Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2254 (2.2.1968)
- Date
- 1968-02-02
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Am daenden Morgen kam Unruhen vor einem mt im Süden des “ifens, so dass die achen gezwungen Schreckschüsse abum die Menge ierzutreiben, (ITA) Viernes, % de Febrero de 1968 SEMANA ISRAELITA Año XXIX. — N® 2254 — 5 Veralle Milnach Uten, i wir hied i ist «OE«),, , 3, Scbwat 4. Scnwat ap. 46 5 scbwat ß'. Schwa'- 7. Scbwat Scbwat Schwa* scbwat Scbwat RO jas t Die rassische Propaganda Die russische Propaganda gegen Israel spielt seit den Tagen des letzten Krieges, der Israel von den arabischen Nachbarländern und ihren kommunistischen Helfern aufgezwungen worden ist, eine erhebliche Rolle. Ohne Zweifel hat der israelische Sieg aus zwei Gründen einen tiefen Eindruck überall in der Welt gemacht, auch in den kommunistisch orientierten Ländern: das kleine Israel hat einen vielfach überlegenen Feind zerschmettert und der beeindruckende Sieg wurde in nur sechs Tagen gegen drei Staaten gewonnen. Die Sowjets haben deswegen in ihrer eigenen Weise reagiert, da der Sieg als solcher nicht zu diskutieren war. Zunächst haben sie behauptet, nicht die Ara'beriänder, sondern Israel sei der Paepstlicher als der Papst ln Warschau erzählt man sich die Geschichte von einer Betriebsversammlung in der der Parteisprechcr j njcht einzigen die Fabrikarbeiter zur ..Sofjn()et. von ZEEV BARTH flikt ihren deutlichsten aber Ausdruck ü im m ii Angreifer, eine These, der sich de Gaulle aus Gründen der französischen internationalen Politik überraschenderweise angeschlossen hat. Um diesen Standpunkt über die ,,Kriegsschuldfrage“ zu unterstreichen, wurde Israel durch herbe Kritik und durch Karikaturen in der russischen und allgemeinen kommunistischen Presse attakkiert um die Bedeutung des militärischen und politischen Erfolges, den Israel errungen hat, in ungebührender Weise herabzusetzen. Zwei grosse Propaganda-Thesen wurden lanziert: Erstens: Israel habe „natürlich“ nicht allein diesen Sieg errungen, sondern nur durch die umfassende amerikanische Hilfe. Auch Engländer und sogar Franzosen hätten den Israels aktiv geholfen. König Hussein erteilte den Engländern ein Alibi und de Gaulle verschaffte es sich selbst, nachdem er es für klug und richtig hielt, die russischen Propagandagreuel über die israelische Aggression zu unterstützen und ins selbe Horn zu stossen. Die hier veröffentbchte Karikatur zeigt einen ausgemergelten Israel-Soldaten, dessen Schatten in der Wüste den ,,Onkel Sam“ erkennen lässt, also die „umfassende“ amerikanische Hilfe behauptet, die Israel geleistet worden sei. Natürlich weiss niemand besser als die Russen selbst, dass diese Behauptung eine noch nicht einmal sehr geschickte Propaganda-Lüge ist. These Nr. 2 ist der niederträchtige und schmutzige Vergleich des Staates Israel mit dem nazistischen Deutschland, und des israelischen Verteidigungsministers Moshe Dayan mit Hitler; eine der bekanntesten dieser Karikaturen ist hier ebenfalls abgedruckt. Der russische Text zu dieser „geistreichen“ Karikatur lautet: „Im Wachsfigurenkabinett des Museums in Conny Island, bei New York, ist man dabei, die Figur Hitlers mit der des israelischen Verteidigungsministers Dayan zu vertauschen.“ Weiter unter steht: Dayan sagt zu Hitler: „Verschwinde hier“. — Diese Karikatur ist in zahlieichen Blättern beinahe aller kommunistischen Staaten erschienen. