Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2285 (13.9.1968)
- Date
- 1968-09-13
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O ÛÛ o £ Pc FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXIX MANA ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 13 DE SEPTIEMBRE DE 1968 N? 2285 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1« ízq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Spannung am Suez-Kanal ARTILLERIEDUELL Jerusalem. — Zwischen Israelischen und ägyptischen Truppen entbrannte am vergangenen Sonntag längs des Suezkanals ein Artillerieduell. das sich über fünf Stunden lang an verschiedenen Punkten einer 112 Kilometer langen Front fortsetzte, bis beide Gegner sich auf Ersuchen der UN-Beobachter bereit fanden, das Feuer einzustellen. Israelische Sprecher teilten mit. dass die Schlacht in der Gegend von Port Tewfik in der Nähe der Stade Suez ihren Anfang nahm, als die Aegypter eine israelische Patrouille beschossen, die auf einer Landstrasse 10 km von Tewfik entfernt eine Mine entdeckte und sich anschickte, diese zur Explosion zu bringen. Israel ersuchte unverzüglich den Sicherheitsrat, ,,möglichst nodh itj der gleichen Nacht“ eine Sitzung anzuberaumen, um eine Debatte über die Gefechte am Suzekanal abzuhalten, bei denen fünf Israelis getötet und 17 verwundet wurden. Die israelische Mission vor den UN richtete das Ersuchen an den Ratspräsiden. . ten. den Kanadier George Ignatieff, der von dem Vorfall unterrichtet wurde. GEFECHT AM JORDAN Tel Aviv. — Während am Tage nach der Schlacht am Suezkanal eine gespannte Ruhe herrschte, wechselten israelische und transjordanische Truppen an der östlichen Feuereinstellungslinie Schüsse über den Jordan, und eine Mine zerstörte einen Lastwagen in der besetzten Gazazone. Ueber Verluste bei dem Schusswechsel am Jordan erfolgte keine Verlautbarung, aber durch die Explosion der Mine wurden der Fahrer des Lastwagens und weitere 15 Personen verletzt, die sich in der Nähe befanden. GEPLANTE AGGRESSION Jerusalem. — Aus gutinformierten Quellen verlautete, dass Aegypten in de» letzten Monaten längs der Feuereinstellungslinie am Suezkanal soviel Kanonen, darunter 160 mm-Geschütze. aufgefahren hat. wie man dies im Mittelosten bisher noch nicht gesehen hat. Die Gewährsleute betonten, dass Verteidigungsminister Moshe Dajan bei einer Inspektion an den Kanalufern ebenso wie seine Begleiter die Ueberzeugung gewann, dass der letzte Artillerieangriff der Aegypter nach vorgefassten Plänen durchgeführt worden ist. In israelischen Kreisen ist man der Auffassung, dass Nasser ,,bereit ist, neue Schwierigkeiten zu schaffen“. Die Aufstellung ägyptischer Geschütze, so heisst es, die auf eine 160 km lange Strecke am Kanalufer verteilt sind, begann schon vor einigen Monaten und wurde vor kurzem beendet. Erst als die Kanonen installiert waren, feuerten die Aegypter die ersten Schüsse iuf die am Ostufer des Kanals stationierten israelischen Truppen ab und griffen eine Patrouille an, als diese sich eine Mine zu ent schärfen anschickte. Erklaerungen Arthur Goldbergs New York. — Der neue Präsident des American Jewish Committee, Arthur J. Goldberg, beschuldigte die Polen und Ostdeutschen aes Versuche, die Invasion und Besetzung der Tsche' choslowakei durch die Länder des Warschauer Pakts mit „Zionismus“ zu bemänteln. Bei Antritt seines Amtes als Nachfolger von Morris B. Abram, erklärte der frühere Richter des Obersten Gerichtshofes der USA und Botschafter seines Landes vor den UN, dass die Behauptung der Kommunisten, die Zionisten würden eine Bedrohung für den tschechischen Sozialismus darstellen, „schockierend, Schändlich und völlig unbegründet“ ist. „Das Bemühen, den Antisemitismus in Osteuropa wieder anzufachen, ist eine Gefahr für die ganze Welt und erinnert an das Hitlerregime. Die Juden haben auf die Vorgänge in der CSR keinen Einfluss genommen“, führte Goldberg aus, als er vom Widerstand der tschechischen Bevölkerung sprach. „Die Zahl der Juden in die em Land ist unbedeutend.