Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2237 (29.9.1967)
- Date
- 1967-09-29
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o ca o c *> 71 — t E_2 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 o "+* ° ¿ s < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA Año XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE SEIPTIEM.BRE DE 1967 N? 2237 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1» te<|. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Israel kaempft um den Frieden Die politische, wirtschaftliche und militärische Arbeit der israelischen Regierung; hat sich seit den Tagen des letzten Krieges darauf kon zentriert, mit seinen Nachbarn und — wenn möglich mit der ganzen arabischen Welt — zu einem Frieden zu gelangen. Man kann nicht sagen, dass Israel hierbei die Unterstützung der west liehen Mächte gehabt hat. In der ausserordentlichen Generalversammlung dei UN haben zwar die USA und Grossbritannien sich ohne jeden Zweifel dafür energisch eingesetzt dass ke'ne ungerechte Verurteilung Israels als Angreifer erfolgte, wie es die Russen mithilfe ihrer Satelliten und der arabischen Staaten beabsichtigten. Darüber hinaus blieben aber eigene, klare und entschiedene politische Schritte der Westmächte aus. um dem nächsten Ziel, um dem Frieden näher zu kommen. Ueber die Stellung Frankreichs soll in diesem Zusammenhang nicht noch einmal gesprochen werden, da die von de Gaulle eingenomme ne Position nur als absurd zu bezeichnen ist. Mit der gegen Israel gerichteten Erklärung des französischen Präsidenten begann eine Serie französischer Schritte, die in Frankreich auf Ablehnung. in der Welt auf allgemeines Kopfsehütteln stiessen. De Gaulles Auftreten in Kanada und in Polen unterstrich den allgemeinen Eindruck, das de Gaulle Extravaganzen suchte, um sich in den MittelpunKt des Weltvon B. B. SAMUEL geschehens zu setzen, wa.s jedoch nur die gegenteiligen Folgen für ihn auslöste. Die russische Haltung bezweckte. das von den So wjets durch den israelischen Sieg verlorene Terrain wiederzugewinnen. Um diese« Zieles willen wurde Nasser gehalten, wurden russische zahlreichen Konferenzen und Reisen, die von den Arabern und von anderen Politikern unternommen worden sind, ohne jedes greifbare Ergeb nis blieben, gingen die Araber zur alten Methode der Sabotage und gelegentlichen Angriffen über, die sich be sonders in der Kanalzone Neuer Vorschlag Israels Straseburg. — Israels Aussenminister Abba Eban erklärte, dass die OEA, die Organisation amerikanischer Staaten, als ein Beispiel für die Bildung einer Mittelmeergemeinschaft dienen könne, der Israel gemeinsam mit den arabischen Nationen angehören würde. Das Ziel einer solchen Gemeinschaft müsste es sein, einer Region, die bisher der Schauplatz von Krieg und Rivalitäten gewesen ist, die Segnungen des Friedens und des Fortschritts zu bringen. Dieser Vorschlag, der Abba Eban vor der Versammlung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) formulierte, wurde allseits mit Begeisterung aufgenommen. Eban hatte seinen Aufenthalt in New York kurz unterbrochen, um nach Strassburg zu kommen und seine Anregung vorzutragen. Eban schlug vor, dass die neue Gemeinschaft Israel und alle an das Mittelmeer grenzenden arabischen Staaten einschliessen solle. Kriegsschiffe nach Alexandrien entsandt, wurden neue Waffen geliefert, wurde eine ausserordentliche UN- Generalversammulng einberufen, wurden drohende Reden gegen Israel gehalten und jeder Versuch unternommen, um die arabischen Länder erneut zum Wider stand aufzustacheln. Nachdem alle diese Bemühungen ebenso wie die Der dritte Äuschwitz-Prozess Der dritte Auschwitz-Prozess begann Ende August in Frankfurt und wild sieb voraussichtlich mit