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Jüdische Wochenschau · 1968-01-26 · 2253 (26.1.1968) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2253 (26.1.1968)
Date
1968-01-26
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Vlerne«, 26 de Enero de 1968 SEMANA ISRAELITA Año XXIX. — N* 2253 — 5 Israels neuer Generalstabschef Persoenlicke Daien Die Stellung des Genevalstabschefs der schlagki artigsten und aktionsfähigsten Armee, als die das Verteidigungsheer Israels, Zahal, seit seinem Sieg im Seehstagekrieg von vielen Militärfachleuten bezeichnet ■wird, ist eine hervorragende Position. Nur Männern ungewöhnlichen Formats •und Charakters kann die ungeheure Verantwortung aufgebiirdet werden. die der Generalstabschef jder Armee eines Staates zu tragen hat, der von feindlichen Nachbarn umgeben jederzeit bereit sein muss, sich gegen den konzentrischen Angriff einer gewaltigen Uebermacht zu wehren. Der Zahal-Generalstabschef ist keineswegs ,.der oberste Kriegsherr“ im Staate, der über Krieg und Frieden die schicksalshafte Entscheidung zu treffen hat. Irn demokratischen Staat wird der Besch'uss über Kriegshandlungen von der Regierung gefasst, die sieh auf die Parlamentsmehrheit stützt, und vorher wird der Vorschlag vom Ministerausschuss für Sicherheitsfragen durchberaten und ausgearbeitet. So entscneiden auch der Ministerpräsident und der Sicherheitsmiuister nicht allein über einen Krieg, sondern sie sind in den Schicksalsstunden des Staates nur ein Teil ue; beschliesseuden Gremiums. Politische Entscheidungen stehen nicht dem Militär sondern der Regierung und dem Parlament zu. Der Generalstabschef aber steht an der Spitze des Militärs, das in unserem technologischen Zeitalter eine ausserordentlich diffizile, gewaltige Maschinerie mit einer Unmenge von Ab teilungen bildet und in eine Dnzahl von Spezialformationen gegliedert ist, von deren absolut klagloser Zusammenarbeit alles abhängt. Viel Intelligenz, Entscnlussfähigkeit. Einsatzbereitschaft, Energie und vor allem Organisationsgenialitat; gehört zur Charakteristik der Männer, die die Gipfelstellung des Zahal- Generalstabschefs erreicht haben. Da es keine Routine und kein Ausruhen auf früheren Lorbeeren geben darf, werden in Israel die Generalstabschefs relativ kurzfristig ausgewechselt. In den kaum zwanzig Jahren seit der Staatsgründung gab es bereits sieben Männer auf diesem Posten, nämlich Jaakob Dori, Jigael Jadin, Mordechai Maklef, Chaim Bar-Lev, Mosche Dajan, Chaim Laskow, Zwi Zur, Jizchak Rabin, und jetzt, seit dem 1. Januar 1968, Chaim Bar-Lev. Rabin wird Israel als Botschafter in Washington vertreten . Der bisherige Aluf <Brigadier) und jetzige Raw- Aluf (Generalmajor! Chaim Bar-Lev, der vor der Hebraisierung seines Namens Wroclawsky hiess, verbrachte seine Kindheit mit den Eltern und seinen beiden Brüdern in Jugoslawien, wo er bis zu seinem 15. Jahr die Schule besuchte und auch bereits Zionist und aktives Mitglied des Haschomer Hazair war. Seinen Schulbesuch setzte er an der Landwirtschaftsschule Mikwe Israel fort. Ein Jahr später, 1940, als die Nazis an der Grenze- Jugoslawiens standen, folgten ihm seine Eltern und der jüngere Bruder nach Erez Israel. In Mikwe Israel schloss sich Chaim Bar- Lev einer Gruppe Gleichgesinnter an, die sich nach Beendigung der Schulzeit von ME1R FAERRER in Bet Alpha ansiodelte. Chaim war damals, w'e sein Vater kürzlich erzählte, ein ruhiger, zarter Junge, der keiner Fliege hätte ein Haar krümmen mögen. Er wollte Tierarzt werden, und weder er noch jemand in der Familie träumte auch nur davon, dass er jemals Berufssoldat werden könnte. ' bis er und seine Leu*e sieh; unversehrt zurückgezogen! hatten’. Schon in seiner Palmac-h-Zeit wurde Bar-Lev [ als ruhiger, überlegter, mi: , langsam und sparsam seine | Worte setzender Mann be-! kannt. Er wurde Komni.n.