Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2276 (12.7.1968)
- Date
- 1968-07-12
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Scholem, geborener Berliner, Jahrgang 1897, seit 45 Jahren in Israel und fast ebenso lange mit der He bräischen Universität au* engste verbunden, erinnerte an seine Studienzeit in Bern. 1918 und 1919. und seine langjährige Verbun denheit mit dem wissenschaftlichen Leben der Schweiz. Scholem schilderte, wi die Erforschung der jiidi sehen Mystik erst allmäh. lieh in die vor etwa 150 Jahren vor allem im deutschen Sprachbereich entstandene Wissenschaft vom Judentum Eingang fand; das sei eigentlich erst in diesem Jahrhundert geschehen. „Die ungeheure Erschütterung und lebensgefährliche, aber auch fruchtbare und in die Zukunft weisende Krise“, so führte Scholem aus, „die das jüdische Volk in dieser Genera tion erfahren hat“, habe unsere Augen auch für vieles geöffnet, was verschüttet lind vergessen schien. „Wir sehen unsere Vergangenheit mit neuen Augen“, sagte Professor Scholem, „und auch die verschlossenen Symbole unserer Mystiker scheinen uns der Erschliessung und Erhellung wert“ Auf seine nun fünfzig Jah re umfassende Lebensarbei. eingehend, auf die er mit berechtigtem Stolz zurückblicken darf, meinte Scholem, er habe insofern Glück gehabt, als er gesät und geerntet habe und Schüler mit neuen Perspektiven der Forschung und eigenen Einsichten habe heranbilden können. E. G. L. Gemeinden und Vereine (Fortsetzung der Vereinsnachriehten von Seite 6) geöffnet. Freitag und Sonnabend geschlossen. Mittags lisch jeden Sonntag, nach vorheriger Anmeldung im Sekretariat. Festlichkeiten Aller Art werden von Herrn Kahn wur.schgemäss durchgeführt. BIBLIOTHEK- und LESEZIMMER: Unsere Bibliothek ist Montags und Donnerstags von 16.30 bis 18.30 Uhr geöffnet A. C. I. B. A. ARAOZ 2854 Tel.; 71-9059 — 72-2725 BRIDGE-UNTERRICHT: Auf Verlangen vieler Mitglieder wollen wir einen Bridge - Unterricht organisieren. Damen und Herren, die Interesse dafür haben bitten wir, sich in unserem Sekretariat oder bei der Herren der Heimkommission zu melden. EINHEITSKAMPAGNE 1968: Wir erinnern unsere Mitglieder nochmals daran, ihren Beitrag für die Dringhchkeitskarnpagne 1968 so schnell wie möglich zu entrichten. ,s><. UFA : ge*“ icheol nsebte Zabi“'1- ARAOZ 2854 — Buenos Aires MEISTERSCHAFT 1968 Spiele am Sonntag, den 14 iuli 1968: Sportplatz Fénix: Bar Koehba — CASA Macabí — J. Weizmann iLamadrid): Lamrot Hakol — Ramali Aciba — Bet Israel Villa Lynch): CIS — Haganah Macabí Hazair — Orient- Beginn: 13 bzw. 14 Uhr 30. Musik in Buenos Aires „CAVALLERIA RUSTICA¬ NA“ und „PAGLIACCI“ IM COLON Nach langer Abwesenheit ging das — in sich unzusammenhängende — Diptychon, piece de résistenee aller Opernbühnen, wieder über die Colonbretter. Pietro Mascagnis „Sizilianisehe Bauernehre“ stellte uns die „schwarze Venus von Bayreuth“ Grace Bumbry vor, d'e eine glaubhafte „San. tuzza“ sang und ihren durch Schmelz bestechenden Mezzosopran glänzend führte. Die „porteños“ feierten sie enthusiastisch. Der in der Premiere sehr undisponiertc Carlo Bergoni („Turrido“) zog sich routiniert aus