Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2240 (20.10.1967)
- Date
- 1967-10-20
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 2« de Octubre de 1967 SEMANA ISRAELITA A3<* XXVIII. — N® 224« — 3 Als der Wagen mit Journalisten durch die gedräng te Menge, die vor dem Man delbaumtor steht, die ehe malige Grenze zwischen dem israelischen und dem transjordanischen Jerusalem passierte, sagte mein Nachbar, ein Kollege aus Tel Aviv: „Was in den Morgenblättern steht, ist bereits überholt, wenn die Zeitung erscheint. Lesen Sie Psalm 128; der ist jetzt aktuel' .Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden1.” Wir sind wie die Träumenden. In den Strassen, die zur Alten Stadt führen, jenseits des Mandelbaumtors, kommt einem die ehemalig? erzwungene Teilung von Je rusalem voll zum Bewusst sein — was man hier sieht, ist nichts anderes als eine Verlängerung der Hauptstrassen der jüdischen Stadt — derselbe Sitl der Ge bau de, der Läden, der Büros ja selbst die Menschen ähneln denen auf unserer Seite. Er staunlich ist die Menge von jungen Männern, im militä rischen Dienstalter, in Zivil die sich frei bewegen dürfen. Natürlich gab es viele Zei chen des Kampfes und der Zerstörung, zertrümmerte Autos, Fassaden von Hau sern, die Einschüsse zeig ten, Steingeröll und zersput tertes Glas. Aber **in Teil der Geschäfte war bereits wieder geöffnet, man konn te Souvenierartikel kaufen und Coca-Cola oder Bana nen, israelisches Geld wur de gern angenommen. Ein Junge deckte eine Geschäftskarte in unsere Hände: „‘Orient-Bazar’ — Spezialitäten, Kunstgewerbear tikel von Flüchtlingen her gestellt.“ Vor dem Damaskustor kommen wir ins Gespräch mit zwei etwa achtzehnjährigen jungen Leuten. Der eine erweist sich als ein Fremdenführer. Seit einem Monat hat es bereite keine Touristen mehr gegeben, sagt er resigniert. Ein Journalist deutet auf die unge heuren Möglichkeiten hin, die sich jetzt der Touristik aufgeschlossen haben. „Glauben Sie wirklich, dass viele Touristen herkommen werden“, fragt er hoffnungsvoll. „Was wir brauchen, ist Friede“, setzte er hinzu Wir betraten durch das Damaskustor die Alte Stadt. Man hatte uns gedrängt, vorsichtig zu sein. Hier und da liegen noch unexplodierte Granaten herum, und wenn man Pech hat, kann man auf eine Mine treten oder von einer Kugel eines Scharf schützen getroffen werden. Vor zwanzig Jahren war ich zum letztenmal hier. Wir schreiten die Via Dolorosa entlang, und aus den Klöstern und Sanktuarien, die Für die Juden Russlands MontreaL — Der Kanadische Jüdische Kongress teilte mit, dass die kanadischen Juden um die Erlaubnis ersucht haben, ihren Glaubens genossen in Ruseland Lulawim und Ethrogim für das Sukkotfest übersenden zu dürfen. Nachdem die Bewilligung hierzu erteilt wurde, hoffen die Absender nunmehr, dass keine Schwierigkeiten bestehen werden, den Empfängern die Sendungen auszuhändigen. (OJI) Bedaechtnisfeier Jerusalem. — Im Wise Auditorium der Hebräischen Universität fand eine Gedächtnisfeier für die 44 Gefallenen der Hebräischen Universität statt, sechs Lehrer, drei Administrativ-Be amte und 35 Studenten. Professor Dow Sadan hielt die Gedächtnis-Vorlesung über das Thema; „Volkstrauer und Trauer des Einzelnen“ Mit El Male Rachamim und Kaddisch schloss die Gedenkstunde. Rückkehr ins alte Jerusalem diese Strasse flankieren, ru fen uns Mönche und Nonnen ein „Schalom“ zu. Dann sindwir auf dem Tempelplatz angelangt. Nur jetzt, in den Tagen des Krieges, ist es gestattet, diesen Platz zu betreten, ohne sich die Schuhe auszuziehen, wie es das islamische Gesetz verlangt. Nur jetzt dürfen orthodoxe Juden die Klage mauer von dieser Seite aus betreten. Denn nach der Haladla darf kein Jude de?' Tempelplatz betreten, bevor der Tempel wieder erstanden ist. von HERBERT FREEDE1S An der Omar-Moschee warnen Plakate: „Achtung. Heilige Stätte, nicht betreten“. Durch ein offenes Feni.ter können wir einen Blick in diese Stätte werfen, die nach Mekka zu den heilig sten des Islams gehört. Dann die Klagemauer. Der Zugang zu ihr ist eine Sackgasse. Unter dem britischen Mandat war es Juden nicht gestattet, hier das Schofar zu blasen — offenbar um die Araber nicht zu „provozieren“, Dehalb war der Klang de« Widderhorns der erste Laut, der hier vernommen wurde, als die Juden zu diesem einzig noch bestehenden Teil des Salomonischen Tempels zurückkehrten. Die grossen Quadern der westlichen Seite des Tempels stehen da wie seit Jahrtausenden. Zwischen den Fugen haben Betende kleine Zettelchen gesteckt mit Wünschen für das Leben und die Gesundheit ihrer Männer und Söhne, die irgendwo noch an den Fronten stehen. Auf einem Tisch steht eine Tora rolle — eine improvisierte Synagoge. Die Stimmen der Besucher verstummen. Die Menschen echweigen oder beten still. Nur hier und da hört man den Segenssprch „Gelobt seist Du, Ewiger unser Gott, der Du uns erreichen liessest diese Zeit.“ Als wir später zum Damaskustor wollten, wurden wir von israelischen Solda ten, die mit schussbereiten Maschinengewehren Posten standen, aufgehalten. Die Strasse ist gesperrt. Irgendwo gibt es wieder Scharf , schützen, die aus dem Hin-* ' terhalt schiessen. Durch ein Labyrinth von Gassen kommen wir zu einer Anhöhe, von der man noch einmal das alte Jerusalem in seiner Ganzheit sieht — umringt vom Skopusberg vom Oelberg, vom Garten Gethsemane, von modernen Hotels und der Weite der judäisehen Landschaft. „Um die Heilige Stadt zu schonen, mussten unsere Truppen von Strasse z't Strasse, von Haus zu Haus ihren Weg durchkämpfen“, erklärte unser Begleiter. „Wir haben unseren Respekt für die Heiligen Stätten der Christenheit und des Islams mit unserem Blut bezahlen müssen.“ ' H, Lufthansa ofrece ahora las más bajas tarifas gracias al descuento de la tarifa E 60. 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