Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2286 (20.9.1968)
- Date
- 1968-09-20
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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▼tontea. æ 4o -ato IMS S * M A W A Das Grauen wurde zur Idylle In den Jahren 1943 bis 1945 wurden in Bergen-Belsen Zehntauaende umge* bracht. Es war eine Stätte des Grauens, des Massenmordes, unmenschlicher Verbrechen und des Tobens teuflisch - sadistischer Elemente. Heute fährt man durch die Lüneburger Heide, wo Bergen - Belsen liegt, wie durch eine idyllische Landschaft. Auch das Gelände selbst, wo sich das KZ befand, ist beinahe wie ein Garten hergerichtet, in dem nur die einzelnen mit gepflegtem Gras bewachsenen Hügel die Massengräber bedecken, mit Denkmälern aus schon behauenen Steinen mit Aufschriften ..Hier ruhen 500 Tote — April 1945“. Hier ruhen 2 500 Tote — April 1945” usw.. u»d mehreren formschönen Denkmälern ,,geziert“. Alles ist schön und würdig hergerichtet und sieht gar nicht danach aus, dass hier bis zu 34.168 Menschen unter der Knute vor Hunger, Furcht und Grauen zusammengepfercht waren. von MEIR FAERBER DEBELGRANO COOPERATIVA DE CREOnO LWA. DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA CASA CENTRAL AMENABAR 296S AGENCIA M 1: CABILDO 3102 esq IBERA AGENCIA N» 2: CORRIENTES 2294, P. P esq. PASTEUR AGENCIA N» 3: CORRIENTES 5322 Huraño: Olas hábiles de 10 a 17 hs. Sábados de 10 a 12 30 hs. Inscfipnofl en trámite en el Resistió (te Entidades Financieras no bancadas del Sanco Central CAPITAL REALIZADO ACTUAL Y RESERVAS $ 495.000.000,- Zur Zeit unseres Besuches zählten wir hier 25 Privatautos, einen Autobus mit Inl ands-Ausflii glern und 3 Militärautos mit Soldaten von NATO-Mitglied Staaten, hunderte Menschen, die hierhergekommen waren, die historische Stätte zu besuchen, die täglich von Tausenden besucht wird, darunter auch vielen Deutschen mit ihren Familien. Im Museum, in dem ein Ueberblick die Geschichte dieses KZ veranschaulicht, kann man beobachten, wie die Eitern ihren Kindern dieses schreckliche Kapitel der Geschichte zu . erklären suchen. BESUCHIN DACHAU Von München aus fährt man nach Dachau. An der Einfahrt in den Ort begriisst einen ein Schild: „Willkommen im 1200jährigen Dachau“. Aus einem Dorfe hat sich der Ort zu einer modernen, schmucken Stadt entwickelt. Gegenüber dem Eingang zum KZ hat man kürzlich ein schönes, dreisprachiges Schild aufgestellt und mit einem Blumenbeet geschmückt: „Besuchen Sie Dachau, den 1200jährigen Künstlerort . mit Schloss, Schlossgarten und einmaligem Fernblick.“ Die Stadtväter von Dachau wollen also die ausländischen Besucher, die herkommen. die Stätte des Grauens zu sehen und des Unglücks der hier gefolterten und kaltblütig ermordeten Menschen zu gedenken, als normale Touristen betrachten und für ihren Fremdenverkehr ausnutzen. — Die Einwohner der Orte Bergen-ßelsen und Dachau müssen zweifellos gewusst haben, was sich in ihrer nächsten Nachbarschaft | vollzog. Jetzt eine einträg-; liehe Fremdenindustrie aus J den Besuchern dieser Ge- I denkstätten herausschlagen 1 zu wollen, ist eine makabre Geschäftstüchtigkeit. Im Dachauer Museum kann manneben Schrekkensbildern aus jener Zeit die statistischen Berichte |sehen, laut denen in den i Jahren 1933 bis 1945 auf die¬ Fabrica Ropa 4« Cuero Gamuzado Cabra j Napa Saeas 7/8 - Trajas K. Zimmerspilz IUNIN 322 T. E 46-8/ö2 Maa-Eraeffaa«: VERKAUFSLOKAL FEINSTE HANDTASCHEN KOFFER BRIEFTASCHEN JUNIN 312 BECERRO CABRA COCODRIL AVESTRUZ NONATO CATECA S.A. * Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 jr 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma sem Gelände, das jetzt den Eindruck eines schönen zum Spaziergang einladenden Gartens macht, 31.951 Todesfälle registriert wurden, abgesehen von den tausenden Opfern, die nicht registriert wurden und die man hier ermordet hat. Insgesamt gab es hier 206 206 Häftlinge, von denen viele tausende Opfer eines wissenschaftlichen Sadismus und bestialischer Brutalität geworden sind. Auch in Dachau werden jetzt täglich 1.500—2.000 Besucher gezählt. GRÜNER RASEN Das Gelände des KZ ist derch grünen Rasen und die ganze Art der Anlage ausserordentlich verniedlicht, aber wenn man dem vom Internationalen Dachau'Comite eingerichteten Museum genügend Aufmerksamkeit gewidmet hat, kann man sich mit etwas Phantasie trotzdem vergegenwärtigen, was sich hier in den Nazijahren abgespielt hat. in der Eingangshalle nennt eine schwarze Wandtafel die wichtigsten Konzentrationslager Mitteleuropas und ihre grösseren Aussenlager. In Dachau waren Angehörige fast aller von den Nazis unterdrückten Völkern inhaftiert. Der Vorraum zeigt die Geschichte des Dritten Reiches und der Mittelbau die Machtergreifung am 30. Januar 1933, die Entstehung des ersten KZ, Dachau, in einer stillgelegten Munitionsfabrik am 22. 