Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2256 (16.2.1968)
- Date
- 1968-02-16
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Concesión 908 O 0Û o £ FRANQUEO PAGADO tc n O s < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 1« DE FEBRERO DE 1968 N9 2256 EL EJEMPLAR en toda la República 30.- PUEYRREDON 5190 1» izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Das aufgebauschte Problem Hoffnung auf die Jugend Seit der Geburt des Staates Israel im Jahre 1948 war das Problem seiner Beziehungen. resp. des Mangels jedweder friedlicher Beziehungen zu seinen arabischen Nachbarn und alle Spannung rings um dieses Vakuum eng mit der Frage der arabischen Flüchtlinge verbunden. die über Geheiss ihrer Führer in den ersten Monaten des Jahres 1948 ihre früheren Wohnstätten in Palästina verlassen hatten, um sich wie die gleichen Führer ,hnen einzureden verstanden, für kurze Zeit in die Nachbarländer zu begeben. um nicht durch die rücksichtslosen Massnahmen des geplanten Vernichtungskrieges gegen Israel zu leiden. Nach dieser arabischen Strategie sollten sie dann im Gefolge der sieg reichen arabischen Invasionsarmeen nicht nur in ihre früheren Wohnstätten zurückkehren. sondern auch die hauptsächlichen Nutzniesser von Hab und Gut der von den arabischen Armeen vernichteten jüdischen Bevölkerung werden. Gewiss nur wenigen Arabern ist Wilhelm Busch bekannt, dessen Vers „Erstens kommt es anders und zweiiens als man denkt“ hier seine klassische Anwendung in der Realität gefunden hat. Der Traum der Jubelrückkehr zur grossen Beuteverteilung zerrann im Unabhängigkeitskrieg des Jahres 1948, und seitdem schwelt das Problem der arabischen Flüchtlinge als eines, oder vielleicht sogar als das einzige ungelöst grössere Flüchtlingsproblem der modernen Geschichte. Die im Jahre 1948 zusammengebrochene Politik der Zum Jom Haazmaut Tei Aviv. — Das israelische Ministerium für Tourismus glaubt, dass in diesem Jahr zum 20. Jom Haazmaut etwa 100.000 Juden aus aller Welt nach Israel kommen werden, um die grösste Militärparade in der Geschichte Israel zu sehen, die m der wiedervereinigten Stadt Jerusalem stattfinden wird. Es ist auch geplant zu den Feiern hochgestellte Persönlichkeiten aus den befreiten arabischen Gebieten einzuladen. arabischen Führer, die sich die Zerstörung Israels zum Hauptziel gesetzt hatte missbrauchte von nun an die Flüchtlinge als das breite Schild, hinter dem sie ihre politischen und sonstigen Unfähigkeiten verbargen. Ein,- von den Vereinten Nationen organisierte Spezialorganisation für die arabischer Flüchtlinge (UNRWA) kümmert sich fortab um die Flüchtlingslager. Hunderte Millionen Dollar wurden jähivch von einigen wenigen Weststaaten dafür beigesteuert, ohne dass im Laufe von zwei Dezennien das Flüchtlingsproblem auch nur um einen Zentimeter ei- ' ner konstruktiven Lösung näher gebracht wurde. GEFAELSCHTE STATISTIKEN Eines der Hauptmittel der arabischen Anti-Israel-Propagrnda war durch zwe! Jahrzehnte hindurch die aufs gebauschte Zahl der Flüchtlinge, womit sich der Vorgesetzte und Financier der UNRWA, die Vereinten Nationen. sonderbarerweise niemals beschäftigte. Aber es gab jenseits der offiziellen Sphäre eine Menge ernsthafter Forschungen, die die von den Arabern und der Leitung der UNRWA angeführten Statistiken als grobe und absurde Fälschungen entlarvten. So beschäftigte sich seit vielen Jahren der englische Soziologe Dr. Walter Pinner tiefschürfend mit diesem Problem und stellte in seiner letzten Veröffentlichung fest, dass der UNR¬ WA-Bericht für das Jahr 1966 950.000 Flüchtlinge als seine Schützlinge anführte, die ständig mit Lebensmitteln und anderen Zuwendungen versorgt wurden. Die Listen der UNRWA enthielten jedoch die Namen von 117.000 