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die faschistische, antisemitische und rechtsextreme Presse, an erster Stelle die in Deutschland erscheinende National- und Soldatenzeitung, alle diese kommunistischen Behauptungen und Lügen über die israelische Aggression übernommen und auch einige solcher Karikaturen gebracht hat... Eine nette internationale Gesellschaft hat sich da zusammengefunden, was eigentlich auch nichts Neues ist... JOEL LIBMAN FRANTZ lidarität mit den arabischen Völkern und zum Kampf gegen die israelischen Aggressoren“ aufforderte und schliesslich den Wunsch äusserte, die Arbeiter mögen einen Arbeitstag für „die Opfer der israelischen Aggression“ spenden. Daraufhin meldete sich ein Arbeiter zu Wort: „Wozu den Arabern mit Geld helfen und den Kampf in der Ferne austragen? Wäre es nicht einfacher, wenn wir die Rechnung gleich hier mit den Juden begleichen?“ Der „Witz“ ist gewiss nicht zum Lachen. Darüber hinaus trifft er den Nagel genau auf den Kopf. Die scharfe antiisraelische Linie der polnischen Regierung, die darin in manchen Fällen sogar die gewiss nicht zurückhaltende Sowjetunion überflügelt, hat nämlich ziemlich wenig mit dem israelisch-arabischen Konflikt zu tun, vielmehr aber mit der innenpolitischen Lage in Polen und dem schweren Machtkampf zwischen der Gruppe Gomulka und den Neostalinisten rund um Innenminister Moczar. Moczar und seine Clique nützen den „Antizionismus“, um an den trotz aller gesetzlichen Nachkriegsmassnahmen lebendigen Antisemitismus in gewissen polnischen Bevölkerungskreisen zu appellieren und eine breite Anhängerschaft im Kampf um die Macht im Staat zu gewinnen. Gomulka beobachtet diese Haltung der Clique Moczars mit einigem Unbehagen, sieht sich aber veranlasst manchmal mit antiisraelischen und antizionistischen Tiraden diese noch zu übertrumpfen, um sich von ihr nicht ausbooten zu lassen. Der Antisemitismus der Neostalinisten datiert ebenfalls nicht seit dem 5. Juni 1967. Vielmehr geht er auf die antisemitische Linie Stalins zurück, oder auch auf die Zeit, in der Krustschew in Warschau darüber klagte, dass die polnische Parteiführung zu viele „Abramowdtschs“ habe. Die jüngste antiisraelische und antisemitische Welle, wie sie von Moskau seit dem Sechstagekrieg propagiert wird, kam Moczar und seinen Freunden sehr erwünscht. Sie ermöglicht nicht nur die Ausbootung der letzten Juden aus einflussreichen oder bedeutenden Stellungen im polnischen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben, nicht nur die Schwächung des liberalen Flügels in der polnischen Parteiführung, sondern auch eine 'bequeme Kampfmethode gegen die aufsässigen intellektuellen Kreise in Polen, die nicht nur in der Frage des israelisch-arabischen Konfliktes, sondern auch auf vielen anderen Gebieten den Parteikonformismus ablehnen und unabhängig zu denken und zu wirken bemüht sind. Der Antisemitismus ist auch ein seit Jahrhunderten bewährtes Mittel zur Ablenkung der Massen von wirtschaftlicher Misere, von politischen Niederlagen, wie sie Polen samt dem übrigen Ostblock nicht nur im Nahen Osten erlitten hat, sondern auch in Afrika, im Fernen Osten (besonders in Indonesien) und von der Spaltung des kommunistischen Lagers, die durch deu sich verschärfenden sowjetisch-chinesischen Kon- Während der Antisemitismus im Landesinnern durchaus salonfähig wurde _ Gomulkas berüchtigte Warnungsrede ist dafür ebenso bezeichnender wie die böswillige Schädigung bedürftiger Juden durch das Verbot der Joint-Aktivität in Polen —, versuchen die Machthaber von Warschau nach aussenhin den Eindruck zu erwecken, als ginge es ihnen tatsächlich nur um die „arabischen Opfer der israelischen Aggression“ und um den Frieden im Nahen Osten. So wurden schleunigst der polnischen UN-Delegation, den polnischen Abordnungen zu internationalen Kongressen einige namhafte jüdische Kommunisten angeschlossen, wie Szymanowski Lachs. Billig oder das Ehepaar Michalowszki, wurde Ida Kaminska mit