“ In einer Pressekonferenz im newyorker Sitz der Organisation gab Goldberg der Hoffnung Ausdruck, dass die tschechische Krise die Erfolgsaussichten der Friedensmission des UN-Emissähs Dr. Jarring im Mittelosten erhöhen wird. „Ich hoffe, dass die Lehre den arabischen Nachbarn Israels im Mittelosten klar verständlich ist und sie einsehen, dass die Russen für ihre Hilfe und Unterstützung einen Preis fordern und ihn einkassieren. Die Höhe dieses Preises ist aus dem, was die CSR bezahlt hat, ersichtlich.“ Auf die Frage, ob in Anbetracht der massenweisen Waffenlieferungen der Sowjetunion an die arabischen Staaten USA-Präsident Johnson Israel die gewünschten Phantom - Kampfflugzeuge liefern werde, entgegnete Goldberg: „Die beste Lösung für die Mittelost-Probleme ist, dass alle interessierten Staaten für die Beschränkung der Rüstungen sorgen. Israel kann natürlich nicht allein abrüsten. Leider pumpen die Russen Waffen in den Mittelosten. Die USA müssen zu verhindern bestrebt sein, dass eine Störung des Rüstungsgleichgewichts eintritL“ Aegyptische Kommandos unternahmen auch Einfälle in israelisches Geriet und 'egten dort Minen. So explodierte am gleichen Tage, an dem die Schalcht stattfand, eine frisch gelegte Mine, die einen Israeli tötete und zwei andere verwundete. Die israelischen Beobachter glauben, dass dieser Zwischenfall von den Aegyptern provoziert wurde, um die Israelis herauszufordern. NEUER ZUSAMMENSTOSS Jerusalem. |— Israelische und transjordanische Truppen gerieten erneut in ein Gefecht über den Jordan. Der Schusswechsel ereignegression mit verschränkten Armen zuzusehen. Bull besichtigte das West ufer des Kanals, um sich die Schäden anzusehen, die von dem Artillerieduell zwischen Aegyptern und Israels verursacht wurden, bei dem 21 Menschen getötet worden sind. GEFAEHRLICHER RUESTUNGSWETTLAUF Vereinte Nationen. — Der brasilianische Botschafter, Joao Augusto de Araujo Castro, warnte inmitten des zwischen Arabern und Israelis im Sicherheitsrat geführten Wortgefechts erneut vor der Gefahr, die durch hosu NASSER: Befehlen Sie ihm, er soll sich nicht von der Stelle rühren. te sich in der Nähe von Aschdod Jaakow im südlichen Jordantal. Verluste wurden nicht gemeldet. AEGYPTISCHE DROHUNG Inzwischen drohte die VAR mit „drastischen Repressalien gegen Israel“, um sich gegen die „israelische Aggression“ zu schützen. Diese Drohung formulierten die Aegypter in einer zweistündigen Unterhaltung zwischen dem Chef der UN-Organisation für die Einhaltung der Waffenstillstände, General Odd Bull, mit dem ägyptischen Unter- Staatssekretär für auswärtige Fragen, Salah Gohar, wie die kairoer Zeitung „Al Ahram“ berichtete. Kurz vorher hatte die arabische Nachrichtenagentur mitgeteilt, dass Gohar zu Bull sagte, die Aegypter würden zu Repressalien greifen, wenn die Israelis fortfahren, zivile ägyptische Ziele anzugreifen; sie seien nicht gewillt, der israelischen Agden In Mittelost „entfesselten Rüstungswettlauf“ hervorgerufen wurde. „Wir hatten erst kürzlich bei 2 vorhergehenden Gelegenheiten Anlass, auf diese Gefahr hinzuweisen“, führte Araujo Castro aus- ,,Es ist notwendig, dass die Grossmächte in der wichtigen Frage der Versorgung mit Waffen und Kriegsmaterial für die in den Konflikt verwickelten Nationen zu einer Eingung gelangen.“ Vor dem brasilianischen Botschafter hatte Israels Delegierter Joseph Tekoah eine Rede gehalten, in der er sagte: „Bald wird es zu spät sein. Die ägyptische Aggression hat bedrohliche Ausmasse angenommen und bildet, wie Kairo erklärt, den Beginn einer neuen Politik der Voübeugungsmassnahmen. Was das bedeutet, wissen wir alle.