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Jüdische Wochenschau · 1968-03-29 · 2261 (29.3.1968) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2261 (29.3.1968)
Date
1968-03-29
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Vi^nie«, 29 de Mai» de ISH88 SEMANA ISRAELITA Año XXDC. — N* 2!fil — 5 Gegen den araMs ciien Tel Aviv. — ..Der Kampf gegen die El-Fatach-Banden, gegen Hussein und Nasser wird lang sein“, erklärte Israels Verteidigungis-Minister Mosche Dajan in einem Radio-Interview nach der Strafexpedition, die israelische Truppen in der vergangenen Woche gegen die Stützpunkte der Terroristen auf dem anderen Jordanier durchführten. ..Diese Massnahme war notwendig, »irr unser Land zu verteidigen und die Zukunft unserer jungen Generation zu eiehern.“ Dajan sprach von der Klinik aus, in der er seit sei nem Unfall . interniert ist. den er laut offiziellen Quellen bei „archäologischen Ausgrabungen“ erlitt, die er als Hobby betreibt. In arabischen Kreisen wird allerdings behauptet, dass Dajan bei einem terroristischen Attentat verletzt wurde. 7JUSAMMENSTOESSE Jerusalem. — Ein israelischer Sprecher teilte mit, dass neue Artillerieduelle über den Jordanfluss zwischen Israelis und Transjordanien stattfanden, nachdem die Israeliß ihren Angriff eingestellt und sich auf ihr Gebiet zurückgezogen hatten. Die Transjordanier erüffneten das Feuer, das von den israelischen Batterien beantwortet wurde. Bei dem ersten dieser Zwischenfälle beschossen die Israelis das arabische Dorf Machara. in der Nähe der Hussein- Brücke, bei dem zweiten die weiter südlich der Brücke gelegene Gegend von Teil Sakar. Keine der beiden Parteien meldete Verluste. GEPLANTE TERROR¬ AKTION Tel Aviv. — Hohe israelische Militärs versicherten, dase der Angriff gegen di° Terroristennester in Transjordanien geboten war, weil Israel sich gezwungen sah, Sabotageplänen der El Fatach-Guerillas zuvorzukommen. Die israelische Gegenspionage hatte in Erfahrung gebracht, dass die El Fa tach-Organfeation Attentate gegen die Knesset, das Hadassa-Hospital auf dem Skopusberg und verschiedene wichtige zivile Verbindungszentren in aller Kürze zu unternehmen plante. Zu diesem Zweck standen in der Basis von Al Karameh, die das Hauptziel der israelischen Strafexpedition bildete, über tausend Terroristen einsatzbereit. Weiter habe die Absicht Vorgelegen, Israelis gefangen zu nehmen, um sie dann gegen El Fatach-Leute auszutauschen, welche sieh in israelischer Hand befinden. MINISTERRAT TAGT Jerusalem. — Der Ministerrat trat zusammen, um über die militärischen und politischen Folgen der gegen Transjordanien geführten Aktion zu beraten. Generalstabschef General Bar Léw und Aussenminister Abba Eban erßtatteten über die Lage Bericht. Abba Eban, der nach Europa reisen wird, entschlöss sich, seine Besuche abzukürzen. Er wollte England und die Benelux- Länder aufsuchen und will bis zum Wochenende wieder in Israel sein. Seine Reise nach Italien ist auf ein späteres Datum verschoben worden. EIN DEMENTI Tel Aviv. — In hiesigen politischen Zirkeln wurde bestritten, dass Israel die Absicht gehabt hätte, bei seinem Angriff am Vorgänge teiigencmmcn zu haben. Der nen Donnerstag Teile Transjordaniern militärisch zu besetzen, wie König Hussein behauptet hatte. Der König habe vielmehr nochmals bewiesen, dass er mehr um seinen Thron und seinen Ruf als arabischer Nationalist besorgt ist als um den Frieden und das wahre Wohl seines Volkes. Als er in einer Konferenz mit der Presse die Worte sprach: „Wir sind alle Fedain“ und versicherte, dass sein Heer nicht gegen die palästinensischen Truppen Vorgehen