Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1968-06-21 · 2273 (21.6.1968) · p. [Seite 4]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2273 (21.6.1968)
Date
1968-06-21
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9616177-9616371--5251-9616375
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Viernes, 21 de Junio de 1968 SEMANA ISRAELITA Aw XXIX. — N? 2173 Im Lichte christlicher Quellen Neue Israel-Marken Das vorliegende, sowohl dem Aeusseren, als auch dem Inhalt nach gleichmässig imposante Werk von Michael Isch-Schalom: Massae nozrim l'Erez Jisrael (Christliche Pilgerfahrten nach dem Heiligen Lande). 3P65, herausgegeben von den Verlagsanstalten Am Oved und Dvir, Tel Aviv, S. 863, enthält eine grosse Anzahl christlicher Reiseschilderun. gen vom 4. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, die sich mit der jüdischen Bevölkerung von Erez Jisrael befassen. Nicht weniger als 133 sorgsam ausgewählte Autoren erscheinen in diesem Buch, von verschiedenen Bildungsgraden und mannigfaltigen Epochen und Kulturen angehörend.Ein un geheuer reiches und buntes Material liegt hier vor, sorg faltig bearbeitet, auf die Zuverlässigkeit geprüft und mit zeitgenössischen Quellen eingehend verglichen. ★ Einleitend bringt der Autor die Biographien der Verfasser der Reiseschilderungen, ferner eine Geschichte der Bevölkerung von Erez Jisrael seit dem 4. Jahrhundert, d. i. ungefähr seit dem Beginn der byzantinischen Herrschaft im Lande, wie sie sich aus den Schilderungen der christlichen Autoren nach Herausschälung der Wahrheit aus allen, sehr oft tendenziösen Berichten ergibt. Als im Jahre 614 das persische Heer an Jerusalem heranrückte, wurde es von jüdischen Hilfstruppen begleitet, die samt den Siegern triumphierend in die Heilige Stadt einrückten. Nach den christlichen Quellen von Or. YOMTOV LUDWIG BATO (Antoninus der Märtyrer) marschierten Zehntausende jüdischer Soldaten gegen die Byzantiner, wobei sie sich allerhand Uebergriffe gegen die Christen erlaubten. Diese Nachricht bezeugt das Vorhandensein einer zahlreichen jüdischen Bevölkerung. Und als 638 das Heer des arabischen Kalifen Omar fii>- fast 1300 Jahre Erez Jisrael unter mohammedanische Herrschaft brachte, so geschah dies unter tatkräftiger Mithi fe zahlreicher jüdischer Truppen. Der arabisch-jüdischen Kriegskameradschaft gelang es, der verhassten byzantinischen Herrschaft ein für allemal den Garaus zu machen. Die Kreuzfahrer gingen grausam gegen die Juden vor, diese blieben aber trotz der Metzeleien und Verfolgungen in namhafter Zahl im Lande. Die Einwanderung von 300 Rabbinern aus England und Nordfrankreich im Jahre 1211 war eigentlich der erste Auftakt für weitere Immigrationen, die bis zum heutigen Tage nicht versiegt sind. Im Kreuzfahrerreiche wurden die Juden den Mohammedanern gleichgestellt und dementsprechend schwer besteuert. Aber auch nach dem Verschwinden der Kreuzfahrer tritt in der Wirtschaftslage der Juden keine Erleichterung ein. Es ist unbeschreiblich, wie unmenschlich die Besteuerung der Juden unter den Arabern und nachher unter den Türken vor sich ging. Es kam leider vor, dass jüdische Bauern im Gabi zum Islam übertraten, da sie nicht in der Lage waren, CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma die vorgeschriebenen Abgaben zu bezahlen und als Mohammedaner von den Steuern befreit waren. Andere Juden hinwieder verkauften insgeheim ihr Hab und Gut und wanderten nach einem der umliegenden arabischen Länder aus. Trotzdem blieben noch Juden in ansehnlicher Zahl im Lande. ★ Von den 133 Verfassern von Reiseschilderungen, die Prof. Isch-Schalom in seinem Werke bespricht und analysiert, seien hier nur einige angeführt: Antoninus der Märtyrer aus Piacenza (15. Jahdt), der französische Bischof Arculfus aus Palästina (ca 697), St. 