Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2290 (18.10.1968)
- Date
- 1968-10-18
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616544--5427-9616551- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 18 de Octobre de 1968 Año XXIX. — N» 229« — 7 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aus aller Welf „Konferenz über Jerusalem“ _ Eine in Rom an- «esagte „Konferenz über Jerusalem“ ist nicht abgejaalten worden Sie sollte unter den Auspizien eines , Comités für die Internatio- «alisierung Jerusalems“ mit Teilnahme von „Vertretern ¿er verschiedenen monotheistischen Religionen“ stattenden. Wie man glaubt, haben Kreise hinter dem Cogité — mohammedanische Verbände und arabische Botschaften in Rom — die Konferenz abgesagt, als sie erfuhren, dass der Vatikan hieran nicht teilnebmen wollte. (JCNS) Bosucli in Frankreich Tel Aviv. — Der israelische Industrie- und Han. dels ministe j Zeew Scharef berichtete nach seiner Rückkehr von einem kurzen Besuch in Frankreich, dass er dort iwe' Fabriken für Düse«motore besucht habe, in denen israelische Techniker ausgebildet werden, um ihre Kenntnisse in Israel zu verwerten, wc sich gegenwärtig eine solche Fabrik im Bau befindet. (ITA) Zum ersten Mal Paris. — Der französische Justizminister René Capiiant besuchte den Gedenkgottesdienst, der in der Synagoge der Rue de la Victeire kürzlich für die jüdischen Opfer der Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg abgebalten wurde. Es geschah zum ersten Mal, dass ein amtierender Minister persönlich zu einer Andacht erschien. Bisher hatten, die Minister stets ejnen Repräsentanten entsandt. (JCNS) Berufung nach England London. — Prof. Eduard Goldstücker, der Vizerektor der Universität von Prag und ein bekannter liberaler Politiker, ist zum Gastprofessor für Vergleichende Literatur an der Universität von Sussex für das laufende ■Studienjahr ernannt worden. Die prager Universität hat ihn beurlaubt, und er ist schon in England eingetrofien. (JCNS) Das war Wilfrid Israel Anfang Juni 1943 wurde iiber dem als stürmisch bekannten Golf von Biskaya ein unbewaffnetes englisches Flugzeug von Nazi-Kampfflugzeugen abgeschossen; man hatte in ihm Winston Churchill auf seiner Rückreise von der Konferenz in Ottawa vermutet. Unter den bei dem Absturz ums Leben gekommenen 17 Personen befand sich auch ein jüdischer Passagier. Er war in England geboren, 1899, in Berlin aufgewachsen und hatte dort bis 1939 gelebt: ein Mann, der besonders seit 1933 im jüdischen Leben Deutschlands und darüber hinaus immer mehr in den Vordergrund getreten war. In den letzten Vorkriegsjahren hatte er ausserordentlich viel Gutes für die jüdische Gemeinschaft, namentlich für die Auswanderung der jüdischen Jugend getan. Dieser jüdische Fluggast war Wilfrid B. Israel (43). Er kehrte von einer mehrwöchigen, schwierigen und verantwortlichen Mission zurück, die ihn im Auftrag der Jewish Agency for Palestine nach Spanien und Portugal geführt hatte. Solange er noch in Deutschland war, hat er als britischer Bürger — seine Mutter, Amy Israel, 1950 in Hollywood gestorben, war eine Enkelin des Chief Rabbi Dr. Nathan Marcus Adler (1803-1890) —, manche Verbindung und manche Bekanntschaft mit hochgestellten Personen im Inland und im Ausland in den Dienst der vorübergehenden Erhaltung jüdischen Lebens in Deutschland und der geordneten Auswanderung stellen können. Wilfrid wandte zuweilen mehr Zeit und Arbeitskraft für den ,,Hilfsverein der deutschen Juden“, den e*r als ehrenamtlicher Vorsitzender (und unmittelbarer Nachfolger von Max M. Warburg-Hamburg ) neuzuorganisieren half, und für die „Arbeits- Neue Briefmarke Haifa. — Die israelische Postverwaltung hat eine neue Marke anlässlich der kiirzlichen Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Jerusalem-Jaffa