Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2238 (4.10.1967)
- Date
- 1967-10-04
- Page
- [Seite 23] (sequence 23)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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jatéroelefi, 4 de Octobre de 1*67 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AU» XXVIII. — N« 22'tt! — 23 Die Russen im Mittelmeer Jahrelang waren die westlichen Gross ttücbte bemüht, die Sowjetunion vom Mittleren Osten fernzuhalten. Ein kumptisiertes Paktsystem gekoppelt mit w:rt- •ekaftücher Hilfe stellte den Sperriegel dar, der den sowjetischen Drang nach ¿ttde* alten und einztidämmen be stimmt war. Diese Politik dev westlichen Großmächte iet war noch ei» Trümmer laafrn der Sperriegel von den Sowjets jnrar nicht aufgebrochen, aber iiber- »prwgen. Das« die Türkei und Iran weiterhin im westlichen Lager stehen, iet ein schwacher Troet für die westlicher Politiker. Der Schah bat zwar wieder einmal Washington einen Staatsbesuch »bgestattet und Waffenhilfe erbeten (die ihm auch gewährt werden wird) aber was besagt das für die globale Strategie «ngeeiehts der Tatsache, dass die Sowjets »ach ihren eigenen Angaben nun mehr eine ständige Eingreif-eserve“ in Algerien, Aegypten und Syrien stationieren wollen! -Der Sechstagekrieg hat die Demonstration dieser sowjetischen Präsenz kn lÜtteimeer nur -beschleunigt, nicht aber veranlasst. Das Streben nach Besitz eisfreier Häfen, nach ungehindertem Zujnng zu ihnen und nach Sicherung des Hinterlandes dieser Küstengebiete zieht niefe -durch die ganze neue -e russische Geschichte. Die Kommunisten setzen diese Politik der Zaren nur fort, beflügelt «md angcepornt. durch die von ihnen vertretene Heilslehre, die den revolutionärer. Blan gewisser Schichten in den strategisch günstig plazierten Ländern anspricht. Unter diesen Umständen wirkt es faßt wie das Gebet einer frommen Betschwester, wenn Präsident Johnson beim Ban heit für den Schah -den Toast au’ weitere gedeihliche Zusammenarbeit mit den Völkern des Mittleren Ostens auebringt und den Ausdruck des Bedauo-ns iariiber einöiessen lässt, dass diese Weltgegend erst kürzlich eine schwere Erseh'itte rung durchmachen musste. Das war -uf Israel gemünzt, ebenso wie die weitere Bemerkung, das dürfe die betroffenen Staaten aber nicht davon abhalten, auf friedlichem Wege konstruktive Lesungen zu suchen. Die USA seien gern bereit, dabei Hilfe zu leisten, ohne in irgendeiner Weise irgendeinem Land ihren Willen aufzuzwingen. Die Sowjets gehen robuster vor. Sie machen kein Hehl aus ihrer Ent*ä* schung über die unzulünglicne Verwendung und Behandlung ihrer den arabischen Staaten gelieferten kos*naren Waf fen und anderen Kriegs mate -iahen, und s;e ziehen nunmehr die Konseouenz. sich offen in den Ländern als eine Art Schutzmacht zu etablieren, in denen sie aus ideologischen Gründen die grö«ss*e Zahl vch Anhängern finden: Algerien. Syrien, Aegypten. Thre Präsenz wäre unter anderen Umständen und noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von den Wesemächten als Herausforderung empfunden und mit aU 1er Entschiedenheit zurückge viesen worden. Heute befindet sich nicht nur England im Rückzug und bei der Liquidation seiner sämtlichen Besitzungen östlich von Suez, — Frankreich ist als Orient- Tracht ohnehin längst ausgeschieden. — sondern auch die USA. denen die Wächterrolle zugefallen ist. und die diese Aufgabe auch an sieh übernehmen. Die USA sind aber in Vie'"am gefcnnden. Sie köm#en sich keine zweite Front >m Mittleren Osten leisten. Sie