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Jüdische Wochenschau · 1968-06-07 · 2271 (7.6.1968) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2271 (7.6.1968)
Date
1968-06-07
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE (DOC fa JkMt&H&J&iaelita PUEYRREDON 2190 — 1* izq. Ano XXIX T. E. 83 - 2 er i 3 BUENOS AIRES. VIERNES 7 DE JUNIO DE 1968 N'> 2SÜ1 Das war vor einem Jahr Diese Generation jüdischer Männer und Frauen wird, die Junitage des Jahres 1%7 nicht so schnell vergessen, in denen die politische Lage im Mittleren Osten und damit die Situation des ganzen jüdischen Volkes in der Welt Stunden höchster Spannung durchlebte. bevor die Nachricht über den Ausbruch offener Feindseligkeiten und eines erbarmungslos geführten Krieges die Aetherwellen erschütterte. Wie gebannt hörten Juden wie Nicht juder diese Meldung, die einen Untergang anzukündigen drohte. Es waren Augen blicke höchster Dramatik wie sie selbst in unserem an tragischen und bewegenden Ereignissen überreichen Leben selten sind. Dem Ausbruch des Krieges gingen Wochen der Spannung voraus. Systematisch hatten die arabischen Länder unter der Führung Aegyptens die Hetze gegen Israel und die Kriegsvorbereitungen verstärkt. Alle ihre Massnahmen zielten auf eine gewaltsame Lösung der schwebenden Probleme ab. Es war in der kurzen Ge schichte des jungen Staates Israel nicht das erste Mal dass seine Feinde zu einem tödlichen Schlag ausholten, den sie sorgfältif vorbereitet hatten Rede auf Rede liess Nasser vom Stapel dohende Meldungen kamen aus allen arabischen Hauptstädten, die sich förmlich in Ihrem Hass gegen Israel überboten, das sie zur Zielscheibe aller ihrer Ablenkungsmanöver zum inneren Gebrauch gemacht hatten Plötzlich fühlte sich Nasser stark genug, um die Meerenge von Tiran zu sperren, ein Vorgang, der zum Ausgangspunkt des späteren grösseren Konflikt geworden ist. Deswegen wollen wir diese Tatsachen und Ereignisse noch einmal kurz in die Erinnerung zurückrufen, zumal heute — nach einem Jahr — erneut Versuche gemacht werden, Israel durch gewaltsame Massnahmen einzukreisen. * Zwei grosse Wasserstrassen sind für den israelischen Handel, seine wirtvon JEHUDA GOTTHEIMER schaftliche Entfaltung und seine militärische Sicherheit von entscheidender Bedeutung: der Suezkanal und die Meerenge von Tiran, die — unter weltpolitischem Aspekt betrachtet — von einem sehr unterschiedlicher Wert sein mögen Für Israel jedoch ist die Strasse von Tiran weit wichtiger als der Suezkanal. Seit dem Bestehen des Staates Israel haben sich len Massnahmen Aegyptens durchzusetzen Als sich bis zum Jahr 1956 immer deutlicher zeigte, dasj die Aegypten und in ihrem Gefolge andere arabische Staaten aus ihrer ständig wiederholten Drohung, Israel durch Gewal^ zu vernichten, Ernst machen würden, schlug Israel zu und wartete nicht ab, bis es erdrückt wurde. Während des Sinaifeldzuges, wie dieser Ein Frauenkorps der israelischen Verteidigungskräfte marschiert bei der Militärparade am Jom Haazmaut an der Ehrentribüne vorbei. diö Aegypter geweigert, israelische Schiffe und Frachter anderer Flaggen mit Waren für Israel an Bord durch den Suezkanal fahren zu lassen. Zu unzähligen Malen hat diese Frage den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschäftigt, der immer wieder das Recht al ler Völker, also auch Israels, feststellte, frei, d.h. ungehindert, alle Wasserstrassen benutzen zu können. Das Recht der freien Schifffahrt gehört zu den heute anerkannten Grundgesetzen aller Nationen, in deren Mitte Israel Sitz und Stimme uad damit das gleiche Recht wie alle anderen besitzt. Der Sicherheitsrat hat aber nichts getan, um dieses von ihm anerkannte Recht Israels