Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2275 (5.7.1968)
- Date
- 1968-07-05
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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SEMANA ISRAELITA AíU* XXIX. — N* 2275 — 5 Kongress in Jerusalem Viernes, 5 de Julio die 1968 H. Sw.: — Beinahe 33 Jahre sind vergangen, seit ich zum ersten Mal an einem yionistenkongress teilge - Kommen habe. Das war im Juli und August 1935, als der 19. Kongress in der rchönen Schweizerstadt Lu *ern zusammentrat Wenn man bedenkt, was inzwischen alles geschah, wird man kaum glauben können, dass nur dreissig Jahre verstrichen sind. Eine andere Welt ist entstanden, die von der früheren grundlegend verschieden ist. Und alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Umschwung und die Aenderungen, die wir zu erwarten haben, noch einnchneidender als diejenigen sein werden, die wir selbst vor einigen, wenigen Jahrzehnten miterlebten. Damals wütete Hitler in Deutschland. Obwohl seine Grausamkeiten noch nlchf in voller Entfaltung waren, wie dies nur einige Jahre später der Fall sein sollte zitterte doch die Bevölkerung in den Mauern des Dritten Reiches vor all den Brutalitäten, die bereits begangen worden waren und die bevorstanden Natürlich gab es noch viele Optimisten, die annahmen, dass die Tage des Regimes gezählt seien. Aber manche Krisen, die zugleich Höhepunkte brauner Exzesse gewesen sind, wie der Boykott-Tag, der Reichstagsbrand, der Röhm-Putsch u. £., waren vom Dritten Reich iiberstanden worden. Aus verschiedenen politischen Gründen hatte die braune Regierung gegen die Entsendung einer Delegation der Zionistischen Vereinigung in Deutschland (bekannt unter der Abkürzung ZVfD) zum Kongress nach Luzern nichts einzu wenden; sie erlaubte übrigens auch noch im Jahre (Fortsetzung der Ereigmsse der Woche von Seite 4) tion in unserem jüdischen Leben. Nach einer sich hieran anschliessenden Generaldebatte wird Israels Botschafter über die Lage, die Aufgaben und die Möglichkeiten des jüdischen Volkes nach dem Sechstagekrieg sprechen. Wiederum wird eine .mesa redonda“ folgen an der sich die Herren Dr. Moses Goldman, Dr. José Kestelman, Ing. Moisés Dai en, Dr. Isaac Hugo Golber und Jorge Brener beteiligen werden. Nach einem Gemeinschaftsessen ist eine allgemeine Debatte über das von Botschafter Alon behände.te Thema vorgesehen. Nach einer Reihe weiterer Beratungen und Veranstaltungen wird DAIA-Präsident Goldenberg die Tagung abschliessen. Für den nationalen Feiertag ist eine gemeinschaftliche Kranzniederlegung am Monument des Befreier-Generals vorgesehen. Kunstgalerie Alvini Vor einigen Tagen wurde in Buenos Aires, Maipü 975 eine neue Kunstgalerie eröffnet, deren Leitung u. a. in Händen von Frau Beatrice Turkow liegt. Zur Zeif wurden Bilder der 95jähri gen Malerin Hel Enri (Pa ris) gezeigt. Olympiade der Beschaedigten Wie wir an dieser Stelle bereits ausführlich berichteten, findet die diesjährige „Olympiade der Körperbeschädigten“ in Israel statt. Das argentinische Comité wird durch ACIR, Asociación Cooperadora del Instituto Nacional de Rehabilitación del Lisiado repräsentiert, das zu einer Eröff- 1939 — also nach der Kri stallnacht und unmittelbar vor Ausbruch des Weltkrie ges —, dass Zionisten aus Deutschland zum Kongress in Genf reisten. Allerdings konnten und durften während der Hitlerjahre keine Wahlen zum Zionistenkongress durchgeführt werden, sodass die Zusammenstellung der Delegation im gegenseitigen Einvernehmen der Parteien erfolgte. Was es zur damaligen Zeit bedeutete, über die deutsche Grenze ins freie Ausland fahren zu dürfen, werden sich heute nur diejenigen noch vorstellen können, die dabei waren. Die Zensur der Nachrichten, die damals in Deutschland verbreitet wurden, war rigoros sodass es nur immer gezählte Men sehen gab, die wirklich informiert waren. Das Abhören ausländischer Nachricn ten war gefährlich, da man bei Denunziation mit schweren Straf- und Verfolgungsmassnahmen zu rechnen hatte. Jedenfalls fiel eine Panzerhaut von uns ab, als -wir damals die schweizerische Grenze überschritte^ haben und feststellen konnten, dass es doch noch freie Länder gab. Allerdings wurden wir sehr bald daran erinnert, dass Vorsicht am Platze sei. Denn die