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Jüdische Wochenschau · 1968-06-07 · 2271 (7.6.1968) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2271 (7.6.1968)
Date
1968-06-07
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Wir haben im Laufe der Jahre des öfteren über den Hilfsverein und seine Leistungen berichtet und gesprochen, w'obei wir stets darauf aufmerksam machten, dass hier ein Werk vollbracht worden ist, das nicht nur ein Ruhmesblatt der Einwanderer aus zentraleuropäischen Ländern darstellt, sondern der ganzen argentinischen Judenheit zur Ehre gereicht. Selbstverständlich wird jede Arbeit, die in der Oeffentlichkeif geleistet wird und für die Oeffentlichkeit bestimmt ist, einer mitunter berechtigten, häufig auch unberechtigten Kritik unter zogen, die eigentlich immer dann wertvoll ist, wenn sie konstruktiven Zwecken gilt Fs ist unvermeidlich, dass Hilfsarbeit besonders dann auf Missfallen stösst, wenn man entweder etwa'g" verlangt oder wenn diejenigen, die um Hilfe ersuchen, unzufrieden mit dem sind, was man ihnen gewähren kann. Dass aber die zentraleuropäischen, vor allem die deutschen Juden, die vor Hitler ins Land kamen, sich in dem Augenblick zu einem Hilfswerk zusammenfanden, als die Not es verlangte, sol‘ man auch dann dankbar anerkennen, wenn die Prinzipien der Hilfeleistung arr Anfang nicht den Auffassungen moderner Sozialfürsorge entsprochen haben. Denn die ersten, die sich mit diesen Problemen beschäftigten, konnten auf keine Erfahrungen und besondere Vorbereitungen zurückblikken Aber sie hatten eine Kraft bewiesen, die noch wichtiger als Erfahrungen und Ausbildung ist: den guten und den aufrechten Willen, anderen zur Seite zu. stehen Seit vielen Jahren hat sich der Hiifsverein zu einer mustergültigen Institution entwickelt, die auf Erfolge und Leistungen zurückblicken kann, die sich mit den modernsten Einrichtungen an derer Länder durchaus zu vergleichen vermögen. Wenn wir an dieser Stelle neben dem Jugendheim auf das Elternheim in San Miguel hinweisen, so dürfte das sach- Blick in die Welt y«n HAROLD SGHWARCZ DE GAULLE hat sein Kabinett reorganisiert, um notfalls durch Gewalt die Unruhen zu unterdrücken. — DIE SUCHE nach dem verlorenen amerikanischen Atom-U-Boot wird fortgesetzt. — DIE SPANISCHE Zensur verbot das Nachmittagsblatt „Madrid“, das schwere Angriffe gegen Franco gerichtet hatte. — OSWALDO HERCELLES wurde zum neuen Premier in Peru ernannt. — AUCH IN WESTdeutlschland ging die Polizei mit Gewaltmassnahmen gegen die rebellierjenden Studenten vor. — DIE KOMMUNISTEN in Frankreich machten eine Kehrtwendung und forderten plötzlich Wahlen. — DIE ZUSTAENDE in Panama sind völlig undurchtichtig, die Nachrichten widersprechen sich, die Spannungen halten an. — TAUSENDE STUDENTEN in Rom demonstrierten in der Nähe der französischen Botschaft. — GEGEN C. CHAMOUN. den früheren Präsidenten des Libanon, wurde ein Attentat verübt. — IN URUGUAY wurde gegen einen rebellierenden Priester Anklage erhoben. — EIN NEUER KRIEG droht in Korea auszubrechen, sagte der USA-Verteidigungsminister M. Clifford. — DER PAPST forderte die Griechisch-Orthodoxe Kirche zur Wiedervereinigung mit der Römisch-Katholischen Kirche auf — DIE ITALIENISCHEN Sozialisten wollen nicht mehr an der Regierungskoalition teilbaben. — EIN RUSSISCHER Bomber stürzte im Nordmeer ab. ohne Spuren zu hinterlassen EINE NEUE ROTE Offensive in Vietnam wurde abgeschlagen. — NOVODNY, Expräsident der CSR, wurde aus der KP