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Jüdische Wochenschau · 1968-05-10 · 2267 (10.5.1968) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2267 (10.5.1968)
Date
1968-05-10
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE UHU PUEYRREDON 2190 — 1* izq. Lx. Jewuuta DkACielUa T. E. 83 - 2613 Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 19 DE MAYO DE 1968 N" 2*»7 Hoffnung auf einen Frieden Vietnam Nach langen Vorverhandlungen wurde bekannt gegeben, dass Repräsentanten der Vereinigten Staaten und Nordvietnam in Paris Zusammentreffen werden, um die Möglichkeiten einer friedlichen Lösung des Vietnamkonfliktes zu überprüfen und einen Status festzulegen, der einen der furchtbarsten und unpopulärsten Kriege beenden soll. Vietnam war während der letzten Jahre zu einem politischen Schlagwort geworden, zu einem Zankapfel nicht nur zwischen den sich dort unmittelbar bekämpfenden Völkern, sondern zum Symbol der Auseinandersetzungen zwischen der östlichen und dar westlichen Welt, zwischen den kommunistischen und antikommunistischen Kräften, aber auch zu einem Konfliktstoff innerhalb der westlichen Länder, vor allem in den USA, wo weite Kreise heftige Opposition gegen diesen Krieg leisteten. Der Vietnam-Krieg begann nicht erst mit dem Augenblick, als die USA versuchten, an dieser Stelle der Erdkugel den kommunistischen Vormarsch aufzuhalten und der kommunistischen Expansionspolitik entgegenzutreten, um auf diesem Wege zu verhindern, dass ganz Asien in die Hände der kommunistischen Zentrale fällt. Bereits Frankreich hatte in dem damaligen Indochina einen langen und blutigen Krieg geführt, bis die Franzosen den für sie aussichtslosen Kampf aufgeben mussten, der mit einer Teilung Indochinas in das nördliche und südliche Vietnam endete (1956). Das Land, das bis dahin eine natürliche geographische und nationale Einheit bildete, wurde einfach geteilt Nord- und Südvietnam umfassen jeder für sich etwa 170 000qkm mit etwa der gleichen Bevölkerungszahl von je 12 Millionen Einwohnern, von denen im Jahre 1950 etwa 80 Prozent Analphabeten gewesen sind (!), Das Land blickt auf eine vieltausendjährige, ausserordentlich wechselvolle Geschichte zurück, die von Kämpfen um Unabhängigkeit vom grossen chinesivon JEHVDA GOTTHFAME» sehen Reich ausgefüllt sind während derer sich das Land bereits wiederholt in zwei Teile spaltete, die dann im Jahre 1802 Kaiser Gia-Long die beiden Teile unter dem alten Namen Vietnam einig te. Als dann in der zweiten Hälfte des vergangenen Unruhen der Studenten gemeldet, auf die man bisher nur mit Polizei- und Ordnungsmassnahmen zu antworten wusste. Die meisten Regierungen stehen dieser Erscheinung hilf- und ratlos gegenüber, in der man nur die Rebellion, nicht aber de¬ GOLDA MEIR: Israels frühere Aussenministerin, kommt heute in Buenos Aires an und spricht am Sonntag Vormittag im Lunapark. USA-Flugzeuge für Israel Washington. — Der Vorsitzende der republikanischen Fraktion im Senat, Everett M. Dirksen, erklärte in einer Pressekonferenz, dass die USA Israel Phantom- Jets verkaufen sollten, damit das Kräftegleichgewicht erhalten bliebe. Der Senator für Illinois, der im Namen der Führer seiner Partei im Senat und Pariamen* sprach, begründete seine Forderung mit der Stärkung der Luftwaffe der Araber durch die Sowjetunion und das französische Abkommen mit Irak. Dieser Tendenz, so fügte er hinzu, müsse ein Riegel vorgeschoben werden. (ITA) Jahrhunderts die Franzosen erschienen, begann