könne, habe er stillschweigend zugegeben, dass er die Feuereinstellung nicht respektiert, t3o argumentieren diese Kreise. Auch die Erklärungen Husseins, Israels Truppen letzte der Angeklagten war iniah Nasr, früherer Chef der Spionageabwehr der VAR, der sechs Stunden lang bei geschlossenen Türen ver hört wurde. Das Tribunal wird wieder zusammentreten. um die Plädoyers dei Verteidigung und die letzten Aussagen der 54 Angeklagten zu hören. ARABISCHE GEFANGENE Tel Aviv. — Ueber 80 Gefangene, die in dem transjordanischen Lager von A) Karameh in die Hände der Israelis fielen, wurden als Mitglieder der El Fatach identifiziert. Die tranisjordani sehen Behörden hatten stets behauptet, dass ee sich um ein Flüchtlingslager hande sehe Soldaten wurden als vermied erklärt. Doch während das Land um seine Teten weinte, wurden neue Zusammenstösse am Jordan gemeldet. Der Chauffeur eines Traktors wurde verwundet, als sein Wagen 8 Kilometer vom Fluss entfernt auf eine Mine auffuhr. Die Siedlungen im Beisan-Tal wurden zu nächtlicher Stunde bombardiert, ohne dass Opfer zu beklagen waren, doch wurde in Kfar Ruppin eine beträchtliche Anzahl von Vieh getötet. EIN KORRESPONDET BERICHTET New York. — Der Korre spondent der „New York Times“, der das Lager in Al Karameh nach dem israeli¬ Verurteilung Israels Die Vereinten Nationen sind von ihrer Praxis nicht abgewichen und haben wieder einmal das Opfer der Aggressionen zum Angreifer erklärt, nur deswegen, weil das Opfer sich rechtzeitig wehrte. Offenbar sin-i die Vereinten Nationen der Meinung, dass Israel hätte warten sollen, bis die an verschiedenen Punkten der Grenzen konzentrierten Streitkrätte der Terror* sten in israelisches Gebiet eindringen. weiterhin Minen legen, Felder in Brand stecken und auf Frauen und Schulkinder schiessen. Die unaufrichtige Politik der UN. an der sich zu .- allgemeinen Verwunderung aller gerecht denkenden Menschen auch die westlichen Demokratien beteiligen. muss zur weiteren Demoralisierung des interna tionalen politischen Lebens führen. risten ihre Attacken nicht einstellen würden. Aussenminister Abba Eban. der inzwischen in London eingetroffen ist. erklärte, sein Land w'olle Frieden, und „wenn wir nicht angegrif fen werden, so werden wir t/ ' fv '’m Links: Oberstleutnant Kimhi, Kommandant der israe_ j gung für die 69 Toten, die mit dem U-Boot „Dakar" lischen Unterseeboot-Flottille, wirft als Ehrenbezeu- 1 untergingen, einen Kranz in das Meer. •— Rerhts: Offiziere der israelischen Verteidigungskräfte ehren das Andenken ihrer gefalle- ' - e-rrr?en. hätten Teile seines Landes annektieren wollen, und seien von Einheiten des transjordanischen Heeree zurückgeschlagen -worden, w'urden von den israelischen Sprechern mit dem Hinweis widerlegt, dass das israelische Oberkommando sofort nach Beginn :1er Strafexpedition angekündigt habe, seine Soldaten würden nach Erfüllung ihrer Mission, die einzig in der Zerstörung der Terroristenbasen bestehe, v jeder in ihre Stellungen zu rückkehren. NEUES ARABISCHES KOMMANDO Kairo. — Wie aus der ägyptischen Hauptstadt verlautet, wurde ein neues arabisches Kommando geschaffen, um der israelischen Okkupation in den arabischen Gebieten Widerstand zu leisten.