Flüchtlingen, die seit dem Jahre 1948 gestorben und niemals von ihren Angehörigen abgemeldet worden waren. Ueber 100.000 Flüchtlinge, die sich bereits in den arabischen Ländern komplett eingeordnet und 225.CMX). die zumindest Arbeit gefunden hatten, wurden ebenfalls von der UNRWA ständig unterstützt. Dazu muss man noch viele tausende „Flüchtlinge“ hinzufügen, die niemals in Palästina gelebt, sondern die Titos unbrauchbarer Plan Jerusalem. — Auf einer Versammlung der Hadassa ergriff Aussenminister Abba Eban das Wort, um für eine Zusammenarbeit zwischen den Völkern des Mittelostens einzutreten, damit ihre Abhängigkeit von den ausländischen Mächten geringer werde und sie selbst über das Schicksal ihrer Region eine Entscheidung treffen könnten. Der Veranstaltung wohnten Minister und Deputierte, leitende Persönlichkeiten des Diplomatischen Korps und der Jewish Agency bei. Präsident Shazar und seine Gattin hatten ihr Erscheinen abgesagt, da ein Vetter des Präsidenten, Dr. J. Twersky, gestorben war. Eban übte scharfe Kritik an Tito, dem Präsiden, ten Jugoslawiens, der eine Formel für die Lösung der Mittelostkrise aufgestellt hat, welche im Gegensatz zu der UN-Resolution vom 22. November steht. Er nannte Titos Plan eine neue Version des von den sogen, blockfreien Nationen im vergangenen Sommer eingebrachten Vorschlags, der von den UN verworfen wurde. „Ein israelischer Rückzug ohne Friedensvertrag bedeutet die Fortsetzung der Feindseligkeiten“, erklärte Eban. (ITA) sich in den umhegenden arabischen I,ändern in die Lager eingeschmuggelt hatten und auf diese bequeme Weise eine arbeitslose Existenz führen konnten. Als sich nach dem Sechstagekrieg des vergangenen Jalmes über die Hälfte der Flüchtlinge plötzlich unter israelischem Regime befanden. stellte sich sehr schnell heraus, wie sehr die Flüchtlings - Statistiken gefälscht worden waren. Die israelische Regierung veranstaltete eine eigene Flüchtlingszählung, die jedoch wahrscheinlich noch einmal überprüft werden muss, da sich die Flüchtlinge in deu vielen Jahren ihres Lagerlebens eine Technik der Täuschung der Administrative angeeignet hatten, die so raffiniert ist, dass sie selbst auch diesmal noch an einigen Stellen Erfolg gehabt zu haben scheint. Auf alle Fälle ist das Problem in seinem quantitativen Ausmass wesentlich kleiner als es bisher der Weltöffentlichkeit erschien Aber es bleibt auch noch weiterhin ein ernsthaftes Problem. Die Israel-Regierung bereitet seriöse Pläne für die Lösung des Problems vor. die parat sein werden, wenc eines Tages das grosse Problem der Schaffung friedlicher Beziehungen zwischen den arabischen Staaten und Israel an den Verhandlungstisch geraten wird. Einige Hundert Fachleute aus den verschiedensten Gebieten beteiligen sich an den Vorbereitungsarbeiten für den Plan, die von einer aus den Universitätsprofessoren A. Dvoretztki, S. N. Eisenstadt, D. Patenkin, dem Leiter des statistischen Staatsamtes Prof. R. Bachi, General-Major Zvi Zur vom Verteidigungs - Ministerium, dem Generaldirektor des Finanzministeriums Dr. Jakob Arnom und Dr. Weitz von der Kolonisationsabteilung der Jewish Agency dirigiert und überwacht werden. Kt rzlich besuchten einige ausländische Journalistinnen das bei Jerusalem gelegene Flüchtlingslager Kalandia. Hier scheinen ihnen allen, die durchweg grosse internationale Zeitungen vertreten. die Augen aufgegangen zu sein über das verantwortungslose und demoralisierende Regime, das durch nahezu zwanzig Jahre unter der Aegide der Vereinten Nationen in allen arabischen Flüchtlingslagern geherrscht hat Eine schwedische Journalistin fasste die Unerhörtheit dieses Problems in einem Satz zusammen; „Wenn ich einmal 20 Tage nichts zu arbeiten hätte würde ich mich gar nicht gut fühlen. Aber 20 Jahre nichts zu arbeiten, das ist die unerhörteste Sache, die ich bisher auf dem Gebiet der Wohlfahrtsarbeit gehört habe!