- j dant der Palmach-Truppe! am Toten Meer und dann i im Jesreeltal, später In- Aber: ,,erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“. Mit Abschluss der Mittelschule, als 18-Jähriger, trat Chaim in die Palmach (Plugot Machaz. Kampftruppe der Haganal ein und gehörte bald zu den Erster., absolvierte eine Reihe von Ausbildnngs-, Ergänzungs- und Fortbildungskursen für Offiziere, -wobei zu seinen Kameraden einige gehörten, die sich im Militärdienst ausgezeichnet haben und inzwischen Alufim geworden sind, wie Usi Narkis. Arnos Chereb und Zwi Samiv. Seine Palmach-Gruppe nahm an mehreren Deekungstmd Hilfsaktionen für >llega! ein wandernde Flüchtlinge teil, bei denen es galt, die am Strande landenden Flüchtlingsschiffe vor Ueberraschungen durch die britischen Polizisten und Soldaten zu bewahren. An eigentlichen Kämpfen nahm Bar-Lev erst später teil, als nach dem Uebereinkommen zwischen der Hagana, dem Nationalen Militärverband (IZL) und der Sterngruppe der nationale Aufstand gegen die britische Weissbuchpolitik bereits beschlossen war. An der Spitze einer Abteilung sprengte er das Jerusalemer Bahngeleise, und in der ..Nacht der Brücken“ hatte er den Auftrag, die Allenby-Brücke bei Jericho zu sprengen. Obwohl die Soldaten der Arabischen Legion die herannahenden Sappeure bemerkten und unter dichten Beschuss nahmen, wurde der Auftrag dennoch durchgeführt und die Brücke gesprengt, trotzdem das arabische Feuer während der Aktion und des Rückzugs ununterbrochen anhielt und erwidert werden musste. Bar-Lev leitete die Aktion kaltblütig, struktor eines Kurses und bei Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges Kommandant eines Bataillons im Negew. Nun begann die Zeit im regulären Heer. Bar-Lev hatte sich zu einem typischen Feldoffizier entwikkelt, der mit seinen Truppen in der weiten Steppenlandschaft des Negew viele Aufgaben zu erfüllen hatte. Am Tage der Staatsgründung, als das ägyptische Heer in israelisches Gebiet vordrang, war Bar-Lev Befehlshaber eines Bataillons im Westr.egew und verteidigte den Kibuz Nirim und andere Siedlungen. Sodann wurde er Operation?chef der Negewarmee. Damals, im Kampf mit den Aegyptern, besiegte er mit seinen Soldaten, die als Fahrzeuge nur Jeeps hatten, eine ägyptische Truppe mi* etwa 40 Panzerwagen, schlug die Feinde in die Flucht, eroberte die arabischen Panzer und setzte sie mit eigenen Leuten sofort zum Angriff auf die Aegypter ein, di. rieh bereits im Rückzug befanden. f Später wurde Bar-Lev der Kommandant der Panzertruppen des Zahal). Zu den siegreichen Gefechten, die er bestand, zählen die Eroberung von Abu Ageila im Sinai-Ge- L’et. Als er bis vor El Arisch vordrang, bekam er den Brandstiftungen London. — Ein Sprecher der britischen Regierung in formierte im Unterhaus, dass im Jahre 1966 neunzehn Fälle von Brandstiftungen oder böswillig angerichteten Schäden an Synagogen und Gebäuden jüdischer Institutionen vorgekommen seien. Im Jahre 1967 sind ,,nur‘ neun solcher Fälle zu verzeichnen gewesen. : Auftrag zum Rückzug. Acht! Jahre später, während der Sinaiaktion 1956, halte er Gelegenheit, naeh El Arisch zurückzukehren, und jetzt im Sechstagekrieg, 1967, stand er bereits zum dritten Mal an der gleichen Front. Nach dem Befreiungskrieg fiel Bar-Lev die Aufgabe zu. junge Offiziere auszubilden, ein Urlaubsjahr nützte er zur Fortsetzung seiner Studien aus, und 1952 wurde er Kommandant einer Abteilung im Norden des Landes. J954-55 befehligte er die Brigade Giwati, die den besten Rut als Kampfformation der israelischen Infanterie hat und der daher stets schwierige Aufgaben anvertraut werden. Anfang 1956 oegab er sich zum Weiterstudium nach England, kehrte zum Sinaifeldzug zurück und übernahm als General der Panzertruppe die Fronten von Rafa und El Arisch, wo er bis zum Suezkanal vorstiess. 1957 bis 1961 war er Kommandant der Panzerwaffe. Dann vollendete er seine Studien in Nordamerika und wurde 1963 an der Columbia Universität von der Fakultät für Nationalökonomie zum MA promoviert. Anfang 1964 wurde er Chef der Operationsabteilung im Generalstab. Im Mai 1966 widmete ec sich nochmals militärischen Studien, diesmal in Frankreich. Vor dem Sechstaeekriee wurde er stellvertretender Generalstabschef, was die geschmeidigste Position im Generalstab ist. Er war auch tatsächlich an allen Fronten zu sehen, in der Jerusalemer Altstadt, am Suezkanal auch im syrischen Abschnitt an der Golanhöhe. Die Ernennung von Bar- Lev ist also keineswegs eine Ueberraschung, sondern er ist die lange Stufenleiter des Militärs