- Die offizielle arabische Nachrichten - Agentur im Mittelosten, MENA, teilte mit, dass die Organisation sich „Vereinigte Nationale Front“ nennt und in Gaza gebildet wurde, ohne jedoch anzugeben, welches die Führer und Förderer dieser Gruppe sind. NASSER REDE ANGEKUENDIGT Kairo. — Präsident Abdel Gamal Nasser wird am Sonnabend eine Rede halten, um das ägyptische Volk über die Richtlinien zu unterrichten, die seine Regierung in der Innen- und Ausßenpolitik zu befolgen beabsichtigt, wie die Zeitung „Al Ahram“ angekündigt hat. KAIROER REVOLUTIONS TRIBUNAL Kairo. — Daß Revolutionstribunal beschloss die Beweisaufnahme im Fall der 54 Offiziere und Zivilperso nen, die angeklagt sind, an einer Verschwörung zum Sturz der Regierung Nasser le, während dort seit Mona- | sehen Angriff besichtigte ten Kommandos stationier* waren. Der grösste Teil dev zivilen Bevölkerung hatte den Ort verlassen, und die Verbleibenden mussten der Terror - Organisation hohe „Steuern“ bezahlen. In der Umgebung von Al Karameh befanden eich neun Stützpunkte mit Kasernen, Schulungslagern und Waffendepots. Wie die gefangenen Araber aussagten, genossen sie die volle Unterstützurm der transjordanischen Ar-nee, die ihren Einheiten Dekkung leistete und Kanonen einsetzte, wenn die Terroristen auf der anderen Jordanseite Scharmützel mit israelischen Truppen ausfochten Zwei der El Fatach-Terroristen wurden nach Tel Aviv gebracht und den Journalisten vorgestellt. Sie erzählten, dass ihr Führer, Yassar Arafat, der Ab Abu Amr genannt wird, in Karameh weilte, doch sofort nach Beginn des israelischen Angriffs flüchtete. Beide Gefangene gaben an, in Aegypten ausgebildet worden zu sein. SHAZAR BESUCHT VERWUNDETE Jerusalem. — Staatspräsident Shazar besuchte die israelischen Soldaten, die bei der Aktion gegen die Stützpunkte der Terroristen in Transjordanien verwundet wurden, im Hadasßa-Hospital. Die Verwundeten waren mit Flugzeugen und Helikoptern zurückgebracht worden. TRAUER UM DIE GEFALLENEN Jerußalem. — In zehn israelischen Städten und Dörfern fanden Trauergcttesdienste bei der Beisetzung von 23 Soldaten statt, die bei dem Angriff gegen transjordanische Terroristen Basen gefallen waren. Drei israeli kabelte seiner Zeitung das: „wenn es der Zweck der israelischen Attacke gewesen sei, die Kommandos der palästinensischen Guerillas una ihre Basen zu zerstören, dieser Versuch als misßlungen betrachtet werden müsse.“ Er fand das Lager „von Männern überfüllt, die Maschinengewehre und Granaten sowjetischer Fabrikation trugen und sich ihrer Heldentaten in der Schlacht vom Vortag rühmten“. Er berichtete auch, er habe zwei ausgebrannte israelische Patton-Tanks gesehen, und in einem von ihnen habe noch die Leiche des Fahrers gelegen. Ferner habe er einen israelischen Panzerwagen gesehen, der nach Amman geschafft und dor, ausgestellt werden sollte. NACH DER UN-RESOLUTION Jerusalem. — Israel meldete weitere Zusammenstösse an der Jordangrenze mit Infiltranten, die von Transjordanien her eindringen und gegen die israelische Truppen ßchon seit drei Ta gen kämpfen. Beide Parteien beschuldigten sich gegenseitig, das Feuer eröffnet zu haben. Verluste wurden von keiner Seite bekannt gegeben. Laut vertrauenswürdigen Informationen war es immerhin eine gewisse Genugtuung für die Regierung Israels. dass die Weßtmächte im Sicherheitsrat durchsetzten, ausser der Verurteilung Israels als Angreifer „alle Gewaltakte“, die eine Störung der Feuereinstellung darstellen, zu „bedauern“. Der israelißche Botschafter vor den UN, Josef Tekoah, hatte gleich nach der einstimmigen Annahme des Be Schlusses protestiert und erklärt, Israel werde wiede»- zu Repressalien schreiten, wenn die arabischen Terroniem. . . v. ..t aekiereu“ Sein Besuch in England ist privat, da er dort seine Mutter besucht, aber er führte eine anderthalb.Findige Unterhaltung mit dem neuen englischen Au-sertminister Michael Stewart. Die Reaktion des Mannes auf der Strasse in Israel auf die UN-Resolution schien indifferent zu sein. Eine typische Bemerkung stammt von einem Kaufmann in Tel Aviv, welcher fragte: „Was tat der Sicherheitsrat im vergangenen Juni, als wir von den arabischen Heeren, die uns ins Meer werfen wollten, ringsum eingekreist waren?