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Jüdische Wochenschau · 1968-01-26 · 2253 (26.1.1968) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2253 (26.1.1968)
Date
1968-01-26
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Concesión 908 ° to o E 4) «a . L C H FRANQUEO PAGADO O Su-» o? c ' (J TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 - Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 2« DE ENERO DE lOtig N* zza *£B¡k. EL EJEM PUR ®n toda I* República 30.- PUEYRREDON 2190 1» i*q. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Unsichere Lage in Mittelost Die Seuchengefahr Obwohl wieder davon die Rede ist, dass Transjordanien zum Abschluss eines Sonderfriedens mit Israe1 bereit wäre, wird König Hussein nicht müde, von einer arabischen Hauptstadt in die nächste zu reisen und die Metropolen der Grossmächte zu besuchen, um Hilfe für sein Land und Unterstützung für die „arabische Sache“ zu finden. Seine Besprechungen deu ten ebenso wenig wie die dauernden Grenzzwischenfälle längs des Jordan aut Friedensbereitschaft. der heute die Grenze zwischen Transjordanien und Israel bildet. Man kann verschiedener Auffassung darüber sein, ob es richtig war, dass die israelische Regierung der arabischen Bevölkerung in den nunmehr von Israel befreiten bzw. okkupierten Gebieten sofort die Erlaubnis gab. frei im Lande herumzureisen. Dadurch wurde den Widerstandsnestern und Terroristen - Gruppen die Möglichkeit einer viel freieren Betätigung gegeben, als dies ohne diese israelische Grosszügigkeit der Fall gewesen wäre. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass auch die Terroristen ihren Rückhalt in Transjordanien finden, wobei es nicht entscheidend ist, ob die Initiative von offiziellen Kreisen ausgeht oder nicht. Denn dass von offizieller Seite gegen diese Terrorakte nichts unternommen wird, dürfte unbestritten sein. Auch diese Aktivitäten, die in Transjordanien ihren Ausgangspunkt haben, stehen mit den Gerüchten transjordanischer Friedensbereitschaft in Widerspruch. Demgegenüber ist es an den anderen Grenzen Israels in der letzten Zeit relativ ruhig geworden, während in den entsprechenden Nachbarländern, vor allem in Aegypten und Syrien, die politischen Aktionen und Pressepolemiken an Intensität zugenommen haben. Die Kairoer Zeitungen haben in den letzten Wochen wiederholt Artikel veröffentlicht, aus denen man entnehmen konnte, dass ein neuer Krieg unvermeidlich sei. Die Zeitung „Al Gomhouria“ schrieb u. a.: „Der Nahostkrieg könnte im Laufe des Jahres 1968 wiederaufvon B. B. SAMUEL leben, da eine friedliche j Lösung der Frage unmög- I lieh erscheint. Nicht als ob , wir die friedliche Lösung .j ablehnen, sondern weil die : Vereinigten Staaten und ihr! Instrument Israel am Wege dauernd Hindernisse er- I richten“. | Wie weit diese und ähn- : liehe Erklärungen im Zu- ' sammenhang mit weiteren rischen Innenministers Mohamed Id El-Chaui gemeldet. der geheime Besprechungen mit dem Präsidenten Boumedienne gehabt habe. Für die nächste arabische Gipfelkonferenz werden. so heisst es, Algier und Syrien eine Einheitsfront gegen die übrigen arabischen Länder formieren. Dies« beiden Länder MlTTEWtfK Hilfsversprechen der Ostblockmächte stehen, muss dahingestellt bleiben. Jedenfalls war der jugoslavische Aussenminister Nikezik in Kairo, wo er über die Warchauer Verhandlungen der kommunistischen Länder berichtete, die eine Verstärkung der Hilfeleistungen zugunsten der arabischen Staaten in Aussicht gestellt haben. Auch die offizielle Kairoer Zeitung „AI Ahram“ sprach in letzter Zeit davon, dass ein neuer Krieg im Nahen Osten unvermeidlich sei. da eine politische Lösung nich* gefunden werden könne „Keiner der beiden Staaten kann die Bedingungen des anderen annehmen. Aegypten ist das einzige Land das im kommenden Konflikt die militärische Führung übernehmen kann. Darauf werden wir uns au1 wissenschaftlicher Grundlage vorbereiten“, schreibt die Zeitung. Man müsse auch das grosse Wirtschafts potential Israels berücksichtigen, das im wesentlichen durch das Ausland gestärkt werde, meint der Autor. Aus Algier wurde inzwischen der Besuch des sytreten für eine gewaltsame Lösung der Nahost-Probleme. also für einen neuen Krieg ein. Nun ist es durchaus möglich, dass die zitierten Artikel der ägyptischen Zeitungen eine Reaktion auf diese" neue Frontenbildung darstellen, um die Argumente, die Algier und Syrien gebrauchen, ihnen vorwegzunehmen. Inzwischen bemüht sich Nasser, die ihm durch den verlorenen Krieg gegen Israel entwundene Führung der