ein neues Kapitel kolonialer Geschichte, das eigentlich bis heute nicht abgeschlossen ist. — Die jetzt angebahnten Verhandlungen werden mit sehr erheblichen Schwierigkeiten rechnen müssen. Die Ankündigung der Vorbesprechungen in Paris haben jedoch genügt, um neue Hoffnun gen in der ganzen Welt auszulösen. Denn Vietnam ruht wie ein tiefer Schatten auf der Erde,- dessen Beseitigung eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Normalisierung der internationalen Lage darstellt. Ohne Zweifel stellt diese Entwicklung einen Erfolg der nordamerikanischen Politik und des Präsidenten Johnson dar, der aber nur dadurch ermöglicht wurde, dass die Russen sich gegen China für diese Konferenz ausgesprochen haben. Insoweit bedeutet diese Füh lungnahme und dieses Bemühen um einen Frieden auch einen Erfolg des Kreml, der sich gegen Peking durchgesetzt hat. II. Jugend im Aufruhr Der Aufruhr der Jugend, vor allem der Studenten, in aller Welt hält an. Die Schliessung der Sorbonne dürfte einen der Höhe- (oder Tief-) Punkte dieser Entwicklung darstellen. Beinahe aus allen europäischen Ländern, aber auch in Amerika, werden immer heue ren Ursachen zu sehen gewillt oder imstande ist. Dass die Jugend Gründe genug für ihre Unzufriedenheit hat. das will mün nicht erkennen. Bisher hat man noch nirgends aus der Ablehnung der bestehenden Zustände durch die Jugend den positiven Schluss gezogen, neue Lebenbedingungen und neue gesellschaftlich - politische Voraussetzungen für eine Befriedung der nationalen und internationalen Situation im Gespräch und in einer konstruktiven Auseinandersetzung mit der Jugend zu schaffen, die sich in erster Linie gegen den Weg Gleiche Brüder ■■■ Teheran. — Der polnische Delegierte vor der Internationalen Konferenz für Menschenrechte schloss sich den arabi sehen Delegierten an und übte heftige Kritik an den ,,Zionisten“ und Israel, in dem er behauptete, dass die Israelis in den von ihnen im Sechs tagekrieg besetzten Gebieten gegen die arabische Zivilbevölkerung Greuel im Nazistil begehen würden. Israels Delegierter Michael Comay widersprach den „falschen Anklagen gegen Israel“, die, wie er betonte, von dem „Repräsentanten eines Landes, dessen Boden mit jüdischem Blut getränkt ist“ erhoben wurden. (ITA) ■ ' ' V . ‘ > ins Chaos wendet, auf dem sich beinahe alle Nationen und die gesamte Völkerfamilie befinden. Gewiss mag man den Eindruck gewinnen, dass dieser Weg ins Chaos durch die mitunter hemmungslosen und gewaltsamen Methoden des Kampfes beschleunigt wird, den die Jugend für ihre Ziele und Ideale gewählt hat. Aber diese paradoxe Lage besteht in Wirklichkeit nicht Es wäre die politisch« Kunst und Reife der Regierungen, aus den mitunter wiluen Aktionen der Jugend die Bahn für die Neugestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse zu suchen. Sich mit der Formel a'bzufinden, die Jugend sei von extremistischen Bewegungen aufgehetzt, ist eine leichte Methode die jedoch zu keinerlei positiven Ergebnissen führen kann. Die einen behaupten, die Kommunisten stehen hinter der Rebellion der Jugend, die anderen machen die Imperialisten oder gar die Zionisten hierfür verantwortlich. An diesem Beispiel kann man die Absurdität dieser Thesen ermessen, die durch eine billige Erklärung der Vorgänge am wirklichen Problem Vorbeigehen. Der Vietnam-Krieg war eines der sichtbaren Motive, die zur Rebellion der Jugend geführt haben. Wenn es jetzt gelingen sollte, diese Frage einer Lösung entgegenzuführen, wäre