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Jüdische Wochenschau · 1968-01-12 · 2251 (12.1.1968) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2251 (12.1.1968)
Date
1968-01-12
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Concesión 903 O Cü O c <ü — fc C « FRANQUEO PAGADO o? g < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Afto XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 12 DE ENERO DE 1968 jy« 2251 EL EJEMPLAR en toda la República 20.. PUEYRREDON 2190 1» Izq. Buenos Aires T.E. 83-2613 ESHKOL IN AMERIKA VOR DER ABREISE Jerusalem. — Israel Forderungen nach direkten Friedensverhandlungen mit den arabischen Staaten und seine Weigerung, sich vor Abschluss eines Friedensvertrages aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen, sollen dem USA-Präsidenten von Levi Eshkol dargelegt werden, dessen Reise in die USA vom Kabinett einstimmig beschlossen wurde In dem Communiqué wird r ferner die Hoffnung auf bessere Beziehungen zwischen Israel und den USA sowie Kanada zum Ausdruck gebracht. Grossbritannien wurde in diesem Zusammenhang nicht genannt, da offiziell nichts von einem Besuch Eshkols in London -\erlautete. Während der Abwesenheit des Premierministers vertritt diesen Finanzminister Pinchas Sapir. MELDUNG AUS WASHINGTON sprach von seinen ,,angenehmen Erinnerungen“ an sein Zusammentreffen mit aem Präsidenten Johnson im Jahre 1964 und enthüllte, dass er seither mit diesem in Briefwechsel gestanden hat. „Wir in Israel“, bemerkte er, „empfinden Hochschätzung für die Bemühungen des Präsidenten um den Frieden und Fortschritt in unserer Region.“ Eshkol wies darauf hin dass „die Ereignisse im Nahen Osten während des Jahres 1968 zum ersten Mal Aussichten für den Frieden eröffneten, obwohl die Gefahr eines neuen Krieges besteht“, und fügte hinzu: , Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Staatsmänner in der Welt können viel tun, um die positiven Tendenzen zu stärken. Wenn wir direkte Verhandlungen mit den Arabern aufnehmen können, werden viele Probleme weit schneller zu lösen sein.“ Washington. — Staatssekretär Dean Rusk wird an den Beratungen zwischen Präsident Johnson und Ministerpräsident Levi Esnkol teiinehmen, bei denen auch der Stellvertretende Staatssekretär für den Nahen Osten, Lucius D. Battle, und hohe Beamte des Verteidigungsministeriums anwesend sein werden. Laut Mitteilung der „Washington Post“ kommt Eshkol in der Hoffnung, von den USA neue Waffen für Israel, besonders Phantom - Jets kaufen zu können, wozu aus Regierungskreisen verlautet habe, dass Eshkol wahrscheinlich nicht mit leeren Händen die Rückreise am.reten werde. Eine Entscheidung habe der Präsident allerdings noch nicht getroffen. da er den Besuch des r Russen Leonid Brezhnew in Kairo, die arabische Gipfelkonferenz in Rabat und die Mission Jarrings in Betracht ziehen müsse. „Somit“, folgert die Zeitung .„dürfte Johnson dem Verlangen Levi Eshkols nicht uneingeschränkt nachkommen “ ARTHUR GOLDBERG New York. — Botschafter Arthur Goldberg, Delegierter der USA vor den UN, machte Levi Eshkol in seinem Hotel eine Höflichkeitsvisite. Die Unterredung dauerte eine Stunde. Ueber die bei dieser Zusammenkunft behandelten Themen verlautete nichts, doch hiess es in UN-Kreisen, das Angebot Israels sei tegrüssenswert, bei einer Regelung mitzuwirken, die es den im Suezkanal festgehaltenen ausländischen Schiffen auszulaufen gestatten würde. Unter diesen befinden sich auch zwei nordamerikanische Schiffe. Ebenso befriedigt nahm man in den UN die israelische Geste zur Kenntnis, dass 500 ägyptische Kriegsgefangene am Ende les Ramadan-Festes befreit wurden. Thant die Aufforderung, Israel zu besuchen, was dieser in Bälde zu tun versprach. In einem dreiviertelstündigen privaten Gespräch behandelten U Thant und Eshkol die Mission Jarrings im besonderen und das Nahostproblem im allgemeinen. Auch der Krieg in Vietnam wurde erwähnt, und Eshkol äusserte hierzu, Israel sei in diesen Konflikt zwar nicht direkt verwickelt, aber es hege den Wunsch nach Frieden in der ganzen Welt. Auf die an Eshkol gerichtete Frage, ob Frankreich für Israel als Vermittler annehmbar sein würde, entgegnete dieser, er sei nicht sicher, ob dieses Land sich für eine solche Rolle an geboten habe. Bei dem koscheren Frühstück, das U Thant für seinen Gast im Konferenzsaal der UN