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Jüdische Wochenschau · 1968-02-23 · 2257 (23.2.1968) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2257 (23.2.1968)
Date
1968-02-23
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O 00 O C « Z - Jc n X *- Concesión 908 FRANQUEO PAGADO SEMANA ISRAELITA EL EJEMPLAROft en toda la República JU, ore »> < o TARIFA REDUCIDA PUEYRREDON 2190 1° izq. Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 23 DE FEBRERO DE 1968 N“ 2257 T.E. 83 - 2613 Seelen-Analyse der A raber Das ,,Time“-Magazin, das sich nicht immer gerade durch übertriebene Israel- Freundlichkeit auszeichnete — veröffentlichte vor kurzem eine sehr ungeschminkte Seelen-Analyse der arabischen Völker. Der Westen, schreibt das renommierte Nachrichten- Magazin. steht ratlos vor diesem Volk. Die meisten Araber zwischen Aden und Algier sind arm, krank, ungebildet und brauchen dringend Ausbildung, um im 20 Jahrhundert überleben zu können. Die Vision des Uebergangs einer einst grossen Zivilisation in die Neuzeit sollte den arabischen (Seist anfeuern und eine Herausforderung für den Nationalstolz sein. Anstatt dessen waren arabische Fühl er zwei Jahrzehnte lang mehr daran interessiert. Selbstmord-Kriege gegen Israel zu führen. Falls die Araber wirklich ihre eigenen Interessen abwägen würden, so müssten sie — nach Ansicht eines Westlers — Israels dargebotene Hand ergreifen und sich an den Projekten zur Fruchtbarma chung der Wüste beteiligen die den ganzen Nahen Osten zu präzedenzloser Prosperi tat ..ind zum Frieden führen könnten. Sie müssten nicht plötzlich die Israelis uma-r- Berater Johnsons in Israel Jerusalem. — Eugene Black. Ratgeber des USA- Präsidenten Johnson, besuchte aus Amman kommend kürzlich Israel. Der Expräsident der Weltbank äusserte, er sei auf dieser Informationsreise mit keiner Sondermission betraut worden, obwohl er zugab. dass er sich nicht notwendigerweise auf ökonomische Probleme beschränken wolle. In Jericho besuchte Black ein Schulungslager für junge Araber, das von einem der gemässigten arabischen ■ Führer geleitet wird. Er traf . mit dem Gouverneur der Islael-Bank. David Horowitz zusammen und wurde von Aussenminister Eban. Verteidigungs-Minister Mosche Dajan. Generalstabschef Bar Lew und Premierminister Eshkol empfangen. (ITA) men Es würde genügen, die Existenzberechtigung des Staates anzuerkennen. Doch die meisten Araber-Führer lehnen das kategorisch ab Sogar anscheined wohlinformierte und rationale Araber rufet' zu einem ewigen Krieg auf. und argumentieren ernsthaft, dass die „Gerechtigkeit“ ein Ende Israels als Staat erfordere. Die 110 Millionen Araber der Welt haben immer wieder bewiesen, dass sie total unfähig zum „Verschlucken“ ihres Stolzes sind, — und total fähig zum „Verschlucken“ ihrer eigenen Uebertreibungen. Die Araber leiden an einem der schlimmsten Minderwertigkeitskomplexe der Geschichte, sagt „Time“ weiter. Dies entspricht der schockierenden Entdeckung, dass eine glorreiche Vergangenheit in der Gegenwart irrelevant geworden ist. Der Begriff „Araber“ 1 umfasst einen ganzen Rassen-Regenbogen. Nur 10 % sind Nomaden. Die meisten leben in Dörfern und Städten darunter Grosstädte wie Kain, mit 4,2 Millionen und Bagdad mit 2,2 Millionen!. Die Araber kämpfen tapfer genug auf ihrem eigenen Boden — wie die Algerier gegen die Franzosen oder die Transjordanier in Palästina. — Doch trotz aller anti-israelischen Leidenschaf ten sind wenige andere Araber scharf darauf, ihr Leben für die Araber Palästinas zu riskieren. Die „arabische Nation“ ist nichts als ein WilL-nsakt. Sie entspricht nicht einer sichtbaren politischen Einheit. | Doch haben die arabischen 1 Völker viel Gemeinsames. Sie leigen gleichzeitig zum , Puritanismus und zur mor- ' biden Erotik. Sie sind eniotionell — im Feiern oder im! Krieg — bis zum Delirium. Sie