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Jüdische Wochenschau · 1968-06-28 · 2274 (28.6.1968) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2274 (28.6.1968)
Date
1968-06-28
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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Jüdische iiiohíi mi JûxJèMtxutaDkAjCielUa PUEYRREDON 2190 — 1* izq. Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 28 DE JUNIO DE 1968 N® 23L74 Stunden der Entscheidung von JEHUDA GOTTHEIMER Los Crímenes de Guerra Jerusalem. — El Procurador General de Justicia, varios jueces, miembros de la Asociación de Abogados» profesores universitarios y estudiantes asistieron a un interesante Simposio sobre Crímenes de Guerra y su Prescripción, organizado en esta capital por el Comité Israelí de Derechos Humanos conjuntamente con el Con.» greso Judío Mundial y el Instituto de Criminología de la Facultad de Derecho de la Universidad Hebrea. El Sr. I. S- Shapiro, Ministro de Justicia, quien presidió el acto, explicó los propósitos del mismo, y el director del Instituto de Criminología, Prof. I. Drapkin. habló especialmente acerca del interés de éste en la cuestión de la prescripción de crímenes de guerra. Por su parte, el Dr. Natán Lerner, director ejecutivo de la Sección Israelí del Congreso Judío Mundial, habló de la campaña iniciada por organizaciones judías para impedir que grandes crímenes de lesa humanidad queden im.. punes por efecto de la aplicación de la prescripción. S© refirió asimismo a los esfuerzos internacionales tendientes a lograr reformas en la legislación de muchas naciones y mencionó la redacción de convenciones internacionales al respecto. El Prof. Saúl Friedlander, de la Universidad Hebrea, analizó el carácter singular de los crímenes de guerra v de lesa humanidad y la posición particular del pueblo judío ante el problema a discusión. Por último habló el Magistrado Haim Cohn, miembro de la Suprema Corte de Israel, quien estudió desde el ángulo estrictamente legalista la cuestión de los crímenes de guerra y la prescripción. Puso de relieve las dificultades para elaborar los instrumentos internacionales necesarios para impedir la aplicación de la prescripción y exhortó a todos los países a adoptar leyes nacionales al efecto. Por último, el Ministro de Justicia cerró el Simposio insistiendo sorbre la necesidad de mantener vivo el interés público en la materia. SHLOMO S. TANGER Die Kriegsverbrechen Jerusalem. — Der Generalstaatsanwa t, verschiedene Richter, Mitglieder des Anwaltsverbandes, Universitätsprofessoren und Studenten wohnten einer interessanten Aussprache üiber Kriegsverbrechen und ihre Vejährung bei, die hier vom Israelischen Comité für Menschenrechte gemeinsam mit dem Jüdischen Weltkongress und dem Institut für Kriminologie der Rechtsfakultät der Hebräischen Universität organisiert wurde. Justizminister I. S. Shapiro der die Veranstaltung leitete, erklärte ihren Zweck, urd der Direktor des Instituts für Kriminologie, Prof. I. Drapkin, sprach im besonderen über deren Interesse in der Frage der Verjährung der Kriegsverbrechen. Dr. Natan Lerner, amtierender Direktor der israelischen Sektion des JWK, berichtete über die von jüdischen Organisationen eingeieitete Kampagne, um zu verhindern, dass grosse Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die Anwendung der Verjährung angestraft bleiben. Er bezog sich gleichzeitig auf die internationalen Bemühungen, die dahingehen, Reformen in der Gesetzgebung vieler Nationen zu erreichen, und erwähnte die Abfassung hierauf bezüglicher internationaler Konventionen. Prof. Saul Friedlander von der Hebräischen Univer. sität analysierte den einzigartigen Charakter der Kriegsverbrechen und Vergehen gegen die Menschlichkeit und die besondere Position des jüdischen Volkes zu dem zur Diskussion stehenden Problem. Als Letzter sprach Appellationsrat Chaim Cohn, Mitglied des Obersten Gerichtshofes Israels, der von einem strikt rechtlichen Gesichtspunkt aus die Frage der Kriegsverbrechen und Verjährung prüfte. Er betonte die Schwierigkeiten bei der Ausarbeitung internationaler Handraben, die zur Verhütung der Anwendung der Verjährung notwendig sind, und forderte alle Länder auf, diesbezügliche staatliche Gesetze anzunehmen. Schliesslich schloss der Justizminister die Aussprache und wies auf die Notwendigkeit hin, das öffentliche Interesse an dieser Angelegenheit wachzuhalten. SHLOMO S. TANGER Ob das tägliche Geschehen nur eine Wiederholung dessen darstellt, was wir als Geschichte zu bezeichnen pflegen, mag dahingestell. sein Dass die Menschen immer wieder dieselben Fehler und Irrtümer begehen dürfte unbestritten sein. Nicht anders ist des Phiiotas Frage zu verstehen: „Glaubt ihr Menschen, dass man es nicht satt wird?