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Jüdische Wochenschau · 1968-09-27 · 2287 (27.9.1968) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2287 (27.9.1968)
Date
1968-09-27
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4— Viernes, y? de Septiembre de J968 JIDDISCHE WOCHENSCHAU Afte XXIX — N” 2287 Ereignisse der Woche Tage der Besinnung Jede Generation wird die Trage unterschiedlich beantworten, was sie unter „Jude-Sein“ versteht. Unsere Zeit würde die Entscheidung nicht wiederholen, dass Spinozas Gedanken sei- Ae Ausstossung aus der jüdischen Gemeinschaft rechtfertigen würden. Wir empfinden die Ideologie des einstigen deutlichen Staatsbürgers jüdischen Glaubens als nicht piehr zeitgemäss, wobei man das Wort „deutsch“ mit dem berühmt gewordenen Bindestrich gegen jedes andere auswechseln kann. Jude-Sein ohne das Bewusstsein und das Gefühl einer echten Verbundenheit Mit dem Staat Israel kann ®eiil dieser Zelt nicht geben, *nd ist uns jedenfalls auch Dicht für die Zukunft denkbar. Das zur Wirklichkeit gewordene Israel stellt einen wesentlichen Teil des jüdischen Wesens dar, wie es irüher das in unserer religiösen und nationalen Inbrunst ersehnte Israel war. Judentum ist eine „Religion", in der das Wort leitet und die Richtung gibt, aber die Tat entscheidet. Jude-Sein und demzufolge Verbundenheit mit Israel hat keinen theoretischen und keinen deklaratorischen Charakter. Es genügt also nicht, dass sich der einzelne Jude „einverstanden“ erklärt und seine Treue zu Israel und damit zum Judentum beteuert. Es genügt auch nicht, mit Worten zu verkünden •nd Beifall zu spenden. Hier geht es nicht um Meinungen und „private“ Willigkeit. Wer Jude ist und dies sein will, der hat auch Verpflichtungen, die zu erfüllen sind. Zu diesen Pflichten jedes Juden heute gehört seine Beisteuerung zur j Dringlichkeits - Kampagne. I Wie bei jeder Pflichterfüllung kann es dem einzelnn nicht überlassen bleiben, wie er seine Pflicht erfüllt. Denn hier geht es um eine Selbstbesteuerung und nicht um Wohltätigkeitsleistungen. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, wird zitiert, wenn notwendig öffentlich. Da keine Executionsgewalt gegeben ist, bleibt kein anderes Informationsmittel übrig. Spinoza wurde auch öffentlich ausgestossen. Die Verpflichtung zur Kampagne-Zahlung ist mehr als eine gesetzliche Pflicht: es ist eine moralische. Sie äst eine freiwillige Steuer, aber eine Steuer, auch ohne den Gerrichtsvollzieher. So verstehen dies auch die tausende KH-Beisteuerer. Die wenigen, die nicht verstehen wollen, schliessen sich allein aus unserer Gemeinschaft aus. Neuer Vorstand Die Generalversammlung der ACIBA, die programmgemäss verlief, wählte den folgenden Vorstand, der sich mit neuen Energien der Lösung der gestellten Aufgaben widmen wird. Präsident: Manfredo Anspach; Vizepräsidenten; Prof. Dr. Günther Ballin und Samuel Mejer; Sekretär; Federico Goldschmidt; Tesorero: Günter Joseph: Beisitzer: Günter Apt. Julio Gutmann. Bertoldo Holzheim, Alejandro Katzeneil, Günter Kirchheimer, Egon Kollmann, Gerardo Loeb, Carlos Max, Ernesto Nathan, Ludwig Siibermann und José Wurman. Stellvertr. Beisitzer: Carlos Lucio Budasoff, Gabriel Miguel Grosz, Julio Hecht und Daniel Kästner; Kassen - Revisoren; Juan Kariel und Rodolfo Maier. Stellvertr. Kassenrevisoren Ruperto Meyer und Ignacio Tannenbaum. Die Rückkehr des Herrn Prof. Ballin in den Vorstand, der mehrere Jahre hindurch Präsident der ACI¬ BA gewesen ist, wird die Durchführung der kulturellen Arbeit fördern. Vereinheitlichung der Arbeit Seit längerer Zeit sind erneut Bestrebungen im Gange, die lange für notwendig erkannte Vereinheitlichung unserer organisatorischen Arbeit vor allem auf dem Gebiet gemeindlicher Tätigkeit zu einem konkreten Ergebnis zu führen. Die hierbei ergriffene Initiative hat durch die umsichtigen Verhandlungen, die vor allem durch Herrn Germán Levy