halten sich an alte For-; men der Höflichkeit und \ Gastfreundschaft, um, wie der Princeton-Gelehrte Mor j roe Berger annimmt, ihre 1 heftigsten Aggressions-Im-; pulse zu kontrollieren. Doch ■ sie sind auch geduldig bis zum äussersten Fatalismus („Inshalla“, „maalesch“, ' „Bukra“). Vor allem haben sie eine gemeinsame Spra j che. Und wie poetisch ein! Araber spricht, ist oft wich- Von der arabischen „Einheit" New York. — Eine Organisation, die sich „Vereinigung der frpien Araber“ nennt und angibt, dass ihre Mitglieder solange geheim bieiben müssen, „wie die Freiheit des Wortes und des politischen Zusammen. Schlusses von den jetzigen arabischen Regierungen verboten ist“, hat einen wütenden Angriff gegen die Militärregime in der arabischen Welt gerichtet. Hierin werden die arabischen „Militaristen“ angeklagt die Zukunft des arabischen Volkes „zu einem Preis von täglich 4 Millionen Dollar zu ’.erkaufen, den die Araber bezahlen müssen, um ihre Führer an der Macht zu erhalten“. Diese Summe und die 10 Milliarden Dollar, welche in vergangenen Jahren „für Militärbudgets verausgabt wurden, sind der Grund, aus dem die Araber auf den Gebieten der wissenschaftlicher Forschung industriellen Entwicklung, Erziehung und Sozialfürsorge heillos zurückgeblieben sind“. Die Anklagen sind in einer Broschüre enthalten, die sehr gut gedruckt und illustriert ist und den Titel „Das Grünbuch unserer verlorenen Zukunft“ hat. Ein Exemplar gelangte mit Luftpost aus Paris an die Adresse der Jüdischen Telegrafen-Agentur. Die Sendung trug keinen Absender. Das Buch ist in ausgezeichnetem Englisch verfasst. (ITA) tiger, als was er sagt. Blumige Uebertreibungen sind die höchste arabische Kunst Ein arabischer General sagt nicht, er würde mit 30 Tanks angreifen, es ist wahrscheinlicher. dass er von 50.000 redet. Radio Damaskus kritisiert nicht nur die amerikanische Politik. Es schildert „den fetten, verrückten Johnson“, der „Araberblut trinkt”. .. Gebildete Araber erklären oft dass in der arabischen Welt niemand die Uebertreibungen wörtlich nimmt Doch die Verbalisierung formt auch die arabischen Gedanken und Taten. Eine solche Flucht vor der Wirklichkeit, indem man eine schönere Welt mittels der j Sprache darstellt, kam unlängst in der Nasser-Hus-! sein-Lüge über anglo-ameri- | kanische Lufthilfe für Israel I zum Ausdruck. Die Araber : glaubten es, weil es hätte I geschehen ‘ können Arabische „Wahrheit“ ist approi ximativ oder potentiell. Sie i glauben auch die phanta- I stischste Erklärung, wenn es sich um etwas handelt. I was sie gern hören wollen. Die Araber erklären, die Juden könnten nicht kämpfen, „wie jedermann weiss“ Daher müsste „jemand anderer“ es für sie besorgt haben. Die Sprache ist auch ein wesentliches Element der mohammedanischen Religion. „Time“ gibt dann einen Ueberblick über die Entstehung des Islam, sowie den Aufstieg und Fall der islamischen Kultur. 19.20 kontrollierten Europäer praktisch die ganze arabische Welt Das war die „bittere Frucht“ der arabischen Zusammenarbeit mit den Briten gegen die ottomanischen Türken im Ersten Weltkrieg. Die Zionisten argumentierten damals, Palästina sei „ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“. Es gab hier allerdings 640.000 Araber. Trotzdem hätten die Araoer unter anderen Umständen den Judenstaat in ihrer Mitte akzeptieren können Doch angesichts des historischen Hintergrundes konnte nationalistische Propaganda die arabischen Massen entflammen und Israel als äusserste Zumutung hinstellen. In den arabi sehen Augen benutzte der Westen die Juden nicht nur, um das Land zu kolonisieren. sondern auch um die Araber zu verdrängen. Die Araber sehen die Israelis daher als nackte Aggressoren, als Speerspitze des Westens zu einer Attacke auf ihre ganze Kultur. Der Westen hat offenbar zu einer Revolution das Rezept geschrieben. Aber