zu schützen und gegenüber den iilega- Abba Ebans Friedensplan Jerusalem. — Ein Programm, das vier Phasen zur Losung der Mittelostkrise enthält, schlug Aussenminister Abba Eban vor, als er in der Knesset eine Anfrage des Mapam-Deputierten Reuben Arzi beantwortete. Die vier Phasen sollen in Verhandlungen, Abkommen, Abschluss eines Vertrages und seiner Erfüllung bestehen Verhandlungen bedeuten direkte Gespräche mit der erklärten Absicht, zum Frieden zu gelangen. Die Abkommen müssen sich auf alle in der Resolution des Sicherheitsrates vom 22. November 1967 erwähnten Probleme erstrecken. Sie müssen ein Abkommen über die Beendigung des Kriegszustandes enthalten, die Definition der übereinstimmend festgesetzten Grenzen und Sicherheits massnahmen, welche die Stationierung der Streit kräfte für den Friedensfall gestatten Die Beteiligten müssen ausdrücklich die Unabhängigkeit, Unverletzlichkeit und Souveränität aller Staaten und ihr Recht auf ein Leben in Frieden anerkennen. Alle diese Abkommen würden dann in den Friedenspakt eingeschlossen werden, bei dessen Unterzeichnung dor Kriegszustand beendet und der Friedenszustand eintreten würde. Die Parteien nähmen alsdann die Verpflichtung auf sich, die Regelungen für die Erfüllung der Abkommen nach ihrer Unterzeichnung im Friedensvertrag auszuar'beiten. Eban gab der Hoffnung Ausdruck, dass die arabischen Regierungen diesem Programm zustimmen und sich zu seiner Verwirklichung zu Verhandlungen mit Israel bereit finden würden Er fügte hinzu, die israelischen Repräsentanten seien willens, mit jedem arabischen Staat eiuzela zu verhandeln (ITA) Blitzkrieg genannt wurde, sollte es sich zeigen, dass die in ägyptischer Hand befindliche Sinaihalbinsel ei" einziges, grosses militärisches Aufmarschgebiet Aegyptens war, eine riesige Festung, die unter den vernichtenden Schlägen der israelischen Verteidigungsar mee zusammenbraeh Zum ersten Mal standen israelische Truppen am Suezkanal. Mit einer grausamen Deutlichkeit wurde die tragische Lage eines kleinen Volkes offenbar, das um nichts anderes als um sein Lebensrecht kämpfte. Hineingeschleudert in eine Welt brutaler Interessengegensätze zeigte es sich sehr bald, dass nicht Aegypten der Gegner ist, mit dem man sich auseinandersetzen musste, sondern die Grossmächte, die versuchten, in diesem Konflikt zwischen Juden und Arabern, zwischen Israel und Aegypten .ihre eigenen speziellen Ziele zu realisieren Die Russen hatlen die vorangegangenen Jahre ihres kalten Krieges und der arabischen Unzufriedenheit mit dem Westen dazu benutzt, ein altes Programm zaristischer Expan- Zionistenkongress Jerusalem. — David Ben Gurion wird in Jerusalem am ‘Zionistenkongress als „geladener Gast“ teilnehmen, da er sich als Mitglied der Zionistischen Organisation betrachtet. Dies hatte er dem inzwischen verstorbenen Chef der Organisations-Abteilung der Jew ish Agency, Zwi Lurie mitgeteilt, als dieser ihn vor seinem Tode schriftlich zur Teilnahme aufgefordert hatte. Die Sitzungen finden unter der Leitung von Dr Nachum Goldmann statt. (ITA) sionspolitik zu verwirklichen und ihren Fuss in den Mittleren Osten zu setzen, was selbst dem extremen zaristischen Imperialismus niemals gelungen war. Der Kreml erreichte dieses Ziel Vor aller Welt war die rote Maske gefallen. Ungeheure russische Waffenlager im Sinai liessen keinen Zweifel mehr zu, was dort gespieP wurde. Auf der anderen Seite hielten westliche Mächte ihren Augenblick für wieder gekommen, um den verlorenen Boden im Mittelosten wiedereinzuholen: England und Frankreich. Wenn mar. noch bei den Franzosen damals mit einer echten Sympathie für Israel rechnen durfte, während man der Meinung sein konnte, la grande nation