Gestapo übte auch im Ausland eine starke Kontrolle übe" die aus Deutschland gekommenen Delegierten aus. die bespitzelt wurden. Auf diesem Wege versuchten die Deutschen, durch verschiedene Methoden und mannigfache Kanäle Einzelheiten und Neuigkeiten zu erfahren, die für die ueutschen Absichten wesentlic sein könnten. Bietet doch nungsfeierlichkeit eingeladen hatte. Hierzu wurde durch ACIR als Ehrengast Dr. Arthur S. Abramson Professor für die medizinische Rehabilitation der Körperbeschädigten am Albert Einstein College der Yeschiwa-Universität in New York eingeladen. — Comité für Israel-Soldaten Wie der Verband der Nazi-Verfolgten in Argentinien miiteilt, befindet sich ein Comité für den Israel-Soldaten in Bildung, das ein Haus für die Veteranen der israelischen Armee in Hod-Hascharon (Israel) errichten will. Das Haus wird den Namen „Heim für Kriegsveteranen, errichtet vom Verfolgtenverband (Sherit Hapleta) in Argentinien“ tragen. Alle sind aufgefordert, sich an diesem Werk zu beteiligen. Luftfahrt-Ausstellung Die israelische Flugzeugindustrie wird sich an der Ausstellung beteiligen, welche vom Oberkommando der argentinischen Luftwaffe vom 1. bis 24. November ds. Js. in den Anlagen der Rural im Rahmen der „XII- Semana Aeronáutica y Espacial“ veranstaltet wird. Nach Mitteilung der Israel- Botschaft in Buenos Aires wird die Israel Aircraft Industries Ltd. dort für die Handelsluftfahrt bestimmte zweimotorige „Jet Commander“ und Arawa-Apparate für Transportzwecke zeigen. Vom Jet Commander wer den zwei Modelle ausgestellt werden, und zwar eines für vier Passagiere und Frachten und das andere für sieben Passagiere und Frachten. Die Arawa-Maschine ist für verschiedene ein solcher Kongress, zu dem Delegierte aus einigen Dutzend verschiedener Länder erscheinen, immer Mög iichkeiten einzigartiger In formationen und immer Gelegenheit, mit Politikern, Diplomaten, Journalisten. Reportern und s mst gut un terrichteten und eingeweih ten Personen in Verbindung zu gelangen. Schon auf den Strassen in Luzern begegnete ich einer Manne, der mir aus Berlin bekannt war uni von der; ich wusste, dass er im Dien ste der Gestapo »fand. Dies war übrigens der einzigr Jude, den ich aus Deutschland kenne, dsr sich z1 solch schmutzigem Geschäji' kergegeben hat. Er kmnte später nach Südamerika entkommen, wo ihn aller dings doch sein Schicks? erreichte; er wurde von Nazischergen in Bo'ivien um- Zwecke konstruiert, d.h. für die Beförderung von Passagieren, Frachten und den Transport kleiner Fahrzeuge. Sie kann bis zu 20 Passagiere oder 2.000 Kilo Fracht aufnehmen. Zentraleuropaeischer Sektor der OSFA Am 27. Juni fand ein Treffen sämtlicher Vorstände der bestehenden Zentren unseres Sektors statt. Der Zweck dieser Zusammenkunft, der 60 Frauen spon tan Folge leisteten, war ein Bericht über die Leistungen der letzten drei Jahre abzulegen und Vorschläge für die kommende Arbeit zu bringen. In ihrer Eröffnungsansprache betonte die Präsidentin, Frau Toni Isakowitz, die wichtige Rolle der jüdischen Frau von der Idiologie bis zur Praxis, unsere Aufgaben und Verpflichtun gen innerhalb der zionistischen Familie. Es folgten Berichte und Ausführungen des Finanz und Mitglieder- Departaments und über die Kulturarbeit. Es wurde beschlossen, in den kommenden Sitzungen jeder Gruppe ein einheitliches Ku turpro gramm auszuarbeiten, Thema: Die Geschichte des Zionismus. Im zweiten Teil des Nach mittags brachte jedes Zentrum Rechenschaftsberichte über die geleistete und zukünftige Arbeit. Man sprach über gemeinschaftliche Ver anstaltungen der Gruppen. Es folgte eine allgemeine Debatte über diverse Punkte. Wir glauben, dass dieser Aussprache-Nachmittag eine willkommene Notwendigkeit für alle unsere aktiven Mit glieder war und ein erneuter Auftakt zu erfolgreicher Arbeit. (E.S.) gelegt. Dieser Svfzel bang te um seine Haut, auch schon in Luzerr- Er tat sich wichtig ur.,1 bat mich andere vor ihm zu warnen Ich sagte ihm, er solle sich keine Bedeutung beimesse i die er nicht hat. Spitzel X. hieit sich von d\ an zurück Aber er tauchte rr.me wieder auf, auch no"h auf späteren Kongressen Die Episode wurde er wähnt, um die * >fen 3cha ten nachzumalen die damals über dem Kongress. dem jüdischen Leber uni vor allem über