gab, brachte er ein Brindis auf „die Gesundheit des Premierministers von Israel“ aus. Unter den Geladenen befanden sich USA- Botschafter Arthur Goldberg, die Delegierten Frankreichs und Englands, Dr. Leopoldo Benitez, Präsident der lateinamerikanischen Gruppe, der italienische Delegierte Mario Franzi, welcher Präsident der westeuropäischen Gruppe ist, und viele andere, darunter Mitglieder des UN-Sekretariats wie Dr. Ralph Bunche, Henri Labouisse und Generalmajor I. J. Rikhye. Eshkol überreichte U Thant eine besonders schöne, in Olivenholz gebundene Bibel, und U Thant schenkte Eshkol eine Sammlung von UN-Briefmarken. Moshe Dayan und Igal Alon. zwei hervorragende Generäle, die zur selben Generation gehören. Beide in Israel geboren, beide Mitglieder des Kabinetts, beide Aspiranten und Kandidaten für den Posten des künftigen Premiers. Hand in Hand für das Allgemeinwohl arbeiten.“ GEMEINSAME ZIELE JOHNSON BEGRUESST ESHKOL GESPRAECH MIT U THANT ANKUNFT IN NEW YORK New York. — Der israelische Premierminister Levi Eshkol erklärte bei seiner Ankunft im Kennedy-Flughafen, dass Möglichke ten für dem Frieden im Mitielosten zwar vorhanden seien, doch andererseits ein neuer Krieg ausbrechen könne. Er Ge«sch eitert# Sabotage Tel Aviv. — Transjordänische Terroristen unternahmen vergeblich den Versuch, ein elektriscnes Stromwerk bei Elat zu beschädigen. Als es ihnen nicht gelang, in die \nlage einzudringen, feuerten sie Schüsse aus Kleinwaffen ab, ohne jedoch Schaden anzurichten. Die Spuren der Saboteure führten zur tra ns jordanischen Grenze. (ITA) Vereinte Nationen. — Israels Ministerpräsident Levi Eshkol traf programmgemäß in New York ein. Seine Reise wird ihn später nach Kanada und England führen. USA - Präsident Johnson lud Eshkol ein, ihn zwei Tage auf seinem Landsitz in Texas am Wochenende zu besuchen. Diese Visite wird Eshkol Gelegenheit bieten, Lyndon Johnson um die Lieferung von USA-Waffen für den Fall zu bitten, dass Israel erneut von den Arabern angegriffen wird. Am ersten Tage seines Aufenthaltes konferierte Levi Eshkol mit Diplomaten der UN, mit denen er über geeignete Massnahmen beriet, um einen dauerhaften Frieden im Mittelosten herbeizuführen. Hierauf spe ste der hohe Gast mit UN-Generalsekretär U Thant. Während des Essens gab Eshkol erneut Israels Wunsch Ausdruck, mit den Arabern auf der Basis von direkten Verhandlungen zu einem friedlichen Aokommen zu gelanget!. Er richtete auch an U Randolph, Militärflugbase in Texas. — Präsident Lyndon Johnson begrüsste Israels Ministerpräsidenten mit dem Wunsch, dass der Frieden das Hauptziel der Gespräche sein möge, zu denen er Eshkol eingeladen habe. Johnson flog von seinem Landsitz nach der Flugbasis der USA-Luftwaffe, die den Namen Randolph trägt, um Levi Eshkol und seine Gattin bei der Ankunft ihres Flugzeuges willkommen zu heissen. Johnsons Werte waren: „Sehalom. Der traditionelle Gruss Israels besitzt heute für uns alle besondere Bedeutung. Wir! treffen uns in Frieden, Wir werden vom Frieden sprechen. Wir wollen versuchen, den Frieden, der in unseren Herzen wohnt, allen Menschen zu bringen, welche bereit sind, an unserer Gesellschaft des guten Willens und der guten Vorsätze teilzu.ia-, ben.“ Und er fügte hinzu: „Wir werden nur zwei Tage zusammen bleiben. Doch sie werden lang sein durch die Freundschaft, die unsere Völker verbindet, und voll von Wärme und unserem Glück, hier zusammen sein zu dürfen. Vor allem werden es Tage voller Hoffnung sein. Dieses Land Texas wurde in diesem Geist geboren, und wir werden Johnson City, — Texas. — Bei einem privaten Abendessen, das Johnson auf seiner Ranch zu Ehren Levi Eshkols veranstaltete, zog der Präsident einen Vergleich zwischen Israelis und Amerikanern. In diesem Trinkspruch brachte Johnson u. a. folgendes zum Ausdruck: „Unsere beiden Völker haben vieles miteinander ge meinsam. Beide trotzen ihren Gegnern. Beide schöpfen heute ihre Kraft aus dem Beispiel der Helden von gestern. Sie verstehen es beide, einem harten Boden Leben abzugewinnen. Doch alle Amerikaner und alle Israelis wissen ebensogut, dass der Wohlstand nicht genügt, dass niemand in unserer unruhigen Generation jemals vom Brot allein leben kann. Denn wir sind beide Völker auf der Suche nach einem Traum und verfolgen ein Ziel, das leuchtender ist, als die Wüste zum Blühen zu bringen. Wir sind dazu geboren und erzogen worden, den Frieden zu suchen und zu finden. In diesem gemeinsamen Geist unserer Hoffnungen respektiere ich Eure Hoffnung auf einen gerechten und dauerhaften Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn.