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Jüdische Wochenschau · 1968-06-28 · 2274 (28.6.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2274 (28.6.1968)
Date
1968-06-28
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vientes, 28 de Junio dr 1968 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Al« XXIX. — Vf 2174 Stünden der Entscheidung (Schluss von Seite 1) rikaner nicht erhoben werden, gegen die NPD erheben. Die Unaufrichtigkei4 der westlichen Welt tritt doch nicht nur, aber auch in -der Negerfrage in Erscheinung. Wenn dann Epigonen auftreten, die sieh diese Wiriersprüchlichkei* zunutze machen, darf man sich weder in Washington noch in Bonn hierüber wundern. Soweit allerdings -die NPD mit so unklaren Begriffen spekuliert, wie es die „biologischen Erbgesetze“ u. ä. sind, trägt das sicherlich bewusst zur Verwirrung und damit zu einem Rückfall in die alten Nazizeiten bei. Eine bedenkliche Erscheinung ist jedoch die Verteidigung Südafrikas und Rhodesiens durch die NPD, die damit die Linie der von Gott geschaffenen Rassen, die nebeneinander leben sollten, verlässt. Das Spiel mit den biologischen Erbgesetzen ist der gewoLte Vorwand, zu Konsequenzen zu gelangen, die im Programm nicht allsgedrückt werden, aber zu nationalsozialistischen Schlussfolgerungen wie der Theorie der Minderwertigkeit bestimmter RasseD (hier ist immer von den Negern die Rede) führen kön nen oder sogar müssen Dass bei der deutschen Mentalität dann vom Hass gegen die Neger zum Antisemitismus nur ein kurzer Schritt ist, dürfte evident sein. Dass bei der NPD die antisemitische Kompionente eine wichtige Rolle spielt, auf die sie als Oppositionspartei nicht verzichten kann, zumal sie sich an die früheren Ex-Pg’s wendet, ergibt sich nicht direkt aus ihren o'fiziellen Kundgebungen. Die Redner der NP vermei- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. oerät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 den es SGgar ängstlich, einen militanten Antisemitismus zu bekunden. Aber in ihrer Propaganda, in ihren Zeitungen und der sonstigen Publizistik treten die alten Schablonen auf und wird z. 2von der „jüdischen Weltverscbwörung“ gesprochen die für die Entstehung des Zweiten Weltkrieges verantwortlich oder mitverantwortlich sei. Dabei werden die alten Platten aufgeleg* und der Versuch gemacht, d'm Antisemitismus der NS- Aera zu verteidigen. Au! diesem Umwege wird einem neuen Antisemitismus das Wort geredet. Da auch in einem Deutschland ohne Juden, wie dies heut« praktisch der Fall ist, auf diese Note im politischen Leben of iensichtlich nicht verzichte4 werden kann, spielen diese Argumentationen zur Stimmungsmache für eine radikale Partei eine erhebliche Rolle. Für den Krieg wird das russische Judentum gemeinsam mit den jüdischen Bankiers in USA verantwortlich gemacht, obwohl natürlich von Thadden und die Seiner, genau wissen, dass das russische Judentum unter Stalin schwersten Verfolgungen ausgesetzt war, und dass sich Stalin bei seinem Pakt mit Hitler nicht scheute. seinen Aussenminister Litwinow zu opfern, um ihn durch Molotow zu ersetzen. Gewiss ist der NPD ebenso wenig unbekannt, dass Lit ivinow einen erheblichen Anteil daran hatte, die Sowjets im Westen durch sei, nen Vertrag mit Deutschland wieder hoffähig zu machen. Das alles aber stört die NPD nicht, so törichte Behauptungen wie das Bündnis zwischen dem russischen Judentum und amerikanischen Bankiers aufzustellen und den russischen (völlig entrechteten und verfolgten) Juden die Schuld an der antideutschen Haltung des Kreml anzulasten... Als neuer Faktor wird der Jüdische Weltkongress verdächtigt. sich in die „inneren Angelegenheiten ver schiedener Länder, vor allem Deutschlands und Oe sterreichs, zu mischen“ was möglicherweise in Verteidigung jüdischer Rechte geschah. Denselben Vorwurf müssten die NPD-Kreise auch gegen den Vatikan oder andere politische, religiöse oder gesellschaftliche Faktoren erheben, die dort eingreifen, wo ihren Minder- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebeöero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categorí' SALON DEFi'eSTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 73-1049 beiten Unrecht widerfährt. Hierin „Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder“ zu erblicken, entspricht in der Tat den alten NS-Methoden. ln dieseiber Linie der „Pflege und Förderung“ antisemitischer Gefühle und Einstellungen gehören auch die Angriffe auf Heinrich Heine, Sternheim, Tucholsky und andere deutsche Dichter und Schriftsteller, c'e als artfremd angeprangert werden, nicht offiziell aber in Artikeln, die in der NPD - Presse erscheinen. Was hier gegen Heine geschrieben wurde, entsprich4 der „besten“ antisemitischen Tradition. Die NPD versucht mit allen Mitteln und auf allen Wegen, den Nationalsozialismus zu „entlasten“. In ihrem politischen Lexikon smgt die NPD ein Loblied auf die Euthanasie, worunter die Tötung von unheilbar Kranken, von frühkind ,ich Schwachsinnigen und von unheilbar erwachsenen Geisteskranken verstanden wird. Die Proteste der Kirchen gegen Hitlers Euthanasie - Programm werden . mit unsachlichen Polemi ken bedacht“. Die Rechtfertigung wird mit Behauptungen wie der folgenden geführt: „Die Ehrfurcht vor dem Einzelleben gerät leich* in Konflikt mit der Notwendigkeit der Erhaltung des Lebens als Ganzem“ . . Dass mit solchen Theorien und ungenauen Vorstellungen der Weg für jede Tö. tung „unlebenswerten Lebens“ geöffnet wird, is4 klar. Der Staat, also der NPD-Staat, bestimmt, wo die Grenzen zwischen der Ehrfurcht vor dem Einzelleben und die Notwendigkeit der ..Erhaltung des Lebens als Ganzem“ liegt. Dass der NPD-Staat der totale Fiihrerstaat ist, setzt der zitierte Bericht mit vielen Einzelheien auseinander. Führerstaat aber ist mit Unrechtsstaat identisch, denn hier werden die Merkmale des Rechtsstaates bewusst aufgehoben. Die Trennung der Gewalten wird beseitigt. Alle Gewalt im Staa4 geht vom Führer aus. Dami4 ist der Willkür jede Mög lichkeit eröffnet. In einer interessanten Studie von Giselher Schmid4 „Ideologie und Propaganda der NPD“, erschienen in der Schriftenreihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“, aus der hier einige Stellen zitiert worden sind, ist ein weiterer interessanter Hinweis enthalten. Um Hitler als den Vorkämpfer gegen den Bolschewismus zu preisen, wird niemand anderes als der JACOB LAPIDUS dipl. Mohel Viamonte 2037 4? B T. E. 46-1716 NASSERS REISE NACH MOSKAU London. •— John Kimche mass im „Evening Standard" dem zweitägigen Besuch besondere Bedeutung zu, den Nasser am 4. Juli in Moskau afozustatten gedenkt. Er schreibt, es sei kein Geheimnis, dass Nasser sich selbst eingeladen hai und zwar unter Umständen, die den sowjetischen Führern sofortige Beratungen auf höchstem Niveau angezeigt erscheinen lassen. Nasser wünscht Laut kairoer Quellen, einen „Stundenplan“ für „andere Massnahmen“ vorzuschlagen, welche die sowjetische Regierung im Mai erwähnt hatte. Dies würde den arabischen Ländern gestatten die verlorenen Gebiete zurückzuerobern, falls „Israel die Resolution des Sicherheitsrates nicht respektieren sollte“. Die Aegypter sind S’cher, dass UN-Schlichter Jarring in seinem in 6 Wochen erwarteten endgültigen Bericht ankündigen wird dass der israelisch? Rückzug aus den besetzten Gebieten nicht bevorsteht. Aus diesem Grunde solle Russland aufgefordert werden, dieses Mal seine Versprechen zu erfüllen. (ITA) erste Bundespräsident Theodor Heuss zitiert, dessen restige aus diesem Anlass für die NPD-Beweisführung missbraucht wird. Dort heisst es: „Aus der Tatsache, dass Theodor Heuss nach vielen Händeln mit Nationalsozialisten schliess- )if h resignierend und in der Absicht, Schlimmeres zu verhüten, für das Ermächtigungsgesetz Hitlers gestimmt hat, wird gefolgert, er habe als Vertreter des vor der Entscheidung links oder rechts“ gestellten Bürgertums Hitler als den Mann empfohlen, „der als einziger noch die Gewähr bieten könne, dass unser deutsches Volk und sein Reich vor der Boschewisierung bewahrt bliebe“. — Um eine so.che Zweckgebundene Propaganda zugunsten Hitlers zu entfalten beruft man sich auf Heuss, der zwar für das Ermächtigungsgesetz stimmte, immer aber ein scharfer Geg ner der Nazis gewesen ist Die Absicht ist durchsich- Zeugen gesucht New York. — Auf Ersuchen der Gerichte in Westdeutschland bemüht sich der Jüdische Weltkongress, verschiedene Zeugen der von den Nazis an Juden in der Gegend von Czortkow im polnischen Ostgalizien verübten Massenmorde ausfindig zu machen. Es handelt seih um die folgenden Personen, die aus Buczacz stammen oder dort gelebt haben; l. Wolfstein, der 1942 Hausdiener bei dem deutschen Abteilungschef für Zwangsarbeit in Buczacz war. — 2. Perlmutter, ein Dentist und sein Sohn, die von 1941 bis 1944 in diesem Ort lebten. — 3. Herst (oder Hersz) Fogel — 4. Frau Jeta Reichner oder Reichert, die von 1941 bis 1943 als Sekretärin der deutschen Baufirma „Klaus Ackermann“ gearbeitet hat Sie wurde zur Zeit der Massenmorde mit Hilfe eines polnischen Kutschers namens Tadeusz Plawiak nach Stanislawow gebracht, und wird als besonders wichtige Zeugin angesehen. — Max Speichel, letzter Wohnsitz Brüssel. — 6. Dr. Fuks, ehemaliger Direktor des Jüdischen Krankenhauses in Buszacz. — Ebenstein, Verwalter des gleichen Hospitals. Irgendwelche Angaben sind an den Jüdischen Weltkon gress oder seine lokalen Repräsentanten erbeten. Zuschriften können auch direkt an das Institut of Jewish Affairs, 15 East 84th Street. New York. N. Y’ 10028 gerichtet werden. LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltóa. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Paeyrredón 2190, l9 izq. T. E. 83-2613 Abonc- Preise Argentinien: $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich t“g: es soll Verwirrung gestiftet werden, was sicher, “ob auch zu einem guten Teil gelingt. Da aus den letzten bundesdeutschen Publikationen eindeutig zu entnehmen ist, dass die NPD gegen die bestehende Verfassung durch Verbreitung alter oder neuer NS-Ideen verstösst, ist es verwunderlich, dass man steh mit diesen Feststellungen begnügt, ohne hieraus irgendwelche Folgerungen zu ziehen. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prcf. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología de) Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos aire*. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES f. E. 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