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Jüdische Wochenschau · 1968-02-09 · 2255 (9.2.1968) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2255 (9.2.1968)
Date
1968-02-09
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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2 m O c 4) U _ t c « Concesión 908 FRANQUEO PAGADO ° -M O? c < v O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Afta XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 9 DE FEBRERO DE 1968 N<* 2255 EL EJEM PL.AR en toda la República 30.- PUEYRREDON 2190 1» izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Warten oder wirken? (n den vergangenen Monaten gab es wiederholt einzelne palästinensische Notabein zwischen Kuneitra und Kantara, die bei Offizieren der israelischen Militärverwaltung den Puls zu fühlen versuchten, um festzustellen, ob eine Möglichkeit bestünde, sich über die Köpfe der nachbarlichen arabischen Regierung hinweg an den Verhandlungstisch zu setzen und zwischen den beiden Völkern auf dem Boden Palästinas — den Juden und den Arabern — eine Lösung für das Problem des künftigen Zusammenlebens zu suchen. Die Araber in den besetzten Gebieten hatten es noch nicht heraus, dass israelische Offiziere — im Gegensatz zu denjenigen in den arabischen Staaten — keine Politik betreiben, keine politischen Richtlinien festlegen und keine politischen Gespräche führen. Die korrekte. höfliche, aber im Grunde gleichgültige Haltung der israelischen Offiziere erklärten sich die arabischen Gesprächspartner je ,nach eigenem Wunsch und Temperament. Die einen erblicken darin ein Zeichen israelischer Interesselosigkeit, des israelischen Wunsches nach einem Ausgleich mit Nasser oder Hussein auf Kosten der Bevölkerung des Westufers oder der Gazazone, andere hingegen sahen in der Tatsache. dass sie für die öffentliche Vertretung ihrer Ideen und Pläne unbestraft blieben und keinen israelischen Repressalien ausgesetzt wurden, ein ermutigendes Zeichen, einen Hinweis auf israelisches Interesse an ihren Gedanken. Tatsächlich scheint es, dass man sich in der israelischen Regierung bis vor kurzem nicht klar war darüber. ob es sinnvoll wär» •die verschiedenen „separatistischen“ Gedanken einzelner prominenter Vertreter des palästinensischen Arabertums aufzugreifen, statt nur Gespräche mit den umliegenden Staaten anzustreben. Vermutlich hatte man auch kein klares Bild da- Von ZEEV BARTH von. ob es sich hierbei um Ideen und Pläne einzelner Männer, Clans oder auch grösserer Gruppen handelt, die Aussicht haben, die Zustimmung breiter Kreise der palästinensischen Bevölkerung zu gewinnen, oder ob sie nur über einen sehr beschränkten Anhang verfügen. Immerhin dürfte eine Entscheidung für eine Fühlungnahme mit den prominenten Vertretern der palästinensischen Araber gefallen sein. Dafür spricht die Ernennung von Mosche Sasson des früheren Leiters der Waffenstillstands Abteilung im Aussenministerium und Sohnes des in arabischen Kreisen angesehenen Polizeiministers Elijahu Sasson. zum persönlichen Beauf- \ tragten des Ministerpräsi-! deuten für die befreiten Ge- I biete und zwar mit der ausj drückliehen Vollmacht, politische Fragen zu behandeln, politische Aktivitäten zu initiieren und mit den Sprechern der palästinensischen Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Ob diese Gespräche greifbare Resultate zeitigen wer- . den. bleibe vorderhand dahingestellt, doch die Ernennung Sassons stellt an und für sich eine bedeutsame i Wendung in der israelischen Haltung gegenüber den verschiedenen Männern, Gruppen und Ideen im Westufer- Distrikt dar (die in gewisser Hinsicht auch für die Bevölkerung der Gazazone sprechen können, die unter der ägyptischen