dieser Affäre und errang zusammen mit Gian- Piero Mastromei („Alfio“), Gina Lotuffo („Lola“) und Luisa Bartoletti („Mamma Lucia“) grossen Beifall. Eugenio Guglielminettis Bühnenbild mit restlos gegliickiicher räumlicher Disposition nahm die Tragödie voraus; grau und düster waren Häuser, Himmel, Kostüme und gaben der Regisseurin Margarita Wallmann erschöpfend genutzte Inszenierungsmöglichkeiten. Der „Bajazzo“ Ruggiero Leoncavallos zeigte ein abwegiges, verwirrendes Zirkuszelt als Szenerie, ebenfalls von Guglielminetti, welche auch die Drehbühne ausgiebig und oft nicht logisch benutzte. Margarita VVallmanns farbige, lebhafte Regie hauchte der unverwüstlichen Oper pulsierendes Leben ein. Eine „Sexy“- Nedda: hier debutierei.de Joan Carlyle mit stimmlich hohen Qualitäten; Cornel Mac Neil triumphierte als „Tonio“; unvergesslich sein stürmisch beklatschter Prolog. Jon Vickers, prächtig singender „Canio“, in kleineren Rollen hiesige Künstler ebenbürtig. In beiden Opern bereitete Romano Gandolfi mustergültig die Chöre vor während Bruno Fartolettis Dirigat ohne rechten Schwung war und gelegentliche Unebenheiten auszugleichen hatte. Das Colönorchester spielte im Allgemeinen zufriedenstellend. VATER UND SOHN: PIERRE FOURNIER UND JEAN FONDA Der junge französische Pianist Jean Fonda, guter Techniker und manirierter Posteur, debütierte in den nicht genug zu würdigenden „conciertos de mediodía“ vom Mozarteum in der Schumannphantasie op. 17 und der Chopinsonate op. 35. Mit seinem Vater, dem weltberühmten Cellisten Pierre Fournier, musizierte er wesentlich gereifter Beetho vens Sonate Nr. 3, a dur, op 69, die Brahms-Sonate Nr 2 f-dur op. 99, die einzige' Debussysonate, und von Shoslakowitsch die Sonate op. 40. Pierre Fourniers no-, Bin reizendes Musical Die Deutschen Kammorspiele brachten als vor.etzte Aufführung der Spielzeit ein erfolgreiches Musical. „The Boyfriend“ von Sandv Wilson. Die Handlung spielt in Nizza, wo die Insassen eines Mädchenpensionats auf nette lustige Art ihre Boyfriends zu Ehepartnern machen. Am Schluss stehen sieben Paare auf der Bühne. Das Hauptverdienst der brillanten Aufführung gebührt dem Regisseur Karl Vibach, der ein ungewöhnliches Talent besitzt, den Rhythmus der Musik in fliessenden tänzerischen Bewe gungen auf die Bühne zu übertragen. Dabei führte er die Schauspieler so gut und sicher, dass selbst Laien mi’: der Sicherheit von Vollblut- Mimen agierten. Alles war Leben und Bewegung, sprudelte von Lust und Laune. Vibach gab noch bezaubernde Gags hinzu, u. a. einen komischen „Karnevals-Tango“. Gespielt wurde durchweg sehr gut. Lily Wiehert war ais Pensions.eiterin elegant und ganz Dame, die sehr gut aussah, sang und spielte. Von den jungen Damen ragten Karin Kleine, die auf sehr liebe Art ihr Herz entdeckte, Gisela Schwiering hervor, die jung und bildhübsch auch ohne dramatische Schule mit der Sicherheit einer Schauspielerin sang, tanzte, sprach und spielte. Die anderen Damen waren Ursula Schaeppi, Gisela Timmermans und Angelika Harnisch. Alle gut und sehr auf ihrem Platz, ebenso wie die dazu gehörigen Boy- Appell zur Vernunft Jerusalem. — In der