die militärisch gestützten arabischen Regierungen haben seit 1948 die Revolution nicht für konstruktive Zwekke eingesetzt. Sie wälzten sich in Selbstmitleid und stürzten sich in irrationale äussere Abenteuer, anstatt rationale innere Entwicklung zu fördern. Der Islam bleibt, nach Meinung der „Time“, eines der Haupthindernisse für den arabischen Fortschritt, Die Religion zieht Millionen von Nicht-Arabern an. Sie ist Klar, beruhigend und tolerant. Doch nur die Türken konnten, durch Trennung von Kirche und Staat, den hemmenden Einfluss der so fatalistischen Religion in der modernen technischen Welt ausschalten. Die jüdisch - christliche Religion gesteht dem Menschen Willensfreiheit zu, und lässt ihn den Kampf mit der Natur und sogar mit Gott aufnehmen Die Vorstellung einer solchen schöpferischen Spannung ist für den Islam fremd und furchteinflössend. Jahrhunderte fremder Okkupation haben den Araber- Massen ausserdem nur wenig Begriffe von Nation, Kooperation oder bürgerlicher Verantwortung eingeflösst. Die Massen sind ein politischer Faktor, — aber nich. eigentlich politisch aktiv. , Es ist wie im Zirkus. Das Volk ist das Publikum und die Regierung die Darsteller. Das Publikum drückt Beifall oder Unmut aus, und die Darsteller reagieren auf Applaus oder Pfeifen. Doch keiner glaubt, dass das Publiku.m ein Mitbestimmungsrecht in bezug auf das Programm hat.“ Die Araber sind loyal nur gegenüber ihrer Familie oder ihrem Stamm. Die lange Isolierung hat ihre manuellen, mechanischen Talente verkümmern lassen. — Handarbeit wird immer noch von oben herab betrachtet. Jeder Araber mit Selbstachtung hat irgendeinen Unterling, der sein Kamel betreut, und arabische Mechaniker fühlen sich erniedrigt, wenn sie ihre Maschinen instand halten sollen. Die Aegypter haben allerdings den Suezkanal sehr gut geführt, und die Libanesen haben eine hoch mechanisierte Landwirtschaft entwickelt, Aber das sind die Ausnahmen. Im Grunde sehnt sich der Araber nach wesentlicher Technologie, aber er versteht nicht das Ethos des Westens, wodurch diese Technologie möglich wird. Die Tragödie der Araber ist es, dass ihr Gefühl der Erniedrigung angesichts ihres zivilisatorischen Nachhinkens in Hass auf das dynamische Israel und alle seine „westlichen“ Attribute projiziert wurde. Bei den Arabern hat die Selbstverachtung nicht als Ansporn für den Fortschritt gedient, wie es manchmal der Fall sein kann. Vielmehr führte sie zur Selbstzerstörung. Heute vergisst man oft, dass Nasoers Revolution von 1952 als eines der meistversprechenden Ereignisse der arabischen Welt begann. Eine säkuläre Regierung ohne islamische Hindernisse entfernte blossfüssige arme Teufel von ihren Schlafplät- An unsere Leser Mit Rücksicht auf die allgemeinen Feiertage kann die nächste Ausgabe der „Jüdischen Wochenschau erst am Freitag, den 8. Mär*, erscheinen. Wir bitten unsere Leser, hiervon Kenntnis zu nehmen. 'Ein merkwürdiger Fall von JAKOB KATZ-R0GASEN Seit längerer Zeit wird in Wuppertal ein Prozess gegen einige frühere Polizeibeamte durchgeführt, die mindestens achthundert Juden am 27. Juni 1941 in die Hauptsynagoge in Bialystok getrieben haben sollen, um sie dort bei lebendigem Leibe zu verbrennen, was auch geschah. An diesem furchtbaren Verbrechen waren zahlreiche Polizeibeamte eines ehemaligen Polizeibataillons beteiligt. Einige von ihnen stehen vor ihren Richtern. Einer der Zeugen dieses Prozesses war der in der Stadt Neuss amtierende Polizeihauptmeister Georg Schwarz, 56 Jahre alt, der im Gerichtssaal unter dem Verdacht festgenommen worden war, der Beihilfe und der Anstiftung zum Mord schuldig zu sein. Am Tage nach der Verhaftung hat der Wuppertaler Untersuchungsrichter den Polizeihauptmeister freigelassen, da bei ihm kein Fluchtverdacht bestehe. Daraufhin fuhr der unter Mordverdacht stehende Polizeihauptmeister