Herrschaft keine eigene politische Führung hervorzubringen vermochte >. Die Wünsche und Vorstellungen mancher palästinensicher Persönlichkeiten unterscheiden sich voneinander zum Teil sogar in extremer Weise. Sie reichen — bei den Vertretern der separatistischen Richtung, d. h. jener Richtung, die das Schicksal des palästinensischen Volkes nicht mehr der Willkür der arabischen Staaten anvertrauen will, sondern es selbst entscheiden Ende des Dreimaedite - Paktes Washington. — Nach der kürzlichen Ankündigung Londons, dass die englischen Streitkräfte östlich des Suezkanals zurückgezogen werden, wurde in Washington offiziell zugegeben, dass hiermit der letzte Rest des sogen. „Dfeimächte-Paktes“ verschwunden ist durch den die USA. England und Frankreich die Wahrung der Sicherheit Israels verbürgt hatten. Wie der englische Premierminister Harold Wilson bekannt gab, werden bis Ende des Jahres 1971 alle englischen Soldaten den Mittelosten, das Gebiet am Persischen Golf und den Fernen Osten verlassen haben. Gleichzeitig annullierte England verschiedene Abkommen über militärische Ausrüstungen und meldete die Beendigung jeder Zusammenarbeit mit den USA, die sich aus der im Dreimächte-Pakt in Mittelost übernommenen Verpflichtungen ergeben könnte. Frankreich hatte schon früher mitgeteilt. dass es den Mittelostraum nicht mehr unter dem gemeinsamen anglo-amerikanisch-französischen Gesichtspunkt betrachtet. Als im Jahre 1950 der Dreimächte-Pakt geschlossen wurde, hatten die israelischen Führer ihn als eine lebenswichtige Garantie für Israels Sicherheit duich die drei westlichen Grossmächte begrüsst. (ITA) und mitgestalten möchte — von einem unabhängigen palästinensischen Staat laut dem UN-Teilungsplan von 1947 über eine israelisoharabische Palästina-Föderation bis zum völligen Anschluss an Israel. Aber zunächst sind die palästinensischen Führer und parallel mit ihnen auch die breiten Bevölkerungskreise, in zwei Hauptgruppen einzuteilen, nämlich in Panarabisten, die vorläufig abwarten möchten, die keinerlei Sonderlösung anstreben, keine Verhjndlungen mit Israel führen wollen, bis sich herausstellt, was die arabischen Staaten mit ihrem politischen Kampf oder der angedrohten Fortsetzung des Krieges erreichen. Nur wenn es sich zeigt, dass der politische Kampf resultatlos zu werden droht und die arabischen Staaten auch keinen Krieg zu führen beabsichtigen. zumindest nicht innerhalb kürzester Frist erst dann wollen auch die Panarabisten, zusammen mit den palästinensischen Separatisten eine Sonderlösung anstreben, die ihnen immerhin schmackhafter erscheint, als ein Besatzungsregime ohne Ende. Welche der beiden Gruppen, wie unhomogen auch jede für sich sein mag. kann als die stärkere bezeichnet werden? Die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht Sie hängt weitgehend von der Situation ab, ebenso aber dürfte sie je nach der lokalen Einflussphäre einzelner Notabein verschieden ausfallen; die vorherrschen, de Meinung in Nablus unterscheidet sich von derjenigen in Bethlehem und diese wieder von derjenigen in Hebron. Sieht die Sache in der UN- Vollversammlung oder im Sicherheitsrat für die Araber eben unerfreulich aus lässt die Hoffnung auf eine politische Lösung nach, neigt die öffentliche Meinung zu einer Sonderaktion auf palästinensischer Ebene. Hat man den Eindruck, in den UN werde man doch einen Beschluss fassen, der Israel zum Rückzug auffor dert. bekommen die Befürworter des Abwartens neuen Aufschwung. Als die Aegypter den israelischen Zerstörer ,,E)at“ versenkten, als König Hussein vom Präsidenten Johnson zu einer Unterredung über die Nahostlage empfangen wurde. wurde es irtiller um die palästinensischen Separatisten. Als