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Jüdische Wochenschau · 1968-10-11 · 2289 (11.10.1968) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2289 (11.10.1968)
Date
1968-10-11
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 19 uq. JGíJfeMUin&JsAjGteliícL T. E. 83 - 2613 Año XXXIX BUENOS AIRES, VIERNES 11 DE OCTUBRE DE 1968 N? 2289 Plaedoyer für den Frieden VARIOS COMENTAMOS DE PRENSA' landres. — Pocos días antes de la Invasión de Che* coslovaquia por las fuerzas del “Pacto de Varsovia”, Polonia fué denunciada de haber adoptapado métodos n** zis en su persecución de los judíos sobrevivientes. La oficina de información del Congreso Judío Mun-. dial transcribió en síntesis varios comentarios de prensa al respecto. El “Jewish Chronicle“ dijo editorialmenta que Varsovia se ha lanzado a una “cacería de brujas contra todo vestigio de judaismo, en la misma forma quB lo hicieran los nazis cuando llegaron al poder en Alai mania. Basta con que un buen comunista está casad« Icón una judía (lo está también el propio Gomulka), * ¡ haya tenido padre o madre de origen judío, un abuek* i convertido al catolicismo, o simplemente, que mantenga i relaciones con una persona de “origen sospechoso”, par* ra que ese comunista sea condenado a la persecució*! más viel. Todo ello recüerda a las “leyes de Nuremberg'* que exigieron la ‘‘pureza racial”. Además, las cuenta« bancarias judias fueron congeladas por el gobierno, i “The Jewish News”, de Detroit, editorializó en UW sentido similar acerca de las víctimas del “nuevo Nu* remberg” en Polonia. Al mismo tiempo, la Asociación de Ex-Soldados Judíos de Polonia en Inglaterra publicó un anuncio que reza: “Cuando compre usted artículo* polacos, como mantequilla, huevos, vodka, etc., recuerdo usted la discriminación contra los judíos en Polonia, , (OJI) Verschiedene Pressekommentarei London. — Wenige Tage vor der Invasion der Tsche« choslowakei durch Truppen des ,Warschau-Paktes“ wuw de Polen angeklagt, bei seiner Verfolgung der überl©« benden Juden nazistische Methoden angewandt zu ha« ben Das Informationsbüro des Jüdischen Weltkongresse« verfasste eine Uebersicht über verschiedene hierauf be* ziigliche Pressekommentare. ,.Jewish Chronicle“ bericht tete in einem Leitartikel, dass Warschau eine ,.Hexen« jagd“ nach allen Spuren von Judentum entfesselt hat, so wie es die Nazis taten, als sie in Deutschland zur Macht gelangten. Es genügt, dass ein guter Kommunist mit einer Jüdin verheiratet ist (auch Gomulka hat eine jüdische Frau), oder sein Vater oder seine Mutter jüdischer Abstammung waren, einer seiner Grosseltern zum Katholizismus übertrat oder er auch nur mit einer Person „verdächtigen Herkommens“ Beziehungen unterhält, damit dieser Kommunist der niederträchtigsten Verfolgung ausgesetzt wird. All dies erinnert an die „Nürnberger Gesetze”, die „Rassenreinheit” forderten. Ausserdem wurden die jüdischen Bankkonten von der Regierung eingefroren. „The Jewish News“ von Detroit berichtete im glichen Sinne über die Opfer des „Neuen Nürnberg” in Po. len. Gleichzeitig veröffentlichte der Verband der ehemau ligen jüdischen-Soldaten Polens in England eine Anzeige folgenden Inhalts: „Wenn Sie polnische Waren wie Butter. Eier, Wodka, etc. kaufen denken Sie an die Diskriminierung der Juden in Polen.” (OJI) Vereinte Nationen. — Israel unterbreitete der UN- Generalversammlung einen Frtedensplan, der sieben Punkte enthält und die Errichtung „ständiger und sicherer Grenzen“ für die Staaten im Mittelosten vorschlägt. Israels Aussenminister Abba Eban gab allerdings zu bedenken, dass der Frieden in diese von Unruhen erschütterte Region nur dann einkehren kann, wenn die Parteien direkt miteinander verhandeln. Auf dieser Notwendigkeit bestand er mit dem Hinweis, dass „es keinen Fall in der Geschichte gibt, in dem der Uebergang vom Kriegszustand zum Frieden auf der Basis erreicht werden konnte, dass ein Staat sich geweigert hätte mit dem anderen Partner zu verhandeln.