ihrem jiddischen Theater nach New York entsandt und Wilhelm Billig sogar mit einer Fühlungnahme mit jüdischen Millionären in den USA beauftragt. Aber die praktischen Massnahmen der polnischen Regierung, die Entlassungen jüdischer Männer und Frauen von ihren Posten, die Verhaftungen und Prozesse, oder sogar solch törichte Verordnungen, wie das Verbot der Beförderung israelischer Post mit den „Siegesmarken“ lassen die durchsichtige Taktik der Polen leicht als geplanten Betrug und eine Irreführungsaktion erkennen. Man hätte vielleicht den Prozess gegen Nina Karasowa und die Verhaftung von Professor Schechter noch als allgemeine Massnahme gegen die rebellierenden Intellektuellen Polens akzeptiert, die Entlassung def führenden Männer der polnischen Luftwaffe als eine notwendige Disziplinarmassnahme. wenn all dies nicht mit schrillen antisemitischen Nebentönen verbunden gewesen wäre, die keineswegs von Gomulka oder Moczar allein zu vernehmen waren, sondern in nicht weniger krasser Weise von Marschall Spiwalski dem stellvertretenden Leiter der Politischen Abteilung der polnischen Armee General Polanski, oder von dem Partisanenfunktionär Ruczynek. Die polnische Intelligenz, die das Spiel durchschaut hat, die erkannt hatte welch niederträchtige Methoden angewendet werden um sie dem neostalinistischen Kurs gefügiger werden zu lassen, stellen dieser Parteilinie einen manchmal eher geheimen, manchmal sogar offenen Widerstand entgegen. Die Partei musste auf dritt- und viertrangige Publizisten zurückgreifen, weil die erstrangigen es zumeist a'bgelehnt hatten, in der Presse überzeugend darzustellen, wieso die Araber „Opfer israelischer Aggression“ wurden und wie es kommt, dass ihre Drohungen mit der Vernichtung Israels und Ins-Meer-werfen der jüdischen Bevölkerung „friedliebende“ Taten seien. Der Widerstand der polnischen Intellektuellen ist erst in zweiter Reihe auf eine Sympathie für das kleine Israel zurückzuführen; in erster Reihe auf den Umstand, dass sie erkannt haben, dass der Antisemitismus hier zur Vertuschung des Kampfes gegen diejenigen benutzt wird, die für ein freies, liberales, wahrheitsliebenderes Regime eintre-ten und die bedingungslose Moskauhörigkeil ablehnen. So kam es, dass die polnische Regierung einen blamablen Schiffbruch erlitten hatle, als sie versuchte die örtlichen Schriftstellerverbände zu zwingen, antiisraelische Resolutionen zu forklar, dass Borowski em Opfer der antisemitrib'-n Kampagne wurde, r'-- it dass er sich irgendwo 'be Verfehlungen zuschub en kommen liess. Besonders tragisch ist die Situation der jüöi eben Kommunisten, die zum Teil vor dem Krieg wogen ihrer kommunistischen Ueborseugung oder UntorgruncMätigkeit in Gefängnissen sa sen die ihr ganzes Leben dem mulieren und zu verabschie-! Aufbau des Kommunismus den. Insgesamt war es gej in Polen und der Wiedererlungen mit geringfügiger j richtung des polnischen Mehrheit solche Resolutio- ' Staates nach dem Weltnen in Gdansk (Danzig)! krieg gewidmet haben und und Stettin durchzusetzen j nun mitansehen müssen, In Lodz, in Kattowitz und in Krakau wurden sie verwarfen, und in Warschau haben die Schriftsteller es sogar abgelehnt, eine Sitzung zu diesem Zw7eck einzuberufen. In journalistischen und schriftsleilcT-webef! Kreisen wie sie unter durchsichtigen Vorw'änden aus ihren Stellungen verjagt, diskriminiert und dem Hunger ausgesetzt werden. — Denn diese Frauen und Männer, die erst gestern hohe Stellungen besassen, haben heute nach ihrer Entlassung hat auch die des jüdischen Vizechefredakteurs des Parteiorgans „Trybuna Ludu“, Borowski. Entlassung nicht die geringste Aussicht auf eine halbwegs akzeptable Stellung gegen den Willen, oder auch nur ohne