Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2238 (4.10.1967)
- Date
- 1967-10-04
- Page
- [Seite 24] (sequence 24)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO c * o S +4 «H Concesión 908 o a** O? c < TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ane XX VIII. BUENOS AIRES, MIERCOLES 4 DE OCTUBRE DE I96T N* ttf» HL EJ E MPLA R en toda la República 20.- PUEYRREDON 2tflO 1» iiq. Buenos Aires T.E. 33 - 2618 Die Position IsraelsI Dr W. a..au:__ , . Nachdem nunmehr vier Monate seit dem Sechs-Ta ge Krieg vergangen sind zeichnen sich '.angsam die Linien der künftigen Orient. Politik ab. Die israelischen Bemühungen im ersten Ansturm nicht nur den Krieg, sondern auch den Frieden zu gewinnen, sind von den erhofften Erfolgen nicht be gleitet gewesen, wenn man erwartet hatte, sofort zu ei“ nein endgültiger, und stabi len Ergebnis zu gelangen Die [wlitische V .-i worrenheit der Lage konnte aber von Anfang an keine begründete Hoffnung aufkommen lassen, dass die Araber nunmehr vollkommen nact.geben würden. Zweifellos hatte die israelische Politik nicht mit der negativen Re' aktion der kommunistischen Welt und den Husarenstükken eines De Gaulle gerechnet. Auch die Araber hatten diese Reaktion nicht in ihre Berechnungen gezogen, als sie besiegt waren Darauf weist Nassers R:icktr;tt hin. den er kurz nach der Niederlage ausgesprochen hatte. von dem er sich erst nach dem Versprechen der russischen Hilfeleistung abbringen liess. — Israel hat von Anfang an direkte Verhand’ungen verlangt. die der einzig brauchbare Weg zu einer Verständigung wären. Dieser Stand punkc dürfte nicht nur richtig sein, sondern auch den spezifischen No'wendigkeiten der Lage Rechnung tragen. um spätere Widerrufe von arabischer Seite soweit wie möglich auszschalten. Obwohl die Transjo-danier -über die Flüchtlinge verhandelten, waren auch hier die UN und die Repräsentanten des Roten Kreuzes eingeschaltet, sudass man sagen konnte, die israelische Forderung nach Direktverhandlungen sei nuteilweise erfüllt worden. Im übrigen haben aber nur die UN verhandelt, nirgends ist es bisher zu jenen direkten , von B. B. SAMUEL Verhandlungen gekommen die Israel gefordert hat. Die Folge der Nichterfüllung dieser israelischen Bedingung für den Abschluss eines Friedens ust die Tatsache, dass bis heute alle eroberten Gebie'e in israelischer Hand geblieben sind Damit haben weder die Araber noch Israel gerechnet, das sich stark genug gezeigt hat, die Verwaltung der beeine Politik de« Terrors und der Sabotage befolgen. Die se Taktik wurde schon zu den Zeiten des britischen Mandats angewandt. Obwohl inzwischen beinahe zwanzig Jahre vergingen, hat sich hieran nichts geändert, bis auf die Tatsache dass nicht mehr die Engländer, sondern die Israelis die Herren im Hause sind. Die Araber werden blutige Köpfe be Opfer der Sabotage-Akte Tel Aviv. — Ein israelischer Sprecher gab die Verhaftung eines Kommandanten der „Organisation für die Befreiung Palästinas“ bekannt und teilte gleichzeitig mit, dass neue Sabotageakte gemcdet wurden. Der verhaftete Araber ist ein gewisser Maitaaffa Ha myess. der einer angesehenen Familie aus Hebron entstammt. Er ist einer der arabischen Extremisten, welche bei den kürzliehen Razzien von den israelischen Sicherheitsbeamten festgenommen wurden. Die Sabotageakte ereigneten sich in der Nähe von Chadera. Bei einem dieser Ueberfälle wurde das dreijährige Kind eines Siedlers getötet. Der kleine Anschel Salomon wurde von einem herabfallenden Mau erstück getrotfen, als das Haus seiner Eltern bei ei ner Explosion im Moschaw Ometz zusammenstürzte. Er starb auf dem Wege zum Hospital. Die übrigen Mitglieder dieser Familie blieben unvarletzt. Kurz darauf zerstörte eine zweite Explosion eine Fabrik im nördlich Chaderas gelegenen Kibbuz Maanit. Unweit des Tatortes wurden Flugblätter der El Fatach-Terroristen gefunden, auf denen zu lesen war: „Die Zukunft wird noch schlimmer sein.