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Jüdische Wochenschau · 1968-01-26 · 2253 (26.1.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2253 (26.1.1968)
Date
1968-01-26
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU Vient««, 26 de Eitere de Afie XXIX. — N* »5S Die unwirtliche HeimatFlucht in den Westen (Schluss von Seite 1) Wirtschaftlichen Gründen im Gegensatz zu den mein als 3 Millionen Juden getan, die in Polen verblieben sind. Dieser Hinweis ist schon deswegen hinfällig weil der Senat die historischen und laisächlichen Verhältnisse und Zusammenhänge verkennt, die für die Beurteilung der Lage der Juden in Polen massgebend waren. Sonst würde er wissen, dass die weitaus überwiegende Mehrheit der polnischen Juden nach Möglichkeiten suchte, aus Polen auszuwandern und zu fliehen, da die dortigen Zustände für die Juden höchst nachteilig waren. Am 25. November 1936, also drei Jahre vor dem" Ueberfall der Deutschen au' Polen, wurde Prof. D^ Chaim Weizmann, damals Präsident der Zionistischen Weltorganisation, von der (britisch) Königlichen Kommission als Zeuge vernommen. die unter dem Vorsitz des Lord Peel tagte. Bei seiner Schilderung der Lage des jüdischen Volkes sagte Weizmann über die Juden in Polen (entnommen dem Sonderdruck ,,Das Recht auf die Heimat“, erschienen in Berlin 1936): ...„Die Well ist geschlossen, und wir hörten letztens den polnischen Aussenmjnister. Oberst Beck, in einer seiner Aeusserungen in Genf sagen, dass es eine Million Juden zuviel in Polen gibt. Es ist hier nicht der Ort, in eine Diskussion mit Oberst Beck ein zutreten darüber, warum gerade eine Million Juden?... Warum soll man gerade sie als überzählig hervorheben?... Wohin könnten sie Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. VERREIST im JANUAR REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKERBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 gehen? Gibt es einen Ort in der Welt, der rasch eine Million Menschen absorbieren kann?...“. Ist aber ein Land, dessen Aussenminister auf einer internationalen Konferenz verkündet, es gäbe in seinen Grenzen eine Million Juden zuviel, als Heimat -anzusprechen? Was haben sie. die überzähligen Juden, in einer solchen ,.Heimat“ zu erwarten und war dort zu tun? Es ist kaum vorstellbar, dass ein deutsches Gericht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach allem, was inzwischen geschehen ist, nicht wissen sollte, dass die Begriffe Heimat und Staatsangehörigkeit zwei verschiedene Begriffe sind, die mitteinander nicht in einem unlösbaren Zusammenhang stehen. Staatsangehöriger eines Landes zu sein, setzt nicht voraus, dass das Land seiner Staatsangehörigkeit auch das Heimatland ist. Wer sich also einen Pass des Landes seiner Staatsangehörigkeit geben lässt, stellt sich nicht oder nicht ohne weiteres unter den Schutz seiner Heimat. Man kann doch diese Begriffe nicht in dem gleichen Gedankenkreis manipulieren, wie dies etwa im vergangenen Jahrhundert geschehen ist; hat sich doch die Situation aller Völker, Nationen und Menschen geändert; die > internationale Lage der Gegenwart ist unmöglich mit früheren Zeiten und deren begrifflichen Konstruktionen zu vergleichen. Ein gewichtiges Argument gegen die früherer, polnischen Juden, die ausserhalb der Grenzen Polens nach dem Krieg lebten, ist die Behauptung, dass die Juden trotz der Pogrome und einzelner Unrechtshandlungen keine „Verfolgungen des polnischen Nachkriegsstaates zu befürchten gehabt hätten. Das vom Senat über die Verhältnisse der Nachkriegszeit in der Volksrepublik Polen eingesehene einschlägige Schrifttum und Material liefert keinen Hinweis für eine Verfolgung von jüdischen Rückkehrern aus westlichen Ländern, jedenfalls nicht in dem für die Klägerin in Betracht Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, eeq. CONDE 76.0286 kommenden Zeitraum durch den polnischen Staat“. Nicht erörtert wurde bisher das Argument, dass es keinem Juden zumutbar ist, in ein Land zurückzukehren. in welchem jeder Stein an jüdisches Elend, an die Ermordung der Familienangehörigen usw. erinnert. Was haben die polnischen Bürger während j des Zweiten Weltkrieges ge-; tan, um die Juden zu I schützen? Haben nicht viele! von ihnen die Juden den deutschen Henkern ausgeliefert? Haben nicht sehr viele Polen sich drohend gegen die zurückkehrenden Juden gewandt,, die in ihre Wohnungen einziehen wollten? Hat der polnische j Staat diesen Juden Sicherheit und Rech! geboten oder bieten können? Auf keine dieser und auf viele andere ähnlicher Fragen gibt es zufriedenstellende Antworten. Dass gegen 13 überführte Mörder des berüchtigten Kielce-Pogroms, das nach dem Krieg stattgefunden hat. die Todesstrafe verhängt wurde ändert ebenso wenig an der Haltung des Nachkriegspolens gegenüber den Juden wie die Tatsache, dass nach den Morden am 10. November 1938 fKristallnacht) einige Verbrecher vor das NS-Gerieht gestellt und abgeurteilt worden sind, an der Einstellung des Naziregimes etwas zu ändern vermag. Gegen die falsche Rechtsprechung der obersten Gerichte zu Paragraph 160 sind bereits zahlreiche Argumente von hervorragenden Juristen vorgetragen worden, aber vergeblich. Dass diese Urteilssprüche neues Unrecht schaffen, wollen die deutschen Richter, soweit sie an diesen Verfahren teilnehmen, nicht einseben. Das wäre also ein Fall, in