eingeleitet worden sind, zu einer Annäherung zwischen den leitenden Persönlichkeiten der verschiedenen Vorstände geführt. Dass die Zusammenlegung der Organisationen und die Schaffung einer Einheits-Gemeinde in der Stadt, zu der die Orthodoxie zunächst aus überzeugenden Gründen nicht gehören würde, zur Lösung vieler bisher nicht geklärter Fragen hinüberleiten könnte, dürfte keinem Zweifel unterliegen. Gerade an dieser Steile haben wir die Dringlichkeit und Notwendigkeit einer solchen Lösung im Interesse der heranwachsenden Generation und im Interesse der Erhaltung und Entwicklung des jüdischen Lebens aller Kreise immer wieder unterstrichen und gefordert, so- CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 j 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma Á SANTA FE 2224, i? T. E.: 80-0149 ci enclos económicas contadores públicos , nationales consultores dé.empresms ESPECIALISTAS EN v J SOCIEDADES J| ANONIMAS Æ, "W ro *tsr4 oí A FORESTA Blick in die Welt vsn HAROLD SCHWARCZ TROTZ SCHARFER Gegenmassnahmen kam es erneut zu schweren Studenten-Unruhen in Mexiko — ZUM 15. MAL zwangen Luftpiraten ein Flugzeug zur Landung in Kuba. — AUCH IN MONTEVIDEO stiessen Studenten erneut mit der Polizei zusammen, obwohl die Regierung schwere Strafen angedroht hatte. — INDIRA GANDHI wird Südamerika besuchen. — ERDBEBEN WURDEN in Venezuela registriert. — INMITTEN SCHWERSTER Konflikte, tritt die Generalversammlung der UN Anfang Oktober zusammen. — URUGUAYS -PRAESIDENT Pacheco Areco traf mit dem Präsidenten Chiles, Dr Eduardo Frei, zusammen. — IN DER Katholischen Kirche kam es zu neuen Spannungen zwischen dem Papst und Oppositionellen. — EINE „EPIDEMIE“ chirurgischer Herzübertragungen ist ausgebrochen. — DER PRAESIDENT Boliviens, General Renée Barrientos, behauptete, dass die Umsturzmeldungen erfunden seien. — ZWISCHEN MALASIEN und den Philippinen ist es zu einem offenen Konflikt gekommen. — USA-Botschafter vor der Vereinigung der amerikanischen Staaten (OEA), Sol Linowitz, warnte vor einer Kürzung des Budgets. — AUCH AN DER Columbia-Universität in New York kam es zu heftigen Ausschreitungen. — DER KREML hat eine „schwarze“ Liste unliebsamer Tschechen auf gestellt. — IN INDIEN gab es bei Zusammenstössen zwischen Polizei und Arbeitern Tote und Verletzte. — LEVI ESHKOL beschuldigte die UN, sie würden die Tätigkeit der arabischen Terroristen durch ihre Unentschlossenheit fördern. — OLIVEIRA SALAZAR, seit mehr als drei Jahrzehnten Diktator Portugals, erhielt bei Lebzeiten angesichts seines schlechten Gesundheitszustandes für alle Fälle in Dr. Caetano einen Nachfolger. — IN ENGLAND waren ungewöhnliche Ueberschwemmur.gen zu verzeichnen. NEUER MORDTATEN rühmten sich arabische Terroristen. — EINEN UEBERWAELTIGENDEN Sieg konnten die Sozialdemokraten in Schweden davontragen. — IN NEW' YORK streikten die Lehrer ... — AUS HONG KONG wird gemeldet, dass die Rot-Chinesen wieder zehn angebliche Spione hingerichtet haben sollen. — dass wir nicht noch einmal all die Gründe vortragen müssen, die für diesen Plan sprechen. Sobald neue Informationen vorliegen, werden sie der Oeffentlichkeit mitgeteilt werden. — Boletín der AMIA Das Boletín der AMIA hat sich zu einem stattlichen Heft entwickelt, das viele interessante Beiträge, vor allem informativer Art enthält. Der spanische Teil umfasst 90 Druckseiten, der jiddische 82. Eine Fülle interessanten Materials wird geboten, das einen lebendigen Einblick in das jüdische Leben, die Arbeit der Kehilla und anderer Gemeinden in Argentinien vermittelt, aber auch über Gemeinden und gemeindliches Leben in anderen Ländern berichtet. Ein interessanter Ueberblick über das jüdische Schulwerk in Argentinien zeigt den Umfang einer Arbeit, die für den weiteren Bestand des jüdischen Lebens, vor allem in den vielen Kleingemeinden, von grösster Bedeutung ist. Mit dem Bericht über die Schulen in Avigdor und Alcaraz, die