“ (ITA) setzten Zonen durchzuführen und Massnahmen zu ergreifen, die von Aegypten z B. in Gaza, um dieses Beispiel zu benutzen, in beina he zwanzig Jahren nicht eingeleitet, geschweige denn durchgeführt worden sind. Ob es richtig war, dass die Israelis den Arabern in den von Israel besetzten Ge bieten so schnell die Erlaubnis gaben, im ganzen Land frei herumzureisen, muss bezweifelt werden und wird in Israel selbs: heftig kritisiert, nachdem die Araber trotz aller Erfahrungen und ihrer ständigen militärischen Niederlagen weiterhin Um die Verjaehrangsfrist London. — Die Frage der Verjährung von NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist wieder einmal Gegenstand von Polemiken in Westdeutschland, wie aus einem Memorandum des Instituts für Jüdische Fragen de« Jüdischen Weltkongresses ersichtlich ist. Nachdem das Parlament den ursprünglichen Stichtag für die „Verjährung“ bis zum 31. Dezember 1969 verlängert hatte, liegt der Regierung in Bonn jetzt ein neuer Gesetzentwurf vor, der die Verjährung für Mord vollständig abschaffen soll, wie dies in anderen euro päischen Ländern schon geschehen ist. Vor kurzem erst wie« der westdeutsche Justiz minister darauf hin, dass es praktisch unmöglich sein dürfte, in der begrenzten Zeit das umfangt eiche Material zur Anklageerhebung zu bewältigen, das den deutschen Behörden erst vor kurzem sei ens der Sowjetunion und anderen kommunistischen Ländern zur Einsichtnahme freigegeben wurde. Trotz dieser Erklärung sollen, wie u. a. die hamburger Zeitschrift „Die Zeit“ berichtete, in bonner Regierungskreisen „Voroehalte“ gemacht werden. Während seines kürzlie»»pn Besuches in Washington versicherte Bundeskanzler Kie«singer jüdischen Persönlichkeiten, da s die Angelegenheit in Kürze im Kabinett zur Sprache gelangen undim Sinne der Gerechtigkeit entschieden werden solle. In den deutschen Zeitungen, so heisst es im Bericht des JWK, in denen das Problem der Verjährung wieder einmal ausführlich diskutiert wird macht sich erneut die Tendenz bemerkbar, für die Einstellung der Kriegsverbrecher-Prozesse „nach so langer Zeit“ eiuzutreten. (OJI) kommen, wenn sie nicht schnell mit den Terror-Akten aufhören. Dass aber wiederum die Terror-Situation auflebte, beweist das Weiterbestehen aller jener negati--en Erscheinungen in den arabischisraelischen Beziehungen, dip seit Jahrzehnten eine JFer ständigung unmöglich ge macht haben. Nur weil diese Terror-Gesinnung vorherrscht, ist es zu dieser Unr Versöhnlichkeit gekommen zu dieser Fehlerziehung ganzer arabischer Generationen, zu einer rückständigen Einstellung zu den Problemen der Wirtscnaft und der Arbeit. Diese Komplexe hängen miteinander zusammen Die Anführer der Terror-Gesinnung und Terror-Praxis Niederlassung in Israel Tel Aviv. — Etwa ein Drittel der Freiwilligen, die vor und während des Sechstagekrieges nach Isael kamen und noch im Lande weilen, wünschen ihren Aufenthalt zu verlängern oder sich für immer hier ni iderzulassen, wie die Histadrut mitteilte Die Zahl der noch in Israel befindlichen Freiwilligen beläuft sich auf 6.900, von denen 4.000 in Kibbuzim und die übrigen in den neuen Grenzsiedlungen arbeiten — (ITA) Grab auf dem Oelberg Jerusalem. — In der Altstadt wurde der Grabstein von Else Lasker-Schüler gefunden. die auf dem Oelberg bestattet ist. Die Grabplatte ist zerbrochen, kann aber repariert werden Das Grab hingegen befindet sich mit anderen Gräbern unter der Strasse, die die Tr aas Jordanier quer durch den Fried hof führten. | sind meist in jenen Kreiser zu suchen, die einen Fortschritt und eine Entwicklung der breiten arabischen Ma» sen verhindern wollen. Da