etwa 50 Verhandlungstagen bis zum 24. Januar 1968 erstrecken. Wegen Mordes angeklagt sind, wie Oberstaatsanwalt Dr. Rahn bekanntgab. zwei ehemalige Funktionshäftlinge: Der Arbeiter Bernhard Bonitz (60) aus Berlin und der Arbeiter Josef Windeck (63) aus Rhevdt (Rheinland). Zu dem Prozess wurden 67 Zeugen geladen, darunter auch aus Polen, Israel. Grossbritannien, den USA und der Tschechoslowakei. Den Vorsitz hat Landgerichtsrat Dr. Hahn, die Anklagevertreter sind die Staatsanwälte Hess und Klein. Bonitz. der von 1940 bis 1944 Blockältester und Kapo im Stammlager Auschwitz war, wird beschuldigt, in mindestens 72 Fällen Häftlinge getötet zu haben. Er soll Häftlinge totgeprügelt, mit einem auf den Hals gepressten Stock erstickt und durch andere Misshand.un gen umgebracht haben. Windeck, Lagerkapo im Stammlager Auschwitz, Lagerältester im Lager Auschwitz II (Monowitz) und Kapo im Lager Auschwitz II (Birkenau), wirft die Anklage Mord in mindestens 117 Fällen vor. Die Methoden, die er dabei angewandt haben soll, gleichen denen von Bonitz. Bonitz bestreitet nach den Angaben Dr. Rehns, jemals einen Häftling getötet zu haben. Die Häftlinge seien von ihm lediglich aus ,,begründetem Anlass“ mit der Hand geschlagen worden, wobei jedoch niemals einer von ihnen zu Boden gegangen sei. Windeck gab zu dass er Häftlinge mit der Hundepeitsche und einer Holzlatte schlug. Er habe sich dabei nichts gedacht und ledig,;ch zur Abschreckung geschlagen. Er räumt nach den Worten des Oberstaatsanwalts jedoch ein. dass sogenannte Muselmänner (besonders stark geschwächte Häftlinge) als Folge der Misshandlungen starben. Bonitz, der als einer der ersten Häftlinge mit der Registriernummer sechs im Mai 1940 nach Auschwitz gekommen war, batte davor sechs Jahre in deutschen Strafanstalten wegen krimineller Delikte verbracht. 1944 wurde er zur Bewährungseinheit Dirlewanger versetzt. Kurz vor dem Zusammenbruch setzte er sich nach Berlin ab und war dort bis zu seiner Verhaftung in einem grossen Industriewerk als Arbeiter tätig Windeck wurde nach den Angaben Dr. Kahns bereits mit 16 Jahren straffällig und war später zu erheblichen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Bis Anfang 1940 sass er im Zuchthaus und wurde dann über das Konzentraahspielten und mitunter die Form regelrechter Schlachten angenommen haben. Hiermit wurden die Möglichkeiten zu Verhandlungen immer wieder sind immer weiter hinausge*-choben. Die israelisch“ Regierung rechnete damit, dass der transjordanische König Hussein „vernünftig“ und verhandlungsbereit ¿ein würde. Alle äusseren Anzeichen sprachen hierfür und die „innere Logik der Dinge“ hätte eine solche Stellung nähme Husseins durchaus gerechtfertigt. Transjordanien hat schwer unter dem Krieg gelitten. Grosse Teile seines Territoriums befinden sich in israelischer Hand. Die Arabische Legion war gründlich geschlagen. Die Finanzen waren rui niert. Zu dieser Katastrophe war es nicht zuletzt durch die Versprechungen gekommen, die vor allem Nasser dem König gemacht hatte, der zw^r bis zum Kriegsausbruch seinen arabischen .Verbündeten“ misstraute, dann aber ohne erkennbare Erklärung amschwenkte und die Partie verlor, weil die Aegypter noch schneller als er selbst besiegt worden sind. Huissein fand sieh nicht zu Verhandlungen bereit, obwohl ihm Israel durchaus ehrenvolle Bedingungen einzuräumen bereit war. Der König verwandelte sich in einen Reisenden, der von Land zu Land zog, um Hilfe zu erhalten. Jetzt soll sieh sogar die Regierung von tionslager Saehsenhausen nach Auschwitz überstellt. 