhindern wolle; nur mit der amerikanischen Hilfe könne Israel seine Aggressive Politik fortsetzen! Das sagte nun ein Mann, dessen Land zu den grössten Subventionsempfängern der Weltgeschichte gehört und das laufend von Amerikanern und Russen finanziert wird. Unterstützungsempfänger Aegypten hat aber die Stirn, sich weiterer Provokationen im Schatten der russischen Kanonen zu erdreisten, indem es Israel mit dem Dritten Reich vergleicht. Für uns ist dieser Vergleich eine Groteske, für alle, die später kamen oder die Verhältnisse nicht kannten, entsteht ein Problem, was wir nicht übersehen sollten. Deswegen ist diese immer wiederholte Behauptung unserer Sache nicht nützlich. Sie muss immer wieder widerlegt werden. Für Israel und mit ihm für das jüdische Volk ist es klar, dass die Hetzreden eines Riad und anderer arabischen Führer nur dem Zweck dienen, die Augen der Oeffentlichkeit von den eigenen, arabischen Plänen abzulenken. Denn diese arabischen Kreise sind es, die keinen Frieden wollen, sie werden überhaupt nur dann an der Macht bleiben, wenn dieser Kriegszustand aufrecht erhalten bleibt. Der Fortschritt dieser Völker wird jedoch eines Tages ihre reaktionären Regierungen wegfegen. Und sie sind Reaktionäre, obwohl sie sich als Sozialisten aufspielen und von Kommunisten beschützt werden. Die Araber wollen keinen Frieden. Israel wird das zur Kenntnis nehmen müssen. Es wird seinem Fortschritt dienen und seinen Weg gehen, bis die arabischen Länder erkennen werden, dass ihre Hasspolitik in den Abgrund führt, von welchem sie selbst als die ersten verschlungen werden. Menschenrechte Toronto. — Prince Edward Island, Kanadas kleinste Provinz, hat ein Gesetz zur Wahrung der Menschenrechte eingeführt, das viel umfassender ist als die in anderen kanadischen Provinzen gültige Gesetzgebung gegen Diskriminierung aus Gründen der Rasse, Religion, Hautfarbe oder des ethnischen und nationalen Ursprungs. In Prince Edward Island wohnen nach der letzten kanadischen Volkszählung (1961) 22 Juden, die keine organisierte Gemeinde bilden . Keine ausgesprochen ethnische oder rassische Minorität lebt in dieser Insel- Provinz, deren Bewohner zumeist Angelsachsen katholischen oder protestantischen Glaubens sind. Die Bevölkerung wurde 1966 auf 109 000 Seelen geschätzt. — (JCNS) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad inteUectual N? 980.562 Erklaerungen von Arthur Goldberg DIPLOMATISCHE BEZIEHUNGEN vou ARIE ASHKENAS Einmal mehr hat der Papst seine Stimme für den Frieden im Mittleren Orient erhoben, wenn er auch bei ieser Gelegenheit auf die vorhandenen Schw^erinkeitett hinwies, die sich diesefti Begehren en-gegenstelle» Den ausseren Anlass zu dieser Rede bot die Uebergabe der Beglaubigungsschreiben des ägyptischen Botschafters beim Heiligen Stuhl. Der Papst soll, wenn man den Berichterstattern Galüben schenken darf, u. a. gesagt haben, die Arbeit des neuen Botschafters möge die Leiden der Flüchtlinge und Kriegsgefangenen lindern. Was hiermitgemeint war, ist nicht klar ersichtlich. Der unbefangene Zeitungsleser in der Welt, der solche Berichte liest, erhält den Eindruck, dass die Flüchtlinge und die Kriegsgefangenen leiden, was, wie bekannt, von den zuständigen israelischen Stellen bestlitten wird. Man fragt sich, aus welchen Gründen es erforderlich ist. noch Oel auf das Feuer zu giessen, zumal weder die Berichte der UN-Beobaehter, die Israel keineswegs freundlich gesonnen sind, wie Odd Bull am laufenden Band beweist, noch die offiziellen Informationen des Roten Kreuzes Israel schlechte Behandlung der Flüchtlinge oder der gefangenen Araber vorwerfen. Dass der Papst die Flüchtlinge oder Kriegsgefangenen im Yemei gemeint hat, wird niemand annehmen wollen, weil