Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2275 (5.7.1968)
- Date
- 1968-07-05
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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jüdische mm PUEYRREDON 2190 — 1» izq. /a Jentcuta j&uaelUa T. E. 83 - 26 1 3 Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 5 DE JULIO DE 1968 N? 2275 Tauziehen in Mittelost Nachum Goldmann, der langjährige Präsident der Zionistischen Organisation, hat wenige Tage nach seiner Amtsniederlegung in Tel Aviv erklärt, der Weg zum Frieden für Israel führt über Moskau. Diese These, die gewiss nicht neu ist, musste in diesem Augenblick besondere Aufmerksamkeit auslösen, da sie offensichtlich an die Adresse der israelischen Regierung gerichtet ist, mit deren Aussenpolitik Gold mann nicht immer einverstanden war. Der Hinweis auf Moskau gewinnt durch das Auftreten und das Vorgehen des UN- Beauftragten Gunnar Jarring besonderes Gewicht, der kurz nach dieser Bekanntmachung von seinen A bsichten sprach, neue Friedenspläne, die er zu machen habe, dem Russen Kossygin zu unterbreiten, nachdem Jarring wiederholte Gespräche mit dem russischen Aussenminister Gromyko und seinem Stellvertreter in Moskau gehabt hat. — Die Verhandlungen zur Befriedung des Mittleren Ostens laufen nunmehr bereits in ihren neuen Formen durch Jarring und andere Unterhändler seit mehr als Jahresfrist. Der Gegenstand der Besprechungen unterscheidet sich grundlegend von den Debatten, die seit von JEHVDA GOTTHEIMER beinahe zwanzig Jahren über dieses Gebiet geführt werden, wenn auch ihr Endziel dasselbe ist. Jarring bemüht sich darum, Israel zu veranlassen, gewisse Beschlüsse der UN über der. Rückzug der israelischen Truppen aus den während des Sechstagekrieges besetzten Gebieten anzunehmen und auszuführen, deren Rechtlichkeit und Gültigkeit von Israel geleugnet wird. Ohne Zweifel ist nicht nur die militärische Situation Israels eine günstigere als bisher, sondern auch die politischen Chancen sind durch die Erfolge des kurzen Krieges gebessert worden, mit dem Israel den eisernen Ring zerschlagen hat, den die arabischen Länder unter Führung Nassers gelegt hatten, um Israel zu erdrosseln. Dass einige arabische Länder zu Sonderverhandlungen bereit sind, darf man als sicher unterstellen. Aber auch das bedeutet keine grundsätzliche Aenderung der Lage; denn es gab auch nach der Proklamierung des Staates Israel vor rund 20 Jahren arabische Länder, die einen Frieden geschlossen hätten, wenn sie nicht Angst vor Repressalien ihrer „Brüder“, insbesondere Bormann im Geldschrank v«n HORST WINCKLER Vor kurzem veröffentlichte die europäische Presse einen Artikel, der in der offiziellen kommunistischen Zeitung der Stadt Lodz „Glos Robotnicze“ Mitte Mai erschienen war. In diesem Artikel setzte sich der Schreiber Piotr Goscynski mit einer Erklärung der Frau Golds Meir auseinander, die eine Kritik an der Haltung der polnischen Kommunisten geübt hat und ihnen einen sinnlosen Antisemitismus vorgeworfen habe. Offensichtlich mit der Absicht, diese These Golda Meirs 2U widerlegen, zieht Goscynski mit schwersten antisemit;schen Geschützen und einer Reihe gröbster Verdrehungen zu Felde die im Stil des Stürmers und anderer ähnlicher Presseerzeugnisse gehalten sind. Israel wird, was schon bei dieser Art von Polemiken üblich geworden ist, des Imperialismus geziehen; die Araber würden zu Sklaven ge macht werden, wobei Adolf Hitler den Israelis als Muster gelte. Man wird an gewisse Publikationen der in München erscheinenden National- und Soldatenzeitung erinnert, die bereits vor einem Jahr Dayan mit Hitler verglichen hatte. Hiermit allein aber begnügt sich das kommunistische Blatt aus Lodz nicht. Dort heisst es: „Goldene Frau Meir, bitte antworten Sie mir auf meine letzte Sorge: ist es richtig, was man über euren Oberbefehlshaber Moshe Dayan sagt: dass er überhaupt n’cht Dayan sei, sondern Otto Skorzeny, der SS-Fachmann Onkel Adolfs für Mord und Menschenraub? Dass dieser Otto Skorzeny sich unter dem Namen Dayan tarnt und unter einer Binde ein Aeuglein verbirgt? „Noch etwas, Frau Meir: ich habe gehört, dass Sie in ihrem Geldschrank den Stellvertreter Hitlers, Martin Bormann, verstecken. Stimmt das?