1944 sprang er bei einem Transport aus einem Zug, wurde jedoch wieder aufgegriffen und zu einer Wehrmachtseinheit versetzt. Später geriet er in sowjetische Gefangenschaft Dort soll er wegen seiner Tätigkeit in Auschwitz zu 25 Jahren Arbeitstageverurteilt worden sein. Seine Entlassung erfolgte 1955. Pakistan bereit erklärt haben, 50 bemannte Kriegs flugzeuge den Transjordaniern zur Verfügung zu stellen, und auch die Amerikaner Hessen wissen, dass sie ihre wirtschaftliche Hilfe wieder aufnehrnen wollen Hierdurch wird selbstverständlich die onnehin zweifelhaft gewordene Bereitschaft des Königs, mit Israel zu verhandeln, noch stärker in Frage gestellt. In Transjordanien selbst sind offensichtlich zwei Tendenzen zu beobachten. Der König stellte steh auf die Seite derjenigen die versuchen, den Kampf weite zuführen. zunächst durch Sa botage und einen Wider* stand, der innerhalb les jetzt zu Israel gehörenden cisjordanischen Territoriums von Transjordanien geleistet wird. Die Gemässigten, vor allem die besitzen den Schichten, suchen einen Ausgleich mit Israel und sind nicht abgeneigt, mit den israelischen Behörden zusammenzuarbeiten, Sie stehen allerdings unter'dem ständigen Druck der Extremen und setzten sich der Gefahr aus, bei jeder Aenderung der Verhältnisse eines Tages als Verräter an der arabischen Sache behandelt zu werden. Inzwischen hat die ägyptische Zeitung „AI Gomhouria“ die Araber aufforderte, einen Guerilla-Krieg im Stil der vietnamesischen plündernden Marodeure aufzunehmen. Kurz zuvor hatte eich die andere halboffizielle Zeitung Aegyptens , Al Ahram“ für einen neuen offenen Krieg gegen Is.ael ausgesprochen und damit die Forderung aufgegriffen, die der Algerier Boumedienne gestellt hat. Da auch aus Syrien neue Aufrüstungen und Verschanzungen in der Nähe von Kounetra gemeldet werden, muss man damit rechnen, das« die Ara her einen Ve^zweiflungssehritt zu unternehmen bereit sind, zu dem sie durch ihre „politischen“ Freunde ermuntert werden. Nasser jedoch zögert. Denn die Niederlagen, die er hinnehmen musste, lassen zukünftige militärische Aktionen gegen Israel aussichtslos erscheinen. Jedenfalls haben die Ermunterungen der Araber von allen Seiten dazu beigetragen, ihren Friedenswiden zu schwächen. Israel wird vorerst weiterhin Gewehr bei Fuss stehen müssen. 20.000 neu« Immigranten Tel Aviv. — Fine Sonderkommission für Einwanderung und Eingliederung bereitet im Auftrag der zuständigen Abteilungder Jewish Agency einen Bericht über die Möglichkeit vor, etwa 20.000 Neueinwanderer in Israel anzusiedeln. Ein Mitglied dieser Abteilung, S. Z. Shragai, reiste in die USA, und ein anderer hoher Beamter der Jewißh Agency weilt in Europa um für die Alija zu werben. AehnLche Bemühungen zur Verstärkuiig der Alija sind auch in Die Kette reisst nicht ab von SEM FRANKEM ST EIN Die Kette der Ueberraschungen und kleineren oder gröstseren Skandale heute höherer Beamter und Repräsentanten der Bundesrepublik, deren braune Vergangenheit plötzlich ans Tageslicht gerät, reisst nicht ab. Unter dem Eindruck der stürmischen Entwicklungen aöf*- allen Gebieten des öffentlichen Lebens und der Ereignisj se, die ständig das Panorama der Welt ändern, vergisst j man die Einzelheiten, die dennoch wichtig sind und erst ■ durch ihr Zusammenfügen das Bild ergeben, das sich jeder einzelne Mensch vom Leben und von der Politik macht. Hieran denkt man nicht immer, wenn man dann plötzlich von neuem auf braune Vergangenheiten aufmerksam gemacht wird. In der Bundesrepublik hat es berits die grössten Fehldispositionen gegeben weil man sich nicht die Mühe machte, die Personalakten genauer zu betrachten. Da gab es sogar einen Minister (vielleicht auch mehr), die einfach deswegen zurücktreten mussten, weil ihre Vergangenheit allzu stark braun belastet war. Was soll man nur davon halten, dass der leitende Staatsanwalt, der die spezielle Aufgabe hatte, die Kriegsverbrecher