damit auch ein erster Schritt zur Befriedung der Jugend getan. Der innere Zusammenhang zwischen dem Aufruhr der Jugend und dem Vietnam-Krieg kann nicht in Abrede gestellt werden. — III. Liberalisierung Wie irrtümlich und abwegig es ist die, Kommunisten für die Vorkommnisse unter der Jugend der westlichen Welt verantwortlich zu ma chen, beweist allein schon die Tatsache, dass es auch in östlichen Städten wie Warschau und Prag zu Studentenunruhen gekommen ist. Während es den polnischen Behörden bisher gelang, die Jugend zu unterdrücken, wöbei die Beschuldigungen des Westens — und des Zionismus — als ein Argument gegen die rebellierende Jugend galten, haben die Liberalisierungs Thendenzen in der CSR einen sichtbaren Erfolg gehabt Präsident und Regierung mussten zurücktreten und solchen Politikern Platz machep, die eine vom Kreml unabhängige Politik zu betreiben versprechen. Dass diese Entwicklung sich für Israel günstig auszuwirken beginnt, ist eine erfreuliche Nebenerscheinung Jugendliche Sprecheihaben bereits die Wiederaulnahme der abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Israel verlangt und ausdrücklich hervorgehoben dass man nicht Israel als den Angreifer bezeichnen darf, sondern das Land, das die Meeresstrassen für Israel versperrte. Ohne hierüber eine end gültige Meinung formulieren zu können, spricht alles dafür, dass ohne diese Ret>elliou der Jugend' weder' die I Keine Visen für Juden Rio de Janeiro. — Das hiesige polnische Konsulat verweigerte 36 Juden die Visen für Polen. Es handelte sich um die Mitglieder einer Delegation, wel he der Einweihung des jüdischen Pavillons in Auschwitz beiwohnen wollte, wie hier verlautete. Der Konsul gab keinen Grund für sein Verhalten an und berief sich auf ihm erteilte Anweisungen. Bei der Einwe.rungsfeier waren keine jüdischen Gemeinden aus dem Ausland vertreten. Der Bescheid erging einige Wochen nachdem die polnische Botschaft angekündigt hatte, dass eine Delegation von 36 Juden, Angehörige des „Vereins antifaschistischer Kämpfer“, an der Feier in Auschwitz teilnehmen würden. Vertreter der Jüdischen Gemeinde von Rio de Janeiro wiesen darauf hin, dass es in Brasilien keinen derartigen Verband gibt. Sie bemerkten, dass der polnische Diplomat seine Verlautbarung in der Absicht machte, die Informationen jüdischer Organisationen in der westlichen Welt zu widerlegen, dass keine Juden zu dieser Feier eingeladen worder ( seien. Die 36 Juden, die, sich auf ihre Reise nach Polen vorbereitet hatten, waren aitsnahmslo« bekannte Antifaschisten. (ITA) Milenio Judío en Checoslovaquia En un cable de Praga, recogido por el diario “For* verts” de Nueva York se dice que el Presidente del Consejo de Comunidades Israelitas de Checoslovaquia, Sr. Ladislao Fuks, declaró que el milenio de la vida judía en ese país tal vez se celebre en 1969, no esta año, como se había proyectado. El objeto de la postergación sería el de atraer el mayor número posible de visitantes judíos de todas partes del mundo, dice el cable. El Sr. Fuks parece haber indicado que esa perspectiva ha mejorado considerablemente gracias a la liberalizacióu del régimen de Praga. “Donde hay democracia, siempre es mejor para los judíos”, observó el Sr. Fuks. La noticia menciona que los líderes de la comunidad checoslovaca habían entablado conversaciones con grandes instituciones hebreas, incluso con el Congreso Judío Mundial, a fin de asegurar el éxito de la celebración del Milenio, pero todo