“ TERRORISTEN Jerusalem. — Ein israelischer Sprecher teilte mit, dasß ausser den sporadischen Artillerieduellen der letzten Tage zwei bewaffne te Zusammenstösse stattfanden. Eine israelische Patrouille überraschte El Fatach Banden in der Gegend von Umm-Sus im nördlichen Jordantal und nicht weit davon bei Neve-Ore eine andere El Fatach-Gruppe. Bei diesen Zusammenßtössen fand ein Israeli dev Tod und drei israelische Soldaten wurden verwundet. Im Morgengrauen des gleichen Tages stiess ein israelischer Spähtrupp im Beisantal auf eine in Rotchina hergestellte Mine. Die Spuren von 6 Eindringlingen konnten bis zur transjordanißchen Grenze verfolgt werden. EL FATACH DROHT Karameh. — Ein Sprecher der Terror-Kommandos er klärte, dass die El Fatach- Organisation Israel in drei Jahren vernichten könne, wenn die arabischen Regie rungen ihrer Aktivität keine Hindernisse in den Weg legen würden. Wie es heisst besteht ein weiterer Stützpunkt der Guerillakrieger in Telnaebain südwestlich des Toten Meeres. SOWJETISCHER BESUCHER Damaskus. — Der sowjeti* sehe Verteidigungsminister Andrei Gretschko traf aus Irak kommend zu einem fünftägigen Aufenthalt in Syrien ein. Der Besuch beider arabischen Länder findet im Augenblick der gross** ten Spannung mit Israel statt. . GIPFELKONFERENZ Kairo. — Neun Länder, darunter als letztes Libyen, schlossen sich inzwischen der transjordanischen Initiative an, eine arabische Gipfelkonferenz abzuhalten, um gemeinsam zur Mittelostkrv* ße Stellung zu nehmen. Wie das offiziöse Blatt „Al Ahram“ schrieb, soll diese Konferenz, wie Transjordanien hoffe, unter Teilnahme der arabischen Staatschefs in zehn Tagen stattfinden. Eine andere Meldung aus Kairo besagt, dasß die Führer der El Fatach-Organisation in der Nähe von Karameh Beratungen über die durch den letzten israelischen Angriff geschaffene Situation abhielten. Dort trafen sie auch mit Vertretern der Organisation für die Befreiung Palästinas zusammen. um eine Koordinierung der Aktivitäten beider Bewegungen zu erreichen. HUSSEIN Amman. — König Hussein berief seine Ratgeber in seinen Palast, um mit ihnen die heutige Lage zu besprechen. Ferner wurde bekannt gegeben, dass der König den vorhergehenden Tag damit verbrachte, seine längs der Feuereinstellunglinie mit Israel stationierten Truppen zu inspizieren. NEUE MEHODEN Tel Aviv. — Israel plant die Anwendung neuer Kampfmethoden gegen die auf transjordanischem Territorium konzentrierten Mitglieder der El Fatach-Organißa tion, so berichtete unter grossen Schlagzeilen die Abendzeitung „Jediof Achronot“. Das Blatt schreibt, in leitenden Kreisen Israels sei man zu der Ueberzeugung gelangt, dass die Bekämpfung der Terroristen mit anderen Mitteln unternommen werden müsße. IN DER KNESSET Jerusalem. — Ministerpräsident Levi Eshkol richtete in der Knesset eine Warnung an Transjordanien, dessen Regierung durch ihre Unterstützung der Terrorakte gegen Israel „eine grosse Verantwortung auf sieb lädt“. ,- Gleichzeitig bedauerte Le-' vi Eshkol, dass der Sicher*» heitsrat der UN ln seiner Resolution Israel wegen sei* ner Vergeltungsmasenalr me gegen Transjordauieu verurteilt hat. Nach einer langen Debatte über die militärische Ope» ration israelischer Truppen* teile in Transjordanien am 21. März gab die Knesset dieser Massnahme mit 6T. gegen 4 Stimmen und 1 Stimmenthaltung ihre Zustimmung.

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