Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2267 (10.5.1968)
- Date
- 1968-05-10
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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t — Viernes, io de Mayo de 1968 JÜDISCHE WO CHENSCHAU Ad* XXIX. — N* 2167 Hoffnung auf einen Frieden (Schluss von Seite 1) „Es lebe Eshkol!" Tel Aviv. — „Es lebe Eshkol, Dajan und Zabal!“ rief ein Jugendlicher aus Khan Junis, der wegen Infiltration aus Transjordanien vor Gericht stand und freigelassen wurde. Der arabische Jugendliche hatte erklärt, er wohne ständig in Khan Junis und hat seit 10 Jahren nicht mehr die Möglichkeit gehabt, seinen Vater zu besuchen, der in Transjordanien lebt. Nach Ende des Sechstagekrieges habe er sich nunmehr nach Transjordanien begeben, und beim Uebergang an der Damia-Brücke eine Erklärung unterzeichnet, dass er nicht wieder in die israelischen Gebiete zurückke.hren werde. Er blieb eine Weile bei seinem Vater in Amman, beschloss aber dann doch nach Khan Junis zurückzukehren, wo seine Mutter lebt. Bei der Rückkehr wurde er festgenommen und vor Gericht gestellt. Das Gericht beschloss, den besonderen Umständen dieses Falles Rechnung zu tragen und verurteilte den jungen Araber nur zu einem Monat Gefängnis, den er schon während der Untersuchungshaft abgesessen hatte, sodass er sofort nach Abschluss des Verfahrens auf freien Fuss gesetzt würde, was ihn zu den Hochrufen auf Eshkol und Dajan veranlasste. dem Wege gemeinsamer Beratungen zu gelangen. Aber auch für einen Frieden in und um Israel dürften die Verhandlungen über Vietnam von Bedeutung sein. Zunächst einmal ist der Beweis dafür erbracht, dass selbst die schärfsten Gegner, die sich einen langen und blutigen Krieg geliefert ha ben, zur Aussprache und zum Friedensabschluss bereit sind. Warum sollte eine solehe Entwicklung für Israel ausgeschlossen sein? V. Karl Marx Nicht nur im Osten, auch in westlichen Ländern wird der 150. Geburtstag von Karl Marx feierlich begangen Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier als der Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts und einer jüdischen Mutter geboren, die sich aber mit ih rem Sohn taufen Hessen, als Marx gerade sechs Jahre alt war. Trotzdem galt Marx in Deutschland immer als Jude, längst vor Hitler und den razistischen Rassen-Gesetzen. Er wurde stets auf un ser Plus- oder Minuskontc geschrieben, ganz nach dem Belieben des jeweiligen Betrachters. Hieran vermochte auch die Tatsache nichts zu ändern, dass Marx eine sehr hässliche Schmähschrift gegen die Juden „Zur Juden frage“ verfasst hat, nie von den Nazis für würdig befunden wurde, neu herausgegeben zu werden, allerdings ohne die Nennung ihres Autors ... Marx, den man als den grössten Stubengelehrten des Jahrhunderts zu bezeichnen pflegte, hat wie wenig andere Menscheil zur Umgestaltung des „Weltbildes“ seiner Zeit und der politi- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? iaq. nach. 16—19 Uhr sehen Konstellationen beigetragen. Dennoch ist er nur als ein Kind seiner Epoche zu verstehen, als ein Mann, der eine totale Umwandlung der bestehenden Zustande aus einem tiefen (man ist geneigt zu sagen, aus einem jüdischen) Gefühl für Gerechtigkeit anstrebte und der sein Empfinden mit philosophischen Argumenten untermauerte. Dass die Konsequenzen, zu denen der grosse Theoretiker Marx mit seinem historischen Materialismus ge langt, in einem unlösbaren Widerspruch zum jüdischen Gedankengut stehen, ist auch an dieser Stelle oft genug hervorgehoben worden Das ändert nichts daran dass alle Völker und geistigen Bewegungen sich mit dem Marxismus auseinandersetzen mussten, bis zum heutigen Tag, obwohl die Voraussetzungen, unter denen Marx schrieb, dachte und zu seinen Konklusionen kam, sich in vielen Ländern entscheidend geändert haben. nicht zuletzt unter dem Einfluss Marxens und seiner Nachfolger. Marx, der während seine-. Pariser Asyls gemeinsam mit Heinrich Heine das Wochenblatt „Vorwärts“ herausgab, begegnete auch in einem Abschnitt seines Lebens dem „roten Rabbi Moses Hess, dessen „Rom und Jerusalem“ zu den wichtigsten präzionistischen Schriften gehört. Dass Einflüsse des marxistischen Denkens auch beim Aufbau in Israel eine erhebliche Rolle gespielt haben, ist bekannt. Nur nebenbei und als Kuriosum sei bemerkt, dass trotz der judenfeindlichen Schrift des jungen Marx sein nichtjüdischer Enkelsohn Jean Longuet, ein seinerzeit bekannter französischer Sozialist und Abgeordneter, des öfteren seinen Sympathien für das Aufbauwerk in Palästina Ausdruck verliehen hat. VI. Marx-Jubilaeum in Trier Trier, die Geburtsstadt von Karl Marx, hat sich auch zu einer Marx-Ehrung besonderer Art entschlossen. Dort werden die Katholische Aka hervorragende Persönlichkeiten verschiedene Probleme und Themen besprechen und diskutieren sollen, um den „humanitären oder gar ,messianischen‘ Ansatz im Denken von Marx freizulegen". Die Formulierung der Themen ist ausserordentlich bemerkenswert: „Karl Marx und die Theologie der Welt von heute“, — „Glücksbegriffe bei Karl Marx als Anstoss für die christliche Brüderlichkeit“, — „Die ideologienfreie Gesellschaft dej technokratischen Zeitalters als Bedrohung für Christentum