soeben von uns auch be- Aus Israel importiert. Talessim 10 verschiedene Grössen, ermässigte Preise Glückwunsch- ’ Karten Neue Modelle, 14ß verschiedene Motive. Machsorim Hebräisch mit spanischer Uebersetzung BUCHHANDLUNG G. KAPLANSKY PUEYRREDON 451 T. E. 89-3431 sichtigt wurden, können wir uns nicht einverstanden erklären, da die Lage dort viel schwieriger ist, als. sie in dem Bericht angedeutet wird. Das wahre Problem dieser wie aller Schulen in den Kolonien des Landesinnern besteht gerade darin, dass die Schulen für die heranwachsende Jugend nicht ausreichen, die deswegen in erheblichem Prozentsatz die Kolonien verlassen müssen, um in der Stadt die erwünschte Schulausbildung zu erhalten. Die Jugend geht als erste von den Kolonien weg und zieht die Eltern nach. Ob es möglich ist, dieses Problem durch ein ausreichendes Schulwesen zu meistern, erscheint recht zweifelhaft. — Erfolgreiche Künstlerin Die Schauspielerin und Rezitatorin Berta Singermann wurde einstimmig unter zehn Kandidatinnen zur „Frau Amerikas 1968“ gewählt. Die berühmte Künstlerin hat damit einen weiteren wertvollen Ehrentitel erworben. Die ergreifende Kunst ihrer Darstellung hat damit erneut internationale Anerkennung gefunden. Frau Singer mann ist bereits Ehrenmitglied von 54 kulturellen Institutionen Amerikas. Sie bedauerte in einem Interview, das sie einer bonaererwser Abendzeitung gegeben hat, nur in ihrem eigenen argentinischen Vaterlande bisher keine offiziellen Auszeichnungen erhalten zu haben. Rühmend muss erwähnt werden, dass Berta Singermann, die wir des öfteren auch Rezitationen in jiddischer Sprache vortragen hörten, sich immer bereit findet, auf jüdischen Kundgebungen und allgemeinen Wohifahrts - Veranstaltungen ihre hohe Kunst in den Dienst der guten Sache zu stellen. Der Rektor der H. U. Ueber den Besuch des Rektors der Hebräischen Universität zu Jerusalem, Professor Nathan Rottenstreich, in Argentinien haben wir bereits kurz berichtet Bei einer Pressekonferenz, die der berühmte Ehrengast Argentiniens, zu dem er von der Regierung erklärt worden ist, gegeben hat, konnte man eine ungewöhnlich interessante Per sönlichkeit kennen lernen der nach kurzen Informationen über den Zweck seines Besuches bereitwillig aui sehr viele Fragen Antwort gab, die ihm von den zahl reich erschienenen Journalisten gestellt wurden. Als man ihn fragte, au.* welchen Gründen die Stu denten der Hebräischer Universität im Gegensatz zi «len Studenten aller andere* Universitäten nicht nur i* der westlichen Welt nich rebellieren würden, gab Pro fessor Rottenstreich eine b» merkenswerte Antwort. Ej betonte, dass ihm dies* Frage überall vorgeleg werde, wohin er komme. Ei ner der wesentlichen Grün de, aus denen die Haltunj der israelischen Studentei zu erklären sei, bestehe i* dem Altersunterschied zwi sehen den Studenten Israle: und der übrigen Welt. Dit dreijährige Dienstzeit, di« jeder in Israel absolviere* müsse, habe zur Folge, das« der Student erst mit 2' Jahren seine Studien auf nimmt, also etwa drei Jah re älter ist als die Anfängei auf anderen Universitäten Die harte und umfassende Ausbildung, die ein Israeli in der Armee erhält, erstrecke sich keinesfalls nur (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Allen Freunden und Bekannten wünscht ein gutes Neues Jahr i n n D n n m tû n a œ?. Federico Reich und Familie Gral. Enrique Martínez 19' LUACH-(K ALENDER) Freitag, den 27. September 5. Tischri Sonnabend, den 28. September 6. Tischri Schabbat WAJECH — Schabbat SCHUWAH Haftara: Hosea 14 Sonntag, den 29. September 7. Tischri Montag, den 30. September 8. Tischri Dienstag, den 1. Oktober 9. Tischri Erew JOM HAKIPPURIM (K-ü Nidrei) Mittwoch, den 2. Oktober 10. Tischri JOM HAKIPPURIM Donnerstags, den 3. Oktober 11- Tischri Freitag, den 4. Oktober 12. Tischri Schabbat HAAS1NU Haftara: 2. Buch Samuel, Kap. 22

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