arabischen Staaten wieder zu übernehmen. Sein Aussenminister Riad besucht sechs arabische Hauptstädte und übergibt überall Sonderbotschaften Nassers, die in erster Linie die Freundschaft zwischen diesen Ländern reparieren soll, die der harten Belastungsprobe der militärischen Niederlage nicht standhielt. Dass hierdurch eine Klärung der Lage herbeigeführt werden könnte, ist nicht anzunehmen. Der eigentliche Nutzniesser der permanenten Krise ist die Sowjetunion, die ihren Einfluss im Orient erheblich erweitern konnte. Allmählich beginnen die verschiedenen arabischen Länderii sich Klarheit über ihre eigene Lage und Abhängigkeit vom Kreml zu schaffen, dessen koloniale und imperialistische Prinzipien und Methoden viel rigoroser als die irgendwel eher westlicher Mächte sind. Die Umklammerung und Verschuldung Aegyptens an Russland hat Formen angenommen. die es selbst einer stärkeren als der heutigen ägyptischen Regierung schwermachen würden, sich aus dieser Umarmung zu lösen. Ein wichtiger politischer Faktor für die weitere Entwicklung stellt auch die Reise des israelischen Mi nisterpräsidenten Levi Eshkol nach den USA und Ka nada dar, durch welche die Freundschaft der grossen Westmächte zu Israel eine Auffrischung erhalten hat. Wenn es auch nicht ausgeschlossen ’ ist. dass hierdurch die Gegensätze zwischen den „Parteien“ vertieft werden, so besteht doch andrerseits die Möglichkeit, dass die Annäherung auch im Kreml zu konstruktiven «Ueberlegungen Veranlassung geben kann. Die ablehnende Haltung, die der Ostblock auf russisches Verlangen im letzten Jahr angenommen hat, könnte sich auflockern, einfach deshalb, um -die befürchteten Einflüsse der Amerikaner in dieser Zone herabzusetzen, die keinesfalls nur auf Israel begrenzt sind. Wohl selten war die Lage in Nahost so undurchsichtig wie im Augenblick. BEDINGUNGEN FÜR DEN FRIEDEN Jerusalem. — Der UN-Emissär Gunnar Jarring wurde zu einem sechsten Gespräch mit Aussenmini ster Abba E'ban aus Amman kommend erwartet. Die Berichte aus Amman und Kairo, dass Botschafter Jarring in den arabischen Hauptstädten spezifische Vorschläge zur Aufnahme von Friedensverhandlungen gemacht habe, wurden israelischerseits nicht bestätigt. Wie es hiess, seien diese Vorschläge von den offiziell von Israel als annehmbar angekündigten Bedingungen verschieden gewesen. Der israeliscne Standpunkt gipfelte bisher in der Forderung nach direkten Verhandlungen mit den Arabern, der endgültigen Festsetzung der Grenzen, der Freiheit der Schiffahrt und anderen schwebenden Fragen, bevor Israel den Rückzug seiner Truppen aus den im letzten Krieg eroberten Gebieten in Betracht ziehen könne. (ITA) Keine Juden mehr in Aden Die letzten Juden aus Aden wurden nach Israel gebracht. Die Massnahme wurde noch rechtzeitig durchgeführt, bevor Südjemen die Unabhängigkeit erhalten hat. Die Arabische Liga hat mit Südjemen ihr 14. Mitglied erhalten, es ist anzunehmen, dass der neue Staat auch bald in die UN aufgenommen wird. In der neuen Republik gibt es verschiedene sozialistische Richtungen; bemerkenswert ist jetzt, dass es sich um die erste arabische Volksrepublik handelt. Nachdem England das Gebiet aulgegeben hat, besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass in das Vakumm die Sowjetunion eintritt und damit auch in dieser Region eine Basis erhält. Die Führer der neuen Republik haben noch vor deren Proklamierung verkündet, dass sie auch die Insel Perim besetzen und! den Durchgang des südlichen Ausganges des Roten Meeres fiir Israel blockieren werden. Hierüber hat bereits in der UN-Generalversammlung eine Debatte stattgefunden, als die ara. bischen Staaten verlangten, dass auch Perim als Gebiet Südjemens anerkannt werde. Der israelische Delegierte Arje Ilan führte dazu aus, dass die Strasse von Bab el Mandeb frei bleiben müsse; er wies dabei auf die Rede von Abba E'ban im Sicherheitsrat hin, dass die Wasserwege zum und aus dem Roten Meer offen bleiben müssten. Militärische Exper. len sind der Meinung, dass cie Volksrepublik Südjemen gar nicht die Mittel besitze, um die Drohung gegen Israel auszuführen. In Aden bestand die jüdische Gemeinde seit 2.000 Jahren, sie geht auf die Zeit zurück, da der Zweite Tempel zerstört wurde. Im Jahre 1937 hatte die Gemeinde noch 3.740 Mitglieder mit einer eigenen Synagoge und einer hebräischen Druckerei, ln den letzten Jahren mach oe die Auswanderung rasche von HORST WINCKLER Der Bundes minister für gesamtdeutsche Fragen, Herbert Wehner (SPD), ist mit harten Worten für ein Verbot der NPD eingetreten. Nach seiner Meinung