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Jüdische Wochenschau · 1968-03-22 · 2260 (22.3.1968) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2260 (22.3.1968)
Date
1968-03-22
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Vierne«, 22 de Mar/« de 1968 SEMANA ISRAELITA In einer kiirzlichen Pressekonferenz in Jerusalem erklärte Israels Aussenminister Abba Eban, da*3s die jüngsten Verlautbarungen aus Kairo die Politik und das Verhalten der Vereinigten Arabischen Republik beleuchten. Er bezog sich im besonderen auf die Rede Nassers und in der Regie rungspresse erschienene Artikel. Eban führle u. a. folgendes aus; „Die Position ist klar. Die Bemühungen der UN um den Frieden sind, nicht fortgeschritten, und die Verantwortung trägt einzig und allein die VAR. Die von Kairo verfolgte Politik ist mit den Prinzipien der UN Charter und den Friedensbeetrebungen diese-. Völkertribunals unvereinbar. „Israels Politik ist es, die Abkom men über Feuereinstellung durch einen dauernden Frieden zu ersetzen, der durch Verhandlungen zustande kommt und von den interessierten Staaten in Uebereinstimmung mit der normalen internationalen Praxis ratifiziert wird Ein solcher Frieden würde die Gefahr von Gewaltanwendung ausschliessen, sichere politische Landesgrenzen ziehen, die Freiheit der Schiffahrt der is raelischen Frachtschiffe auf allen Wasserstraesen vom Roten Meer aus und bei der Rückkehr in dieses Meer si crern, und er würde alle, die ihn unterschrieben haben, zur ständigen, ausdrücklichen und gegenseitigen Anerkennung und Achtung der Souveränität verpflichten wie ebenfalls zum Schutz der nationalen Identität aller Staaten im Mittelosten, „Neunzehn Jahre?ang waren die Beziehungen zwischen den Mittelostetaaten zerbrechlich, anormal und doppelsinnig. Jetzt ist die Stunde gekommen, um ein festes und dauerhaftes Bauwerk zu errichten, m dem die Völker dieses Raumes sich ihrer nationalen Berufung und dem gemeinsamen Schicksal widmen können. „Nasser sprach davon, die frühere Situation durch Gewalt wieder herzuetellen. Offizielle ägyptische Sprecher haben öffentlich und auf andere Weise erklärt, dass die VAR den Vorschlag der UN ablehnt, beide Parteien auf ei ner Konferenz zusammenzuführen, auf der über einen beiderseits akzeptierten Fnedensvertrag verhandelt werden soll. Wir haben die wahren Absichten der VAR sorgfältig georüft, so wTie si» in öffentlichen Erklärungen und bei verschiedenen diplomatischen Kontakten zum Ausdruck gelangten. „Die Politik der VAR ist folgende. Die VAR lehnt das Prinzip ab, sich zu verpflichten und zu versprechen, einen Friedensvertrag mit Israel zu schliessen. Die VAR hat nicht die Absicht, mit Repräsentanten Israel»? zusammenzutretfen, um über die Beilegung der Differenzen mit Israel zu verhandeln. Die V \R verwarft den Gedanken, Is rael ausdrücklich anzuerkennen und seine Existenz und Souveränität einzuräumen. Wenn der Suezkanal heute wieder gef öffnet würde, eo würde die VAR ihre alte Politik, der israelischen Schiffahrt die Durchfahrt zu verweigern, wieder anknüpfen.Die Politik der VAR wird weiter, wie es Nasser gesagt hat, durch den Beschluss der Konferenz von Khartum regiert; „Kein Frieden, keine Verhandlungen, keine Anerkennung“. Diese Politik der VAR ist keine Frage von Vermutungen oder Auslegungen. Sie ist bestens bekannt. „Unter diesen Umständen ist die Andeutung der VAR, sie sei zur Erfüllung der Resolution des Sicherheitsrats bereit, ein grosser internationaler Betrug und ein zweifelloser Kunstgriff. Kairo sagt: Wir werden Israel bitten, die Resolution zu erfüllen — unter der Bedingung, dass kein Abkommen mit Israel zustande kommt, dass kein Friedensvertrag geschlossen ward, dass es keine Verhandlungen und auch keine freie Durchfahrt durch den Suezkanal gibt. Wir werden der Resolution mündlich nachkommen, vorausgesetzt, dass