Niveaumangel eine Voraus setzung zur Beherrschung der Massen ist, wird versucht, die Unbildung auf' rechtzuerhalten und nach Möglichkeit die Feudalwirtschaft intakt zu lassen, die es wenigen gestattet, durch die begrenzte Arbeit der vie len die erforderlichen Geldmittel aufzubringen und zu herrschen... Auf den UN und später bet der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hat der israelische Aussenminizter Abba Eban mit der 'hm eigenen Klarheit des Konzeptes und in seiner beredten Darstellungsfor-n den ißrae lischen Standpunkt erneut begründet: Vermittlungen sind in dieser Frage unangebracht, und kein Volk is» durch internationale Abma chungen gezwungen, seinen nationalen Selbstmord zu be* schliessen. das waren die beiden fundamenfalen Gedai» ken und Thesen, auf denen die derzeitige israelische Aussenpolitik aufgebaut;sl Die Einzelheiten des Eban sehen Friedensplans sind zu diskutieren. Aber der Vor schlag als solcher zeigt eine grosse Vision, ist weder nationalistisch gebunden oder einseitig, noch auf der Tatsache des militärischen Sieges aufgebaut. Er schlägt eine Staaten-Verbindung vor, von der alle beteiligten Län der, vor allem aber der ge* samte Orient, erhebliche Vorteile haben würden und haben könnten, wenn die anderen nur wollten. Hiernach sieht es aber immer noch nicht aus. Tratuäjordaniens König Hussein setzt inzwischen sei ne Reisen durch Länder und Kontinente fort und hat sieb allmählich zum Sendboten und Sonderbotschafter der arabischen Sache entwikkelt. Mit Nasser sprach er über die künftigen Schritte bevor er erneut nach den USA und nach Moskau fab ren wird. Ob er dieses Mal irgendwelche konkreten Er folge erzielt, muss abgewar tet werden. Jedenfalls sind diese Reisen d(e ständigen in Transportmitteln übertra genen Hoffnungen, den Ring um Israel fester schliessen zu können und durch Komplotte die Niederlage auczugleichen. Dass die Grossmächte daran interessiert sind, die Spannungen niete schwächer werden zu lassen, ist eine weitere traurige Erfahrung die Israel wiederum machen musste. Aber derartige Fak ten sind nun einmal polltl sches Handwerk und müssen ins Kalkül gezogen werden. Israel hat das getan Die Wogen der internationalen Erregung, die det kurze Orientkrieg ausgelöst hat haben sich noch nicht ge glättet. Aus diesem Grunde bleiben erhötne Anforderungen an Israel gestellt, dasentschlossen und sehr zuversichtlich diesen Ka upf um den Frieden aufnimmt der im kommenden Jahr neue Höhepunk e erreichen wird, Regiatro Dr. W;: _ Auch im vergangenen Jahr ha» die soßerannte Wiedergutmachung nicht den längst erforderlichen Abschluss gefunden. Mehr als zweiundzwanzig Jahre nach dem deutschen Zusammenbruch sind die furchtbaren Unrechtshandlungen noch nicht einmal materiell, erledigt worden, denn noch immer warten Tausende und Tausende auf die ihnen zugestandenen spärlichen Rechte, die sich aus dem ihnen zugefügten, ungeheuerlichen Unrecht ergeben. Heisst es schon nach einem alten lateinischen Wort, das« zweimal gibt, wer schnell gibt,, so ist die immer stärker in Erscheinung tretende Verlangsamung der Wiedergutmachungsverfahren unerträglich geworden. Jeder Monat Verzögerung bedeutet nicht mir den Wegfall einer nicht unerheblichen Anzahl von Be* lechtigten durch Al »sterben und damit eine Erleichterung des Etats, sondern die Weiterbeschäftigung der Angestellten der verschiedenen Aemter, die über die eigene mangelhafte Versorgung ihrer Zukunft unlustig sind. Wir behaupten nicht, dass die eine oder andere Tatsache den Absichten der verantwortlichen Stellen entspricht, aber diese Umstände verlieren nicht an Bedeutung, wenn man sie ohne weiteres bestehen lässt, obwohl sie geändert werden könnten. Wir wollen heute nicht noch einmal in die Diskus iion über die Fehler der Wiedergutmachung