Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2283 (30.8.1968)
- Date
- 1968-08-30
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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* — Viernes, 3® é* Agosto de 1968 JÜDISCHE WO CHENSCHAU Afio XXIX. — í® 2183 Die kalte Provokation (Schliss von Seite 1) beteiligen, die selbst bereits mehr als einmal den gescheiterten Versuch einer Befreiung aus der erstickenden russischen Umklammerung gemacht hatten, die Ungarn, die Polen, die Ostdeutschen. Auch das erinnert an die Nazimethoden, die gefangenen Opfer ihrer Verfolgungen zu Vollstrekkern ihrer Mordabsichten zu machen. Welch’ ein trauriges Schauspiel musste die Welt erleben, als sie mitanzusehen gezwungen war, dass wieder einmal deutsche Truppen die tschechische Grenze überschritten. Nur ihre Kostümierung hatte sich geändert. Anstelle der braunen Horden marschierten jetzt die roten Soldaten, Landsknechte des 20. Jahrhunderts... Das sind doch dieselben Recken, die heute gemeinsam mit ihren russischen „Verbündeten“ — wer zweifelt rieht an deren Niebelungen-Treue“? — bereit sind, ein neues Lidice zu schaffen. Dass die Empörung einiger bereits liberalisierter kommunisMscher Länder wie Jugoslawiens und Rumäniens durchaus echt ist, darf man schon wegen ihrer eigenen Befürchtungen, vom russischen Bären verschlungen oder angegriffen zu werden, unterstellen. Die Reaktion der Pekinger Regierung auf diese Vorgänge klingt reichlich hohl; jeder weiss, dass auch Mao und seine Leute jederzeit gewillt sein würden, ähnliche Aktionen einzuleiten, wenn sie hierzu nur die Möglichkeit hätten. Die Tränen, die Peking vergisst, entspringen Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? ixq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spexialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PR0PIEDADES WEINSTEIN Ciudad de la Paz 1960 (EX-PROPIEDADES FRANKENBERG SRL.) erwartet Sie in seinem neuen Büro zu einer un verbindlichen Aussprache, um Ihre Grundstück- und Wohnungsprobleme schnell und fachmännisch zu lösen. Montag bis Freitag 9—12 15—19 nicht der Anteilnahme an dem Schicksal eines k.einen Volkes, das um seine Selbständigkeit ringt, sondern oer Befürci tung über einen unerwarteter. Machtzuwachs des russischen Kolosses, der in den letzten Jahren Risse zeigte, die für die chinesischen Pläne und antirussischen Hoffnungen neue Erwartungen versprechen. Die Moskauer Einwendungen, das tschechische Volk habe die Russen als Befreier von der westlichen Gefahr gerufen, sind derartig durchsichtig und absurd, dass man hierauf nicht nä. her einzugehen braucht. Obwohl man noch nicht voraussehen kann, welche neuen Perspektiven in diesem Augenblick gegeben sind, in welchem diese Zeilen niedergeschrieben werden, dürfte dennoch feststehen, dass der Liberalisierungsprozess vielleicht für einige Zeit unterbrochen, nicht aber erstickt werden kann. Denn zu allen Zeiten hat das Freiheitsbestreben der Völker den Triumph über jede Form von Diktatur davongetragen. Das kommunistische System mag noch so stark sein, für alle Zeiten lässt sich die Freiheit nicht mit Bajonetten und auch nicht mit Tanks niederdriikken. Es brodelt überall in der Welt, auch in der kommunistischen. Ob man die Reaktion der westlichen Grossmächte auf das Geschehen in der CSR als enttäuschend bezeichnen will, ist eine nebensächliche Frage. Eine sichtbare Reaktion erfolgte überhaupt nicht, wenn man von den politisch unbedeutenden Erklärungen einiger Regierungen, Blocks, Exilorganisationen und Einzelpersönlichkeiten absehen will. Das Versagen des französischen Präsidenten ist auffallend. War er doch derjenige, der eine neue Politik gegenüber den Kommunisten einschlagen wolle und dabei nicht davor