“ „In diesem letzten Jahie“, fuhr Johnson fort, „haben amerikanische Unterhändler für den Frieden im Mittelosten, in Zypern und in Vietnam eine rege Tätigkeit entfaltet.“ Er sprach von der Schwierigkeit. Frieden zu schliessen, und betonte, dass hierzu „grösserer Mut. Biegsamkeit und Phantasie“ vonnöten sei, da „dem Frieden mit voreiligen Schlagworten und halben Lösungen schlecht gedient wird“. Er versicherte, es sei die Absicht der USA, „für den Frieden in Nahost und in Welt zu wirken“. Er erinnerte daran, dass Gott den Kindern Israel versprochen habe, einen ewigen Friedenspakt mit ihnen zu schliessen. Mit dem Wort , Sehalom“ hob Präsident Johnson am Ende seiner Ausführungen sein Glas um auf das Wohl Levi Eshkols und Israels zu trinken. Israels Ministerpräsident dankte seinem Gastgeber für die Versicherung seiner Freundschaft für Israel und das tiefe Verständnis, das er dem Friedenswunseh sei nes Landes entgegenbringe Er gab der Hoffnung Ausdruck. dass die Entschlossenheit Amerikas und seines Präsidenten, den Frieden zu stärken und seine Gefahr düng durch Aggressionen zu verhüten, zur Verwirklichung des Traumes von Frieden und Menschenwürde führen möge. Unter den Teilnehmern an diesem Bankett befanden sich Staatssekretär Dean Rusk, Johnsons internationaler Ratgeber Walt W. Rostow, der Zweite Staatssekretär Lucius Battle, u. a. Der Präsident lenkte persönlich das Auto, in dem er seinem Gast seinen Landsitz zeigte, nachdem sie in einem Helikopter die Gegend besichtigt hatten. Für Sonntag und Montag waren noch weitere Gespräche vorgesehen. Anscheinend wird bei Abschluss der Konferenzen ein gemeinsamen Communiqué herausgegeben werden. deren der nordamerikanischen Imperialisten die Aggression im Juni unternommen zu haben, um die fortschrittlichen Regime in der VAR, Syrien und Algerien zu stürzen“. — Mazurow wiederholte bei dieser und auch bei anderen Gelegenheiten das Versprechen Moskaus, die Araber zu unterstützen. DE GAULLE AN BEN GURION RUSSISCHE DROHUNG Assuan. — Der sowjetische Vize-Premierminister Kyrill Mazurow besuchte Aegypten und nahm an den Feiern zur Erinnerung an die vor acht Jahren erfolgte Einweihung des Elektrizitätswerks am Assuan-Staudamm teil, aen die Aegypter mit Hilfe der Russen gebaut haben. In einer Rede, die er auf einem Bankett hielt, welches sein ägyptischer College Sidky Soliman ihm zu Ehren veranstaltete, erklärte er, dass „die Israelis mit dem Feuer spielen und sie dies teuer zu stehen kommen könne“. Die israelischen Führer, so fuhr er fort, „sind von ihrem Sieg berauscht und haben den Sinn für die Realität verloren“. Er beschuldigte Israel, ,,mit Unterstützung der Imperialisten, im beson¬ Paris. — Die französischen Zeitungen publizierten einen Briefwechsel zwischen dem Präsidenten de Gaulle und David Ben Gurion. in dem de Gaulle bestreitet, iu seiner Pressekonferenz vom 27. November antisemitische Aeusserungen gemacht zu haben. Seine Worte übedie Juden seien nur falsch interpretiert worden, so behauptet der General. Auf einen 30 Seiten langen Brief Ben Gurions vom 6. Dezember antwortete ihm der französische Präsident am 30. Dezember mit drei Seiten. Wenn er von dem starken Charakter der Juden gesprochen habe, führt de Gaulle aus, so sei dies geschehen, um zu erklären, dass das jüdische Volk durch diese Charaktereigenscnaften „imstande war, seit 19 Jahrhunderten die entsetzlichsten Prüfungen zu ertragen“. Er versichert Ben Türkin ferner, dass Frankreich der Vernichtung Israels im Notfälle entgegengetreten wäre, „wie wir dies in irüheren offiziellen Unterredungen garantiert haben“, und „wie ich öffentlich Israel als einen befreundeten und alliierten Staat bezeichnet habe“. De Gaulle gibt jedoch Ben Gurion zu bedenken, dass Israel in der Nahostkrise „die Grenzen der Mässigung überschritten hat und seine Weigerung, die in dem kurzen Krieg besetzten arabischen Gebiete zu räumen, dem Frieden im Mittelosten und Israels Anerkennung durch den arabischen Block entgegensteht.“ Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N* 947 2S6

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