und der Offiziersränge durch ununterbrochene Leistung und mit Hingabe an diese Berufung langsam und stetig emporgestiegen. Er felgte, wiederholt Jitzchak Rabin in sei- Seii dbm 1. Januar 1968 hat die israelische Armee n General Chaim Bar-Lev einen neuen Generalstabschef. General Jizchak Rabin, der Sieger des Sechstagekrieges, ist vom Amt des Generalstat schef zurückgetreten und geht als Israels Botschafter in die Vereinigten Staaten Von Nordamerika. Der nii-e Gierkommandierende der icraelischen Streitkräfte war seit letztem Mai der Stellvertreter Rabins. General Bar-Lev hat folgende Lebensgeschichte: Geboren im Jahr 1924 besuchte Bar-Lev die landwirtschaftliche Schule von Mikwe Isra. el, um dann später an der Columbia Universität Verwaltungs- und' Wirtschaftswissenschaften zu studieren. 1963 beendete er seine Studien mit den entsprechenden akademischen Graden. Schon während seiner Schulzeit trat Bar-Lev der Hagana bei. in deren Elitelwuppe er schnell aufgenommen wurde (Palmach). Er er. hielt eine Reihe von Spezialausbildungen in Sonderkursen. da er sich vielfach auszeichnete. Schon mit 20 Jahren war er Kompagnieflinier leitete Widerstandsgruppen gegen die Mand'atarmacht und erhielt eine Reihe wichtiger militärischer Aufgaben übertragen. Schliesslich wurde er zum Ausbilnen Positionen und gelangte nun, nachdem er sich auch intensiv theoretischen Studien gewidmet hatte und sich nicht allein m;t der Offizierspraxis begnügte, zur obersten Position, der »r zweifellos gewachsen sein wird. Was sein Privatleben anlangt. so ist er verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes. Da seine Haare bereits leicht angegraut sind, macht er einen etwas älteren Eindruck, obwohl er erst 43 Jahre ait ist. Bar- Lev ist mittelgross, zurückhaltend und in seinem ganzen Sein und Interesse auf seine Aufgabe konzentriert Zahal und die Sicherheit des Staates Israel liegen bei ihm gewiss in guten I Händen. 1 dungsleiter der Palmach bej stimmt, bis m n ihn 1948 . ¿.um Leiter der Negew-B'igade ernannte, die den Schutz der südlichen Punkte und der Wasseranlagen zur Versorgung der Kolonien im Süden des Landes zu verantworten hatte. Es war am 15. Mai 1948, als die Aegypter in den Süden Israels einbrachen, wo sich ihnen die Brigade unter Bar-Lev entgegenwarf, nachdem die Kolonie Nirim von den Aegyptern angegriffen worden war. Wenige Monate später komandierte General Bar-Lev eine mechanisierte Truppe die bis El Arish ' orstossen konnte. Nach dem siegreich beendeten Krieg wurde Bar-T.ev zum Chef der Ausbildung der Kommandanten ernannt, machte sein Kriegspiloten- Examen und nahm an einem Fortbildungskurs für höhe Offiziere in England teil. Während des Sinai-Feldzuges kommandierte Bar-Lev eine Panzer-Brigade, di 4 über Rafia und EI Arish bij an den Suezkanal vorstiess. Nach dem Feldzug wurde er zu weiteren Ausbildungszwec-ken nach Westeuropa geschickt, wo er sich mit Studien der Panzerwaffe beschäftigte. Er kam dann nach den USA, wo er gleichzeitig seine bereits erwähnten Studien an der Universität abschliessen konnte. Nach seinen Studien unternahm er Reisen nach den Filippinen, Japan. Thailand, Burma und Südvietnam, wo er die militärischen Probleme studierte. 1964 wurde Bar-Lev zum Chef der Operationen der Armee im Generalstab ernannt. In dieser Eigenschaft nahm er an einem Sonderkurs für hohe Offiziere in Frankreich teil. Er wurde im Mai 1967 nach Israel zurück- " gerufen, nachdem sich die Lage inzwischen verschärft hatte. Bar-Lev wurde 6ofort 2um stellvertretenden Generaistabschef ernannt, das Amt, das er wähi-end des Sechstagekrieges bekleidet hat. Der neue O’oerkommandie. rende der israelischen Verteidigungsarmee ist verheiratet. er hat eine Tochter und einen Sohn. — Estudio Jurídico Internacional o—••——«•www»«» Dr, Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSERAGEN BUEROSTUNDEN: von 15 — 19 Uhr * NUR Dienstag und Mittwoch (Ich bitte nicht vor 14 Uhr zu erscheinen) oder nach Vereinbarung I. E.: 83 - 2613 Dr, Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS IM JANUAR VERREIST T. E.: 80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HERAS * ,

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