zurückschreckte, die westliche Verteidigungs-Organisation zu schwächen. Charles de Gaulle wollte seine glanzvolle politische Laufbahn mit einer Annäherung zwischen Ost und West abschliessen, CARLOS W. HECHT Contabilidades Impuestos Asuntos Laborales ESTUDIO BERNARDO ZYLBERSZTEJN Contador Público Nacional Asesora miento integral de empresas. Auditorias CORRIENTES 3019 6? piso ol. 61 T. E. 89 1641. int. 61 Kir Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 Confitería NIZA Servicios 'de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 73-1049 wobei er als Star auftrat und ganz allein bewerkstelligen wollte, was andere gemeinsam nicht geschafft hatten. Einen Teil seines Programms hat er sicherlich erreicht: die westliche Position ist durch die Husarenritte des Generalspräsidenten erschüttert worden, aber eine Bindung des Ostens an den Westen oder auch nur eine Annäherung an die französischen Aspirationen ist nicht erfolgt. Dass Frankreich einen schärferen Protest als andere westliche Länder eingelegt hat, wurde nicht bekannt, obwohl gerade dieses Land immer tiefere Beziehungen zur CSR gehabt hat als andere Staaten. Schliesslich begnügten sie sich alle mit ihren papierenen Protesten und überliessen das tapfere tschechische Volk seinem Schicksal. So widerfuhr es allen anderen Nationen, die in diesem Jahrhundert aufstanden und den Kampf um ihre Freiheit aufgenommen haben. Man hört Proteste, aber man sieht keine Taten, die nicht immer in Kriegshandlungen zu bestehen brauchen. Phantasielos werden Worte und Deklarationen wiederholt, Worte des Bedauerns, des Mitempfindens, der Sympathie, Deklarationen über Recht und Freiheit, über Selbstbestimmung und Gleichberechtigung aller Menschen, aller Länder. Aber dabei blei'bt es. Mit einer erschreckenden Klarheit trat einmal mehr die Ohnmacht des neuen Völkerbundes hervor, der damit die unrühmliche Geschichte seines Genfer Vorgängers wiederholt. Mit ihrem provokativen Auftreten in Genf hatten die Nazis jede Aktion der Liga der Nationen unmöglich gemacht und den Völkerbund zu einem Schattendasein verurteilt, der ohnmächtig Zusehen musste, wie der Zweite Weltkrieg vorbereitet wurde, ohne die geringste Chance zu einem Eingreifen zu haben. Mit der Rückendekkung Nazi - Deutschlands konnte das faschistische Italien seine Ueberfälle auf Aethiopien und Albanien durchführen, auf die damals die Welt auch nur mit Protesten und Deklamationen über Recht und Freiheit reagierte. Die Rede, die Kaiser Haile Selassie nach dem Fall seines Landes vor dem Völkerbund hielt, gellt auch noch heute in den Ohren einer Welt, die damals nichts unternehmen wollte und zu den Vorgängen schwieg, wenn man von wohlklingenden Resolutionen und nutzlosen Appellen absieht. Heute ist die Position der Feinde der Freiheit noch JACOB LAPIDUS dipl. Moliel Viamonie 2037 4° ß T. E. 46-1716 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON; 78-4784 stärker, da ihnen das Statut der UN die klare Möglichkeit einräumt, unbequeme Beschlüsse durch ihr Vetorecht zu verhindern. Dass eine der fünf Vetomächte — USA, Russland, England, Frankreich und das nationalistische China — überhaupt verurteilt werden kann, ist ausgeschlossen. Immerhin war die Abstimmung im Sicherheitsrat nicht uninteressant, da alle Mitglieder dieses Gremiums mit Ausnahme Ungarns und Russlands für eine Verurteilung des sowjetischen Ueberfalls auf die CSR zu stimmen geneigt waren, jeden, falls eine umfassende Debatte hierüber forderten. Wenn man diese Vorgänge mit der russischen Politik in den letzten Jahren vergleicht, muss man darüber entsetzt sein, welche Kräfte heute in der politischen Welt wirken. Als Israel sich gegen den Angriff der feindlichen arabischen Nachbarstaaten erfolgreich