“. Aber man darf nicht ermüden und nicht erlahmen, sondern muss immer erneut lernen und lehren sich erinnern und mahnen. Geschlecht um Geschlecht und Generation um Generation muss stets vom Neuen beginnen, eigene Erfahrungen sammeln und zu eigenen Erkenntnissen gelangen. Das ist nun einmal der Lauf der Welt, die Situation, mit der jeder sich abfinden und die jeder meistern muss. Wenn man die heutige Unruhe in den Reihen der Jugend betrachtet, die als das prädominierende Ereignis dieser Tage angesehen werden muss, steht man vor einem Phänomen, das selbst in dieser Form des Ausbruchs jugendlicher Unzufriedenheit mit der Lage und dem Zustand der umge- Jcrusalem. — Verteidigungsminister Mosche Dajan erklärte auf Fragen der Arbeiterdeputierten in der Knesset, er glaube, dass die Sicherheit Israels bei jegli. eher Friedensverhandlung mit den arabischen Staaten und bei der Bestimmung der künftigen Grenzen an erster Stelle berücksichtigt werden müsse. Er lehnte den sogen. Alon-Plan zur Schaffung einer arabischen Enklave im Westbezirk ab und fügte hinzu, dass Israel aus Gründen der Sicherheit die militärische Kontrolle der meisten im vergangenen Juni besetzten arabischen Gebiete beibehalten muss. Die Ausführungen Dajans stellen nach Ansicht von Beobachtern die detaillierteste öffentliche Deklaration seiner bis heute geäusserten Auffassungen von der Politik dar, die Israel bei künftigen Verhandlungen zu befolgen hat. Er ist der Meinung, dass es viele Wege zum Frieden gibt und Israel sich alle offen halten muss. Die Ablehnung des Alon. Plans, den Dajan anscheinend früheren Informationen zufolge befürwortete, wird eher einer Meinungsverschiedenheit zwisshen zwei Männern zugeschrie. ben, die in der israelischen Armee früher hohe Posten bekleideten. Wie Dajan jetzt bemerkte, würde der Alon Plan 'bestenfalls dazu dienen, die Möglichkeit des Frieden« mit König Hussein von Transjordanien zu ergründen. Er meinte, es wäre „die Ueberraschung meines Lebens, wenn Hussein diesen Plan gutheissen würde“, und er selbst würde sich ihm widersetzen, wenn er jemals dem Kabinett zur Zustimmung unterbreitet werden sollte. General Dajan vertrat die Ansicht, dass das ganze Gebiet zwischen dem Jordan und dem Meer ein Ganzes bildet und benden Gesellschaft nichr neu ist. Man ist geneigt, an die Worte Karl Moors zu denken, die der junge Friedrich Schiller seinem Räun^rhauptmann, dem ewigen Rebell der Jugend gegen das Bestehende, in den Mund legt: „Mir ekelt vor diesem tintenklecksenden Säculum, wenn ich in meinem Plutarch lese von grossen Menschen“. Auch die Formen des Karl v. Moor erinnern heute an die Methoden des Widerspruchs der Jugend gegen eine Zeit in der allzu viel gesprochen und geschrieben wird, aber die grossen, die Menschheit erlösenden Taten fehlen. Trotz der Wellenlinien in der Geschichte, trotz der in mancher Hinsicht richtigen Feststellung, dass sich die Geschichte wiederholt, hat jedoch jede Zeit ihre Eigenheiten, treten doch immer \v:eder neue Gedanken auf und sind neue Strömungen zu beobaerten, die jedem Zeitalter sein eigenes Gepräge geben. Deswegen sollte sich niemand die Probleme dadurch vereinfachen, dass er sich in historische Parallelen verliert und mit für den Schutz der Grenzen Israels die wesentliche Grundlage ist. „Es gibt viele Begriffe vom Frieden“, äusserte Da jan, und wenn wir zu Ver. Handlungen mit Hussein kommen, werden wir ihm alle vorlegen, um seine Gedanken kennenzulernen Wenn er dann seine Wahl getroffen hat, werden wir uns erst hinsetzen und überlegen, ob sie für