ausgeschlossen — GEGEN RHODESIEN wurde in den UN ein Handelsverbot beschlossen. — DIE WESTMAECHTE haben auf ihre Besatzungsrechte in der Bundesrepublik verzichtet. — FRANCOIS MITTERAND verlangte erneut den Rücktritt de Gaulles. — EINE HITZEWELLE in Indien forderte zahlreiche Tote. — MITGLIEDER DER Opposition in Griechenland wurden kurzerhand ins Gefängnis geworfen. — WEGEN DER PRODUKTION einer Tablette, die zur Geburt zahlreicher deformierter Kinder führte, wurden in Westdeutschland Wissenschaftler, Chemiker und Fabrikanten unter Anklage gestellt. — HELEN KELLER blind und taubstumm, starb 8S Jahre alt, nachdem sie ihr Leben hindurch für die Besserung der Lage der Blinden gekämpft hatte. — ftcHnitsdieii Rammrrepiele Intendant REINHOLD K. OLSZEWSKI TEATFO ODEON Esmeralda 375 8. UND 9. JUNI 14.30 UHR 12. JUNI 18 UHR; 13. JUNI 16 UHr PETERCHENS MONDFAHRT Ein Märchenspiel von GERD VON BASSEWITZ Regie: JACQUES ARNDT Kassenzeiten im Teatro Odeon 11—14 und 17—19 Uhr Preise von $ 200.— bis $ 650— lieh gerechtfertigt sein. Wenn man die Haltung einer Gemeinschaft gegenüber ihren älteren Menschen als einen Wertmesser für ihre moralische Qualifikation anlegen will, so ist das Altersheim in San Miguel mit seinen Nebeneinrichtungen wie Krakenhaus, Siechenhcim und Erholungsstätte die beste Visitenkarte, die eine Kollektivität vorzuweisen hat Mag die Arbeit im Hilfs- Verein schwer, nicht immer erfreulich und nicht immer anerkannt sein, die Menschen, die ihre Zeit und ihre Fähigkeiten hierfür zur Verfügung stellen, dürfen mit einer grossen inneren Genugtuung stolz auf das Werk sein, für das sie tätig sind — Juni — Monat der Mobilisation C. W.: — Auf Einladung der Leitung der „Campafia ne Emergencia“ des argentinischen Keren Hajessod erschienen die Vertreter der jüdischen Presse in dieser Woche beim „Comité Central“ dieser Institution, um nähere Informationen über die Arbeit, ihre Basis und ihre Erwartungen für 1968 zu hören Herr Isaac Levin, der Präsident, und Herr Kivatiaetz, der Generalsekretär wiesen zunächst auf die ausserordentliche Bedeutung hin, die von der israelischen Regierung und der Agencia Jtdia dem Aufbringungswerk in Argentinien zuerkannt werde Der Besuch von Frau Go.da Meir bei uns ihre verschiedenen Aktivitä ten, galten dem Ziel, dass die grosse Judenheif dieses Landes keineswegs hinter den Leistungen des Jahres 1967 Zurückbleiben dürfe Daher sei dieser Monat der ersten Wiederkehr der ereignisreichen Tage des Vorjahres zum „Monat der totalen Mobilmachung“ aller Kräfte für die „Magtoit“ festgelegt worden. Berücksichtige man die erhebliche Zahl der Zeichner, die wählend des Sechstagekrieges erstmalig ihre Pflicht erfüllten, erfasse man viele jüngere Menschen, die bisher niemals der Beisteuerungsverpflichtung nachkamen und stelle man höhere Anforderungen an die sogenannte „Zweite Generation“, so bestünde die Hoffnung, bis Ende Juni das gesteckte Ziel zu erreichen Es wurde besonders darauf aufmerksam gemacht, dass die Herren Tte. Coronet Levin und Ing Kaufmann aus Israe' sich mit besonderem Eifer der Erfassung der jüngeren Generation widmen würden. Der Sekretär für die Provinz wies darauf hin, dass es eine gigantische Aufgabe sei. die insgesamt 245 Gemeinden des Landes zu bearbeiten, und dass man auch diejenigen lokalen Gruppen nicht übersehen dürfe und würde, die sich nur aus wenigen Familien zusammensetzen. Die AMIA von Buenos Aires sei mit gutem Beispiel vorangegangen, indem sie ihre diesjährige Beisteuerung