“ t SS-Führer Otto Skorzeny, eine der unerfreulichsten Gestalten des Dritten Reiches, war bekanntlich de: so genannte „Mussolini-Befreier“, der in einer gewagter Ueberraschungsaktion den Duce aus seiner Gefangenschaft per Flugzeug abholte und durch diesen Husarenstreich bekannt würde. Ihn jetzt mit Israel in Verbin düng zu bringen, ist ebenso absurd wie groteskt. Offen sichtlich kommt es dem kommunistischen Artike Schreiber aber nicht allein darauf an, historische Burlesken zu erfinden, er will beleidigen, verleumden, Stimmung machen auf seine eigene, eigenartige Manier. Hierfür ist jedes Mittel recht. Die Frage nach Bormann ver rät ein erschreckendes Niveau; eine Antwort hierauf wird garnicht erwartet. Im übrigen sollen in Polen selbst Stimmen laut geworden sein, die gegen die antisemitische Kampagne protestieren. Man habe die Zionisten anprangern wollen und nicht die Juden zu verfolgen beabsich tigt, heisst es dort. Diese Oppositionellen gegen die antiyildische Aktion ihrer Regierung übersehen nur, dass die Trennung von Juden und Zionisten eine willkürliche ist Die Ergebnisse ihres Vorgehens erleben sie nun selbst mit Skorzeny und Bormann, die in der kommunistischen Phantasie zu Gefolgsleuten Golda Meirs gemacht werden. Aegyptens, gehabt haben würden. Schon Transjordaniens erster König, Abdullah, kam mit den Emissären Israels zusammen und wur de von ägyptischen Häschern auf den Stufen dei Omar-Moschee zu Jerusalem ermordet, weil die Araber keine andere Möglich keit sahen, dieser „Gefahr* 1 eines Separatfriedens zu entgehen. Die Konferenz von Kart-hum, die einige Wochen nach der letzten arabischen Niederlage stattgefunden hat, dekretierte als ihren wichtigsten Beschluss, dass kein arabisches Land einen Sonderfrieden mit Israe' schliessen dürfe. Die Araherstaaten, die sich in der Rolle der Unversöhnlichen gefielen, also in erster Linie Algier, Aegypten und Syrien, wollten auf diese Weise verhindern, dass die ohnehin nur auf dem Papier vorhandene arabische Einheitsfront weitere Risse e’-halte. Der Druck oder der Terror, der insbesondere gegen die kleineren Länder ausgeübt wird, war bisher stark genug, um Staaten wie Libanon und Transjordanien von eigenen Entschlüssen zurückzuhalten. Bis heute sind die arabisehen Rechnungen noch in j keinem Punkt aufgegangen. Mit allen seinen Spekulationen hat Nasser sich geirrt, jedenfalls immer dann, wenn er Israel in diese Betrachtungen einschloss. Der arabische Boykott, der als eine weltweite Massnahme geplant war, hat nicht den gewünschten Erfolg für die arabische Sache gebracht. Zwar haben die Boykottmassnahmen in vielen Hinsichten Israel grosse Nachteile und einen unnötigen wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Dennoch konnte sich die israelische Oekonomie entwickeln und auf manchen Gebieten zu Lösungen gelangen, die Israel von ausländischen Faktoren unabhängig gemacht haben. Die landwirtschaftliche Eigenversorgung Israels war oder ist eines jener Wunder, mit dem niemand gerechnet hat. Israel auszuhungern, ist jedenfalls nicht gelungen. Die israelische Landwirtschaft kann heute viele Produkte und keineswegs nur Zitrusfrüchte exportieren. Die arabischen Länder rechneten damit, dass Israel nicht imstande sein werde, die von ihm durch den Sechstagekrieg besetzten Gebiete zu halten, da diese Okkupation nicht nur mit erheblichen Aufwendungen an Menschen und Material, sondern auch mit zahllosen anderen Problemen verbunden ist. Je mehr Zeit inzwischen verstreicht, desto deutlicher wird es, dass die Verwaltung und Bewirtschaftung dieser Gebiete durch Israel ganz neue Erfolgsperspektiven für die Zukunft des Landes eröffnet und eine riefgehende Umgestaltung der mittelöstlichen Verhältnisse mit sich bringt. Die Kooperation der arabischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten nimmt zu, da die verantwortlichen Stellen mit Verständnis und Geduld versuchen, zu einer I Entspannung der Beziehun- | gen