“ Tekoah ersuchte den Sicherheitsrat, dieser „neuen Vorbeugungspolitik“ der Aegypter am Israels Tore stehen offen ...J.jerusalem- — Die T<>re Israels, die immer den jüdischen Flüchtlingen offen gestanden haben, werden auch für diejenigen, Juden oder Nichtjuden, offen sein, welche aus Ländern wie der von den Russen besetzten Tschechoslowakei kommen und in Israel Zuflucht suchen. Vize-Premierminister Jigal Alton der das neue AbsorptionsMinisterium leitet, hat erklärt, dass die Partner von Mischehen und Familien aus der CSR, die sich in Israel niederzulassen wünschen, die gleichen Rechte und Privilegien gemessen werde», die allen Neueinwanderern zustehen. Generalmejor Uri Narkis, Generaldirektor der Absorptions- und Einwanderungsabteilung der Jewish Agency, teilte mit, dass etwa 50 tschechische Studenten, die sich im Augenblick der russischen Invasion in Israel aufhielten, in einen Ulpan aufgenommen worden sind, wo sie Hebräisch lernen, damit sie ihre Studien in Israel fortsetzen können. Er fügte hinzu, es seien andere „besondere Regelungn“ für die Tschechen getroffen worden, über die er sich im einzelnen nicht äusserte. (ITA) Massnahmen wurden verlangt Wien. — Das Präsidium der überparleilichen Oesterreichischen Widerstandsbewegung hat sich neuerlich mit der grossdeutschen, antisemitischen und neonazistischen Schreibweise der „Deutschen National-und Soldaten-Zeitung“ befasst, die in Oesterreich in einer Sonderausgabe verbreitet wird. Es wurde festgestellt, dass eine vor einigen Monaten an die Staatsanwaltschaft Wien gerichtete Strafanzeige bisher ohne Folgen geblieben ist. Das Präsidium der Organisation hat beschlossen, sich an die Bundesminister für Justiz und für Inneres mit dem Ersuchen zu wenden, die Verbreitung dieser Publikation in Oesterreich zu verhindern. Die Oesterreichische Widerstandsbewegung sei nicht bereit, „sich mit den ständigen Provokationen dieser ausländischen Zeitschrift abzufinden“. Sie appelliert an alle Antifaschisten, Demokraten und Patrioten, ohne Unterschied der parteipolitischen Richtung, für das Einfuhr- und Verbreitungsverbot der „Deutschen National Zeitung“ einzutreten. PERMANENTE HERAUSFORDERUNG Wien. — Es ist offenbar als Reaktion gegen den in Oesterreich tiefeineingewurzelten Antisemitismus zu verstehen, dass dort jetzt einige mutige Einzelgänger gegen den Judenhass entschieden Stellung nehmen und seine Ursprünge zu ergründen trachten. Der namhafte Kulturphilosoph Professor Friedrich Heer hat Suezkanal Einhalt zu gebieten. VAR-Botschafter Mohammed Awad El Kony wies die Beschuldigung zurück und behauptete, es seien die Israelis gewesen, welche „vorsätzlich“ angegriffen hätten. KEINE RESOLUTION Am darauffolgenden Tage wurde die Sitzung fortgesetzt. USA-Botschafter George W. Ball mahnte Araber und Israelis zur strikten Einhaltung der Feuereinstellung, damit die Bemühungen des UN-Schlichters Dr. Jarring um einen Frieden nicht durch diese sich wiederholenden Ausbrüche von Gewalt erschwert würden. Der Sicherheitsrat konnte sich über eine Resolution nicht einigen, und die Beratungen wurden auf unbestimmte Zeit vertagt. (Bei Redaktionsschluss, Donnerstag um 15 Uhr, lagen weitere Nachrichten noch nicht vor.) mit einem ebenso gelehrten wie kämpferischen Werk im Vorjahr Quellen des Antisemitismus im kirchlichen Denken schonunglos blossgelegt. Sein Buch hat im deutschen Sprachgebiet sehr starken, teilweise auch kritischen Widerhall gefunden. Nun sind „als erste Zeugnisse einer beginnenden Begegnung“ Beiträge von österreichischen Juden und Nichtjuden in einer Schrift „Antisemitismus — die permanente Herausforderung“ (im Europa-Verlag, Wien und Zürich) erschienen. Diese Essays zeichnen sich durch Originalität und besonderen Ernst der Bemühung aus. Von starkem Interesse sind die „Erkenntnisse und Bekenntnisse“ des Salzburger Rechtsphüoso* phen Professor René Marie, der die rechtsgeschichtlichen und rechtsphilosophischen Zusammenhänge von Judentum und Christentum untersucht, sowie die Studie des Herausgebers Dr. Albert Massiczek.Er ist von Beruf Oberstaaitsbibliothekar an der Nationalbibliothek; ausserdem hat er »ich als Publizist besonders mit der Problematik von Nationalsozialismus und Antisemitismus befasst. Basierend auf marxistischen Gedankengängen, versucht er in einem Beitrag zum Sammelband, den Antisemitismus als Produkt einer seit Generationen bestehenden „verkehrten Weltansicht“ zu deuten. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rlvadavia IF Registro de la Propiedad Intelectual N* P4T 28ff