Um 50 Prozent erhöht habe. Doch auch alle Korporativen, Schulen Clubs und sonstige Institution n würden die Einmaligkeit und mit Spannungen geladene Weltsituation im Zusammenhang mit Israels heroischem Kampfe verstehen. Ein wichtiger Propagandafaktor sei die Zeitschrift „Solidaridad“, die mit ihren 30.000 Exemplaren auch die entlegensten Ortschaften und Judenheiten erreiche. Zum Schluss wurde mit Nachdruck an die jüdische Für die Noch wenige Tage, bevor die Schüsse in Los Angeles fielen, unter denen der USA' Senator Robert Kenndy zusammentrach, hatte er in Vorwahlen die folgenden Ausführungen gemacht, die von besonderem Interesse sein dürften. (D. Red.) DER ANTISEMITISMUS IN POLEN Portland (Oregon) — Die USA-Regierung müsste unverzüglich eine energische Position beziehen, um das Schicksal der Juden in Po- ,en zu erleichtern, verlangte der Senator für New York, Robert Kennedy, dev für seine Aufstellung als Präsidentschaftskandidat in den amerikanischen Städten auftrat. In seiner Entgeg nung auf die Frage eines Reporters erklärte Kennedy, die Antwort der Regierung auf die antisemitische Kam pagne der polnischen Behörden sei angesichts der täglich schwierigeren Situation der Juden in diesem Land unzureichend. Er bezog sich auf die kurz vorher stattgefundene Aussprache der Präsidenten der grossen jüdischen Organisationen mit Beamten des State Department und urteilte, dass eine öffentliche Stellungnahme Washingtons gegen das Anschwellen der antisemiti sehen Welle in Polen am Platze gewesen wäre. Kennedy sagte wörtlich: „Jetzt ist der Augenblick zu handeln Es gibt geeignete Massnahmen, die wir als Regierung ergreifen können um den Behörden in Warschau unmissverständlich klar zu machen, dass wir die Anwendung des politischen Antisemitismus unter dem Vorwand des Antizionismus verabscheuen. Wir müsster unsere Stimme als Nation und als Individuen erheben und die Beendigung dieser religiösen Verfolgung for dern. Wir müssen verlangen, oass die polnische Regierung die Recht« ihrer jüdischen L’ürger respektiert.“ Er unterstrich, dass die USA „die Wiedergeburt des Antisemitismus in einem Land nicht dulden können, in dem so viele unschuldige Männer, Frauen und Kinder von den Nazis im Zweiten Weltkrieg ermordet worden sind.“ Der Senator mahnte Polen, seine Zusicherung, die Julien könnten Polen verlassen, zu halten und allen denen, die ausreis en wollen. Pässe auszuste.len. In diesem Zusammenhang regte or die Annahme eines „Notgesetzes für Flüchtlinge“ durch das amerikanisch^ Parlament an, um „den Ju den von denen viele Ueber lebende uUs den KZ-Lagern sind, Zuflucht in den Verei n;gten Staaten zu ’bieten“. In seinen weiteren Ausfüh rungen nannte Kennedy Po len ein Beispiel dafür, dass .diejenigen, die ihren eigenen Bürgern die Freihe;: vorenthalten, den Antisenr' tismus als nützliches um leichtes Mittel benutzen, un die Aufmerksamkeit von ih rer eigenen Tyrannei abzu lenken. Dutzende von Jude sind willkürlich aus ihre Stellungen verjagt worde und dies in Polen, einer kommunistischen Staat, de alle Posten mit der durcl sichtigen Ausrede des Ant Zionismus kontrolliert“, füg te er hinzu Presse appelliert, der „Cam pana“ noch mehr Möglich keiten zu Veröffenbichui gen zu geben und innne wieder daran zu erinnern dass starke Kräfte in de Welt nicht nur vom „Kamp gegen den Zionismus ode Israel“ sprächen, sonder vom „Kampf gegen da: Weltjudentum“, das zu Isra el halte. „Hier handelt es sich um mehr als um eine reine antisemitische Kampagne ge- ^en die polnischen Juden“, behauptete Kennedy absch ressend „Es ist ein Attentat gegen die Freiheit Der Antisemitismus ist der Deckmantel, unter dem der Versuch gemacht wird, di*1 Juden für das aufklingende Freiheitsbegehren des polnischen Volkes verantwortlich zu machen und die Gemüter zu verwirren.