aufzuspüren und zur Rechenschaft zu ziehen, selbst zurücktreten musste, weil man belastendes Mate riai über ihn fand. Auch seine Vergangenheit war braun, obwohl er jetzt wiederholte Male nach Israel als Freund der Juden reiste, um Tatbestände aufzuhellen, Zeugen. zu hören, mit Behörden Fühlung zu nehmen. Wie peil** lieh — auch für Israel —, dass dieser Freund einst eia heftiger Feind war... Jetzt ist der deutsche Botschafter in Schweden, Gtt» stav Herr von Sehmoller, über seine braune Vergangenheit gestolpert. Erst jetzt (?) wurde bekannt, dass vo»i Sehmoller in der deutschen Zivilverwaltung unter nie/ mand anderem als dem berüchtigten NSDoergruppeo* fiihrer und Gestapomörder Heydrich während der Beseht zung der CSR tätig gewesen ist. Wer es vergessen habe* sollte, wer Heydrich war, sei daran erinnert, dass er dtt treibende Kraft Himmlers bei vielen Aktionen war UM noch schärfer und blutrünstiger als dieser oberste Gestapochef gewesen ist. Schmollers Dissertation „Neutralität im heutigen Völkerrecht“ weiss vom Recht des Stärkeren zu beriete* ten, durch welches die Nazibrutalitäten gegenüber de» Schwächeren — Juden, Tschechen, Norweger und allen anderen unterdrückten Völkern gegenübergerechtfertigf" werden sollte, v. Sehmoller verteidigte auf diese, das Recht beugende Weise die nazistischen Ueberfälle aut Belgien, Holland, Norwegen und Dänemark, um dann einige Jahre danach, als wäre nichts geschehen, das Amt eines Botschafters im neutralen Schweden anzutreten. Als die Schweden von der Dissertation des deutschen Botschafters in ihrem Lande erfuhren, wurden sie ungemütlich. Aus besonderen Gründen hatten nämlich die Nazis seinerzeit „vergessen“, Schweden zu okkupieren, jedoch keinesfalls aus prinzipiellen Gründen — In dem von Rolf Seliger herausgegebenen Heft „Doktorarbeiten im Dritten Reich“ ist von Sehmoller nicht aufgeführt, was darauf schliessen lässt, wie viele „Entdeckungen“ noch gemacht werden können. — Nur nebenbei sei bemerkt, dass die Kühnheit eine» solchen Belasteten erstaunlich ist, trotz seiner braunen Vergangenheit einen solchen Posten zu bekleiden, und dass die Nachlässigkeit der zuständigen Behörden venwunderlich ist, einen solchen Mann zu berufen, über den sicherlich nicht nur einige Forscher Bescheid wussten .. Wer sind die Geldgeber? London. — Der ..Daily Telegraph““ berichtet, dass die israelischen Behörden grosse Summen transjordanischen Geldes beschlagnah men konnten, das in Jerusalem und das von Israel besetzte Westufer des Jordan eingeschmuggelt, wurden. Das Geld war für die arabischen Lehrer und die ehemaligen trans jordanischen Beamten bestimmt, um ihnen den Widerstand gegen die Besatzungmacht zu ermöglichen. (ITA1 IsraelWochen in Europa Tel Aviv. — Israelische Wochen werden in den grossen Kaufhäuse-n Englands, Deutschlands, Oesterreich? und der Schweiz Anfang 1963 stattfinden, gab der Le’ter der Messegesellschaft, Dr. M. Justice-Dajan bei seiner Rückkehr aus Europa be kannt. Waffen wurden abgeliefert Tel Aviv. — Arabische Bewohner von Chenin auf dem von Israel besetzte» Westufer des Jordan habe* den israelischen Militär!»®* hörden 80 Feuerwaffen, darunter Maschinengewehre und sowjetische Gewehre, abgeliefert. Dies geschah auf die wiederholten Aufforderungen der Israelis an die Zivilbevölkerung, die noeh1^ in ihrem Besitz befindliche®^ Waffen abzugeb-n. (ITA) '-' Anklage gogen Jaden Paris. — In einer weitverbreiteten Erklärung klagte der Führer des Istiklai fti Marokko, Alla El Fassi, die in Marokko lebenden Juden an, „ihr Land verraten zu haben, weil sie entweder ausgewandert sind oder auf verschiedene Weise ihlfli, Treue zu einem Land bekundet haben, das nicht Marokko ißt.“ (ITA) Impreso « * Imprenta POLIGLOTA - Riradavla 831