und Marxismus“. Falls der Wortlaut dieser Reden veröffentlicht wird wäre es sicherlich höchst interessant und wichtig, dass auch wir hierzu Stellung nehmen. Aus der Formulie rung der Themen könnte men bereits zu wesentlichen Schlüssen gelangen, wobei die Sorge um eine gemeinsame Bedrohung des zeitge nössischen Christentums und des Marxismus durch das technokratische Zeitalte-- auffällt. Wie alle geistigen Strömungen und Träger geistiger Kräfte haben sich auch die Kirchen mit dem Phil nomen des Marxismus beschäftigen müssen. Diese Auseinandersetzungen werden seit Jahrzehnten geführt; sie haben auch auf dem letzten Vatikanischen Konzil einen Niederschlag gefunden. An die Enzyklika des Papstes Johannes XXIII. unter dem Titel (Titel einer Enzyklika sind ihre ersten Worte): Mater et Magistra (Mutter und Lehrmeisterin) sei erinnert, der eine Enzyklika des Papstes Leo XIII. „Rerum novarum“ vorausgegangen war. Die Kirche suchte und sucht eine Stellungnahme gegenüber den maxistischen Lehren und der kommunistischen Wirklichkeit einer halben Welt, um auf diesem Wege dem ideologischen Totalangriff auf alle Glaubensgemeinschaften zu begegnen, der vom Marxismus-Leninismus der heutigen Prägung ausgeht. VII. Die Perspektive Welche Position der einzelne Mensch in diesen grossen geistigen, politischen und sozialen Auseinandersetzungen unserer Epoche auch einnehmen mag, muss jedem und jeder Gruppe oder Gemeinschaft überlassen bleiben. Sicher dürfte sein, dass die blutige Weltrevolution. die Marx und Engels für unausweichlich hielten", im Laufe einer Entwicklung, die sich über mehr Viamonte 2037 4? B JACOB LAPIDUS T. E. 46-1716 MOHELN. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 als ein Jahrhundert hinzieht, zwar an blutiger Fassade viel verloren hat, aber immer noch im Ablauf begriffen ist. In vielen, auch sozialistischen Ländern ist der Klassenkampf überwunden worden, hat jedenfalls an seine:* ursprünglichen Schärfe ver loren. Auch insoweit breitet sich sehr allmählich die Einsicht aus, dass andere als blutige Wege beschritten werden müssen, um die sozialen Gegensätze und Unterschiede zu überwinden und zu einer Koexistenz aller Schichten eines Volkes und aller Nationen zu gelangen. Die Friedensbemühungen um Vietnam seien uns ein Zeugnis hierfür, das uns begründete Hoffnungen auf eigenen Frieden für unser Volk und für Israel erhoffen lässt. Die klassenlose Gesellschaft, von der Marx träumte, dürfte beute auch von Raketenexperten sagen aus Bonn. — Die beiden Raketenwissenschaftler, Prof. Wolfgang Pilz und Paul Goerke, erklärten, dass sie von 1962 bis 1965 in ägyptischen Diensten standen. Sie wurden dann von der deutschen Regierung veranlasst, nach Deutschland zurückzukehren. Jetzt sagten sie .aus, dass ihre Aufgabe darin bestanden habe, ein Raketenprngramm für den Abschuss eines Satelliten auszuarbeiten. Einen militärischen Wert hätten die Raketen nicht gehabt, sondern es habe sich um einen gross angelegten Bluff Nassers gehandelt, um die arabische Einheit unter seiner Leitung zu fördern. Ueber die Arbeiten sei der deutsche Botschafter in Kairo ständig informiert worden. Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Kommunisten nur noch als ein fernes Ideal angesehen werden, wenn es überhaupt ein Ideal sein sollte. Marxens und Engels’ Ruf „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“, einst eine für Millionen Menschen zündende Kampfparole, hat in unseren Tagen an Bedeutung und Inhalt verloren. Sie ist nicht die Parole oder der Mahnruf der Stunde. Die Zeiten, die Menschen. LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltóa. Director: Amoldo W. B. Swsrsensky Pueyrredón 2190, 1’ izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d N a chb a r R epubliken 10 Dollar jährlich die Zustände und die sozialen wie politischen Gegebenheiten haben sich seither gründlich verändert. Wir stehen vor neuen Situationen, die es zu meistern gilt. Der Ruf gilt nicht mehr einer einzelnen Schicht oder Klasse, sondern ist heute an alle Menschen und alle Nationen gerichtet: Vereinig* euch! Er sollte als erster von der Jugend aller Völker gehört und befolgt werden Vereinigt euch, um der ganzen Menschheit eine glücklichere und bessere Zukunft zu ebnen. Tel. 80 6930 Verwaltung eine Veranstal tung machen, auf welcher ERICH JACOBSOHN BEDIENT SEE IN IHREM HAUS T. E. 76.5842 Ihr Friseur Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 REAL PEN JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 PROPIEDADES FRANKENBERG Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, e»q. CONDE 76.0286 ' 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AED1E Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-136 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servido de Ortopedia y Traumatología del Hospital israelita — Profesor de la Facultad de Cié neta* Medicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. UR2BURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. L KLEIN - Médico MA6EN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag Dienstag, Mittwoch a Freitag von 19—19 Utu Es uird gebeten stets vorbei telefonisch anzumelden SANTA FE 1391 T. £. 44-9493 u. 44-1542