“ VERANTWORTUNG EUER ISRAEL New York. — Die Senatoren Robert F. Kennedv (New York) und Eugene J. McCarthy (Minnesota), waren sich in einem vor kurzem über das nationale Fernsehnetz übertragenen Programm einig, dass die USA ihre Israel gegebenen Versprechen selbst dann erfüllen müssen, wenn sie die Einschränkung ihrer Verpflichtungen gegenüber anderen Ländern in der Wel‘ bedeuten sol. ten. Senator Kennedy wiederholte sein schon früher in Portland (Oregon) gemachtes Angebot, Israel 50 Phantom-Jets zu liefern. Senator McCarthy erklärte sich mit diesem Vorschlag einverstanden, wenn „diese 50 Jets für Israel notwendig sind, um seine im Sechstagekrieg einge büsste Stärke wiederzugew innen.“ Beide Senatoren machten diese Aeusserungen im Rahmen eines „Fragen und Antworten“ betitelten Programmes, das von San Francisco aus übertragen wurde, wo sie in ihrer Kampagne für d>e Primärwahlen in Kalifornien auftraten und sich zum ersten Mal seit ihrer Ankündigung, sich zur Nominierung zu stellen, gegenüberstanden. Senator Kennedy nahm als Erster auf das Thema Israel Bezug Er bemerkte, die USA könnten nicht weiter überall die Rolle der Polizei übernehmen und in die Konibkte in der ganzen Welt, eiligreifen. Aber, so fügte er ninzu, „ich g'aube, dass uns auf der Erde doch einige Pflichten obliegen. So haben wir zum Beispiel eine Verpachtung gegen Israel, die vir erfüllen müssen.“ Senator McCarthy erklärte, ei glaube, die USA .,besetzen eine klare moralische und legale Verantwortung im Mittelosten und Israel“ Seiner Ansicht nach, so führte er aus, müssten die USA ein Moratorium der für den Mittelosten bestimmten Waffen, iefer ungen durchzusetzon versuchen, „doch Israels militärische Stärke gegen d;e arabischen Staaten muss aufrecht erhalten bleiben“. Er fügte hinzu, diese Verantwortung würde aus dem Umstand erwachsen, dass „wir eine der Nationen waren, die den jüdischen Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Krieg nicht ihre Tore offnen wollten, und ei den Engländern iiberliessen, die Sorge für diese Menschen in Palästina zu übernehmen, und wir dann später in den UN die Gründung des Staates Israel befürworteten und diese Verpflichtung seit 1948 wiederhol betont haben.“ (ITA) Thorarollen aus Rumaenien Haifa. — Auf dem griechischen Frachter „Anika“ ira- <en kürzlich 865 Thorarollen aus Rumänien ein. Es handelte sich um die dritte Sendung von einer Gesamtzahl von über 3.000 Thorarollen. Bei einer kurzen Feier fand die Uebergabe der Rollen statt. Religionsminister S. Wahrhaftig dankte der rumänischen Regierung für die Geste der Ueberstellung der Rollen. Wie er erwähnte, wurde der Vertrag betreffend Uebergabe der Rollen von Charles Jordan s A. mit der rumänischen Regierung unterschrieben.?Kgu/' £ *• / ik -•¿■‘TEr, Ä 1 »1 CONGRESO MUNDIAL DE LOS S0BREVIVIFNTr<' DE LOS CAMPOS DE CONCENIRACION i COMBATIENTES CONTRA EL NAZISMO VISITA COLECTIVA A ISRAEL DE LA ASOCIACION ISRAELI* DE LOS SOBREVIVIEN DE LAS PERSECUCIONES NA; SALIDA: 18 de julio TODO FINANCIADO Informes en Secretarla CANGALLO 1760, de 17 a 21 ht Agentes exclusivos pare la Argentina S.C.A.

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