3. 1933. Hier gibt es ferner einen Ueberblick über die Judenverfolgungen und die pseü' domedizinischen Experimente sowie die todgeweihten ,Invalidentransporte“ in die Gaskammer von Schloss Hartheim bei Lins, wo 1942 bis 1944 3186 Menschen .vergast“ wurden, und das Krematorium mit seiner Aktivität — bis zur .Endlösung der Judenfrage“. In Dachau wurden nicht nur Juden gehalten, sondern auch viele politische Gegner des Nazismus und christliche Geistliche isoliert, die sich mit dem unmenschlichen Regime nicht abfinden konnten. 1937 erwies sich da» für 5.000 Menschen geplante Lager als zu klein ihm! die Häftlinge mussten ein grösseres Lager bauen, das 1938 fertig wurde. In den 30 Wohnbaracken sollte planmässig für 208 Häftlinge pro Baracke Raum sein, aber nach den Eroberungen des Dritten Reiches war das Lager derart überfüllt, dass zeitweise bis zu 1.600 Häftlinge in einer Baracke zusammengepfercht wurden. Wo sich jetzt das Museum befindet, waren damals die Wirtschaftsräume und das berüchtigte ,Bad“, in dem die SS-Leute die Häftlinge unmenschlichen Foltern unterwarfen, wie Pfahlhängen, Auspeitschen usw. In der langgestreckten, grossen Baracke am Anfang des Lagers leitete Dr. Rascher eine Versuchsstation, wo Unterdrück- und Unterkühlexperimente an wehrlosen Häftlingen durchgeführt wurden und auf der Malaria-Station liess Prof. Schilling Häftlinge mit Malaria infizieren. Für allerlei biochemische Versuche mussten Menschen als Versuchskaninchen dienen. Zu biologisch-medizinischen Experimenten wurden oft christliche Geistliche verwendet, für die es einen besonderen Wohnblock gab. 2.800 GEISTLICHE Insgesamt waren im KZ Dachau 2 800 Geistliche in Haft, die gegen Judenverfolgungen protestiert oder Verfolgten geholfen haben, meist katholische Priester, darunter viele aus Deutschland, Oesterreich und Polen, 96 evangelische (meist aus Holland) und 16 griechisch-katholische. Von diesen 2.800 kamen in Dachau 1.093 ums Leben. Die Gesamtzahl der von den Nazis umgebrachten christlichen Geistlichen belief sich auf 4.000. Momentan schwebt ein Ermittlungsverfahren am Landesgericht München 55 gegen die für die Ermordung von 400 - Priestern in Dachau Verantwortlichen. Auf dem SS'Schiessplatz, etwas ausserhalb des Lagers, wurden u. a. 6.000 russische Kriegsgefangene erschossen. Jetzt stehen nahe dem Ende des Geländes, das LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO- I NOEPE N Ol ENTE Bs. A*. - PUEYRREDON 2190, 1* in* - 83-2613 27. Elu! 5728 20. September 1968 /on Graben und Stacheldraht umgeben ist, drei neue, architektonisch wirkungsvolle Gebäude, die 1960 errichtete katholische Kapelle, die 1965 eingeweihte israelische Gedenkstätte und die noch nicht ganz fertiggestellte evangelische Gedächtniskirche. In der Einweihungsurkunde des jüdischen Mahnmals heisst es u. a.: „Als am 29. April 1945 das Lager befreit wurde, fand man Berge von Leichen der zu Tode Gepeinigten. Die Ueberlebenden dieser Zeit des Schreckens schwören, derer nicht zu vergessen, die hier ihr Le-* ben um ihres Glaubens willen dahingaben, sie gelobten die Stätte des Grauens zu einer Stätte des Gedea- I kens und des Gebetes zu | machen“. Ueber dem Ein- | gang zur Gedenkstätte, die | von einem grossen sieben-! armigen Leuchter überj ragt wird, steht in hebräii scher u«d deutscher Spra- I che der Psalmvers: „Stelle, | o Ewiger, ihnen eine War-! nung hin! Erfahren sollen 1 die Völker, dass sie Sterbii-! che sind.“ — CONOZCA “O MAIOR SHOW DA TERRA” CARNAVAL DO RIO 15 DIAS INOLVIDABLES! .-del 10 al 24 de febrero de 1969en el moderno hotel flotante s/s THEODOR HERZL Con programa permanente de entretenimientos Fiestas Shows - Juegos EXCURSIONES En Brasil: * Rio, Brasilia, San Pablo, Santos. 'Eñ Uruguay: »" Montevideo, Punta del Este. «a» .Zj V n 70 . 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