Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2254 (2.2.1968)
- Date
- 1968-02-02
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ISRAELITA Concesión 908 FRANQUEO PAGADO O ¡T F TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 2 DE FEBRERO DE 1968 N? 2254 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1o izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Internationale Rechtsfragen Der Sicherheitsrat der UN nahm am 22. November 1967 eine britische Resolution an. in welcher das Recht jeder Nation anerkannt wurde, innerhalb seiner Grenzen in Frieden, frei von Bedrohungen und Gewaltakten, in Si cherheit zu leben. Tags darauf sprach Nasser in der ägyptischen Nationalversammlung und erklärte u.a., dass Aegypten Israel nicht anerkennen werde, dass es nicht in Verhandlungen einvon B. B. ten werden kann. Denn trotz des Rückzugsbefehls, den U Thant auf Verlangen Nassers und ohne jede Konsultation Israels gegeben hat — und angeblich geben musste. — sind diese Truppen oder Teile von ihnen nicht ins neutrale Ausland abgezogen, sondern haben an der Seite der Aegypter gegen SAMUEL Ordnung. Wer die letzte Verantwortung hierfür trägt, ist ungeklärt, aber auch gleichgültig. weil ohnehin niemand der Offiziellen, sei es cter betroffenen Regierungen, sei es der internationalen Mächte und Organe bereit ist, energisch durchzugreifen und dafür zu sorgen, dass die Zivilbevölketen arabischen Regierungen immer noch nicht begreifen wollen, dass weder aus Washington noch aus Moskau das Heil oder die Lösung ihrer eigenen Probleme kommen wird. Auch Aegypten hat nicht verstanden, dass es besser ist, einen modus vivendi mit Israel zu finden als sich in die russische Abhängigkeit zu begeben, zumal jede sowjetische Umarmung bisher für kleine Länder mit ihrer treten wolle, dass es einen Frieden mit Israel nicht wünsche, und dass ,,wir, sobald wir den Augenblick für gekommen halten, einen neuen Schlag führen“ werden. — Im Oktober-Heft 1967 der Zeitschrift „Vereinte Nationen“, die von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen herausgegeben wird, schreibt ein Korrespondent des Blattes aus New York einen langer Artikel unter der Ueberschrift „Der umstrittene Abzug der UN-Truppe aus Nahost“, in welchem er sich — nicht ohne sein Bedauern hierüber zu verbergen, — mit einer Reihe juristischer Argumente auseinandersetzt, um dann schliesslich festzustellen, U Thant habe seinerzeit nicht anders reagieren können, als die UN- Schutztruppen abzurufen .. Rechtliche Probleme und Streitfragen lassen sich — wie die meisten Zweifel unseres Lebens — zumindestens von zwei Seiten aus betrachten, sodass wir dessen sicher sein können, dass andere Spezialisten zu einer anderen Beantwortung der hier zur Diskussionen stehenden Frage gelangen können und tatsächlich auch gelangt sind. Heute ist diese Debatte zu einer theoretischen geworden, denn die Geschichte hat die Entscheidung über die Zweifel der Politiker, Taktiker und Juristen hinweg getroffen. Der Korrespondent der zitierten Zeitschrift nimmt allerdings trotz aller Gelehrsamkeit nicht zur Frage der Haltung der UNEF-Trupper. gegen Israel Stellung, die inzwischen als eine historische Tatsache nicht bestrit- Botes Kreuz protestiert Genf. — Das Internationale Rote-Kreuz-Comite kündigte an, dass es die Ueberwachung des Austauschs von Zivilpersonen erst dann wieder aufnehmen wird, wenn die Sicherheit seiner Repräsentanten „von allen verantwortlichen Behörden“ garantiert ist. Vor einigen Tagen wur. den zwei Delegierte des Roten Kreuzes bei einem Schusswechsel über die Allenby-Briicke hinweg verwundet, während sie die Rückkehr von transjordanischen Bürgern in ihre Heime im von Israel besetzten Westuferbezirk überwachten. (ITA) JERUSALEM IM SCHNEE! Israel gekämpft. Was ist hierzu von offizieller Seite zu sagen, oder von halboffizieller Seite zu schreiben? Inzwischen sind wiederum verschiedene Monate ins Land gegangen, ohne dass sich die Lage im Nahost wesentlich geändert hätte. Grenzzwischenfälle und Terrorakte sind an der