der Delegation der ZVfD 1; gen Marche Mitglieder c’er Delegation kehrten rann auzh nicht zurück, obwohl sich alle hierzu hatten verpflichten müssen, wie nies in jjner oraunen Zeit übüen war. Aber alle die Probleme, Schwierigkeiten und Aufregungen, die während der Zeit des Dritten Reiche* auf uns lasteten, waren unter dem Eindruck der grossen Erlebnisse des Kongresses in den Hintergrund getreten. Dort lernte ich alle jene bekannten und grossen Männer unseres jüdischen Lebens kennen, von denen wir nicht mit Unrecht eine Verbesserung der eigenen Lage wie der unseres Volkes erwarteten: Den Präsidenten der Z.O., Prof Nachum Sokclow, dessen Amtszeit mit der Wiederwahl von Chaim Weizmanr ihr Ende fand. Dort waren Ussischkin, David Ben Gu rion, Moshe Schertok, (Sharett), Dr. Nachum Goldmann, Levi Skolnik, der einige Zeit im Berliner Hechaluz gearbeitet hatte und heute Israels Ministerpräsi dent Levi Eshkol ist. Dort traf ich auch unter vielen anderen einen hinreissen den Redner in Salman Rubaschoff, der heute Israels Präsident Salman Shazar ist. Das alles war einmal, Auf dem Luzerner Kongress vollzog sich unter dramatischen Umständen die Rückkehr Chaim Weizmanns ins Amt des Präsidenten der Zionistischen Organisation, womit eine neue Arbeitsperiode eingeleitet wurde, die auf dem Kongress in Zü rieh (August 1937) eine*', weiteren Höhepunkt erreichte, als der britische Vorschlag einer Teilung Palästinas leidenschaftlich dL. kotiert wurde. Auch an diesem Kongress hatte ich das Glück, als Delegierter de- ZVfD teilzunehmen und somit aus unmittelbarer Nähe c ie Auseinandersetzungen mitzuerleben, die durch der Teilungsplan entstanden waren. Zum dritten Mal hatte mich die ZVfD im August 1939 auf ihre Auslandsliste a-s Spitzenkandidat -ür den Kongress in Genf aufge stellt, nachdem ich im Mär” 1939 erstmalig nach Argentinien gekommen war. Nach einem knapp dreimonatlichen Aufenthalt in Buenos Aires bin ich damals im Juni desselben Jahres nach London zurückgefahren, um dort eine wientige Funktion für den Makkabi-We.tvtrband zu übernehmen. Cer Kongress in Genf stand 1 ereits von seinen Anfängen an im Zeichen der schwerer Weltkrise, die dann auch wenige Wochen danach zur Weltkatastrophe iühren soll- Die Abschiedss,fzung des frühzeitig abgebrochenen Genfer Kongreßes gehört vU den starken und unauslöschlichen Eindrücken meines Lebens. Un, erges‘-lic;i klingen die Weite Weltmanns auf, mit denen er du Brüder >us Polen verabschiedete, die in den sicheren Tod fuhren, nachdem sie in einer peroiseheo Anstrengung den Versuch zur Rettung des d -m Ur-te ■ gang geweihten polnischen eudentums gemacht hatten Beinahe dreis :g Jahro waren also verstrichen, aii >h jetzt wieder an einem, /ienistenkongress teilneh ren konnte, in einer ganz anderen Welt, un.cr völlig veränderten Umständen, mit anderen Menschen, nach schweren, bitteren und leiderfültten Erfahrungen . . . Aber dieser Kongress wurde nicht mehr in der Galut abgehalten, nicht mehr in einem Gastland oder einem gastlichen Land, sondern in Israel, in unserem Staate, dem Ziel und der Hoffnung der zionistischen Bewegung Dieser Kongress fand im befreiten und wiedervereirigten Jerusalem statt, der ewigen Hauptstadt unseres Landes. Schon das ist ein Erlebnis, welches das Leben eines Menschen zu bereichern vermag. (wird fortgesetzt) „Solidaritaet mit Israel“ Rom. — In Rom wurden Tausende von Flugblät ern verteilt mit der Aufschrift „Solidarität mit Israel“ Verteiler waren junge Mitglieder der christlich-demokratischen Gruppe „Europa Siebzig“. Unter den Massnahmen, die in den B ättern empfohlen wurden, waren internationale Garantien für die heiligen Pläize und Anerkennung Jerusalems als ein Symbol der Freiheit für das jüdische Volk. Die Gruppe hatte sich nach dem Besuch von Jizchak Rabin, dem früheren Generalstabschef und jetzigen Botschafter in Washington, gebildet. (Ex UNIVERSO COOPERATIVA DE SEGUROS LIMITADA ASEGURA EN TODOS LOS RAMOS A 14.000 SOCIOS QUE OBTIENEN LOS BENEFICIOS DE SUS SERVICIOS INTEGRE UD. TAMBIEN EL UNIVERSO DE LA GRAN FAMILIA DE OLAM ETICA Y MORAL SOCIETARIA LLAMENOS PARA ASESORARLO CORRIENTES 2115 45-0668/0852/1085/9965 46-8803/9130 49-2723/2785/2879/3784 Ereignisse der Woche 9; Das Kongress-Gebäude in Jerusalem