Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2283 (30.8.1968)
- Date
- 1968-08-30
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o c «>*-.— «- c <* *- « *- o _ O? c ¿ ti < o FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA ISRAELITA Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 3« DE AGOSTO DE 1968 N" 2283 el ejemplar en toda la República 30, PUEYRREDON 2190 1» Izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Ein Bericht aus Genf Stolz weht die Fahne der ÜN über dem alten Völker, hundspalast in Genf, dem heutigen Europasitz der Vereinten Nationen. Das Gebäude erinnert uns an den Tag. an dem vor der Mandatskommission des Völkerbundes Dr. Chaim Weiztnann und andere zionistische Führer erschienen und für die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in von BORIS SMOLAR kussion. Det^ Traum wurde mit der Gi ündung Israels verwirklicht. Aber die auf den Antisemitismus in gewissen osteuropäischen Ländern bezüglichen Fragen existieren immer noch. Polen ist das beste Beispiel. Die Aufmerksamkeit der genfer Diplomaten konzen Palästina plädierten. Und j triert sich auf den antiseauch an jene Zeiten erin- | mitischen Kurs der polninern wir uns, als jüdische Sprecher hier auftraten, um die Rechte der jüdischen Minderheiten in Polen. Rumänien und anderen Ländern zu verteidigen, in denen der Antisemitismus beheimatet war. Die Frage der Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina steht schon nicht mehr zur Disl sehen Regierung. Die westj liehen Diplomaten reisen von Genf aus öfters nach Warschau, und sie kehren mit Berichten über die Unterdrückung der Juden in diesem Lande wieder zuj rück. Ihre Aussagen klingen weit beängstigender als die Nachrichten, welche in den Zeitungen der freien Länder publiziert werden. Nach Bonn beordert von JAKOB KATZ-ROGASEN Die Kette der .entlarvten* Nazis unter den bundesdeutschen Diplomaten ist in der letzten Zeit durch ein weiteres, allerdings starkes Glied verlängert worden. Ueber aie Teilnehmerschaft der deutschen Diplomaten an den Verbrechen des Dritten Reiches ist die Weltöffentlichkeit durch den Wilhelmstrassen-Prozess und andere spätere Verfahren unterrichtet worden. Zur Zeit laufen (oder liefen) NS-Prozesse gegen ehemalige deutsche Diplomaten. Der eine gegen den früheren Frankfurter Polizeipräsidenten und späteren deutschen Gesandten in B'.lgarien Adolf Beckerle ist soeben auf unbestimmte Zeit vorläufig eingestellt worden. Dem Expolizeichef wird vorgeworfen, Beihilfe zum Mord an 11.343 Juden geleistet zu haben... Die medizinischen Sachverständigen des zuständigen Gerichts attestierten dem Ehemaligen. für die Dauer der nächsten vier Wochen verhandlungsunfähig zu sein, was das Gericht zum Anlass der Einstellung oder vorläufigen Einstellung des Verfahrens nahm. Es ist rührend, in welcher entgegenkommenden, von menschlichem Verständnis getragenen hohen sittlichen Auffassung das Frankfurter Gericht einen Mann behandelt, der keines geringeren Verbrechens als der Beihilfe am Mord, allerdings nur an 11.343 Juden bezichtigt. verdächtigt und angeklagt ist. Beckerle war zusammen mit dem ehemaligen Legationssekretär Fritz Gebhard von Hahn angeklagt worden, dessen Verfahren wegen der Deportation der bulgarischen Judan in die Todeslager weitergefiihrt wird, und dem gerade jetzt Bundeskanzler Kiesinger bestätigte. auch nichts von dem gewusst zu haben, was sich im Nazi-Osten abspielte... Dagegen sprach das Schwurgericht in Köln einem ehemaligen SS-Oberscharführer wegen Mordes in zehn Fällen auf Lebenszeit die Ehrenrechte ab und schickte ihn lebenslänglich ins Zuchthaus. Zehn Mordtaten konnten nach so vielen Jahren dem