Tagesrungen von solchem Kleinkrieg verschont bleiben. Aber was bedeuten schon einige Tote im kleinen Israel, wenn in Vietnam und nun auch in Korea amerikanische Soldaten (sinnlos) sterben müssen, um auf diesem Umwege die Freiheit der V eit zu verteidigen. Leider haben die beteilig- Paula Ben Gurion gestorben Tel Aviv. — Die Gattin des früheren israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion starb an einem Gehirnschlag in einem Krankenhaus in Beer Schewa. Sie war 75 Jahre alt Paula Ben Gurion wurde in Minsk geboren. Als sie noch ein Kind war, wanderten ihre Eltern mit ihr nach Amerika aus. In New York besuchte sie die Krankenschwesternschule. In dieser Stadt lernte sie auch ihren künftigen Mann kennen. Die beiden heirateten im Jahre 1917. Erst kürzlich feierten sie ihre Goldene Hochzeit Das Ehepaar Ben Gurion hatte einen Sohn und zwei Töchter, die alle in Israel leben. In den ersten Tagen des Monats Januar hatte Paula Ben Gurion der Pressekonferenz beigewohut, iu der ihr Gatte den Inhalt der zwischen ihm und dem General de Gaulle gewechselten Briefe enthüllte. Ben Gurion hatte dazu lächelnd bemerkt: „Ich glaubte, dass der General mein etwas langes Schreiben nicht beantworten würde. Allerdings sagte Paula, nachdem sie meinen Brief gelesen hatte. „Er wird Dir antworten“. Wie gewöhnlich behielt sie recht.“ Paula Ben Gurion war eine starke Persönlichkeit, und es war allgemein bekannt, dass sie eine unverbliihmte Redeweise besass. Sie war ihr ganzes Leben lang eine treue Gefährtin Ben Gurions, für den ihr Tod ein sehr schwerer Verlust ist. An ihrem Sterbebett weilte ihr heute 81jähriger Gatte, ihr Sohn und ihre beiden Töchter. Unterwerfung endete. Israel wird niemals den Versuch machen, den Aegyptern Form, Inhalt und Rhythmus ihres Lebens vorzuschreiben. Moskaus Interventionen haben bereits jetzt dazu geführt, dass nicht mehr die ägyptische, sondern die russische Regierung den Gang der internen Ereignisse vorschreibt. Selbst Engländer und Amerikaner haben sich nirgends in dem Umfang in die Verhältnisse der von ihnen administrierten „KolonialVölker“ eingemischt, wie dies der Kreml tut, wenn er auch gegen diese Methoden wettert. Vor wenigen Tagen hat nun ein ägyptischer Sprecher überraschend erklärt, die Vereinigte Arabische Republik — das ist das Synonym für Aegypten — beabsichtige nicht die „Extermination“ Israels, was neu ist. Bisher haben alle offiziellen Sprecher das Gegenteil erklärt. Hierin wäre also ein Fortschritt zu erblicken, den Israel sicher begrüssen wird, wenn diese Ansicht von der Regierung geteilt wird und wenn Nasser sie anstatt seiner üblichen Drohreden demnächst wiederholen wollte. Der Informations-Offizier der ägyptischen Regierung sagte bei einer Pressekonferenz, sein Land wolle die Bemühungen der UN zur Herstellung des Friedens im Mittelosten unterstützen und die Arbeit des UN-Sonderdelegieren Gunnar Jarring fördern. Auch gegen eine entmilitarisierte Zone hätten die Aegypter durchaus nichts einzuwenden; nur sollte diese Entmilitarisierung nicht einseitig sein..., also bisher haben nur die Araber die entmilitarisierten Zonen respektiert.., Interessant war auch die Bemerkung, die der Regierungssprecher über die Vernichtung Israels abgab. Er sagte: „Wir wollen niemanden ausrotten“... Das Geschrei der Palästina-Araber sei nicht wichtig... Dann heisst es in dieser Erklärung wörtlich weiter: Es war „unsere Pflicht, uns der israelischen Okkupation zu widersetzen. Aber es kann keineswegs davon die Rede sein, das Land zu vernichten, mit dem wir im Jahre 1949 einen Waffenstillstand geschlossen haben“... Fürwahr, das sind neue Töne... Beinahe zur gleichen Stunde, als diese Pressekonferenz vor sich ging, die einen radikalen Stellungswechsel der ägyptischen Re- , JARRING IN EINER SACKGASSE Jerusalem. — Die Friedensmission, die der Sonderemissär des UN-Generalsekretärs U Thant übernommen hat, ist nach Beendigung ihrer ersten Phase in eine Sackgasse geraten. Der Zwischenfall an der Allenby-Brücke, bei dem transjordanische Truppen zwei israelische