würde sich ihrer eigenen grossen historischen Zeit erinnern, in der sie für Menschenrecht und Menschenwürde kämpfte, während man darauf zu bauen glaubte, dass die Franzosen als einziges Volk ihren Sinn für Gerechtigkeit und Freiheit aller und besonders der kleinen, bedrohten Völker bewahrt hatten, stellte sich schnell heraus, dass die Engländer unter der Ministerpräsidentschaft Anthony Edens nur ihre eigenen Interessen suchten und eine Rückkehr zum Su ezkanal erstrebten, der ihnen unter wenig angenehmen Umständen von Nasser entwunden worden war. Washington war damals über das englische Vorgehen entsetzt und nicht gewillt, den Kanal noch einmal unter britische Vorherrschaft zu stehen. Aus diesem Grunde wurde Israel um die Früchte seiner Opfer und seines Sieges gebracht. Ben Gurion war allerdings nicht bereit, bedingungslos herauszugeben, was die israelische Armee in Verteidigung der Lebensvechle ihres Volkes errungen hatte. Die Freiheit der Meere, und vor allem der freie Durchgang durch die Meerenge von Tiran, wurden in erster Linie durch die Amerikaner und durch die UN garantiert. Tiran ist eine kleine Insel, die dem Festland der Sinaihalbinsel vorgelagert jst und jene Meerenge bildet, durch welche die israelischen Schiffe fahren müssen, die vom Hafen Elat am bis dahin südlichsten Punkt Israels, am Golf von Akaba. heute Golf von Elat genannt, fahren müssen, um durchs Rote Meer in den Indischen Ozean zu gelangen. Hierdurch wird vermieden, dass die israelische Schiffahrt übers Mittelmeer durch die Strasse von Gibraltar um den ganzen afrikanischen Kontinent fahren muss, um zum Indischen Ozean zu kommen Als dann vor einem Jahr Aegypten einseitig die Strasse von Tiran sperrte oder sperren wollte war der Casus belli, der Kriegsfall, gegeben, woran Israel niemals einen Zweifel gelassen hatte wenn auch die anderen nicht daran glaubten, dass Israel notfalls den Mut und di" Kraft haben werde, sein Recht zu fordern und mit Waffengewalt durchzusetzen. Die Kriegsbereitschaft gyptens und seiner Vei landeten wurde eindeutig, als Nasser von den UN den \ 's SCHWERER äNGRIFK, Tel Aviv. — Israel beantwortete Artillerieangriff^v der Transjordanier auf vier Kibbuzim mit einer Vor- ' geltungsaktion, bei der Kanonen und Flugzeuge ein gesetzt wurden. Es war die ernsteste Aktion se.t dem 29. März, als die israelische Luftwaffe transjordanische Artillerienester bombardiert hatte. Die israelische Operation erstreckte sich auf eine 20 km lange Front und währte mehrere Stunden. Nach Aussagen eines Sprechers waren israelischerseits keine Verluste zu beklagen. Dagegen hatte das vorangegangene Bombardement der Transjordanier den Tod von drei Zivilisten und sechs Verwundete verursacht. New York. — Israel und Transjordanien klagteu sich vor dem Juni-Präsidenten des Sicherheitsrates USA-Botschafter Arthur Gold'berg, gegenseitig der Aggression an Der transjordanische Repräsentant be; zichtigte Israel eines „überraschenden Angriffs“, bei dem die Israelis die Fiüchtlingsstadt Irbin und andere Ortschaften zum Teil zerstörten und zum ersten Mal Boden-Boden-Raketen abschossen; dreissig seiner Landsleute seien getötet worden, gab er an. Israel- Botschafter Josef Tekoa beschuldigte Transjordanie«, die militärische Aktion durch grossangelegte Attacken gegen israelische Dörfer im Süden des Tiberias-Sees provoziert zu haben. Los Judíos en la Diáspora Jerusalem. — La vida y los problemas judíos en los países comunistas, en los países árabes, en la América Latina y otras partes del mundo fueron el tema de 7 conferencias otorgadas por el Profesor Arie Tartakower, presidente de la Sección Israelí del Congreso Judío Mundial, a las fuerzas armadas israelíes