“ H. W. Feuergefechte am Jordan Tel Aviv. — Vier arabische Marodeure fanden den Tod und zwei wurden verwundet, als sie von einer israelischen Patrouille nördlich des Toten Meeres überrascht wurden. Eine andere Gruppe von Saboteuren schleuderten Bazuka - Geschosse in Romena, einem Viertel im Nordosten Jerusalems, wie ein militärischer Sprecher bekanntgab. Er fügte hinzu, in verschiedenen Dörfern nördlich von Jerusalem, sei Ausgehverbot verhängt worden, während Sicherheitseinheiten der Armee die Jagd nach den Terroristen aufnahmen. Am nächsten Tag entbrannte eine Schlacht, die den ganzen Tag tobte, längs des Jordanflusses von Gescher im Norden bis zum Toten Meer. Auf beiden Seiten traten Artillerie, Tanks. Mörser und automatische Waffen in Aktion. Die Transjordanier verlegten das Feuer am Nachmittag in den zentralen Sektor am Fluss bei der Damia-Briicke. Später eröffneten sie den Beschuss in der Nähe der Allenbv-Brücke und bei Abdalla. Die Israelis meldeten zwei Leichtverwundete. Die transjordanische Strategie der letzten Zeit enthüllt ein neues System, nämlich das Feuer an einem Punkt zu beginnen und später langsam die Front zu erweitern, um die Aufmerksamkeit der Israelis abzulenken. Die israelische Regierung betrachtet die fortgesetzte transjordanische Aggression, die sich bei diesem zweiten Angriff vom unteren Tal des Tiberias- Sees bis zum Toten Meer erstreckte. als äusserst ernst. Man vermutet, dass König Hussein schon nicht mehr imstande oder willens ist, die angriffslustigen Elemente in seinem Königreich zu unterdrücken und dass seine Position noch weiter geschwächt worden ist. Auch am darauffolgenden dritten Tag schossen die Transjordanier über die Grenze. Die Israelis erwiderten das Feuer. ISRAEL ERHEBT BESCHWERDE Vereinte Nationen. — Israel hat den Sicherheitsrat wissen lassen, dass es die Feuergefechte längs des Jordanjusses als eine „schwere Bedrohung“ betrachtet und Transjordanien gewarnt hat, dass es die Verantwortung für eine Situation auf sich' lädt, die es selbst geschalten hat. Der israelische Botschafter vor deu UN, Joseph Tekoa, unterbreitete die Beschwerde in einem Schreiben. das er dem Präsidenten des Sicherheitsrates, Miguel Solano Lopez (aus Paaguay) zuleitete, ohne vorerst den Zusammentritt dieser aus 15 Mitgliedern bestehenden Körperschaft zu beantragen. Der transjordanische Geschäftsträger, Mohammed Ali Khurma, hatte schon vorher dem Sicherheitsrat mitgeteilt, dass sein Land „mit grösster Beunruhigung die wiederholten bewaffneten Angriffe der Israelis beobachtet“. In Amann meldete ein von SEM FRAIS KEN STEIN Nicht nur die israelische Diplomatie und das jüdische Volk waren von den Erklärungen des französischen Präsidenten, General de Gaulle, überrascht, die er gegen fgrael nach dem Sechstagekrieg im vorigen Jahr abgegeben hat. Auch die Franzosen und mit ihnen viele andere Politiker und einfache Beobachter des Weltgeschehens waren erstaunt, als de Gaulle in völliger Umkehrung seiner bisherigen Haltung den Staat Israel als den Angreifer bezeichnet«, der die arabischen Länder „überfallen“ habe. Der Augenblick war vom Präsidenten-General schlecht gewählt, da die Sympathien des Westens und weiter Teile der Ostländer ganz offensichtlich auf Seiten Israels gewesen sind, nachdem die arabischen Staatsoberhäupter, unter ihnen vor allem Nasser, Jahre hindurch und bis zur letzten Minute vor dem Beginn der Feindseligkeiten Israel bedrängt und mit der völligen Ausrottung bedroht hatten. Die nachfolgende Debatte war nicht sonderlich interessant. De Gaulle wurde von allen Seiten kritisiert; er verteidigte seinen