herausgegeben. (JCNS) gemeinschaft für Kinder- und Jugendalija“, zu deren Gründern er gehörte, auf als für das von ihm (und seinem Bruder Herbert) geleitete bekannte Berliner Kaufhaus N. Israel, ein Geschäft, das, 1815 gegründet, einen guten Namen und eine alte Tradition hatte. In den für das deutsche Judentum so entscheidenden Jahren 1933 bis 1939 gehörte Wilfrid Israel, obwohl parteilos und nur selten im Vordergrund stehend, zu den für das Schicksal der bedrohten Gesamtheit verantwortlichen Persönlichkeiten. Als er 1939 seinen Wohnsitz nach London verlegte, konnte er, dem der Hilfsgedanke über alles ging, sieh fast ausschliesslich jüdischen Aufgaben widmen, und er tat das mit all seiner menschlichen Kraft, Liebe und Wärme. Ich sehe ihn noch vor mir, als er sich unermüdlich um die vielen jüdischen Flüchtlinge bemühte, die, obschon politisch völlig unverdächtig, im Jahre 1940 im Zuge der generellen Internierung sogenannter „feindlicher Ausländer“ (enemy aliens) monatelang in Lagern in England oder in Kanada oder Australien festgehalten wurden. Ich erlebte ihn bei der Gründung der „Association of Jewish Refugees in Great Britain“, der 1941 ins Leben gerufenen Spitzenselbstvertretung der jüdischen Flüchtlinge. In seinem Habitus ganz Engländer, seiner Herkunft und Erziehung nach einkunstverständiger, vielbelesener, weitgereister Mitteleuropäer, war Wilfrid Israel im Innersten seines Herzens ein bewusster Jude, in dem der Glaube an die Zukunft Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, das plötzliche Ableben unseres unvergesslichen Freundes Egon Kollmann bekanntzugeben. Viele, viele Jahre inniger Freundschaft haben uns und unsere Familien in guten wie auch in schlechten Zeiten verbunden. In unseren Herzen lebt er weiter fort! CARLOS MAX ttnd Familie GRETE HORN EVI SCHWARZ, geb. HORN Unser lieber, guter Egon Kollmann ist plötzlich von uns gegangen. Wrir verlieren einen überaus gütigen — seiDstlosen unersetzlichen Freund, dessen Andenken in unserer Mitte unauslöschbar ist. Manfredo, Ruth und Mario Anspach Prof. Dr Günther Ballin Fritz und Fritzi Goldschmidt Günther und Margot Joseph Leo und Halina Neufeld Samuel und Bertha Mejer Jose und Betty hurmann . Ketten KÄyemET C£tS((Jt£C PP COMITE CENTROEUROPEO Corrientes 2294 — VI. Stock — T. E. 48-3695 . 48-5683 Unser lieber und unvergesslicher Freund Egon Kollmann hat uns für immer verlassen. Seine Uneigennützigkeit und Treue mögen uns für immer ein Vorbild sein. FEDERICO LEITNER und Familie MAX GOLDSCHMIDT und Familie Aus unserer Arbeit: Anlässlich der Hochzeit von Herrr. Máximo Hammerschlag und Frl. Silvia Grünhut wurde durch die Mitarbeit der Damen; Frau Ilse Heimenrath und Frau Ilse Weinstein der Betrag von $ 50.000.— zugunsten des KKL gespendet; das junge Paar wird in das „Goldene Buch“ in Jerusalem eingetragen und ausserdem werden Bäume ruf den Namen der Grosseltern, Ehepaar Hoffmann aus San Francisco, gepflanzt. Bei der Hochzeitsfeier von Herrn José Rosenthal und Frl. Claudia Ruth Jacoby wurde durch die Mitarbeit von Frau Henny R. de Elberg und Herrn Martin Rosen'hal die Summe von $ 20 000— für den KKL von den anwesenden Gästen gespendet; auf den Namen der Jungvermählten werden Bäume im „Bosque Independencia Argentina" gepflanzt. Wir danken allen unseren Freunden und Mitarbeitern. Ehret Familienangehörige und Freunde zum Geburtstag und anderen Anlässen mit der Eintragung in das „Goldene Buch“ des KKL oder Baumpflanzungen. Blumenabloesung ln Form von Glückwunsch- sowie Trauer - Telegrammen und Baumdiplomen bei jede' Gelegenheit bitten wir unter folgenden Telefon-Nummern aufzugeben; 73-9026 Sra. Weinstein 64-2965 Sra. Lubascher 54-3209 Frl. Wertheime: 48-3695 Sekretariat 48-5683 UNSERE TELEGRAMME sind in Belgrano jederzeil erhältlich bei: „Bet