“ Diese Bedingung Israels wird bekanntlich von den arabischen Staaten rundweg abgelehnt, denn sie vertreten den Standpunkt, dass Friedensverhandlungen die Anerkennung Israels als Staatswesen einbegreifen würden. Eban erklärte in den UN die Bereitschaft seiner Regierung, die Waffenstillstandslinien durch ständige, sichere und anerkannte Grenzen zwischen Israel und einem jeden seiner arabischen Nachbarn zu ersetzen. Er versprach auch, dass sein Land nach Festsetzung solcher neuen Grenzen die notwendigen Truppenverschiebungen durchführen werde, und forderte dazu auf, „die Bemühungen des UN-Schlichters Dr. Gunnar Jarring zu unterstützen“, damit die Grundlagen für ein friedliches Abkommen geschaffen werden können. Der Redner versicherte mit Entschiedenheit, dass der Krieg vom Jahre 1967 „der letzte Krieg im Mittelosten gewesen sein muss.“ Sein Friedensplan beinhaltet folgende Punkte: 1. Die Situation, die auf den Waffenstillstand folgt, muss ein gerechter und dauerhafter Frieden sein, der auf dem Verhandlungswege geschlossen und durch Verträge gefestigt wird. 2. Sichere und anerkannte Grenzen, die Israels Sicherheit gewährleisten und die Ehre der arabischen Staaten wahren. 3. Die Schaffung eines Freihafens für Transjordanien an Israels Mittelmeerküste und den gemeinsamen Zugang zu den religiösen und historischen Stätten. 4. Was Jerusalem angeht, so betonte Eban, dass seine Regierung „mit allen traditionsmässig interessierten Parteien über Regelungen zu diskutieret) wünsche“ und Die nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) erhielt bei den Wahlen in Hannover 5,2 Prozent der abgegebenen Stimmen, während sie in Niedersachsen im Jahr 1967 über 7,59 Prozent der Stimmen erreichen konnten. Das ist die erste Wahlniederlage der NPD, die von vielen Seiten als neonazistische Gruppe angesehen wird. Dafür spricht vor allem die Tatsache, dass sich die National-Zeitung für diese Partei einsetzt, deren eigene Organe zurückhaltender sind, jedenfalls bisher Der neonazistische Charakter der Partei kann von ih ren Führern und Anhängern schwer geleugnet werden, von denen eine stattliche Anzahl auf eine beachtliche braune Vergangenheit zurückblicken kann. Einem undatierten Sonderdruck des NPD-Kuriers, der — soweit ersichtlich — in Hannover hergestellt und in Bielefeld gedruckt wurde, kann man den stolzen Anstieg der Partei entnehmen. Erstmalig am 6. November 1966 erhielt die Partei im hessischen Landtag 8 Abgeordnete, im bayerischen Landtag waren es wenige fügte hinzu: „Unsere Politik ist es, dass die christlichen und mohammedanischen heiligen Stätten der Verantwortlichkeit derer unterstehen sollen, welche für sie Verehrung empfinden.“ 5. Anerkennung der Souveränität, Unverletzlichkeit und Existenzberechtigung aller Staaten in der Region, wie dies in der Resolution des Sicherheitsrates vom 22. November 1967 zum Ausdruck gelangte und die in einer konkreten Vereinbarung niedergelegt werden soll, in der jedes Land namentlich genannt wird. Wochen später sogar 15 Abgeordnete, die eine andere Partei, die FDP zum Verschwinden brachten. Auch bei den Wahlen im Laufe des Jahres 1967 hatte die Partei nicht unbeträchtliche Erfolge, bis sie im Oktober des vergangenen Jahres in Bremen im Landtag 8,8 Prozent und in der Stadt Bremen sogar 9,2 Prozent aller Stimmen erhalten hat. Der bisherige Höhepunkt wurde im April dieses Jahres erreicht, als in Baden-Württemberg 9,8 Prozent und 12 Mandate an die NPD gefallen sind. Diese Entwicklung hat es mit sich gebracht, dass sich die deutschen Politiker und Parteien sowie erst recht die Wähler mit dem Gedanken abgefunden haben, dass die von vielen unter ihnen als neonazistisch bezeichnete Partei demnächst auch in den bonner Bundestag einziehen wird.. . Diese Stimmung, sich mit dieser Entwicklung abzufinden, ist durch die letzten Wahlen in Niedersachsen sicherlich noch gewachsen, da nach dem prozentuellen Anteil