jedoch Israel gegen die Oelanlagen im Suez los- und zurückschlug, oder die amerikanische Presse an der tatsächlichen Friedfertigkeit Husseins zu zweifeln begann, erhielten sie wieder frischen Wind in ihre Segel. Für die beiden Standpunkte gibt es eine ganze Reihe von Begründungen Die Panarabisten und Befürworter des Abwartens meinen zum Beispiel, die i arabischen Staaten haben sich bereits in der Palästinafrage sehr weitgehend exponiert, in Kriege und politische Kämpfe verwickelt dieses Problem zu einem eigenen Anliegen gemacht und deshalb wäre es unkorrekt, ihnen durch Separatverhandlungen mit Israel in den Rücken zu fallen. Es sei auch unwahrscheinlich, dass solche Verhandlungen befriedigende Resultate zeitigen würden, sei es nur, die Palästinenser erklärten sich bereit, eine „israelische Kolonie“ oder ein „Protektorat“ zu sein, den unmöglichen Verzicht auf Ostjerusalem zu leisten und den Traum von der Vereinigung aller Araber aufzugeben. Darüber hinaus wäre es unwahrscheinlich, dass sich die umliegenden arabischen Staaten mit einer derartigen Lösung einverstanden erklären. so dass die Möglichkeit bestünde, zusätzlich einen innerarbischen Kampf führen zu müssen. Die Vertreter einer palästinischen Sonderlösung haben natürlich ihre Antworten auf jedes dieser Argumente parat. Die Befürworter eines Anschlusses an Israel meinen, der Panarabismus ist nichts als eine Ausgeburt der Phantasie und für Nasser nur ein Mäntelchen, mit dem er den eigenen ägyptischen Wunsch nach Beherrschung aller arabischen Völker bedeckt. Die arabischen Staaten haben sich zwanzig Jahre lang nicht imstande gezeigt das palästinensische Problem zu lösen und dabei noch drei Kriege auf Kosten des arabischen Volkes von Palästina verloren. Welchen Sinn soll es haben, auf eine Lösung zu warten, die niemals erfolgen wird? Es geht auch nicht darum, den arabischen Nachbarstaaten in den Rücken zu fallen; vielmehr sollen sie überzeugt werden, die Verhandlungen den Palästinensern selbst anzuvertrauen, und auf diese Weise können sie sich sogar von der demütigenden Notwendigkeit direkter Gespräche mit Israel retten, solange die israelischen Streitkräfte auf arabischem Boden stehen. Auch gegenüber der Weltöffentlichkeit lässt es sich besser vertreten, dass die Araber Palästinas, als vollberechtigte Partner der Juden, auf ihre Rechte im gemeinsamen Vaterland po- I chen, als jede Intervention j fremder arabischer Staaten. I Die Palästinenser wollen 1 keine Kollaborateure sein sondern föderative Partner, oder freundschaftlich gesinnte Nachbarn, die Israel als Preis für den Rückzug den Frieden und wirtschaftliche, sowie kulturelle Beziehungen bieten wollen. Ein Verzicht auf Ostjerusalem kommt nicht in Frage; man kann sich zwar über eine gemeinsame, einheitliche Stadtverwaltung einigen, aber Ostjerusalem müsse der Sitz der Zentralinstanzen eines arabischen Palästina sein, egal ob dieses einen Teil der Nazi-Schmierereien v«n Dr. ROBERT M. W. KEMPNER Während der Wahlkämpfe des letzten Jahres haben antisemitische Hetzer die Wahlplakate für einen jüdischen Abgeordneten, der für ein Parlament in Deutschland kandidierte, mit dem Worte „Jude“ beschmiert. Der Schmierer wurde gefasst und wegen Volksverhetzung verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Rechtsmittel ein und Deutschlands-höchster Strafgerichtshof. der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, hat sich mit dem Fall befasst. Der Bundesgerichtshof hat soeben entschieden, dass jemand, der im Wahlkampf das Plakat eines jüdischen Kandidaten mit dem Wort „Jude“ beschmiert, die Absicht hat, diesen wegen seines Glaubens von öffentlichen Aemtern auszuschliessen. Das sei, so erklärte der Dritte