'Willibald aus England, dann Abt in Eichstätt (700—781), Jacob di Verona (Reise: 1335), Lionardo. Frescobaldi (13851 aus Citta di CasteJ.o bei Rom (aus derselben Stadt, aus der Ovadja di Bertinoro, der berühmte Mischna - Erklärer stammte), der polnische F iirst Nicolai Christofer Badziwill (1583), Nicolas Benard aus Paris (16171, von modernen Schriftstellern: der Franzose Pierre Loti (1894) und die Engländerin Margarete Thomas (1895). Die Verfasser der älteren Reisebeschreibungen wussten ganz genau, was ihre Leser vernehmen wollten. Sie übertrieben daher nicht selten masslos in ihren Darstellungen und fügten manches hinzu, das lediglich ihrer Phantasie entsprang Für ihre Einstellung zu den Juden war fast immer die Lehre der Kirche massgebend, dass diese zur Strafe für den Tod Jesu verfluch* waren, ihr Land zu verlassen und in der ganzen Welt heimat os umherzuirren. Der erste Autor; den der Verfasser zu Wort kommen lässt, ist der Kirchenvater Eusebius, der um 314 Bischof in Cäsarea wurde und dort 339 starb. Er verzeichnete eine ganze Reihe von Siedlungen und Ortschaften, in denen Juden wohnten, demgegenüber unterliess er aber abischtlich die Nennung der jüdischen Bevölkerung im Galil, wo die Juden die überwiegende Mehrheit bildeten, ifiiifl A etonomita* tentadores púbtftós nacional»* tonsul tores de ‘empresas PASTEUR 254 - 2’ y 5o pisos TU. 46-7160 >137} BUENOS AIRES ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS um ihre Zahl im Lande unbeträchtlich erscheinen zu lassen. Bezeichnend ist für den Kirchenvater Hieronymus (340—420) den Verfasser der lateinischen Bibelübersetzung Vulgata, dass sich seint Einstellung zu den Juden aus Hass und Liebe zusammentut. Er lebte 40 Jahre im Lande, wo er auch verstarb, und leugnet gar nicht, dass im Heiligen Lande viele Juden wohnen. .Sie sind zahlreich — wie die Läuse“, drückt er sich vulgär aus offenbar zum Zeichen der Verachtung. Er lernte Hebräisch, Bibel und Taimud bei Bar-Chanina, der ihn in der Nacht zu besuchen pflegte, weil Hieronymus Angst hatte, von den Christen wegen seines Verkehrs mit Juden angefeindet zu werden. Er besagt sich, dass die Juden, die zum Christentum übergetreten sind, auch weiterhin die jüdischen Gebote, wie die Beschneidung, den Schabbat, die Speisegesetz - u. a. m. beobachteten. An Grausamkeit grenzt seine Schadenfreude, mit der eidas Elend der Juden in Jerusalem schildert, die die Zerstörung des Tempels beweinen. Andererseits muss er zugeben, dass die Juden im Lande im allgemeinen wohlhabend seien, eine zahlreiche Nachkommenschaft haben. Er erkennt auch an, dass sie dem Boden, den sie selbst bearbeiten, die Treue ha.ten. Die christlichen Pilger, die aus dem Heiligen Lande in ihre Heimat zurückkehrten und dort ihre Reiseschilderungen niederschrieben, waren im Mittelalter meistens Männer im Dienste der Kirche. Wie das schon im Mittelalter üblich war, erstrebten sie bei der Abfassung ih rer Erinnerungen keine Originalität. Isch-Schalom