Schwarz nach Neus3 zurück, um dort als freier Mann seinen Polizeidienst wieder aufzunehmen. Das wäre wahrscheinlich auch jetzt noch der Fall, wenn sich nicht der Ankläger im Wuppertaler Bialystok-Prozess hierüber empört hätte, der dann einen Haftbefehl gegen Schwarz durchsetzte. Hiervon wurde das Polizeipräsidium in Neuss in Kenntnis gesetzt, das nunmehr die Verhaftung seines Poiizeihauptmeisters hätte vornehmen müssen, so meint man... Als man sich einige Tage nach diesem Gespräch danach erkundigte, was mit der Verhaftung des Schwär* sei, erklärte der Regierungsamtmann Bruch, Leiter der Verwaltung jm Neusser Polizeipräsidium, Neuss sei eine kleine Behörde mit nur 160 Mann, die alle wie jeder andere Mensch in Neuss den besagten Polizeihauptmeister Schwarz kenne und deswegen... befangen sei. Es käme schliesslich selten vor, dass ein Kollege verhaftet werden solle. Man habe eine andere Dienststelle gebeten, Schwarz festzusetzen Diese Haltung des Bruch ist aber noch garnichts im Vergleich mit der des Polizeipräsidenten Dr. Knecht, der sich auf eine andere Entscheidung eines früheren Gerichts berief, als ob er dazu da sei, Haftbefehle auf ihre materielle Gültigkeit zu untersuchen. Im übrigen habe, immer nach Knecht, der Polizeihauptmeister ausgezeichnete Dienste in Neuss geleistet. in Neuss, sagte er, natürlich sprach er nicht von Bialystok. Aber das war noch nicht alles, was Knecht zu sagen batte. Schwarz konnte auch nicht verhaftet werden weif die Polizei in Neuss nur über sechs Zellen verfügt, die voll waren. Für Schwarz war kein Platz. Es wurde nicht gesagt, ob die anderen Uebeltäter, die zu Neuss einsassen, auch sämtlich im Mordverdacht standen? Nach erneuten Bemühungen ist dann Schwarz tatsächlich festgesetzt worden. Ein weiterer Skandal hat sich vielen früheren hinzugesellt. Diese Haltung der zuständigen Justizbehörden muss bedenklich stimmmen. Dass aber schwere NS-Mörder noch weiter amtieren und dazu noch in den Reihen der Polizei, das muss besondele Aufmerksamkeit auch dann erregen, wenn es keine Neuigkeit ist. — zen auf den Strassen Kairos und brachte sie in moderne Wohnblocks. Hier war ein Führer, der den Koran mit dem „arabischen Sozialismu,“ versöhnen wollte. Er emanzipierte die Frauen, begann Geburtskontrolle, plante den Assuan-Damm erzeugte Nuklear - Energie usw. Doch auch Nasser konnte der Verführung nicht widerstehen, sich von dem mühevollen, langsamen Wachstum abzuwenden, zu einem leichteren Weg: den Hunger des Volkes mit Visionen der Rache gegen Israel zu füttern. Russland wählte den Weg. diese Phantasie zu bewaffnen. Nasser bluffte und prahlte sich in den Krieg und die Niederlage, und verpfändete sein La na dem sowjetischen Machtkampf gegen den Westen. Im Innersten mögen die arabischen Massen Israel gegenüber gleichgültig sein. Aber sie sind von der Propaganda so hypnotisiert, dass sie es nicht mehr merken. — Die Umkehr kann erst kommen, wenn die Araber sich dem Westen und Israel gegenüber gleich und Neue Briefmarke Jerusalem. — Für den nächsten Zionistenkongress kündigte das israelische Postministerium die Herausgabe einer Briefmarke mit dem Bild von Mosche Sharett an. ebenbürtig fühlen. Sie müssen andere Quellen für ihren Stolz finden als den Heiligen Krieg. Und dieser Tag ist noch sehr fern. Reise in die USA Jerusalem. — General Jariw Aharon, Chef der Spionageabwehr - Abteilung der Israel - Armee, wird binnen kurzem nach Nordamerika reisen, um , als Redner für den United Jewish Appeal (Einheitskampagne) und die Israel-Bonds - Aktion zu werben. Er wird in Vertretung von Verteidigungs - Minister Mosche Dajan erseheinen, der seinen Besuch in der vergangenen Woche wegen der Kämpfe am Jordan absagte. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de leí Propiedad Intelectual N? 947 226

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