können daher nur auf Remis spielen, weil eie durch verfehlte Appeasement-Politik in der Suezkrise des Jahres 1966 Positionen eingebüsst und Figuren vertoren haben. Sie müssen die sowjetische Präsenz im Mittelmeer wie im ganzen Orient dulden. Den Arabern muss diese Konstellation als gnädige Fügung Allahs erscheinen. Sie können die eine Supermacht geger die andere ausepielen. Jede muss angst lieh darauf bedacht sein, dass die arabischen Staaten, die strategisch am Günstigsten ..plaziert“ sind, niert vollstän dig in« andere Lager abschwenken. Wo das nicht zu vermeiden war. muss jedenfalls der Nachbar bei der Stange gebaltes werden. Es mutet daher wJe ein Witz d-er Weltgeschichte an. ist aDer nur das Ergebnis globaler Fehlkonstruktionen und Fehlkalkulationen, wenn z. B riussein von England wieder Hunter-Flugzeuge erhält, deren Vorgänger von der israelischen Luftflotte zerstört wo’den waren, und amerikanische Tanks, die man beute noch zerstört als Wracks im Lmkteis der Strasse nach Jericho liegen sehen kann. In Washington sind, wie verlautet, starke Kräfte am Werk. Israel um die fruchte seines Sieges zu bringen. Die M eisen vom State Department, vorerst noch in Schach gehalten durch die Militärs im Pentagon, die es bester wis°en, arbeiten auf einen globalen Ausgk ich mit Moskau hin: Wenn es den Sowjets gelänge, Nord Vietnam zum Einlenken zu bewegen, müssten die USA Druck aut Israel ausüben, das« es sich a it die Grenzen vom 4. Juni zurückzieht Ein solcher Druck zeichnet sich bereits jetzt ab. Er hat noch nic.it die Form einer offiziellen Demarche ar.gen„mn*en, : aber die Anzeichen für eine ..Aufweichung“ der amerikanischen Haltung riiwi unverkennbar. Selbst Arthur G^klbcrg, der amerikanische Chefdelegierte bei den UN, erklärte, er könne nient glauben, dass die Ablehnung einer Vermittlung durch Dritte im ksraeliscb-araoistben Konflikt das letzte Wort beider Seitefi sei Letzten Endes läuft diese Eimtellung darauf hinaus, die Araber in ihrer fe fkI seligen Haltung Israel gegenüber zu bestärken und von Israel Verzibt auf die Forderung direkter Friedensverhandlungen zu verlangen. Wer erinnert -ich da nicht der berühmten Londoner Round TableKonferenz zu Mandafszeiten. bei der e« zwei runde Tische gao der einen tiir Engländer und Juden, den zwe'tea für Engländer und Araber? Ob die Sowjets ihre erklärte Vbsi.-bt, Bereitschaftsgeschwader in allen Weltmeeren und Weltteilen zu unter ha I e». wirklich in die Tat umsetzen werden, oder ob es sich dabei nicht um ein durch sichtiges Propagandamanöver vor oder nach der Belgrader Konferenz der Ostolockstaten handelt, bei der die Wi-t* srhaftehilfe für die kriegsgesebädipte» arabischen Staaten koordiniert werden seilte, bleibt abzuwarten. ihre Präsenz im Mittelmeer haben die Sowjets jedenfalls bereits dokumentiert. Sie habe» sich ihr Mitspracherecbt bei der Losung der Konflikte im Mittleren Osten gesichert. und sie haben damit die Lage weder für die Weltmächte noch für Israel leichter und erfreulicher gemacht. , K£A£lt KAycmcT C£tSftJl££ pp •jfOVW1» COMITE CENTROEUROPEO Candentes 2294 — VI. Stock — T. E. 46-3695, 48-5663 DE* KKL tM NEUEI JAHR NEUE BUECHER Seit im Juni, nach dem kurze«, glorreichen, Kriege, der Staat Israel in ei» neues Stadium seiner Geschichte «»getreten Ist, -hat auch der Keren Kajemeth Lejisrael eine Fülle zusätzlicher Aufgaben erhalten. In einem Aufruf hatte der israelische Geaeralstabischef General Jiacfcak Ra bin bereits auf -da« enge Zusammenwirken zwischen dem israelisehen Heer und dem -KKL hin gewiesen: ..Das Werte-des Kewen Kajemeth bei Bahnung v«u Grenzstra-sen, Gründung von Voryostendörfern und Erschliessung von Land läugs aller Grenzen bat be veits viel zur Sicherung entlegener Gegenden beigetra ge« und ist auch für die Zukunft unentbeh lieh. Auch jetzt, nach dem Sechstagekrieg, muss diese Arbeit weiter gehen.