Standpuukt nicht sehr geschickt. Schliesslich wich der General — wenn auch nur strategisch — zurück, und der französische Oberrabbiner baute ihm eine goldene Brücke mit der Bemerkung der Präsident sei nicht richtig interpretiert worden. Die überraschende Attacke de Gaulles gegen Israel war aber nur eines mehrerer anderer politischer Manöver, die das Erstaunen der Weltöffentlichkeit hervorriefen. Seine Ansprüche auf Quebeck und seine Ausfälle gegen Kanada, seine grosszügige Unterstützung Polens und kurze Exkursionen in die Geschichte des Kampfes um den europäischen Osten, seine hartnäckige Ablehnung der Anerkennung Englands als einer europäischen Macht und einige andere auf dieser Linie liegende eigenwillige Erklärungen Hessen Zweifel auftauchen, welche politischen Absichten eigentlich von Frankreich unter de Gaulle verfolgt werden würden. Hier handelte es sich nicht mehr um einen einfachen Stellungswechsel von rechts nach links, sondern um einen Affront gegen die westliche Politik und eine Subordination unter den Kreml. Und das gefiel niemandem in der westlichen Welt, auch denen nicht, die mit der amerikanischen Vietnam-Politik picht einverstanden waren oder sind. Jetzt aber hat dei bundesdeutsche Aussenminister Brandt schweres Geschütz gegen de Gaulle aufgefahren und sich einer klaren, aber in der Diplomatie dieser Zeit sonst nicht üblichen Ausdrucksweise bedient, als er sagte: „Die tiefe Freundschaft zwischen der Jugend Frankreichs und Deutschlands wird am Ende stärker sein, als die nicht-europäischen Ansichten eines von dem Gedanken der Macht beherrschten Regierungschefs“. Interessant an diesen Worten ist die Klassifizierung de Gaulles als vom Machtgedanken berauschten Regierungschef. Sicherlich gehört ein gewisser Mut dazu, das Oberhaupt eines befreundeten Staates als „vom Machtgedanken beherrscht“ zu titulieren. Auch das Vertrauen zu den Jugenden der beiden Länder ist beachtenswert. Bisher jedoch haben in der Geschichte zunächst die Regierenden und die künftigen Generationen den Ausschlag gegeben. Vielleicht später einmal wird alles besser, was wir mit Brandt hoffen wollen, obwohl die Beatniks, Gammler, Provos und Hippies oder wie sonst die hoffnungsvollen Sprösslinge heissen, nicht allzu sonnige Perspektiven für die Zukunft zulassen. Es wäre besser, wenn die aktuell wirkenden Kräfte gemeinsam den Versuch machen würden, die Machtgedanken de Gaulles durch Realpolitik in eine Richtung zu lenken, die den Interessen der westlich-demokratischen Welt entspricht. transjordanischer Sprecher, dass der letzte Feuerwechsel etwa eine halbe Stunde dauerte und auf transjorda nischer Seite keine Verluste zu beklagen waren. Die Transjorda nier gaben wie auch bei den Gefechten der beiden vorhergehenden Tage den Israelis die Schuld und behaupteten, israelische Einheiten hätten das Feuer eröftnet. WIEDER EIN ZUSAMMi ENSTOSS Jerusalem. — Nach Aussage eines israelischen Sprechers kam es wieder zu einem Zusammenstoss. als eine israelische Patrouille am Ufer des Jordans auf eine El-Fatach-Bande stiess, die soeben den Fluss überquert hatte. Es kam zu einem Kampf, bei dem 8 Saboteure getötet wurden. Ein israelischer Soldat fand den Tod. und ein anderer wurde verwundet. Appell an de Gaulle Paris. — General Barzrni. der Chef der kurdischen Nationalisten in Irak, hat den französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle ersucht, dem irakischen Präsidenten Aref keine Waffen zu verkaufen. Diese Waffen würden einen Wert von 161 Millionen Dollar repräsentieren. und General Garzani warnte, dass ihre Lieferung „für die Kurden neue Zerstörungen und Massaker bedeuten müssten.“ (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 831 Registro de la Propiedad Intelectual N9 947 226