Knesset richtete Kultusminister Zorach Wahrhaftig einen Appell an die mohammedanischen religiösen Führer, von ihrem politischen Widerstand gegen die israelischen Behörden abzulassen Er betonte, dass dieser politische Widerstand bisher verhindert habe, zu befriedigenden Lösungen religiöser Probleme zu gelangen Im weiteren wies er auf das Ausmass der Zerstörung und Entweihung der jüdischen heiligen Stätten in der Jerusalemer Altstadt unter der transjordanischen Verwaltung hin und fügte hinzu, dass allein die Restauration des jüdischen Friedhofs auf dem Oelberg etwa 6 Millionen IL kosten dürfte. (ITA) bles, intensives und technisch wie ausbeuterisch gleich perfektes Spiel adel. te das Konzert. Fournier war auch mit dem Philharmonischen Orchester in den Tschaikovsky-Variationen über ein Rokoko-Thema und in oaint- Saens Celiokonzert Nr. 1, op 33, zu hören, wo er virtuos dominierte. Pedro Calderón war ihm mit dem mittel massig spielenden Orchester ein aufmerksamer Sekundant. Man hörte dabei auch u. a. Frank Martins „kleine Sinfonía concertante“ und die Musik zu „Cristóbal Colón“ von Rodolfo Arrizaga. Derselbe Dirigent begleitete mit dem vorzüglichen Ensemble Musical“ den berühmten spanischen Gitarristen Narciso Yepes im reizvollen „Concierto de Aranjuez“. In diesem Programm wurde ferner eine ganz hervorragende Version von Stravinskys Ballett-Suite „Pulcinella“ geboten, Juan Carlos Zorzis „adagio leiegiaco“ in Memoria m Gilardo Gilardis, und eine spritzig und innig musizierte Haydn-Symphonie Nr. Nr. 102. Curt B. M. Webssit» §P - , SÏ . - ' »V Israelisches Kanonenboot patrouilliert friends, die sich in grösseren oder kleineren Rollen alle auszeichneten: Peter Gavadja, Bernd Kreibich, Hans Joachim- Reineke, Fritz Kost und Walter Stappers. Zwei köstliche Chargen gaben Wiltrud Tschudi und Gottfried Mehlhorn. Sie war die typische englische Miss, die den Gatten beherrschttrocken und schneidend scharf. Mehlhorn erwies sich als guter Komiker mit angenehmer Gesangsstimme. Johannes Raimund war ein distinguierter Viveur. Ulla Harnisch war eine charmante Ansagerin. Ausserdem gab es wie stets, diesmal von einem kleinen Orehester begleitet, am Flügel Proben von Musikalität und pianis'ischem Können. Wegen des Redaktionsschlusses habe ich die Hauptprobe, nicht einmal die t Generalprobe, rezen. siert. Ich bin sicher, wenn ich dieser bisher bester, und unterhaltendesten Aufführung der Saison einen ganz grossen Publikumserfolg Voraussage. Dr. Karl Kost NEUE AGENCIA Die Caja Popular de Belgrano Soc. Cooperativa de Credito Ltda., die im Jahro 1932 gegründet wurde, wird am Donnerstag, den 18. Juli, um 19 Uhr ihre dritte Filiale in Villa Crespo, Avda. Corrientes 5322, eröffnen. Die zuständigen Behörden Mitglieder des Cooperativvesens, der Banken, der Industrie und des Handels sind zu dieser Feierlichkeit eingeladen, die ein Beweis für die Entwicklung und Bedeutung der Caja Popular de Belgrano sein wird, WARUM müssen wir Sie besuchen WESHALB leisten Sie nicht spontan Ihre würdige SELBSTBESTEUERUNG &0MITE CENTR0EUR0PE0 Ae la Campaña Unida (Keren Hajessod) Sarmiento 2376, 3? — T.E. 47 3820 n. 47-1661