stellt fest, dass sie nicht selten vor 50—60 Jahren erschienene Reiseführer einfach abschrieben oder aber ihrem Geschmack entsprechend bearbeiteten. Hie und da fügten sie etwas aus Eigenem hinzu, das sie selbst beobachtet haben oder das ihnen zu denken gab. Und dieses Zusätzliche bezog sich fast MHiiiiiiin'i Das israelische Post - Ministerium hat zwei Brief - Marken herausgtilgeben. Wie Marke im Wert von 0,80 IL ehrt das Andenken der für die Freiheit gefallenen Kämpfer. Die Herausgabe der Marke im Wert von 1.00 IL m'it dem Bild von Mosche Sharett erfolgte anlässlich des 27. Zionisten-Kongresses. immer auf Juden. Sie schilderten, womit sich diese beschäftigen und in unter welcher Demütigung seitens der Behörden oder der Massen sie zu leiden haben. Dies war der Ausdruck einer seelisch - emotionellen, hasserfüllten Einstellung den Leiden der Juden gegenüber, die die Autoren als durchaus gerecht und ewigwährend betrachtet haben. Sie fanden Genugtuung in dem Gedanken, dass die Juden vom Schicksal nach Recht und Billigkeit gequält und beschämt werden. Freilich hörten diese Pilger manchmal auch recht merkwürdige Dinge. So soll der türkische Sultan einem jüdischen Herzog erlaubt haben, das alte jüdische Reich im Heiligen Lande mit dem Sitze in Tiberias wieder aufzurichten. Mit einem Seufzer der Erleichterung fügten sie dann hinzu: es ist aber nichts daraus geworden! Und mit Genugtuung vermerkten sie: das Schicksal der Hunde ist besser als das der Juden... Es kommen andere Zeiten und mit ihnen andere Ideen. Unter dem Eindruck der französischen Aufklärung erfährt die Anhänglichkeit der Juden eine besondere Hochschätzung. Und sie erdulden alles, nur um im Lande bleiben zu können. Und weiterhin wandern Juden ins Land ein. Trotz ihrer schlechten Lage leben sie im Lande. Dann erscheint Napoleon im Verskherungsgesellschaff „Olam n Die jüdische Versicherungs-Kooperative „OLAM“ berief eine Pressekonferenz im 7. Stock ihres neuen, jetzt fertiggestellten eigenen Gebäudes in der Corrientes, um der jüdischen Oeffentlichkeit einen kurzen Ueberblick über die bis jetzt geleistete Arbeit zu geben. Die Gesellschaft musste ihren bisherigen Namen „Universo“ auf „OLAM“ ändern, was auf Spanisch diesem Namen entspricht, den s'e bei ihrer Gründung vor 12 Jahren erhalten hatte. Das neue Gebäude, mitten im jüdischen Zentrum gelegen, wird in einigen Wochen offiziell eingeweiht werden. Der Präsident der Gesellschaft gab einen kurzen TJeberblick über die Entwicklung der Organisation, die aus kleinsten Anfängen aufgewachsen ist. In der Le!- tung sind viele führende Vorstandsmitglieder unserer Institutionen vertreten, so ist der Syndikus der Präsident der DATA, Dr. Isaac Goldenberg. OLAM hat be reits 14.000 Mitglieder, die alle Vorteile gemessen, und bereitet eine riesige Werbe- und Propaganda-Aktion vor, um die Mitgliederzahl zu verdoppeln. Die Leitung wird sieh an alle jüdischen Familien wenden, um Mitglieder zu werben. OLAM ist heute eine der wichtigsten finanziellen Organisationen der jüdischen Kollektivität und gibt grosse Summen der Dividenden an jüdische Schulen und Hilfs Organisationen, die aus eigener Kraft ihre Budgets zu decken nicht imstande sind und durch diese Zuschüsse subventioniert werden. In dem modernen Bürohaus arbeiten über 100 Angestellte, darunter versierte Versicherungsfachleute ¡'Heiligen Lande und richtet einen Aufruf an das