fue suspendido en vista del rompimiento de relaciones checo israelíes después de la Guerra de los 6 Días en 1967. Actualmente, aunque esas relaciones ro fueron reanudadas todavía, en Checoslovaquia reina mucha simpatía para Israel, agrega, y se espera que la situación mejore más aún para 1959. SCHLOMO S. TANGER issudjanriaaer m In einem Kabel aus Prag, das die newyorker Zeitung „Forwerts“ wied'-rgibt. heisst es, dass der Präsident des Rats jüdischer Gemeinden der Tschechoslowakei, Herr Ladislao Fuks, erklärte, die Tausendjahrfeier jüdischen Lebens in diesem Land werde möglicherweise 1969 und nicht in diesem Jahr abgehalten werden, wie geplant war. Der Zweck dieser Vertagung soll sein, die grösstmögliche Zahl von jüdischen Besuchern aus allen Teilen der Welt anzuziehen, so besagt das Kabel. Herr Fuks scheint bemerkt zu haben, dass diese Aussicht sich beträchtlich c ank der Liberalisierung des Prager Regimes verbessert hat. „Wo Demokratie herrscht, ist es immer besser für die Juden“, äusserte Herr Fuks. Die Nachricht erwähnt, dass die Führer der tschechoslowakischen Gemeinde mit grossen jüdischen Organisationen einschliesslich mit dem Jüdischen Weltkongress Gespräche aufgenommen haben, um den Erfolg der Abhaltung der Tausendjanrfeier zu sichern, doch seien alle Vorbereitungen angesichts des Abbruchs der Beziehungen der CSR zu Israel nach dem Sechstagekrieg im Jahre 1S67 eingestellt worden. Obzwar diese Beziehungen noch nicht wieder aufgenommen worden sind, so herrscht gegenwärtig viel Sympathie für Israel in der Tschechoslowakei, wird hinzugefügt, und man hofft, dass die Lage sich bis 1969 noch bessern wird. SCHLOMO S. TANGER Liberalisierung noch die Sprengung der eisernen Ostblockmauer durch die CSR erfolgt wäre. Jetzt sind es bereits drei europäische einstige Satellitenländer — Jugoslawien, Rumänien, Tschechoslowakei —, die nicht bedingungs- und kritiklos den Anweisungen des Kreml Folge leisten wollen. Die Kon Sequenzen dieser Entwicklung kann man noch nicht in allen Einzelheiten vor aussehen. sie eröffnen aber in jedem Fall ganneue Perspektiven und Hoffnungen für die freie Welt, IV. Die Parade Die Ablenkungsmanöver der Grossmächte, durch einen Beschluss des Sicherheitsrates gegen die Abhaltung der Parade in Jerusa lern die Oeifentlichkeit zu beschäftigen, dürften als ge scheitert angesehen werden. Auf diese billige Weise die Rechte Israels und seine Souveränität zu beschränken, muss den Widerspruch der freien Menschen — heute dürfen wir vielleicht schon sagen; in West wie in Ost — hervorrufen. Hier liegt Aufch eia klassisches Beispiel dafür vor, wie man in den Metropolen der Weltmächte .Politik* zu treiben pflegt. Die akuten, brennenden Probleme werden einfach beiseite geschoben: die Drohungen Nassers, die Terror - Aktionen aus den Nachbarländern Israels und die Weigerung zu einer vernünftigen Lösung der vorhandenen Streitfragen auf (Schluss auf Seite 2) EIN APPELL AN DIE PRESSE Paris. — General Pierre Koenig führte den Vorsitz bei einer Konferenz über die Lage der Juden in Polen und erklärte bei dieser Gelegenheit: „Es ist schmerzlich zu beob achten, wie der Antisemitismus in Polen wieder aufflammt und gerade zu einer Zeit, da wir des Aufstandes im Warschauer Ghetto gedenken.“ Der General wandte sieh an die Pressevertre ter und ersuchte sie, die Weltmeinung über die Si tuation der Juden in det; osteuropäischen Ländern zu informieren. (ITA) N

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