wir frei sein werden, alle wichtigen Klauseln zu verletzen. „Die Position der VAR ist, dass Israel zu der Position vom 4. Juni zu rückkehren müs»se, ohne einen Friedensvertrag, ohne ein Abkommen über anerkannte und sichere Grenzen, ohne direkte Verhandlungen über strittige Angelegenheiten, ohne Aufhebung der Seeblockade, die ein Symbol des Kriegszustandes ist und der Funken war, welcher den Krieg entfachte. Da diese Position der Realität so entgegengesetzt i«st, muss man nicht fragen, warum Israel sie gänzlich ablehnt. Diese Politik wurde von den internationalen Organisationen und von der öiientlichen Weltmeinung emphatisch abgelehnt. „Wir hoffen, dass die VAR im Laufe der Zeit nochmals nachdenken und zustimmen ward, sich mit uns zu treffen, um über einen festen und verpflichtenden Frieden zu verhandeln. Wir »sind noch immer dazu bereit. „Meine Erklärung vom 26. Februar in der Knesset bleibt intakt als Erklärung der Politik Israels. Es ist wichtig zu verstehen, warum bisher noch kein Fortschritt zu verzeichnen war. Der Grund ist, dass die VAR die Prinzipien de* Friedens, ein Abkommen, freie Schiffahrt, Verhandlungen und die Errichtung sicherer und anerkannter Grenzen, die von den interessierten Parteien bestimmt werden müssen, mr-hf akzeptiert.“ Reisen ins Heilige Land für Juden gelten sollte, die I Sechstagekrieg erheblich zu Israel besuchen. Er fügte | rückgegangen und hat in Je' hinzu, er hoffe, dass die Regierung der USA die Be Tel Aviv. — 'Zu der von der nordamerikanischen Regierung geplanten Einschränkung von Auslandsreisen, um die Ausfuhr von Dollars zu verringern, äusserte sich der israelische Minister für Fremdenverkehr Mosche Kol, er sei der Meinung, dass die Touristen nach Israel von dieser Massnahme ausgenommen werden sollten, denn ihre Reisen seien im Grunde religiöse Pilgerfahrten. Kol machte diesen Vor schlag in seiner Rede vor der Weltkonferenz der jüdischen Journalisten, wobei er betonte, dass diese Ausnahme sowohl für Christen wie Schränkungen nicht auf Menschen an wenden werde die zu religiösen Zwecket, Reisen unternehmen. CHRISTLICHE PILGER London. — Der Direktor des israelischen Touristen büros De Shalit bemüht sich, allerdings bisher ohne grossen Erfolg, die im Abnelnren begriffenen Wall fahrten christlicher Pilger nach Israel wieder anzukur beln. Diese Bewegung, wel che eine Zeitlang eine wuchtige Einnahmequelle für Israel bildete, ist seit dem rusalem Besorgnis verur sacht, wie die „Sunday Times“ berichtete. De Shalit versucht im be sonderen, die Führer der christlichen Gemeinschaften in Jerusalem zu bewegen, die Mitglieder ihrer Religion durch öffentliche Erklärungen zum Besuch des Heiligen Landes aufzufordern Doch bisher haben sich diese Kreise hierzu nicht bereit gezeigt, weil sie es vermeiden wollen, die arabische Bevölkerung zu kränken und als Feinde der arabischen Sache zu gelten, wüe „Sunday Times“ schreibt, Das Kirchliche Reisebüro, das jährlich für über 1.500 Personen Gruppen - Reisen nach Jerusalem veranstaltete, erteilte die Auskunft dass gegenwärtig die Teilnahme auf ein Drittel zusammenschrumpfte und viele gecharterte Flugzeuge abgesagt wurden. Das israelische Touristenbüro in London ist der Anischt, dass zahlreiche christliche Touristen sich durch übertriebene Befürchtungen von Gewalt und Unruhen in Israel von der Reise abhalten lassen. (ITA) HOTEL LAGO "TS Inhaber: LEO KAHN RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 70-7018 — 70-2360 Anmeldungen für Pessach werden angenommen. in „Waüdfestung“? Der langgesuehle ehemalige „Reichsleiter“ Ala* (in Borman soll in einer der grössten ,.natürlichen Festungen“ der Weh im Urwald in Brasilien in der Nähe der paraguayischen Grene leoen. Dies will die gewöhnlich gut informierte „Sunday Times“ erfahren haben. Der Bericht der Zeitung «tützt sich auf