jüdische Tolk, es möge kommen und sein altes Reich im alten Lande wieder auf richten Wie kann dies mit dem alten Fluche vereinbart werden? In den letzten Kapiteln dieses fesselnden Buches melden sich schon Christen, welche die Wahrheit ihres Glaubens darin erblicken, dass sich nun das von den Propheten verkündete göttliche Versprechen erfüllt: der Herr bringt sein Volk zurück in die alte Heimat... ★ Isch Schalom kommt nun auf Grund seiner eingehenden Forschung zu der Folgerung, dass die Juden im Laufe von 1600 Jahren niemals zur Gänze das Land verlassen hatten und stets — samt den Samaritanern und Karaiten, die ja zum Volk Israel gehören — im Durchschnitt zumindest ein Drittel der Landesbevölkerung ausgemacht haben. Und damit ist auch die Auffassung, als ob die Juden in Erez Jisrael nur im Dorfe Pekiin im oberen Galil während der ganzen Zeit der Galut verblieben seien, als das erkannt, was sie ist: eine Behauptung ohne jedwede historische Grundlage. Das vorliegende Werk hat nicht nur vom Standpunkt der jüdischen Geschichtsforschung, sondern auch vom israelisch - politischen Gesichtswinkel eine grosse Bedeutung, denn Prof. Isch- Schalom weist auf Grund fremder, zum Teil sogar feindlicher Quellen nach, dass das jüdische Volk sein angestammtes Land niemals zur Gänze . verlassen hat. Vielmehr haben stets Juden in Erez Jisrael in wesentlicher Zahl gewohnt. Wir leiten daher unseren Anspruch auf dieses Land nicht allein mit Hinweis auf die Urzeit zurück, sondern auf die Kontinuität unseres Verbleibens in der Heimat während der zwei Jahrtausende unseres Galutdaseins. LUACH — (KALEMDER) Freitag, den 21. Juni Sonnabend, den 22. Juni 25. Siwan 26. Siwan Schabbat SCH’LACH L CHA Haftara: Jenoschua Cap. 22 Sonntag, den 23. Juni Montag, den 24. Juni Dienstag, den 25. Juni . Mittwoch, den 26. Juni Donnerstag, den 27, Juni Freitag, den 28 Juni Sonnabend, den 29. Juni 27. Siwan 28. Siwan 29. Siwan 30. Siwan 1. Tamus 2. Tamus 3. Tamus Schabbat KORACH Haftara: 1. Samuel, Kap. 11 Sonntag, den 30. Juni Montag, den 1. Juni Dienstag, den 2. Juni Mittwoch, den 3. Juli Donnerstag, den 4. Juli Freitag, den 5. Juli Sonnabend, den 6. Juli Schabbat CHUKAT Haftara: Schoftim, Kap. 11 Sonntag, den 7. Juli Montag, den 8. Juli 4. Tamus 5. Tamus 6. Tamus 7. Tamus 8. Tamus 9. Tamus 10. Tamus 11. Tamus 12. Tamus SÄfi Lndorgan«aüo fo®stische ®rc ^ommen ** Vorschlag. & sonderen auf sehen Gruppe"1 vom Prasidn pesses gemachi tigkeit, mi1 der die Anerkennte! Kampf Sewa“n: sich vorbereitet wahrscheinlich Forderungen u schiedenen Vei einem Progra sein, das in ( der zionistische uisation eine Aenderung h dürfte, Die Jugendzum Kongress, glieder zählen, einer späteren S rechte mit A' Personalfragen tet, dass sie i sammensetzuni live und die Ei Präsidenten di mitstimmen . Jugend nahm Schluss an, c denten verlai Sitze in der E) ALIJA UND ABSORPTION In der Deb Alija wandte : ian von der die Behaupte ner Führer dass religiös die Einwande ausschlaggebi betonte, dass der nach Isi derten Ange sfocher Org ren, die den zialer Gerecl nationalen verbanden. Kessler von sehen Wizo die zionistist auch heute m in der Dias doch wieder sehe Botscha nen müsse. Die Frage Rohe der Ji falls diese t hei der Abso Migration bil wichtigsten Kongresses, der Meinui heiten, die ü ma bestehen zahlreichen Erklärungen DAS AMT D PRAESIDEî

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.