estacionadas en la península del Sinai. Varias de esas conferencias, inclusivo sobre la la'bor que desarrolla el Congreso en muchai partes del mundo, fueron dictadas ante oficiales sol-imente y otras a jefes y soldados rasos comunmente El ciclo de conferencias duró tres días El dirigente del Congreso Judío lo ofreció por invitación especial de las altas autoridades militares. Según el informe correspondiente, en cada caso asistieron casi todos los hombres armados a las conferencias. Después de escucharlas atentamente, muchos formularon preguntas al orador, qu'en más tarde hizo las aclaraciones del caso. Las conferencias de dirigentes del Congreso Mundial a las fuerzas armadas israelíes sobre la vida judía en 'a Diáspora empezaron durante la Guerra de los 6 Días. Ultimamente fueron reanudadas con la gira del Profesor Tartawokar por el Sinai. Todas las conferencias fueron pronunciadas en inglés SHLOMO S. TANGER Die Juden in der Diaspora Jerusalem. — Das Leben und die jüdischen Probleme in den kommunistischen Ländern, in den arabische-1 Ländern, in Lateinamerika und anderen Teilen der Welt waren das Thema von sieben Konferenzen, die von Prof. Arie Tartakower, dem Präsidenten der israelischen Sektion des Jüdischen Weltkongresses vor den auf der Sinai-Halbinsel stationierten Israelischen Truppen gegeben wurden. Verschiedene dieser Konferenzen, inklusive über die Arbeit, die der Kongress in vielen Teilen der Welt entfaltet, wurden nur vor Offizieren und andere vor Anführern und gemeinen Soldaten zusammen gehalten. Die Reihe von Konferenzen dauerte drei Tage. Der Führer des Weltkongresses ga'b sie auf besondere Einladung der hohen Militärbehörden. Laut der betreffenden Information, wohnten in jedem Fall alle Soldaten den Konferenzen bei Nachdem sie ihnen aufmerksam zugehört hatten, steliten viele dem Redner Fragen, der dann die betreffenden Aufklärungen machte. Die Konferenzen von Führern des Jüdischen Weltkongresses vor den israelischen Streitkräften über das jüdische Leben in der Diaspora begannen während de» Sechstagekrieges Letztens wurden sie mit der Reise Prof. Tartakowers nach Sinai wieder aufgenommen Alle Konferenzen wurden in englischer Sprache gehalten. SHLOMO S. TANGER Rückzug ihrer „Schutztruppen“ verlangte, ein Ersuchen, dem der UN-Generalsekretär U Thant zur allgemeinen Ueberraschung sofort nachkam, indem er sich auf juristische Klauseln berief, die ihn vermeintlich dazu gezwungen haben, den entsprechenden Rückzugsbefehl zu erteilen Das war das letzte Alarmzeichen füi Israel, nicht auf den wohl vorbereiteten Ueberfall zu varten, sondern sofort zum Gegenschlag überzugehen. Damit begann der Krieg, der als Sechstagekrieg in die (Schluss auf Seite 2) Der Moerder Kennedys Los Angeles. — Der Attentäter, dessen Kugeln den USA-Senator Robert Kennedy niederstreckten, wurde vom Bürgermeister von Los Angeles, Sam Yorty. als der 24jährige Sirhan Bishara Sirhan identifiziert, der in der Vorstadt Pasadena wohnte. Wie Yorty hinzufügte, kam der Mörder, ein Transjordanier, mit seinem Bruder Munir (Joe) Sirhan erst vor kurzem in die Vereinigten Staaten. Sie lebten in Jeusalem bis zur Wiedervereinigung der Heiligen Stadt. Während seiner Wahlkampagne hatte sich Robert Kennedy energisch zugunsten der Integrität Israels ausgesprochen und die USA-Regierung aufgefordert, Israel mit Waffen zu beliefern, damit es gegen die von den Arabern ausgestossenen Drohungen, den jib dischen Staat zu vernichten, gerüstet sei. Senator Robert Kennedy ist inzwischen trotz alle1" Bemühungen, die die Aerzte zu seiner Rettung unternommen haben, seinen schweren Gehirnverletzungen erlegen.

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