Verurteilten nachgewiesen werden, der seinerzeit, als er die Macht und die Möglichkeit hierzu hatte, willkürlich auf Frauen und Kinder geschossen hat. Jetzt ist ein weiterer Fall bekannt geworden; der bundesdeutsche Botschafter in Portugal, Dr. Herbert Miiller-Roschach, wurde nach Bonn beordert, wo er sich zur Verfügung der Staatsanwaltschaft halten muss, die ein Ermittlungsverfahren gegen ihn unter dem Verdacht eingeleitet hat, an der Ermordung von Juden beteiligt gewesen zu sein. Die Geschichte wurde erst bekannt, als dieser Herr vor einigen Monaten in einem NS-Prozess als Zeuge verhört wurde, wobei seine Vernehmung zur Person seine Identität mit jenem Müller ergab, der eine geraume Zeit hindurch im berüchtigten Judenreferat des Auswärtigen Amtes Ribbentrops gearbeitet hat. Zur Vermeidung von Verwechslungen mit anderen Herren, die den Namen Müller tragen, hatte er sich inzwischen den Mädchennamen seiner Frau als Doppelnamen angehängt. Nur war er der Diplomat Müller- Roschach geworden, ein Repräsentant der neudeutschen Demokratie. Müller war der Vorgänger des von Hahn, über den hier bereits kurz berichtet wurde, und der sich zur Zeit vor seinen Richtern zu verantworten hat. Die Angelegenheit ist gewiss peinlich, zumal die ..gründliche“ Untersuchung der Vergangenheit Müllers ergeben haben soll, was aktenkundig wäre, dass er sich im Dritten Reich ..in anerkennenswerter Charakterfestigkeit gegen alle Versuche des Unrechtsregimes gewehrt“ habe . Trotzdem wurde er inzwischen „entlassen“ und ist nach den letzten Nachrichten au. seinen Botschafterposten in Lissabon zurückgekehrt! In Polen sind nur noch etwa 20.000 Juden geblieben, von denen 12.000 älter als 55 Jahre sind, und sie werden fast alle von der brutalen antisemitischen Politik der polnischen Regierung schwer betroffen. Kein Mitglied dieser kleinen wehrlosen Gemeinschaft kann sich retten. Alte und Kinder. Handwerker oder Angestellte, Intellektuelle oder Arbeiter, sie alle sind Opfer der vom Staat systematisch gelenkten Kampagne, um die Juden in ständiger Furcht zu halten. Diplomaten neutraler Ländez-, die Polen besuchen, erzählen von Massenverhaftungen von Juden im ganzen Land. Sie berichten, dass Juden Selbstmord begehen. Sie haben erfahren, dass in diesem Sommer Erziehungslager für 3000 Jugendliche an Orten wiedereröffnet wurden, an denen noch Lager aus den Zeiten der Nazis bestanden. Ihrer Schätzung nach leben ca. i 5.000 alte, kranke oder kör- : perbehinderte Juden, die ARABISCHE RACHE Jerusalem. — Jamal Abdul Rajim Shikada. ein bekannter Kaufmann aus Nab.us, wurde von El Fatach - Leuten erschlagen, weil er sich für den Frieden mit Israel ausgesprochen hatte. Die Terroristen lauerten dem arabischen Kaufmazzn auf, als dieser sich geschäftlich nach Transjordanien begeben wollte und die Brücke übe" den Jordan kreuzte. Sie stellten ihn wegen seiner angeblichen Beziehungen mit den Israels zur Rede und schlugen solange aut ihn ein, bis er tot war Die Information . stammt von einem angesehenen Araber aus dem Westbezirk, dessen Namen nicht genannt werden kann. (ITA) ten verlangen die polni. sehen Behörden für Visen Summen, die gewöhnliche jüdische Familien nicht zahlen können, sie erfinden aber auch andere Schwierigkeiten. Auswanderungslustige Juden sollen der Regierung die seinerzeitigen Kosten für die Erziehung Jahre hindurch regelmässig ' ihrer Kinder zurückerstat- _ . . 