welchem vom Gesetzgeber im Interesse der Rechtssicherheit eingeschritten werden müsste. Denn es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass nach sc vielen Jahren plötzlich die letzten Verfolgten, die mit ihren Verfahren nachhinken, schlechter als alle früheren Fälle gestellt werden. In diesem Zusammenhang sei auf die überzeugenden Ausführungen hingew’iesen, die u. a. von den Rechtsanwälten Dr. Alfred Schüler und Dr. Robert M. W. Kempner in der einschlägigen Fachzeitschrift gemacht worden sind. Nach den letzten Erfahrungen wird immer deutlicher, wie vernünftig alle diejenigen handelten, die nach dem Krieg nicht nach London. — Ein russischer Chemiker und Dichter, der sich in den Westen geflüchtet und jetzt in England niedergelassen hat. beschrieb, wie er Wahnsinn vorgetäuscht habe, um die Erlaubnis zum Verlassen der Sowjetunion zu erhallen. Dr. N. Gurewitsch, welcher vordem in Riga lebte schrieb unter dem Psepdonvm Naum Odnopozow und wurde unter der Anklage, antisowjetische Literatur zu verbreiten, polizeilich gesucht. Er hatte seine Identität in England bisher geheimgehalten, da er sich mit der Veröffentlichung der Gedichte von Juli Daniel befasste, die aus Russland herausgeschmuggelt werden konnten. Daniel ist 1966 für den Abdruck seiner Poesien im Ausland verurteilt worden. Als Dr. Gurewitsch seine Flucht in den Westen beabsichtigte. simulierte er eine geistige- Erkrankung und beantragte eine Reise nach Israel. w'o es die besten Aerzte gebe, die ihn heilen könnten, wie er behauptete. Er 73-1049 JACOB LAPIDUS dipi. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 C B 46-1716 und 48-2124 Polen zurückgegangen sind Eine solche Entscheidung wie die einer Auswanderung oder „Rückwanderung“ kann man nicht, wie das OLG Düsseldorf es getan hat, vom Zeitpunkt der Entschliessung abhängig machen, w'eil in diesem Augenblick angeblich oder dem Anschein nach die Lage in Polen ruhig war. Auswanderung ist eine Entscheidung von grösster Tragweite, die nicht von einer Augenblickssituation abhängig sein darf. Denn hier handelt es sich meist einen Entschluss fürs Leben. Abgesehen von der Tatsache, dass etwa 90% der überlebenden Juden Polen nach dem Krieg verlassen haben, — irgendwelche Gründe werden sie wohl gehabt haben —. hat es sich gerade erst wieder in vergangenem Jahr nach dem israelischen Sechstagekrieg erwiesen, was die Juden ib Polen erwartet. Sie wurden bedroht und bedrängt, nur weil sie Juden sind. Hierüber weitere Ausführungen zu machen,würde einer Verkleinerung der deutlich gewordenen polnischen Einstellung gleichkommen, einer Haltung, die nicht vor, einzelnen polnischen Bürgern, sondern von der Partei und Regierung eingenommen worden ist. Mit dieser „Rechtsprechung“ zum Paragraphen 160 BEG sollte sofort Schluss gemacht werden. Wenn die Richter nicht den. Mut haben, ihren Irrtum einzusehen, muss der Gesetzgeber eingreifen, was hiermit erneut vorgeschlagen wird. und seine Mutter machten die Namen von entfernten Verwandten ausfindig, die in Israel ansässig sind, und sie beantragten Ausreisevisen aus Russland. Sie erhielten die Dokumente, doch inzwischen hatte die Sicherheitspolizei begonnen, nach Odnopozow zu fahnden. Im September 1965 wurde Dr. Gurewitsch in Riga festgenommen und verhört; man riet ihm an nicht das Land zu verlassen. Er begab sich jedoch nach Moskau und bestieg einen nach Brest-Litowsk fahrenden Zug, in dem er von Beamten der Sicherheitspolizei gesucht wurde, die ihm Fragen über seine Reise nach Israel stellten. Er erklärte ihnen .dass er an einer Geisteskrankheit leide und sich in Israel behandeln lassen müsse. Daraufhin gestatteten sie ihm die Weiterreise nach Wien. Gurewitsch hielt sich einige Zeit in Oesterreich und später in Frankreich auf. Einen Monat nach seiner Abreise aus Russland konnte auch seine Mutter ausreisen und lebt heute in Jerusalem. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltoa. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pue.vrredbn 2190. 1* izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich An liefen 4er UN Vereinte Nationen. — Die Mittelostkrise beherrschte im Jahre 1967 die Beiatungen des Sicherheitsrats, von dessen 46 Sitzungen sich 33 mit den Ereignissen in diesem Teil der Welt befassten. Die „geschäftigsten“ Monate waren der Juni mit 17 und der November mit 12 Sitzungen. Im Jahre 1966 fanden 70 Sitzungen statt, und hiervon waren 28 dem Mittelost.problem gewidmet. (ITA). CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 414331 — 2240 47-5875 M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT VERREIST bis 20. Maerz ESTOMBA 2283 — 76-8216 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4652 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN V E R R EI ST vom 19. bis 29. Januar und vom 4. Februar bis 3. Maerz In der Sprechstunde vertreten durch; Dr. AKIVA HERSZKOWICZ (70-0495) Dra. IRIS LIEBER (73.8463) CUBA 214t T. E. 13-8T82 u. 73 68! 7 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P ¡WS» Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Medico MAGEN* und DARMKRANKHEITEN R0ENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag. Dienstag, Mittwoch a Freitag von 15—19 Ubi Ea wird gebeten »ich vorbei teieloniscb anzumelden. SANTA FE 1391 I. E. 44-9493 u. 44-1542 j

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