zur Wehr setzte, scheute sich selbst ein de Gaulle nicht, in den Chor der kommunistischen Imperialisten und ihrer arabischen Satelliten einzustimmen und die israelische Abwehr eines vernichtenden Schlages als eine Angriffshandlung zu bezeichnen, obwohl Nasser und seine arabischen Kumpane unverhohlen, mit vorweggenommenem Triumph und einem abstossenden Hass die totale Ausrottung Israels und seiner Bevölkerung angedroht hatten. Die tschechischen Kommunisten und Intellektuellen waren nicht die einzigen Kommunisten, die dieses teuflische Spiel verurteilten. Aber de Gaulle hat bis heute nicht den Mut aufgebracht, diesen seinen schweren Fehler, dieses sein ungeheuerliches Unrecht einzugestehen. Wenige Wochen oder Tage vor der Behandlung des russischen Ueberfalls auf" die CSR hat sich der Sicherheitsrat mit einer israelischen Strafexpedition gegen arabische Terroristen beschäftigt und sich nicht geschämt, Israel zu verurteilen, weil es sich gegen eine Organisation von Mördern zur wehr gesetzt hat, die von arabischen Regierungen protegiert wird und mit kommunistischen Waffen ausgerüstet ist. Der souveräne Staat Israel sollte im Juni des vergangenen Jahres warten, bis der bis in die letzten Einzelheiten vorbereitete Ueberfall der arabischen Länder mit vorwiegend russischen Tanks und Flugzeugen durchgeführt wird, b< i dessen systematischer Planung der Generalsekretär der UN eine für uns durchaus nicht aufgeklärte unglückliche Rolle gespielt hat Heute soll Israel ruhig zusehen, wie Terroristen Mordanschläge gegegen die Zivilbevölkerung Dr. Bernardo SCKWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-821« RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-44)52 Pratost Washington. — Exhokschafter J. K. Galbraith und der Nobelpreisträger Prof. George Wald haben an der Spitze von 55 amerikanischen Wissenschaftlern und Künstlern einen Protest unterzeichnet, in dem die polnische Regierung aufgefordert wird, unmissverständlich jegliche Form von Antisemitismus, auch den sogenannten Antizionismus, zu .verdammen“. Die Petition wurde dem polnischen Botschafter in den USA, Jerzy Michalowski,, von einer Delegation überreicht. (ITA) ausführen, wie Bomben gelegt und Frauen und Kinder unter Feuerbeschuss genommen werden, ohne hiergegen entscheidende Gegenschläge unternehmen zu dürfen, wie der Sicherheitsrat meint, der längst sein moralisches Recht verwirkt hat, ein Urteil über andere Völker abzugeben. Grösser als die Tragödie, deren Opfer das tschechische Volk wurde, ist die des Sicherheitsrates und damit der UN, die einmal eine Hoffnung für alle Völker gewesen sind und die als Garant des Friedens eine bessere Zukunft für die ganze Menschheit vorbereiten sollten. LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1* izq. T. E. 83-2613 Abono- Preise Argentinien; I 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich Kundgebung in Daehau Bonn. — Etwa 5.000 ehemalige Widerstandskämpfer und Ueberlebende der nazistischen Todeslager versammelten sich in Dachau und forderten von der Regierung das Verbot der neona. zistischen NPD. Die Kundgebung fand nach einer Zusammenkunft von Delegierten statt, die in Vertretung von 25.000 einstigen Kämpfern und KZ-Insassen in München eine Tagung abhielten. (ITA) CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I .Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E URIBURU 285 41-2331 — 2240 49-5855 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstund' Sonnabend: 14—16 Uhr Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. L. KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag Dienstag, Mittwoch n Freitag von 1#—19 0*° Sb wird gebeten och vorbei telefonisch anzumelden SANTA FE 1391 I. E. 44-9493 u. 44-1542 > .