1 > . _ . . I 1^11 T-I1 OtiKai k An/1 /kl F AM na n.L eine monatliche Unterstützung vom Joint empfangen haben, gegenwärtig im tiefsten Elend. Wie steht es nun mit dem Versprechen der polnischen Regierung, den Juden, die auszuwandern wünschen, die nötigen Visen zu erteilen? Das Versprechen besteht auch heute, aber behördlicherseits wird alles Erdenkliche getan, um seine Erfiirlung zu erschweren, wenn nicht zu verunmöglichen. Nach Aussage der Diplomaten. Hierbei handelt es sich manchmal um phantastische Beträge bis zu 15.000 Zloty pro Kind. Eine andere „Neuerung“ stellt die Verfügung dar, dass von den Juden, die ein Visum beantragen, die Instandsetzung der Wohnung vor der Ausreise verlangt wird. Sie dürfen auch keine Bücher oder Schallplatten verkaufen. Polnische Beamte erscheinen in den Wohnungen, um ein Inventar der Bücher und Platten aufzunehmen, deren Verkauf AUMENTO DE LA INMIGRACION Nueva York. — 660 americanos y canadienses fueron a Israel durante julio según el rabino Mordecai Kirsh. blum. nuevo jefe asociado del departamente de absorción e inmigración de la Agencia Judía, y presidente del centro de aliá aquí. ,El rabino Kirshblum informó que “Casi Hatos americanos y canadienses se radicaron en Israel durante ios primeros, 7 meses de 1968. que en todo 1967. El aumento de aliá americana se produce a un ritmo alentador y sin precedentes. En este año, 1.769 americanos hicieron aliá. La cifra para 1967 ha sido de 1.777 personas”. _ Añadió el rabino Kirshblum: “Estamos particularmente satisfechos con la cualidad de las personas que hicieron aliá. En el grupo de julio, más de 100 son pro' fesionales, incluyendo 7 profesores para los institutos superiores israelíes de enseñanza, 10 ingenieros, 8 físicos y 38 maestros. Et 90% tiene menos de 44 años. PETER FRENKEL ZUNAHME DER EINWANDERUNG New York. — 660 Amerikaner und Kanadier reisten im Juli nach Israel, wie Rabbi Mordechai Kirshblum, der neue beigeordnete Chef der Abteilung;ür Absorption und Einwanderung der Jewish Agency und Präsident des hiesigen Alija-Zentrums mitteilte. Rabbi Kirshblum berichtete, dass „fast ebenso viele Amerikaner und Kanadier sich während der ersten 7 Monate des Jahres 1968 in Israel niederliessen wie im ganzen Jahr 1967. Die Zunahme der Alija aus den USA vollzieht sich in einem ermutigenden und noch nie dagewesenen Rhythmus. Dieses Jahr unternahmen 1.769 Amerikaner die Alija. Die Ziffer für 1967 benannte 1.777 Personen.“ Rabbi Kirshblum fügte hinzu; „Wir sind besonders mit der Qualität der Personen zufrieden, die die Alija verwirklichten. In der Gruppe vom Juli befinden sich über 100 Akademiker, darunter 7 Professoren für israelische höhere Lehranstalten, 10 Ingenieure, 8 Physiker und 38 Lehrer. 90 Proz'ént haben iloch nicht das 44. i_ej bensjahr erreicht.“ PETER FRENKEL Die Juden in Aegypten Die in Israel erscheinende .Jerusalem Post“ berichtete über die Leiden der Juden, die heute noch in Aegypten leben. Die Informationen stammen von ausländischen Besuchern dieses I andes, welche besonders über die Lagt jener Juden erregt sin ( die heute noch seit ihrer Verhaftung im Fechstagekrieg ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in einem besonderen ägyptischen Lager sitzen. Obwohl die Aeeypter bestrebt sind, diese Tatsache vor allem vor Besuchern aus dem Ausland gehe.m zu halten, gelangten Einzelheiten hierüber zu Ohren der Touristen. Aus d'esen Quellen verlautet« dass etwa 250 ägyptische Juden zwischen 16 und 60 Jahren aus angeblich „politischen Gründen“ in einem Getangenenlager, das den Namen „Thora“ trägt, inhaftiert sind. Das Lager sieht unter Aufsicht der ägyptischen Sicherheits aehörden,, die, wie man glaubt die Juden auf unbestimmte Zeit dort festzuhalten beschlossen haben. Nach Auslage eines Europäers, der kürzlich in Kairo war, hab;o ihm ägyptische Offiziere erklärt, dass die verhafteten Juden solange in Gewahrsam bleiben werden, bis Israel die besetzten