der NPD am Stimmenergebnis die erste Wahlniederlage dieser Partei einwandfrei feststeht. Hieraus folgert der Durchschnittsbürger, dass von dieser Seite schon nichts mehr zu befürchten ist. Auch die in Deutschland lebenden Juden atmen erleichtert auf, weil sie ebenfalls zu denen gehören, die immer bereit sind, ihre Augen vor einer nicht angenehmen Wirklichkeit zu verschliessen. Schon die Bezeichnung der Partei als „neonazistisch“ ist ein unberechtigter Euphemismus. Die eingehenden Untersuchungen des bundesdeutschen Innenministeriums haben ausreichende Feststellungen über den wahren Charakter dieser Partei getroffen, sodass man heute nicht mehr in weitere Analysen einzutreten braucht. Manwird an gewisse Erscheinungen am Ende der Weimarer Republik erinnert. Damals, am 31. Juli 1932 erhielten die Nationalsozialisten 230 Reichstagssitze (13.745.000 Stimmen); sie wurden zur grössten Partei. Bereits am 6. November 1932 musste ein neuer Reichstag gewählt werden Bei diesen Wahlen verloren die Nazis nicht weniger als zwei Mil- 6. Einführung einer regionalen Kooperation, um „das Fundament für eine Gemeinschaft der souveränen Staaten des Mittelostens zu legen.“ 7. Eine Einladung an die Vereinigte Arabische Republik, gemeinsam mit Israel anzuerkennen, dass „der Suezkanal und der Golf von Akaba internationale Wasserwege sind und daher alle Staaten, die VAR und Israel eingeschlossen, die gleichen Rechte besitzen, diese Wasserstrassen mit ihren Schiffen zu befahren.“ lionen Stimmen, was sie 34 Reiehstagssitze kostete. Die kommunistischen Mandate stiegen von 89 auf 100... Erleichtert atmeten nach diesem Wahlergebnis und dem starken Verlust an Stimmen, zwei Millionen (!), den die Nazis erlitten hatten, alle demokratischen Kräfte, unter ihnen wiederum besonders die jüdische Bevölkerung, auf. Aber der Hoffnungsschimmer schwand. Trotz seiner empfindlichen Wahlniederlage wurde Hitler nur knapp zwei Monate später — übrigens zu seiner eigenen Ueberraschung — zum Reichskanzler berufen, womit das finstere Dritte Reich über die Welt einbrach. Wenn die NPD eine Gefahr bedeutet, dann ist diese Bedrohung durch die Wahlniederlage nicht beseitigt worden. Es wäre interessant, die Meinungen der massgebenden Politiker darüber kennenzulernen, worauf nach ihrer Auffassung dieser Stimmenrückgang zurückgeführt werden muss. Sicherlich gibt eeinige Gründe, die in der allgemeinen politischen Situation, in internationalen Spannungen und negativen Entwicklungen in Europa zu suchen sind. Es ist durchaus möglich, dass die Angst der deutschen Durchschnittsbürger vor einem russischen Einfall nach Westdeutschland grösser ist, als man sich dies ausserhalb der Bundesrepublik vorstellt. Den Russen einen Vorwand zu nehmen, nachdem Moskau zu wiederholten Malen mit einer Intervention wegen des wachsenden Einflusses des Nazismus gedroht In Uganda Tel Aviv. — Die israelische Zeitung „Maariw“ meldete, dass israelische Piloten an den Feiern des 7. Unabhängigkeitstages des ostafrikanischen Staates Uganda teilnehmen sollen, sie werden Flugzeuge steuern, die Uganda vor kurzem von Israel gekauft hat. Wie Maariw berichtete, sind dies Dakoba DC-3 und Fouga - Magister-Apparate, die für Truppentransporte in Nordamerika und Frankreich gebaut wurden. (ITA) hat, könnte eines der plausiblen Argumente sein, die einen NPD - Stimmenrückgang erklären. Die rassische Demonstration, die in ihrem Ueberfall auf die CSR liegt, hat die. ganze Welt stark beeindruck. Nicht weniger zwang die Haltung der anderen grossen und kleineren Mächte, die sich weit davon entfernt zeigten, mit Erfolg auf diese Entwicklung Einfluss zu nehmen, zum Nachdenken, was alles heute von einer Macht wie Russland unternommen werden kann, ohne dass hiergegen ein aussichtsreicher Widerstand geleistet werden konnte. An dieser Steile muss die Betrachtung über die Gründe des Misserfolges der NPD unterbrochen werden, um zum Problem des Widerstandes überhaupt noch einmal