zu gelangen, die durch jahrelange feindselige und gehässige Propaganda belastet sind. Ohne Zweifel ist die Lage der arabischen Bevölkerung in manchen Zo nen besser geworden. Ar beits- und Verdienstmöglichkeiten wurden erschlos sen. Mitunter lehnen die Araber selbst die häufigen Sabotage- und Terrorakte ab, wenn dies auch meistens in versteckter Form geschieht. Denn sie befürchten, dass sie eines Tages, wenn die Israelis sich hinter ihre alten Grenzen zurückziehen sollten, der Rache ihrer nationalistischen Krieg unvermeidlich Jerusalem. — Verteidigungsminister Mosche Dajan erklärte, dass sich die Israelis auf einen neuen Krieg mit den Arabern vorbereiten müssten. Er äussertc dies in einer Ansprache an das Zentralcomite der Arbeiterpartei. „Wir müssen Waffen kaufen und selbst Waffen hersteilen“, führte er aus. „Wir müssen Flugplätze bauen, und all dies wird viel Geld kosten. Wir wissen nicht, über wie viel Zeit wir noch zu verfügen haben.“ (ITA) Pasó hace nueve años Londres. — En un artículo publicado en “Jewish Vanguard”, el Dr. S. Levenberg, dirigente sionista y del Congreso Judío Mundial, analizó la definición dei antisemitismo por diversos diccionarios y enciclopedias y al efecto citó la Pequeña Enciclopedia Polaca de 1959 publicada durante los primeros años de la jefatura comunista de Gomulka. Según la enciclopedia polaca, el antisemitismo se define a saber: “El odio a los judíos, su persecución el negarles plena igualdad se manifiesta en varias épocas desde la antigüedad .. La persecución de los judíos está conectada generalmente con la discriminación religiosa, racial, nacional, política y social contra diversas clases y pueblo oprimidos... No sólo es un movimieto contra los judíos sino contra la libertad, un movimiento antiprogresista, antidemocrático y antisocialista...” Se ignora si la enciclopedia citada, aprobada por el régimen de Gomulka en 1959, ha sido retirada de la reciente Exposición Internacional del Libro efectuada en Varsovia, de la que se mandó retirar una infinidad de Libros en todos los idiomas por “pecados antisocialistas” rimilares- SHLOMO S. TANGER Das war vor neun Jahren London. — In einem in „Jewish Vanguard“ publizierten Artikel analysierte Dr. S. Levenberg, zionistischer Führer und Angehöriger des Jüdischen Weltkongresses, die Definition des Antisemitismus durch verschiedene Wörterbücher und Enzyklopädien und zitierte hierbei die Kleine Polnische Enzyklopädie vom Jahr 1959, die während der ersten Jahre der kommunistischen Präsidentschaft Gomulkas herausgegeben worden ist. Laut der polnischen Enzyklopädie wird der Antisemitismus wie folgt definiert: „Der Hass auf die Juden, ihre Verfolgung, die Verweigerung voller Gleichheit für sie tritt in verschiedenen Epochen seit dem Altertum zutage .. Die Verfolgung der Juden ist allgemein mit der religiösen, rassischen, nationalen, politischen und sozialen Diskriminierung gegen verschiedene Klassen und unterdrückte Völker verbunden .. Er ist nicht nur eine Bewegung gegen die Juden sondern gegen die Freiheit, eine anti-fortsenrittliche, antidemokratische und antisozialistische Bewegung ..“ Es ist unbekannt, ob die zitierte Enzyklopädie, die im Jahre 1959 vom Regime Gomulkas gutgeheissen wurde. aus der kürzlichen Internationalen Buchausstellung, die in Warschau veranstaltet wurde, entfernt worden ist, aus der auf Befehl eine Unzahl von Büchern in allen Sprachen wegen ähnlicher „anti-sozialistischer Sünden“ entfernt werden mussten. SHLOMO S. TANGER Elemente ausgesetzt werden, von denen sie als Verräter oder Kollaborateure gebrandmarkt werden wür. den. Die internationale Politik ermuntert diese arabischen Kreise zur Vorsicht und zur Zurückhaltung gegen Israel und seine Besatzungsbehörden, da die arabische Forderung nach Rückzug der israelischen Truppen auch von den UN und ihrem Si cherheitsrat gebilligt wurde Wenn sich Israel in der Lage gezeigt hat, die neuen Grenzen vom Juni 1967 militärisch zu halten und die annektierten Gebiete zu administrieren, hegen diese arabischen Kreise dennoch Zweifel, ob Israel die