wäre das Verbot dieser Partei ein legitimes Mittel, um der „NPD-Seuche oder NPD-Seuchengefahr“ zu begegnen und alle damit im Zusammenhang stehenden Fragen zu lösen. Wehner sagte u. a.: „Es geht nicht darum, mit juristischer Akribie Beweise für ein Verbot der NPD zu erbringen, sondern darum, die Wiederholung des schreck* liehen Unglücks zu verhindern, das die NSDAP bedeutet hat“. Seit langem wird darüber gesprochen und debattiert, ob und welche Massnahmen von der Regierung gegen die Wiederkehr der Nazis unternommen werden sollen. Es ist richtig, dass sich die NPD dagegen wehrt, als Nazi- „Partei bezeichnet zu werden. Ebenso richtig ist allerdings, dass nicht nur viele ihrer Mitglieder und Propa* gandisten alte PG’s sind, sondern dass die meisten ihrer Parolen aus dem Schlagwörter-Arsenal des Nazismus entliehen wurden. Dies wurde bereits häufig in aber Breite erörtert, wobei viele sich davon überrascht zeigten, dass solche Thesen, Forderungen und Parolen selbst heute noch auf Wählermassen wirken. Die Tatsache jedoch ist nicht abzustreiten, dass bei den letzten Wahlen zu Landtagen und Stadträten die NPD grosse Erfolge erringen konnte, für die es nur die eine Erklärung gibt, dass der Mann auf der Strasse in steigendem Masse denen Gehör schenkt, die mit den alten „Idealen“ operieren. Ob die Aeusserung Wehners als eine Reaktion auf die immer wiederholten sowjetischen Vorwürfe zurückzuführen ist. in der Bundesrepublik hätten die alten und die neuen Nazis grossen Einfluss, ist nicht ersichtlich, aber möglich. Viele der letzten Entwicklungen, die der Beobachter mit wachsender Beunruhigung feststellen musste, unterstreichen den betrüblichen Eindruck, dass nazistisches Denken und Treiben bei weitem stärker hervortritt als noch vor wenigen Jahren. Dies findet in der Presse geringeren Niederschlag als in den hitleristischen Kampfzeiten. Dagegen rufen immer wieder bede^diche Urteilsbegründungen auch dort die Aufmerksamkeit hervor, wo es sich nicht um politische oder NS-Verbrecher- Prozesse handelt, sondern um-richterliche Stellungnahmen zu historischen Vorgängen der letzten Vergangenheit. Häufig werden auch-nazistische Auffassungen von Lehrern bekannt, wobei sich die merkwürdigsten Fehlleistungen zeigen, die sich bei der Heranbildung der nächsten Generation nachteilig auswirken müssen. Der Zapfenstreich für den 80jährigen Generalfeldmarschall von Manstein dürfte bewiesen haben, dass bis in die höchsten Stellen hinein die Vergangenheit nicht überwunden ist oder nicht diejenige Sorgfalt bei der Veranstaltung öffentlicher Feiern und Gedenktage angewandt wird, die in der schwierigen geistigen Situation nun einmal doppelt geboten ist, in welcher sich das Nachkriegsdeutschland befindet. Alle diese Hinweise deuten Symptome an, die als Einzelerscheinungen vielleicht nicht sonderlich beachtet sein mögen, in ihrer Gesamtheit aber doch auf eine Haltung schliessen lassen, die eine Wiederkehr bereits überwunden geglaubter Vorstellungen, Empfindungen und Auffassungen ankündigt. Wenn man dafür als Beweis das Erstarken der NPD anführt. dann kann man aus dem Abwägen von Ursache und Wirkung, die nicht unabhängig voneinander zu betrachten sind, sondern ihrerseits in einer Wechselwirkung stehen, zu dem Ergebnis gelangen, dass zumindestens die Gefahr — von Minister Wehner als „Seuchengefahr“ bezeichnet — einer neuen nazistischen Welle vorhanden ist. Gegen Verjaehrung von NS-Verbrechen New York. — UN-Generalsekretär U Thant ersuchte die Sozialkommission der UN, einen Entwurf auszuarbeiten, der die Verjährung von Naziverbrechen und Verbrechen gegen^ die Menschheit in allen Ländern untersagt. Glückwunsch Shazars Jerusalem. — Anlässi'ch des Neuen Jahres sprach Präsident Shazai den christlichen Gemeinden im Lande die Glückwünsche Israels aus. Er nahm die Gelegenheit hierzu wahr, als kirchliche Würdenträger zu einem Empfang in seinem Haus versammelt wa-en. Unter den Anwesenden befanden sich zwei Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe und weitere zehn religiöse Führer. Nur de;r lateinische Patriarch fehlte, für dessen Abwesenheit die übrigen katholischen Geistlichen keine Erklärung geben konnten. (ITAI Fortschritte; in den letzten Monaten gab es dort nur noch 400 Juden, wo sie zufolge der ständigen Verfolgungen in einem kleinen Viertel unter dem Schutz der britischen Armee lebten. Sie alle sind zumeist nach Israel gebracht worden. Impreso en la IfnpreDta POLÍGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N» HI 236

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