die Aegypter weder Kriegsgefangene machen noch Flüchtlinge zulassen. Israel hat sich zwanzig Jahre ohne rechten Erfolg darum bemüht, diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan herzustellen. Der Vatikan hat bis heute gezögert, einen Schritt zu unternehmen, der für die Entwicklung im Vorderen Orient von Bedeutung sein könnte, nämlich durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel seinen Willen zur Herstellung des Friedens zu bekunden. Niemand hat den Mut, die Dinge bei ihrem Namen zu nennen, zumal es im Augenblick nicht ungefährlich ist, für die gerechte Sache Israels einzutreten. Einem Repräsentanten Israels gegenüber braucht der Papst nicht in vorsichtigen Worten zu sprechen, um nicht die Existenz oder die Sicherheit der katholischen Minorität zu gefährde». Mit auffallend b„>mme'idm Worten beteuerte der Papst dem Aegypter gegenüber die Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz zwischen der arabishen Mehrheit und der katholischen Minderheit, indem er sich auf eine lange geschichtliche Entwicklung berief. Israel dagegen hat es als eine Selbstverständlichkeit aufgefasst, vom ersten Augenblick an die Rechte aller religiösen Minoritäten zu garantieren und de facto zu schützen. Manche Bemerkungen des Papstes sind vollkommen unklar. Paul VI. soll u. a. gesagt haben; „Die Katholische Kirche Aegyptens hat nicht nur Absicht, am Rande des arabisch national-ägyptischen Geschehens zu stehen. Sie will ihre Funktionen voll ausfüllen.“ Es wäre unbequem, wenn diese Worte von der ägyptischen Regierung in ihrer Weise interpretiert und derart aufgefasst würden, dass sich die Katholische Kirche Aegyptens auch dem „Heiligen“ F>.rieg anschliessen, wolle, der erst jüngst wieder einmal von mohammedanischen Führern proklamiert worden ist. Von solchen Hassexzessen hätte der Papst sich distanzieren sollen. Frieden kann nur geschlossen werden, wenn gerade die christliche Welt von ihren alten Fehlern abweicht und ihren Frieden mit Israel durch die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen schliesst, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Juden in arabischen Laendern Jerusalem. — Der Verband der Einwanderer in arabische Länder hat an UN-Generalsekretär U Thant telegrafisch das Ersuchen gerichtet, das Schicksal der Juden in den arabischen Ländern zu untersuchen und vor den arabischen Regierungen zu intervenieren, um die Erlaubnis zu erwirken, dass die Juden auswandern dürfen. Die Botschaft an U Thant erging von den Sprechern der Einwanderer von Aegypten. Syrien und Irak nach einer unter den Auspizien des Jüdischen Weltkongresses abgehaltenen Versammlung. „Die in arabischen Ländern verbliebenen Juden werden von den Behörden verfolgt, ihr Eigentum wird beschlagnahmt, und sie werden gegen Gesetz und Moral, die in aller Welt gültig sind, als Geiseln betrachtet“, heisst es in diesem Kabel. „Die arabischen Staaten verweigern internationalen Stellen, so z. B. dem Roten Kreuz, die Bedingungen zu prüfen, unter denen die Juden leben, welchen die Auswanderung verboten ist.“ Der Appell fordert U Thant auf, sich nicht an der „Verschwörung des Schweigens“ zu beteiligen, „die während der Ausrottung unserer europäischen Brüder geherrscht hat.“ PROTEST AUS HOLLAND Amsterdam. — Drei holländische Gemeindeorganisationen protestierten in einem Kabel an den UN- Generalsekretär gegen die Unterdrückung der Juden in den arabischen Ländern, welche eine Verletzung der UN-Charter und der Konvention der Menschenrechte darstellt. U Thant wird aufgefordert, unverzüglich eine Untersuchung der Lage anzuordnen und die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen. (ITAh

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