Israe1 annehmbar ist“. Doch Dajan sagte weiter, er nehme nicht an, dass Hussein in separate Friedensverhandlungen eintreten wird, es sei denn das Aegypten daran teilnehmen würde. Aegypten, fügte er hinzu, operiere gegenwärtig an der politischen Front, um einen Weg zu finden, damit Israel gezwungen werde, sich auf die Grenzen zurückzuziehen, welche vor dem 4. Juni 1967 bestanden haben Jedoch bereite sich Aegypten auf einen neuen Krieg vor und unterstütze inzwischen die gegen Israel gerichtete Aktivität der Terroristen, Dajan vertrat die Ansicht, dass Israel die syri sehen Höhen des Golangebirges und das Jordantal als nationales Unternehmen kolonisieren sollte, nicht wL in Hebron, wo die Koloniesierung fast eine private Angelegenheit sei. Er bezog sich auf eine Gruppe von 80 religiösen Juden welche in die fast gänzlich arabische Stadt Hebron gezogen sind und erklärt haben, dort bleiben zu wollen, um die frühere jüdische Gemeinde wieder ins Leben zu rufen. Er erklärte auch, dass er Scharm el Scheich, das den Eingang zum Golf von Akaba beherrscht, als per manenten Stützpunkt Israels betrachte. „Wir werden auch an allen Orten zugegen sein, die geeignet sind zu verhüten, dass das ägyptische Heer den Suezkand kreuzt“, versicherte er. — t-iner Handbewegung „das Kennt man schon“ abtut. Gerade in unserem Säculum sind manche Faktoren aufgetreten, die in den Beziehungen der Menschen untereinander, in ihrer gesellschaftlichen Struktur erhebliche Abweichungen aufweisen. Wir verfügen über neue wissenschaftliche Erkenntnisse, wir stehen vor einer neuen und anderen Beurteilung des Seelenlebens und seiner Einflüsse auf das materielle Geschehen, unser Plick und damit unser Horizont wurden erweitert. Aber wir sollten ebenso gut verstehen und begreifen, dass die grundlegenden Kräfte, die unser menschliches Leben gestalten und bewegen, die gleichen genlieben sind, die vor Jahrtausenden die Motive für menschliches (wie unmenschliches) Handeln waren. Nehmen wir nur ein Beispiel: den Hunger. Trotz allen Fortschrittes und der Industrialisierung beinahe sämtlicher Wirtschaften ist der Hunger als eine ge schichtsgestaltende und di*- Völker antreibende Kraft heute mindestens in gleicher Weise wirksam wie in der Vergangenheit. Die Geahr des Hungers droht nicht als ein Gespenst, das die Zukunft verdunkelt, sondern als eine Plage, die über der Gegenwart ruht Manche soziologischen und politischen Erscheinungen sind auf diese, wenn man es so ausdrücken will, primitive Urleidenschaft zurückzu führen, die in der Aktion zum Aufstand der leidenden, der vom Hunger betroffenen Völker und in der Reaktion der saturierten Länder bestehen, die in Programmen der „Entwicklungshilfe“ und der Hilfe für die nicht entwickelten I ander einen Ausweg aus dieser bedrohlichen Lage suchen. Dass es sich hierbei nicht nur um prinzipielle Fragen handelt, deren theoretische Erörterung interessant und auch nützlich sein kann, dass hierbei auch nationale und internationale Interessen ins Gewicht fallen und diese Probleme in den Kreis 1er parteilichen Auseinandersetzungen hineinbezogen werden, ergibt sich aus der Entwicklung des Rechtsradikalismus und die Erfolge der NPD als rechtsextremer Partei. Dass durch jede Form einer Entwicklungshilfe Gelder der nationalen Wirtschaft entzogen werden können, die anderen Ländern zur Verfügung gestellt werden, ist möglich, wenn auch keine Entwicklungshilfe geleistet wird, aus der nich' auch der Gebende seine direkten oder indirekten Vorteile ziehen würde. Ob sich auf diesem Gebiet der „Nationalismus zum Rassismus überschlägt“, mag dahingestellt bleiben. Ohne Zweifel geben einige Formulierungen der NPD Veranlassung zu dieser Annahme. In einer der sogenannten .Musterreden‘ der Partei heisst es: „Der Freiheit der jungen Negerstaaten in Afrika wer den lange Sende-Zeiten gewidmet, obwohl diese Farbigen kein Volks-, sondern höchstens ein Stammenbewusstsein haben und ihre politische Freiheit im allgemeinen nur dazu benutzen, um sich gegenseitig umzubringen“. Ob ein Volk oder ein Stamm Hunger hat, dürfte keinen wesentlichen Unterschied bedeuten; es kommt nur auf die Tatsache an, dass Teile der