Israel“ Cramer 2070, T. E. 78 H922 VEROPLaST — Werner Ro 8enberg, Monroe 3640, T E 78-8249. IN FLORIDA: „Lamroth Hakol“, Caseros 1450 T E neimer, Lamadrid 660. IN QU1LMES: José Wall 796-0380. ERICH NEUBERGER und Familie RODOLFO NEUBERGER und Familie FEDERICO REICH und Familie JOSE WURMAN und Gattin Wir beklagen den plötzlichen und unerwarteten Tod unseres Freundes und liebenswerten Menschen, Herrn Egon Kollmann der sich stets mit seiner Herzensgüte und Menschlichkeit für die Aufgaben unserer Bruder- und Schwesternschaft einsetzte und in vorbildlicher Weise an der Verwirklichung unserer Ideale mitwirkte. Sein Name wird stets mit Ehrfurcht in unserer Mitte genannt werden und sein Andenken nicht erlöschen. Der Familie des Verstorbenen sprechen wir unser tief empfundenes Beileid aus. BRUDER- und SCHWESTERNSCHAFT de» A.C.I B.A. des jüdischen Volkes nie erlosch. Er war abwägend, leise, nicht zu schnell entschlossen, aber leidenschaftlich bereit, wenn es um etwas ging. Mit den von ihm „ ausgewanderten “ Menschen, darunter vielen seiner früheren berliner Angestellten, hielt er lange die Verbindung aufrecht, ganz gleich in welches Land sie gegangen waren. Er stand den leitenden Gremien der ICA (Jewish Colonisation Association), der Jewish Agency, der Jugendalija und anderen jüdischen Hilfsorganisationen zur Verfügung. Das jitdische Palästina, wohin er noch während des Krieges gereist war, war seinem Herzen besonders nahe. Hier galt sein Wirken in der Hauptsache der Gestaltung einer glücklichen Zukunft für die jüdische Jugend. Manche Freundschaft verband ihn mit eingewanderten jungen Juden aus Europa. Als das tragische Ende dieses Mannes in der freien Welt bekannt wurde, waren seine Freunde und Mitarbeiter und die Organisationen, denen er jahrelang ehrenamtlich die wertvollste Stütze und Hilfe gewesen war, tief bestürzt. Dr. E. G- Löwenthal Mein über alles in der Welt geliebte'- Mann, unser geliebter, treusorgender aufopfernder Vater, unser lieber Bruder, Herr Egon Kollmann bat uns plötzlich im 64. Lebensjahr verlassen. Sein Leben bis zur letzten stunde seines Daseins galt, seiner Familie, die Lücke, die er in unseren Herzen hinterlässt, ist unausfüllbar. In tiefstem Schmerz; ALICIA KOLLMANN geb. LOEW Y, Ehefrau EVELINE und RAUL KOLLMANN, Kinder HANS KOLLMANN Bruder FRITZ KOLLMANN, Bruder (Wien) GRETE AXELRAD geb. KOLLMANN, Schwester (New York) LIESEL ISAKOWER. geb. KOLLMANN, Schwester (New York) Die Beerdigung hat bereits statlgefunden. Unser von uns allen geliebter Freund, unser langjähriges Vorstandsmitglied, Herr Egon Kollmann hat uns plötzlich und unerwartet für immer verlassen. Tieferschüttert stehen wir an der Bahre dieses unvergleichlichen Menschen, aer sich stets mit Liebe und Enthusiasmus — mit Güte und menschlichem Verständnis —, für die Ziele und Ideale der A.CI.B.A. in vorbildlicher Weise einsetzte und seine gesamte Arbeitskraft und Persönlichkeit in den Dienst unserer Organisation stellte. Das Hinscheiden unseres Freundes Egon Kollmann ist für alle Mitglieder i.i>a Freunde der ACIBA ein unersetzlicher Verlust. Sein Wirken und das Andenken an diesen prachtvoller Menschen wird niemals vergessen werden. ASOCIACION CULTURAL ISRAELITA BUENOS AIRES Dei Vorstand Tief erschüttert beklagen wir das Hinscheiden unseres Gründungsmitgliedes und Schatzmeisters, Herrn Egon Kollmann Der Idealismus und die aufopfernde Selbstlosigkeit des Verstorbenen werden uns immer ein nachahmenswertes Vorbild sein. Sein Andenken lebt in unserer Mitte weiter. JUNCAL Sociedad Cooperativa de Crédito Ltda. Direktorium und Verwaltungsrat Unser lieber guter Cousin Egon Kollmann hat uns für immer verlassen. Nie werden wir ihn vergessen. ALFREDO SALZER und Familie ERNESTO SALZER ELSA KLEINFELD IRENE OCRE1 HUGO REIMANN und Familie GRETE MAiMAN