Gebiete räumt. Verwandten der Gefanger>en ist einmal im Monat oder alle sechs Wochen der Besuch de« Lagers gestattet doch auf eine Person pro Häftling beschränkt. Die Verwandten, von denen viele ihres Ernährers beraubt sind und im Eiend leben, sind nach jedem dieser Besuche von den im Lager herrschenden Verhältnissen entsetzt. Sie berichten, dass mehrere Häftlinge Selbstmord beg in«*eu und andere versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Andere haben den Vorstand verloren oder sind zumindest in die für Geisteskranke bestimmte Abteilung des Lagers gebrach worden. Aegyprcn gestattet ebenso wie Syrien n'cht dass Vertreter des Internationalen Roten Krejzes die Gefangenenlager pesichtigen. Bekanntlich haoen sich beide Länder dei Untersuchung der Lage der Juden durch einen Emissär der Vereinten Nationen, wider setzt. Ehrung Gefallener Haifa. — Die ausländischen Studenten des Technions ehrten das Andenken von 20 Professoren und Studenten, die im Sechstagekrieg gefallen sind. Sie pflanzten auf dem Gelände der Hochschule Bäume und stifteten Bücher für die Bibliothek des Technions. — somit später nicht mehr : möglich ist. j Täglich türmen sieh vor den Juden, die zur Auswanderung entschlossen sind, neue Hindernisse auf- Sie alle verfolgen den gleichen Zweck, nämlich in den Juden den Wunsch zu erwekken, unter Zurücklassung ihrer Habe das Land zu verlassen; Trotz aller Schwierigkeiten, die den Juden gemacht werden, haben sich nach den Berichten der Diplomaten mehrere tausend Juden auf dem holländischen Konsulat eingeschrieben, um israelische Visen zu erhalten, die der holländische Konsul im Namen des Staates Israel erteilt. Holland hat die israelischen Interessen seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen im vergangenen Jahr vertreten. Die polnischen Juden wenden sich auch an das USA- Konsulat in Warschau und finden dort grosses Verständnis. Erst nachdem die polnischen Juden ein Visum für irgendein Land vorv/eisen können, finden sich die polnischen Behörden bereit, ihre Ausreiseanträge zu bearbeiten. Und bisher haben sie keine Eile gezeigt, die Eingaben abzufertigen. Nach den Bombenattentaten Jerusalem. — Verteidigungsminister Mosche Dajan stattete der Jerusalemer Altstadt am Tage nach den nächtlichen Unruhen einen demonstrativen Besuch ab. Er verurteilte energisch die Ruhestörer, wobei er zu bedenken gab, dass die Taten einiger weniger Terroristen nicht für die Haltung der arabischen Bevölkerung maasgebend sein können, die gegen den Terrorismus ist und durch ihr tägliches Verhalten beweist, dass sie unter israelischer Herrschaft leben kann. In einer Erklärung, die durch die Television verbreitet wurde, stellte Mosche Dajan fest, dass diejenigen, welche handgreiflich gegen arabische Bürger vorgegangen waren, als an verschiedenen Stellen der Stadt Bomben explodierten, das Spiel der Terroristen spielen. Aus diesem Grund habe die Polizei gegen die Gruppen jugendlicher Israelis einschre.ten müssen. Er fügte hinzu, dass das Umwerfen von Autos und das Einschlagen von Fensterscheiben nur dazu angetan sei, die Atmosphäre zu vergiften und neue Probleme zwischen der israelischen und arabischen Bevölkerung zu schaffen. Der Besuch des Verteidigungsministers in Ostjerusalem geschah auf Bitten des Bürgermeisters Teddy Kollek und hatte anscheinend einen beruhigenden Effekt. Das Leben in der Stadt schien wieder normal, obwohl überall mehr Polizisten als sonst zu sehen waren und die arabischen Taxichauffeure sich weigerten, Passagiere in den westlichen Teil der Stadt zu befördern. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 9& Registro de la Propiedad Intelectual 947 226