Kraft hat, dem politischen Druck der UN und der Grossmächte zu widerstehen. Während die offizielle Linie der internationalen Politik auf den letzten Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates beharrt und damit Israel auf kaltem Wege der Vorteile berauben will, die es durch seine Erfolge im Sechstagekrieg erkämpft hat, können Entwicklungen beobachtet werden, die für die Gestaltung der künftigen politischen Verhältnisse im Mittleren Osten wesent- Ehrungen für einen Oberrabbiner Bukarest. — Rabbiner aus den USA, Israel und Sowjet russland ehrten gemeinsam mit hochgestellten Persönlichkeiten der rumänischen Regierung, den Oberrabbiner Rumäniens, Dr. Moses Rosen, am Tage seines 20 Amtsjubiläums. Die Feierlichkeiten begannen in deT Grossen Synagoge von Bukarest. Ein Glückwunschtelegramm von Emil Bodnaras, dem Vizepräsidenten Rumäniens, wurde in der Synagoge verlesen. Prof. Dimitro Dogaru, der Chef des Kultusbüros des Ministerpräsidenten. würdigte die seelsorgerische Tätigkeit Dr Rosens und äusserte sich anerkennend über Israel. Ei ne Sonderausgabe des dreisprachigen Bulletins der ru mänischen jüdischen Gemeinden, Revista Culturala Mosaica, wurde herausgegeben, in der Glückwünsche des russisch-orthodoxen Palich sein und Israel begün stigen könnten. Fachkundige Beobachter stellen eine weitgehende Unzufriedenheit Moskaus mit der Haltung der arabischen Länder fest. Im Kreml ist man sich selbstverständlich dessen bewusst, dass der russische Einfluss in den letzten Monaten durch die umfangreichen Waffen- und sonstigen Lieferungen selbst (Schluss auf Seite 2) Eban besuchte Holland Jerusalem. — Aussenminister Abba Eban kehrte von einem kurzen Besuch in Holland zurück, wo er bei einer Versammlung der israelischen Botschafter in Westeuropa den Vorsitz führte. Eban traf auch mi‘ dem holländischen Aussenminister und dem UN- Schlichter Gunnar Jarring im Haag zusammen. Bei seiner Ankunft in Lud kündigte Eban an, dass der holländische Aussenminister Luns am 22. Juli zu einem Staatsbesuch in Israel eintreffen werde. Luns war kürzlich in Kairo, und dieser Umstand, so betonte Eihan, dürfte dazu beitragen, dem Gast aus Holland Israels Friedenswillen verständlich zu machen. Was Dr. Jarring betrifft, so äusserte Eban, dass seine Mission höchst kompliziert sei und die Geduld eine der besten Waffen bei derartigen Unternehmen darstelle. (ITA) triarchen. von Dr. Francisco Augustin, Erzbischof der rumänischen Katholischen Kirche, vom Präsidenten des United Jewish Appeal Edward Ginsberg, dem Präsidenten des englischen Board of DCputies Sir Barnett Jänner, dem amtierenden Präsidenten des Joint Samuel Haber, dem israelischen kommunistischen Abgeordneten Samuel Kibunis abgedruckt waren. Den Höhepunkt der viertägigen festlichen Veranstaltungen bildete ein Ehrengottesdienst, zu dem sich in der Grossen Synagoge Vertreter der jüdischen Gemeinden von Argentinien, Frankreich, Kanada und Jugoslawien zusammen mit den Leitern der rumänischen Gemeinden einfancen. Dieser Abschluss der Feiern bildete ein Ereignis, wie es zum ersten Mal in internationalem Ausmass in Rumänien stattfand. Justinian, der Patriarch der rumänischen Orthodoxen Kirche, Jakob Mechmet. der mohammedanische Mufti, der Erzbischof der rumänischen Katholiken Augustin nahmen hieran zusammen mit dem sefardischen Oberrabbiner von Irsael, Jizchak Nissim und Rabbinern aus fünf anderen Ländern teil. Der Präsident des Gouverneur-Ausschusses des American Jewish Committee, Philipp E. Hoffman aus Newark, der eine achtköpfige Delegation anführte, hielt von der Kanzler des 1 empels eine Rede. Nach ihm sprach Rabbi Max Nussbaum, Präsident der nordamerikanisehen Sekrion des Jüdischen Weltkongresses. Aus England war Oberrabbiner Israel Brodie erschienen. An der Spitze einer Delegation des Joint stand dessen Generaldirektor Luis Horowitz aus Gent. Der israelischen Delegation gehörte Salman Shragai aus Jerusalem an. Zu den Red nern zählte ferner Dr. Gerhart Riegner vom JWK aus Genf. Als Repräsentant der argentinischen Judenheit war Herr Hirsch Triwaks anwesend. (ITA)