“ Es kann nieht zweifelhaft sein, dass dein KKL im Neuen Jahre enorme Aufga be« entstehen werden. Re- -gierung und Direktorium haben weitreichende Piäne ausgearbeitet. Hierzu gehören vor allem die Ansiedlung weiterer Samilien in de« neuen Siedlungsgebieten, die Boden Vorbereitung -für neue Einwanderer und -die Bewaldung, Aufforstung, die eines der wichtigsten Abkommen Oslo. — Das norwegische Parlament billigte jüogst **n Abkommen. das die Doi. gcloesteuerung zwischen Nor »egen uad Israel, pückwñrccdi bi« 1956 aussebliesst. •df echoeIkurs Jer meiern. _ 11*9 Ftoa»z- -VMiüsterhmi hat nunmehr für -die jetzt unter hraeh mher -Herrschaft stehende« «gyptmeien and *e«nsjovda -Hsoko* Gebiete emen-Wcekiclkurs vo» 3 IL für d*s;*y*üs«he Pfund und 7:56 ***■ Ae» transjordani- **fc««fBkmr iestganetM. Ziele der Landentwicklung bleiben wird. Deshalb bedarf es zusätzlicher Mittel, und die traditionellen Einnahmequellen r-riehen längst nicht mehr aus. Der KKL muss sich an das ganze jüdische Volk in der Welt wenden und von ihm fordern naeh den grossen Anstrengungen für den Keren Hajessod im verg» igenen Jahr auch Opfer für den Keren Kajemeth zu bringen, die in der richtigen Proportion zueinander stehen müssen. Entsprechend der Leistung für M-agbit muss die entsprechende für die vie’en Spezialaufgaben des KKI sein. Das jüdische Volk, das sich im Juni 196’7, im grossen gesehen, so wunderbar bewährte in se'ner ideellen und materiellen Solidarität, wird im kommenden Jahre nicht dahinter Zurückbleiben dürfen und wolven Der Keren Kajemeth Lejisr«»el, von der Liebe jüdischer Menschen aller Schichten, von Jung und Alt ge^agen, wird seinen gewaltiger. Verpflichtungen nachkorri.men, wenn und dessen dürfen wir sicher sein, unsere Menschen sich der Grösse der Stunde bewusst sind. In diesem Sinne grossen wir alle unsere Mitarbeiter und Freunde mit einem herzlichen Ketiwa uchetima tow-j! Ptlaazt Raume bei jeder Gelegenheit aus Solidarität mit Israel in „Bevque Indcpe «denen Argentma“ BhuneMblotwif n Form von Glüekwunseh- sowie Trauer . Telegrammen und Bsumdipiome» oei jeder: Gelegenheit bitten wir unter feigenae» Telefon-Nummern I aufaugebe«: 73-9626 Sra. Wernstein X MIC -Br». RlumeKthal 11—13 Chr •4=3666 Sr». LuMfleher Vf am Prl. Werthwimet 49-5696 Safcxetamt Norman Cohn- El Mit© de los Sabios de Si.>n, erschienen im Verlag CANDELAt BRO. Buene« Aires 1967 in einer spanischen Ueberset zung des englischer Originals ..Warrant *or Genocide: The Mvth of the Jewish World-Conspirary and the [ Protocols of the Eloers of Sion“ von Natalie Mazar. — Prof. Norman Cohn, ein bedeutender und bekannter Historiker, hat sich der Aufgabe unterzogen, der Geschichte der unseligen „Protokolle der Weisen vo» Zion“, die auch in der Entwicklung des deutschen Antisemitismus eine grosse Rolle gespielt haben, nachzugehen und mit wissenschaftlicher Genauigkeit Ursprünge und Wege darzustellen, die den Hintergrund dieses schrecklichen Machwerkes ausmaci^n. Mit diesem Buch und der verdienstvollen Uebertr’gung Ins Spanische wird allen, die mit der Materie nicht vertraut sind, ein wichtiges Instrument zur Verteidigung und zur Abwehr gegeben. Da« Studium dieses Buches bereichert unser Wissen und gibt