lebhaften Widerstand und j Unterstützung der Partei, allgemeine Ablehnung her-; und auf diese können sie vorgerufen. Es war ihnen ■ nicht rechnen. Nachrichten aas aller Welt Der neue Generalstabschef Jerusalem. — Der neue Generalstabschef der Israel- Armee General Chaim Bar- Lev, empfing die Presse, nachdem zuvor im ganzen Land Militärparaden zu Ehren des scheidenden Generalstabschefs Jizchak Rabin und seines Amtsnachfolgers stattgefunden hatien. General Rabin sagte in seinem letzten Tagesbefehl er könne „nicht mit Sicherheit behaupten, dass der Krieg im Juni der letzte gewesen sei“ und die Sicherheit nicht nur durch das Ausstrecken der Friedenshand sondern auch durch die ständige Vorbereitung zum Krieg erreicht werden kann“. General Bar-Lev betonte in seinem ersten Tagesbefehl, dass „die arabischen Staaten schon jetzt, während ihre Wunden noch nicht vernarbt sind, zu einer neuen Runde aufrufen und sichtlich ihr Ziel, Israel zu zerstören, nicht aufgegeben haben“. Er enthüllte, dass seit dem Ende des Sechstagekrieges 700 arabische Terroristen von den israelischen Sicherheitsbehörden dingfest gemacht wurden. (ITA) Petroleum London. — Iraks Stabschef Aref griff die USA und andere w'estliche Länder sowie deren Petroleumgesellschaften scharf an, nachdem er soeben ein Abkommen über Oellieferungen mit der Sowjetunion unterschrieben hatte .. _ Ausgrabungen Haifa. — Das Prähistorische Museum im Gan Haem auf dem Karmel hat Ausgrabungsfunde aus dem Wadi Ruschmia ausgestellt Fs handelt sich um 59 verschiecene Knochenreste von Tieren und drei von Menschen. Das Alter dieser Funde würd auf 42.000 Jahre geschätzt. Rede Sapirs London. — Der israelische Finanzminister Pinchas Sapir teilte auf einer Versammlung des Joint Palestlne Appeal mit, dass der Sechstagekrieg 400 Millionen Pfund gekostet hat. Er gab einen Ueberblick über die augenblickliche finanzielle Lage Israels und rechtfertigte die Abwertung des israelischen Pfundes. Sie sei eine Notwendigkeit gewesen um die Exporte in die Länder des Pfund-Blocks fortsetzen zu können, womit sogar gewisse Vorteile verknüpft waren gegenüber denjenigen Ländern, die nicht zu diesem Block gehören. Durch die auf diese Weise gewonnenen Vorteile wird es möglich sein, weitere Arbeitskräfte innerhalb der Export-Industrie zu beschäftigen und neue Industrien einzurichten. Hierzu sei aber die Hilfsaktion der Juden in der Welt zu Gunsten Israels mit Rücksicht auf die neuen Lasten und Aufgaben verstärkt fortzusetzen. Ein 70-Jaehriger Tel Aviv. — Gegenstand unzähliger Glückwünsche, Artikel und Würdigungen war Dr. Arie-Tartakow'er, der Präsident der israelischen Exekutive des jüdischen Weltkongresses und Frofessor der Hebräischen Universität, anlässlich seines 70. Geburtstages. Dr. Tartakower leitete vor Jahren als Naehfo.ger von Dr. Jacob Hellman das bonaerenser Büro des JWK, dem heute Marc Turkow vorsteht. (OJI) Russischer Digest Ceeil H. King, London, hat die Weltrechte für die englische und Senator Hans Weitpert, Belser Verlag Stuttgart-Berlin, die Welti echte für die deutsche Ausgabe des russischen Digest „Sputnik“ erwarben. „Sputnik“ ist der erste russische Digest. Er erscheint seit Anfang 1967 und wird von Novosti-Press, Moskau, herausgegeben. Er bringt monatlich eine Auswahl aus 8.000 Zeitungen und fast 4.000 Zeitschriften der Sowjetunion. Die erste vom Belser Verlag herausgegebene, gedruckte und vertriebene Nummer in deutscher Sprache erscheint — mehrfarbig reich illustriert, mit einem Umfang von 216 Seiten und in einer Auflage von 100 000 Exemplaren — am 20. März 1968. Die englische Ausgabe ist seit November auf dem Markt. Ausgaben in französischer und japanischer Sprache sind in Vorbereitung