Stellung zu nehmen, also zu einer Frage, die gerade die jüdische Oeffentlichkeit, unsere Jugend, aber auch unsere Historiker und Psychologen beschäftigt hat. Warum haben sich die verfolgten Juden „wie Schafe zur Schlachtbank“ führen lassen? Man vergleiche die Situation der Juden damals im Dritten Reich mit der Lage der tschechoslowakischen Republik. Ein freier, bis ins Letzte organisierter Industriestaat, mit eigener Armee, mit einem eigenen Territorium, mit einer frei sich bewegenden Bevölkerung, die bereit ist, Um ihre .Liberalisierung1 zu kämpfen, bricht vor einigen russischen Tanks wie ein Kartenhaus zusammen, nur weil gedroht wird, dass diese Tanks und noch weitere Militäreinheiten bei Widerstand eingesetzt werden sol- 'en. Im Angesicht dieser ungleichen Lage — Machtkoloss Russland und die „arme, kleine“ CSR — empfindet die Welt Mitleid mit dem .tapferen’ tschechischen Volk, das der Uebermacht gewichen ist... Wir werden den Wider* stand der Tschechen nicht verkleinern, aber von einen« wahren Kampf um ihre Frei* heit können die Tscheche«! nicht sprechen. Es mag vetw nünftiger sein, Schlachten vermieden zu haben, obwohl es nicht feststeht, wie weit die Russen bei der Gewalt, anwendung und Zerstörung gegangen wären. Aber ei-* ne Vergleichsmöglichkeit mit der Lage der Juden un* ter den Knütteln des Dritten Reiches und der russisch - tschechischen Spannung ist ernsthaft nicht gegeben. Denn die Juden waren völlig isoliert, lebten auf fremdem Territorium, waren eingesperrt und unbewaffnet, ausgehungert und unterjocht. Es war Krieg. Niemand reichte den Verfolgten eine hilfreiche Hand. Ihre Lage war verzweifelt, aussichtslos. Wie kann man von der Möglichkeit eines Widerstand es sprechen, wenn man an die letzten Vorkommnisse und Schritte denkt, die von den Russen gegen ihre einstigen oder jetzigen Satelliten unternommen wurden, mitten in einem Frie. (Schluss auf Seite 2) ABBA EBAN IN NEW YORK New York. — Aussen. minister Abba Eban hatte eine Zusammenkunft mit dem englischen Aussenminister Michael Stewart im Rahmen der zahlreichen diplomatischen Kontakte, die ausserhalb der Sitzungen in den UN gepflegt werden und oft wichtigere Ergebnisse erzielen als die Reden vor der Generalversammlung. (JCNS) Hussein schmiede! Kriegsplaene London. — Der Korrespondent des Sunday Telegraph in Beirut berichtet, dass König Hussein von Transjordanien drastische Kriegspläne gegen Israel schmiedet. Diese Pläne sollen zur Durchführung gelangen, falls die gegenwärtig in den UN geführten Debatten über den Mittelosten zu keiner für die Araber annehmbaren Lösung führen. Die Pläne beinhalten die Verwandlung Transjordaniens in eine „Guerillabasis“ im Rahmen eines totalen Krieges. Ferner sollen alle palästinensischen Kommando-Organisationen mit voller Unterstützung des transjordanischen Heeres gegen Israel operieren dürfen. Das londoner Blatt schreibt, die Pläne Husseins entsprängen der Enttäuschung des Königs über die Haltung der USA, die keinen Druck auf Israel ausüben wollen, damit es sich zu einem für die Araber akzeptablen Frieden bereit finde. Ausserdem lege Hussein sich Rechenschaft ab, dass jeder von ihm angenommene Kompromiss, welcher den Forderungen der Palästinenser zuwiderlaufen v/ürde, einen direkten Zusammenprall zwischen der transjordanischen Regierung und den Guerillagruppen bedeuten und das Ende der haschemitischen Dynastie herbeiführen würde. Als Urheber der Pläne bezeichnet Sunday Telegraph den früheren transjordanischen Premierminister Wasfi Teil, dem Hussein kürzlich wieder dieses Amt angeboten habe. Teil habe seine Zusage davon abhängig gemacht, niemals einen Friedensvertrag mit Israel zu unterzeichnnen, welcher Israels Souveränität über die 1948 eroberten Gebiete anerkennt selbst wenn Israel alle im Juni 1967 besetzten Territorien räumen sollte, (ITA) WIE ICH ES SEHE- Nichts zu befürchten _ con JEHUDA GOTTHEMER

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