Strafsenat, Volksverhetzung. Der Hetzer wollte durch seine Schmierereien den Wählern zu erkennen geben, dass der Kandidat lediglich deshalb nicht gewählt werden soll, weil er Jude sei, ohne Rücksicht auf Persönlichkeit und fachliche Befähigung. Der im Wahlkampf antisemitisch angepöbelte Kandidat war der jetzige Erste Bürgermeister von Hamburg, Professor Dr Herbert Weichmann. Der Plakatschmierer war ein 35 Jahre alter Maschinenschlosser namens Rowald. Dieser hatte bereits vom Hamburger Gericht 8 Monate Gefängnis bekommen; das ist die Strafe, die jetzt vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde. Auf die Wahlplakate für Weichmann im Jahre 1966 hatte Rowald seine antisemitischen Papierstreifen so überklebt, dass es auf ihnen hiess: „Hamburg wählt seinen Juden Weichmann“ Föderation darstellen oder ein unabhängiger Staat werden wird. Was die Einzelheiten des Aktionsprogrammes betrifft, so müsse eine gesamtpalästinensische Konferenz von Vertretern aller Teile des Westufers und der Gazazone. vielleicht sogar der israelischen Araber stattfinden, die hierüber bindende Beschlüsse fasst. Ebensowenig wie die Befürworter der Sonderlösung auf palästinensischer Ebene israelische Marionetten zu sein beabsichtigen, sind die Panarabisten in Nablus oder Gaza unbedingt begeisterte Nasseristen oder Bewunderer von König Hussein. Wie paradox das auch klingt, ist eher das Gegenteil richtig. Die Einheimischen wie die Denkenden unter den Flüchtlingen in der Gazazone haben es nicht verschmerzt, dass sie in all den Jahren ägyptischer Herrschaft als „Natives“ unter kolonialer Herrschaft behandelt wurden, als Bürger zweiter Kein« Entlassung deutscher Nazis Amsterdam. — In Holland wurden an das Parlament mehrmals Gesuche gestellt, die drei Nazis, die zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt wurden, freizugeben. Es handelt sich um Joseph Kov yalla. den obersten Chef des Lagers Amsfoot, der selber Insassen umgebracht hat, Franz Fischer, der der Ermordung von 12.000 Juden beschuldigt wurde, und Heinz aus der Fünfen, der die Transportbefehle Eichmanns aüsgeführt hat. Justizminister Dr. Carel Polak hat die Gesuche auf Freilassung abgelehnt. Alle drei sitzen im Gefängnis von Breda. Klasse, während die gesamte Macht in Händen ägyptischer Offiziere imd Beamten lag. Und was die namhaften Persönlichkeiten des Westufers betrifft, s» waren die heutigen Vertre ter der Wiederbelebung ei-" ner palästinensischen Son derexistenz in der Vergangenheit die treuesten Parteigänger Husseins, während die „Heim-ins-Husseinreich“-Rufer aus Nablu» seit jeher die unbeugsamsten Husseinfeinde waren. Auch heute ist es keine Sehnsucht nach Hussein, die sie den Wiederanschluss des Westuferdistrikts an Transjordanien wünschen lässt, sondern einzig die Hoffnung, aus dem Land ein zweites Syrien machen zu können, einen linken, radikal-baathistischen, eng an die Sowjetunion angelehnten Staat, in dem Hussein bald der Garaus gemacht werden kann. Schweigender Rückzug Washington. — Die USA.- Regierung, die sich mit den Problemen in Korea und Vietnam befassen muss, ist bestrebt, sich langsam von ihren Verpflichtungen im arabischisraelischen Konflikt freizumachen und die Beilegung der Nahostkrise den UN zu überlassen, wie aus hohen Regierungskreisen verlautete. Diese Gewährsleute be-, tonten, dass die USA uneingeschränkt den Bemühungen der UN-Kommission. an deren Spitze General Odd Bull steht, ihre Unterstützung leihen und der Ansicht sind, dass beide Parteien sich den UN-Beschlüssen zu unterwerfen haben, —• (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 83! Registro de la Propiedad Intelectual N* 947 226

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