eintreten, die niemal« in deutsche Hände hätte gegeben werden dürfen. da der Verantwortliche oder der Täter nicht zugleich sein eigener Richter sein kann. Wir wollen nicht nochmals unterstreichen, dass in Wirklichkeit die Bun desrepublik die Wiedergutmachung aus politischen Gründen akzeptierte und damit das Vertrauen der Völker zu rückerwarb. Wir wollen auch nicht bestreiten, dass für viele Menschen, besonders die älteren unter uns, die Wiedergutmachung die Sicherstellung ihres Alters bedeutet; aber man soll dabei ebenso wenig übersehen, dass niemals die Notwendigkeit hierzu in diesem Ausmass bestanden hätte, wenn es nicht zu den UnreehtsmassfiatL« men gekommen wäre. Aber alle diese Gesichtspunkte haben nichts damit zu tun, dass auch heute noch nicht ein Schlusstrich gemacht wurde, dass noch viele Tausende auf ihre Entscheidungen, auf Urteile, auf ihr Geld warten müssen, obwohl Inzwischen 22 Jahre verstrichen sind. Man kann heute noch nicht sagen, ob die Wiedergutmachungsfälle, die noch schweben, in zwei oder fünf oder gar erst in zehn Jahren abgeschlossen sein werden, da viele Anträge überhaupt noch nicht in Bearbeitung genommen worden sind... Die Regierung gemeinsam mit den zuständigen jüdischen Stellen sollte sieh zu einer Schluss-Konferenz zusammenfinden, um die schwebenden und enttäuschenden Streitfragen zu klären, lange und kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden, neues Unrecht, das täglich geschieht, zu verhüten und endlich denen zu ihrem Recht zu verhelfen, die noch immer warten. Dieser Vorschlag, der beiden Teilen helfen wird, den Verfolgten die schneller als bisher zu ihrem Recht gelangen sollen, und den zur Zahlung verpflichteten Stellen, die enorme Kosten an Geriehtsverfanren, Sachverständigen-Gutachten usw. einsparen könnten.sollte ausgearbeitet und diskutiert werden. Er hat den grossen Vorteil, realisierbar zu sein und gleichzeitig eine unerfreuliche Debatte und einen ständigen Streit abzuschliessen. Ganz abgesehen davon, dürfte es 22 Jahre später an der Zeit sein, wenigstens den materiellen Schaden in dem geringen vom Gesetz gelassenen Umfang und Rahmen zu erledigen. INTERVIEW MIT MOSCHE DAJAN Tel Aviv. — , Unsere Waf fenstillstand« - Linien sind ideal“, erklärte General Mosche Dajan in einem Interview mit der Woehenzeitung der Armee, „Bamajatie“. Der Verteidigungsminister fügte hinzu: „Tjh zweifle daran, dass es möglich wäre, mit dem rosigsten Hleistif idealere Grenzen als die heutigen zu ziehen. Schliesslich brauchen wir nur den Suezkanal zu kreuzen, und wir sind in Kairo Wenn wir den Jordan kreuzen stehen wir in Amman, und wenn wir nur über Xuneitra ein bisschen nach Norden vergehen. so befinden wir uns schon in Damaskus. In Kriegszeiten wird es möglicherweise notwendig sein, irgendeine der arabischen Hauptstädte zu besetzen, um den Kampf zu entscheiden.“ Dajan äusserte über die jüngsten Zwischenfälle am Suezkanal, dass diese At- 1 tacken vielleicht auf Be'ehl der örtlichen Kommandanten durchgefüört wurden vielleicht aber auch im Rahmen der Politik der zen traldn Regierung an geordnet worden seien, um der Welt zu zeigen, dass der Suezkanal nicht befahren werden kann, solange Israel auf einem Ufer dieser Wasser strasse steht, und daher ei ne Lösung gefunden werden müsse, nämlich Israel zum Rückzug zu zwingen. Ueber die kü-rzlichen 'Per rorakte der El Fatach-Banden befragt, entgegnete Dajan, man dürfe diese Akti vitäten zwar rieh« unterschätzen, doch «ei es weder logisch noch eru^t, sie mit dem Krieg io Vietnam zu vergleichen. Er spach seine Ueberzeugung aus, dass die Mehrzahl der Bewohner des westlichen Jordanufers Frieden und Ruhe wünschen und die Sabotageakte nicht billigen. (ITA) Impreso « M Imprente POLIGLOTA - Rlrodavis «1 de » Propiedad Intelectual H* 909.491