Soldaten töteten, die arabischen Familien bei ihrer Rückkehr in den Westuferbezirk halfen, und zwei Repräsentanten des Internationalen Roten Kreuzes verwundeten, kann zu einer Revision des Programms der Wiedervereinigung arabischer Familien führen, wie aus Kreisen des Aussenministeriums verlautete. Insgesamt 28 Araber hatten die Brücke überschritten, als die Transjordanier das Feuer eröt'fneten. „Haaretz“ schrieb mit Berufung auf „politische Quellen“, dass Jarring ein israelisches Abkommen mit Aegypten, im besonderen über die Säuberung des Suezkanals erreichte, damit 15 festgelaufene Schiffe den Kanal durch den südlichen Ausgang verlassen können. Ebenso der kürzlich erfolgte Gefangenenaustausch sei von dem UN-Emissär vermittelt worden. Doch in der Frage eines Friedensschlusses habe er keinen Fortschritt erzielt. Wohl habe Jarring. wie das Blatt berichtet, mehrmals mit israelischen und arabischen Politikern konferiert — ausser mit den Syrern, die Gespräche ablehnen. Aber die Araber wollen die israelische Position, dass jeder Regelung direkte Verhandlungen vorausgehen müssen, nicht anerkennen, und Israel bleibt dabei, das arabische Verlangen nach Rückzug seiner Truppen aus den besetzten Gebieten vor Beginn der Unterhandlungen nicht zu erfüllen. Jarring teilt Israels Stellungnahme, dass sein UN-Mandat nicht einen bedingungslosen Rückzug Israels beinhaltet. (ITA) Ernster Zwischenfall Aegyptische und israelische Artillerie und Panzer traten am Suezkanal in einem 40 km langen Streifen in Aktion, als die Israelis versuchten, ägyptische Boote aufzuhalten, die im Kanal operierten, um einem dort blockierten nordamerikanischen Schiff einen Weg nordwärts zum Mittelmeer zu öffnen. Israel hatte sein Einverständnis verweigert, dass die Aegypter den nörd liehen Kanalteil untersuchen, bevor keine Regelung über den Kanal zwischen beiden Ländern getroffen ist, obwohl es der Räumung des südlichen Teils des Kanals zugestimmt hatte. Bei diesem Schusswechsel wurde eines der vier ägyptischen Boote, die Techniker und Ingenieure transporgierung andeutet, erklärte Israel sein Einverständnis damit, dass fünfzehn blökkierte Schiffe aus dem Suezkanal aus laufen dürfen. Die entsprechenden Vorarbeiten wurden bereits aufgenommen. Das israelische Einverständnis wurde von Moshe Dayan als Verteidigungsminister unterzeichnet. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass der Staat Israel Entscheidungen über den Schiffsverkehr durch den Suezkanal trifft. Es empfiehlt «ich, die nächste Entwicklung mit grösster Aufmerksamkeit zu verfolgen, um die spärlichen, aber offensichtlich vorhandenen Chancen für eine Besserung der israelisch-arabischen Beziehungen mit viel Geduld. Takt und Entschlossenheit zu nutzen. tierten, von israelischen Geschossen getroffen, ohne dass jemand verwundet Wurde. Wrie ein offizieller israelischer Sprecher bekanntgab, sind bei dem Schusswechsel fünf israelische Soldaten verwundet und zwei ägyptische Tanks zerstört worden. Ein ägyptischer Militärsprecher berichtete, dass israelische Flugzeuge die in der Mitte des Kanals gelegene Stadt Ismailia bombardierten und ägyptische Luftabwehrkanonen diese Attacke beantworteten. Ein später herausgegebenes offizielles Communiqué det Aegypter erwähnte aber nichts von einem Israeli sehen Angriff aus der Luft. Das Kanonenduell über den Suezkanal, das als der schwerste Zusammenstoß seit dem israelischen Bombardement des Hafens von Twfik anzusehen ist, dauerte zwei Stunden und wurde durch die Vermittlung der UN-Beobachter beendet. AM JORDAN Aus Amman wurde gemeldet, dass israelische Artillerie bei einer militärischen Expedition gegen arabische Kommandos ein transjordanisches Dorf am Südufer des Jordanflussea nächtlich unter Beschuss nahm. Ein israelischer Sprecher teilte mit, dass israelische Truppen südlich von Um Saf über den Jorden Schüsse mit den Transjordaniern wechselten, die als erste das Feuer eröffnet hatten. Verluste waren bei diesen Aktionen nicht zu beklagen. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 947 226