Aussagen des ehemaligen SS-Mannes Erich Karl Wiedwald, der Bormann nach eigenen Angaben von 1947 bis 1958 in Südamerika als Leibwächter diente und der noch bis vor sechs Monaten mit ihm in Verbindung gestanden haben will. Dem Zeitungsbericht zufolge soll Wiedwald erklärt haben, Bormann der zeitweise einen Einfluss auf Hitler aüsübte, lebe auf einer 160 Kilometer langen und 65 Kilometer breiten Plantage, die von 40 bis 60 „schiessfreudigen“ Deutschen, Ukrainern und Polen bewacht werde. Der Name der Plantage sei „Kolonie Walner 555“ nach Bormanns SS-Numrr.er. Die Strassen von Westen her führen durch 14 deutsche Siedlungen, deren Bewohner ebenso auf Seiten Bormanns stehen sollen wie einige ehemalige Elblotsen, die jetzt auf dem Parana, dem zweiten Zugangsweg, Dienst tun. Im Norden und Süden sei die Plantage von unzugänglichem Urwald umgeben. In dem Zeitungsbericht heisst es, Bormann leide an Magenkrebs und sei auch nicht wiederzuerkennen. Durch eine Gesichtsoperation im Jahre 1947 sei sein Gesicht völlig entstellt. Er sei Multimillionär und habe nach dem Kriege nach Schätzungen Wiedwal.ds 350 Millionen Mark an Parteigeldern und aus dem Privatvermögen Hitlers sowie rund 130 Millionen Mark aus Mitteln der SS zur Verfügung gehabt. Martin Bormann war im Nürnberger Prozess in Abwesenheit zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Im Februar 1954 wurde er für tot erklärt. Nach verschiedenen sensationellen Berichten aus dem Ausland, dass Bormann angeblich in Südamerika lebe, war im Juni r965 eine Belohnung ven 100.000 Mark für seine Ergreifung ausgesetet worden. (AWZ) Oajaire warnt Hisseira JerusaUm. — Verleid! gungs - Minister Mosche Dajan erklärte in eine’ an den transjordanische” König Hussein gerichteten Warnung, dass Israel nicht gewillt sei, noch weiter die Infiltration von arabischen Terrori» ter aus seinem Land zu du! den. Er oeschudigte die Regierung Transjordaniens, nicht nur von der Angriffen der Guerillatrupps unterrichtet zu sein sondern die Operationen und den Rückzug der Saboteure mit derr Feuer ihrer Kanonen zu decken. Israelische Hilfe für Sizilien Die israelischen Behörden haben für die Geschädigte'» der Erdbeben in Sizilien tatkräftige Hilfe leisten können. Zuerst hatte das Comi ts vom Magen David Adom beim italienischen Reter Kreuz angefragt, welche Hilfe am dringendsten sei. Nach Eingang der Antwort wurden sofort mehrere Flug zeuge voll mit Baracken Decken, Kleidern und Medikamenten nach Italien geschickt. Da in einigen Ge genden kein Trinkwasse^ vorhanden w^ar, fügten die Fruchtsaftfabrikan „Assis“ und „Jachin“ Tausende von Büchsen bei. Fünf Tonnen Büchsenfleisch, die aus der eroberten ■ trantsjordanischen Beständen stammten und . dann für die ägyptischen Kriegsgefangenen in Atlit bestimmt waren, wurden mitgesandt, nachdem die Aegypter Israel verlassen haben und das Fleisch als nichtkoscher in I»srael nicht verwendet werden kann. Auch ein Teil der Zelte und Decken stammt aus der Kriegsbeute im Sinai. Präsident Shazar sandte Aft© XXIX. — N* 226Q — 5 an Präsident Saragat ein Te legramm, in dem er die tiefe Sympathie der israelischen Bevölkerung für die Opfer der Katastrophe aus* drückte. 100 Kinder werden in Kibbuzim aufgenommen; drei israeliche Aerzte begaben sich nach Sizilien. im Zeichen der argentinisch-israelischen Freundschaft am V «MIO »Mil (nur nummerierte Plätze. Karlen erhältlich in den Comités der Vereinten Kampagne und angeschlossenen Gemeinden und Vereinen des Zentraleuropäischen Comités). Programm: Es werden sprechen: Dr. HARDI SWARSENSKY (Botschafter Israels in Argentinien) (Präsident des KH. Jerusalem Künstlerischer Teil: Um pünktliches Erscheinen wird im eigenen Interesse und für die reibungslose Durchführung der Veranstaltung gebeten. EINTRITT FREI EINTRITT FREI

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