Bevölkerung, Völker oder Stämme hungern. Deswegen leiste* man diesen Stämmen oder Völkern Entwicklungshilfe. Hier liegt eine Stimmungsmache vor, die an gewisse Instinkte appelliert, die man häufig unter Weissen findet, die gern die Neger als minderwertig abtun. Auf dieser Linie liegen auch Ausführungen wie die folgenden: „Mindestens genau so problematisch ist die Entwicklungshilfe, die wir an afrikanische Länder geben. Die ständige Prozession afrikanischer Staatsmänner in die Bundesrepublik. wird allmählich grotesk. Sie besuchen Westdeutschland, vergiessen an der Berliner Mauer einige Tränen, und je mehr sie dort heulen, umso höher sind dann die Schecks, die sie in Bonn kassieren.“ Diese polemisch, reichlich primitive Art politischer Diskussion ist allerdings nur an das biedere, simple selbst nicht nachdenkende ’.Vähterpublikum gerichtet, an jene Unzufriedenen, die glauben, selbst mehr zu bekommen, wenn sie gegen ei ne solche Entwicklungshilfe eingestellt sind. Die Mehrheit bilden meistens diejenigen ,die nicht selbst durch Steuerzahlung zu solchen Hilfsaktionen beitragen... Eine Simplifizierung der existenten Probleme geh* auch aus einer Rede von Thaodens hervor, der meinte: „Man ist auch kein Ras sist, wenn man die Tatsache respektiert, dass Gott verschiedene Rassen schuf damit sie auf dieser Wel nebeneinander, miteinander und nicht durcheinander leben sollen.“ Trotzdem eine solche Aeusserung demagogisch wirkt kann man sie allein nicht als „Rassismus“ einfach beiseite schieben. Nazistischer Rassismus klingt hier noch nicht an, jedenfalls nicht in diesen Worten. Denn hier ist nicht von der Ueberlegenheit einer Rasse gegenüber der anderen die Rede. Hier wird sogar eingeräumt, dass auch die anderen Rassen Kinder Gottes sind. Vielleicht haben wir es mit einer Vorstufe rassistischen Denkens zu tun. aber der klassische Rassismus lautete ganz anders. Wir heben das hervor, weil wir der Ueberzeugung sind, dass die klare Analyse politischer Gegnerschaften für die Beurteilung und für die Erwiderung wesentlich ist. Mit Verallgemeinerungen sollten wir uns nich' zufrieden geben, zumal wir selbst allzu oft Opfer solcher Verallgemeinerungen geworden sind. Im übrigen finden wir die Warnung vor einer „Ueber- •chwemmung“ mit Andersfarbigen in Europa nicht allein bei der NPD. Ferner bietet die amerikanische Negerpolitik allen Rassisten die Möglichkeit, sich die Fehler und die antischwarze Einstellung weitester Kreise in den USA zunutze zu machen. Die Amerikaner wird man nicht als Rassisten an prangern, sondern höchstens einige wichtige Gruppierungen in Amerika. Warum sollte man also die Vor* würfe, die gegen die Ame. (Schluss auf Seite 2) Unerwünschte Einmischung Los Angeles. — Die öffentlichen Verteidiger in Kalifornien gaben durch ihr Büro bekannt, dass sie die Einmischung arabischer Rechtsanwälte in die Verteidigung von Sirhan Sirhan nicht dulden können. Richard Ruckley, der Chef dieses Büros, erklärte: „Entwe der übernehmen wir den Fall, "der wir lassen die Finger davrr. Wir kön nen die Aiaber nichr akzeptieren Alles häng* von Sirha.i ab. Wenn ^ei Angeklagt:: sie als Veiteidiger wünscht, dann werden wir uns zurückziehen.“ (ITA) Attentat in Brasilien de Janeiro. — Nach einer hitzigen Diskussion über den Mord an dem nordamerikanischen Senator Robert Kennedy gab der 22jährige Said Morche Khazol, der arabischer Abstammung ist, auf den 63 Jahre alten Rabbiner Moshe Getztein in einer im Zentrum von Curitiba gelegenen Strasse drei Schüsse aus einer Pistole ab, unter denen Getztein, im Kopf getroffen, zusammenbrach. Der Attentäter, der sich sofort von einer aufgeregten Menge umringt sah, flüchtete in ein Almacen, in dem er sich versteckte, um nicht gelyncht zu werden. Moshe Getztein wurde in bedenklichem Zustand m das Städtische Krankenhaus von Curitiba gebracht. Der Vorfall hat Anlass zu Solidaritätskundgebungen in der jüdischen Gemeinschaft dieser Stadt gegeben’ da man befürchtet, dass es sich um ein antisemitisches und politisches Attentat handelt, das den Auftakt zu ähnlichen Gewalttaten bilden könnte. Dajan beantwortet Fragen

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