jedem die Möglichkeit, die Gefahren eir.zuschätzen, die mit der Verkennung der Probleme und der Nichtbeachtung der Tatsachen verbunden sind. Prof. Cohn gibt zugleich einen Abriss der Geschichte des Antisemitismus, der unser Schicksal gewesen ist, die er bis ins 1. Jabrhun dert d. g. Z. zuriiekverfoTgt. Die Schaffung eines prinri I tiven Aberglaubens und die Erzeugung einer Phantasievorstellung vom Juoen haben zu jenen Voarteden geführt. die bi« heute nicht zu beseitigen sind. Die traurige Rolle, die von den ..Protokollen der Weise« vo« Zion“ gespielt wird, kann hier jeder nachlesen. Interessante und unerfreuliche IHustratio.'.en ergänzen und veranschaulichen dieses Gesehichtswerk, da« ebenso geschichtlichen Wert wie belehrende und aufklärende Aufgabe« in jüdischen und vor allem auch nii htjüdischen Kreisen leisten wird —:e-— Gerhard Frisch: Fasehing, Rom, erschienen bei Re wohlt, 1967. Thema und Gestaltung dieses Roman« entsprechen wohl nicht menr unserem; Geschmack. Das soll nicht unbedingt sagen, das* dieser Roman nicht lesenswert wäre, der die Nachkriegsproblematik einer Generation schildert, die si,-h nicht zurechtfinden kann. — —:0: — Kurt Jakob Ball-Kadnri: Vor der Katastrophe Juden in Deutschland (1934—1939), erschienen bei Olarrenu in Tel Aviv, 1967 — Eine Beeprecnung oder gar Kritik dieses Buches stösst für den der dabei war, auf Schm iengkeiten und zeigt vielleicht doch, dass es noch zu früh ist, Geschichte 2u schreiben. Je denfalis handelt ers'ch bei den anerkennenswerten Bemühungen von Batl-Kaduri nicht um Geschichtsschreibung. sondern «m d;e Wiedergabe bestimmter Erlebnisberichte, die hier vom Autor für die verschiedenen Probleme und Phasen der geschichtlichen Entwicklung der Lebens Verhältnisse der Juden in Deutschland wäh rend der Jahre >934 bis 1939 gesammelt wor Rn sind. Ueber den Versuch einer Systematisierung und Betrachtung unter dem grosser bis torisehen Ae o «Jet kommt das Buch nicht hinaus, das aber als Materia’ für einen künftigen Historiker von grossem Wert ist — Besonders wichtig ist Jer Anhang, in weichem Ball Kaduri die Que len aufzählt die zur Erforschung und Darstellung dieser Jahre les Untergangs eine»- jüdischen Gemeinschaft von Bedeutung eind, die -ich ge-ade in diesem Untergang zu neuen kulturellen und allgemein - jüdische.-! Leistungen erhoben hat. — Stiftung Der verstorbene Geschäftsmann Samuel «turman aus Rocheeter (USA binterl ess den Hauptanteil seines y'ermögens von 1,3 Millionen Dollar der Hebräischen Universität. Das PRAESIDIUM ries Keren Hajessod in Argentinien wünscht allen seinen Mitarbeitern und Beisteuerern 13 nd r n2 h inr; Md dankt ihnen gleickzettif für ihre tren« »nd werfveHe Mitarbeit. 1. Tindbe» 5723 aquel día, en que nuestras disperses hermanes se unan en nn sele pensamiento, será el día del triunfe del renacimiento de nuestra naei¿n”~. (De la invitación al ler. Cengrese Sionista en Basiiea - 1897). "... las expresiones de hermandad meendieional e identificación que nos llegan de todas las comunidades judías, son una fuente de aliente e inspiración para ei pueblo on la Medina en su lucha frente a las severas pruebas que le esperan.» El Movimiento Sionista, pionero y fundador do la Medina, tiene la misión de marchar al frente de las masas, despertar al pueble y movilizarlo on cumplimiento de sus fines históricos...*’ (De la Proclama al Pueblo Judío, del Ejecutivo do la Brganización Sionista Mundial - junio 1967). Leíhcnc Hedida Birush alaim HoiBCujcdct Kfiwá Vciatimá Tova Organización Sionista Argenta